Neuwagenkauf Bezahlung

Hallo zusammen,

meine Frage betrifft die Kategorien Zahlungsverkehr, Auto und Recht - bitte ggf. verschieben.

Angenommen, jemand kauft in einem Autohaus einen Neuwagen.
Dieser soll bei Abholung komplett bezahlt werden - aber wie?

  • Barzahlung. Schließt das Autohaus aus. Man will auch nicht mit soviel Bargeld herumlaufen.

  • „Bankbestätigter Scheck“. Da fallen Gebühren an, und scheint kompliziert in der Abwicklung. Soll aber recht sicher sein, auch bei Verlust/Diebstahl.

  • Vorabüberweisung. Das hätte das Autohaus am liebsten. Aber was ist, wenn zwischen der Überweisung und der Abholung das Autohaus insolvent wird? Ist das Geld dann weg? Die Wahrscheinlichkeit ist recht gering, der Schaden aber dann umso größer. Oder?

Was sagen die Experten dazu?

Grüße
Dirk

Hallo,

das ist ja durchaus ein brauchbares Instrument. Mit der Echtzeitüberweisung (mag in einzelnen Instituten unter einer anderen Marke verkauft werden) gibt es ja ein Instrument, das alle Anforderungen erfüllt. Mit 5 Euro Kosten (je Vorgang; es gibt Obergrenzen je Einzelzahlung, so daß es - je nach Kaufpreis - auch sein kann, daß diese Kosten zwei- oder dreimal anfallen) ist es bezahlbar, es ist sicher für das Autohaus (im Zweifel muß der Verkäufer halt mit der Buchhaltung sprechen, ob das Geld eingegangen ist) und das Risiko einer Pleite braucht den Käufer nicht zu beschäftigen.

Gruß
C.

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Bei meiner Bank kostet das übrigens nix extra. Ich zahle 10 Cent pro TAN (zähneknirschend, aber die Bank muss wohl auch irgendwovon leben), egal ob Sofortüberweisung oder „normale“ Überweisung.

Hallo,

Bin kein Experte, aber ich habe die letzten drei Autos „auf Rechnung“ gekauft.
(Kaufvertrag abgeschlossen - Papiere und Rechnung bekommen - Fahrzeug zugelassen und Rechnung bezahlt - Fahrzeug abgeholt.)

Gruss
Jörg Zabel

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Das wäre auch mein Favorit, aber das scheint es hier nicht zu geben - zumindest nicht bei den fünf Autohäusern, mit denen ich in der Vergangenheit zu tun hatte.

Grüße
Dirk

Echtzeitüberweisung hieße, ich man fährt zur Abholung ins Autohaus und tätigt dann von dort dort die Überweisung. Oder kurz bevor man sich auf den Weg macht.

Ich habe mal gehört, dass man das früher so gemacht hätte, dass man zuerst das Auto, nicht aber den Fahrzeugbrief ausgehändigt bekommt. Dann überweist man den Kaufpreis und bekommt dann den Brief zugeschickt oder kann ihn sich abholen. Klingt für mich relativ sicher für beide Seiten, wird aber leider nicht angeboten.
Hat vermutlich unzumutbare Nachteile für das Autohaus.

Grüße
Dirk

Bist du dir sicher, dass es sich dabei auch um eine „Echtzeitüberweisung“ und keinen „SEPA-Standard“ handelt?

Erkläre, wie die „Vorabüberweisung“ aus der Ursprungsfrage ablaufen soll.

Ein paar Tage vor dem vereinbarten Abholungstermin überweist man den Kaufpreis an das Autohaus mit einer ganz normalen Überweisung.
Am Tag der Abholung muss das Geld auf dem Konto des Autohauses gutgeschrieben sein.

Grüße
Dirk

Wer hat wann die Papiere in der Hand? Wer meldet das Fahrzeug an?

Dasfür gibt es keine rechtlichen Regelungen. Da müssen sich die Vertragspartner selber einigen, ganz wie sie wollen.

Ja. Deswegen suche ich ja nach einer einfachen und sicheren Methode.

Die Anmeldung erledigt das Autohaus vor der Übergabe.
Das Autohaus gibt dem Käufer die Schlüssel und den Fahrzeugbrief, wenn das das Geld da ist.

Grüße
Dirk

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Wir reden hier über wenige Tage. Ich hätte da keine Bedenken, das Risiko ist bei einem seriösen Autohaus zu vernachlässigen.

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Auch seriöse Anbieter werden gelegentlich insolvent. Man könnte deswegen natürlich eine Auskunft einholen (Creditreform o.ä.), das verursacht jedoch Kosten.

Wenn du eine Filiale vor Ort hast, dann mach das (idealerweise als Orderscheck). Die Frage ist aber, ob deine Bank das für einen Privatkunden überhaupt macht.

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Es gab an meinem letzten Wohnort ein traditionsreiches Autohaus einer bayerischen Premiummarke, das gemeinhin als wirtschaftlich sehr gesund galt. Da rollten die Wagen auf einem riesigen, vor wenigen Jahren neu gebauten Gelände rein wie raus. Und dann waren die Türen von heute auf morgen zu, und es gab einige Fälle von angezahlten und teilweise sogar schon komplett bezahlten Fahrzeugen, die dann nicht mehr zur Auslieferung kamen. Die Käufer konnten ihre Forderungen natürlich zur Tabelle anmelden. Aber da standen so einige Gläubiger vor ihnen drauf. Nach ewiger Abwicklung bekamen sie dann „ein paar Groschen“ zurück, die vorrangige Gläubiger übrig gelassen hatten. Diverse Klagen auf vollständige Rückzahlung wurden abgeschmettert.

Sein „Nachfolger“ wurde noch knapp durch die Übernahme durch einen ganz großen der Branche vor der Insolvenz bewahrt. Da ist wohl nichts offen geblieben.

Ein weiteres Haus, zufällig der selben Marke, machte dort ebenfalls von heute auf morgen plötzlich zu, nachdem der Chef zunächst in Haft kam, und dann zu längerfristig gesiebter Luft verurteilt wurde (wenn man schon im besoffenen Kopf Radfahrer von der Straße schießt, sollte man wenigstens den Anstand haben, sich um das Opfer zu kümmern, und es nicht in der Dunkelheit in einem Feld verrecken lassen). K.A. was da so an Forderungen von privaten Kunden offen geblieben ist.

Dann fallen mir da noch zwei große Händler für Fahrzeuge aus heimischer, niedersächsischer Produktion hier in der Nähe ein, …

Also gar so selten sind die Fälle von für den Laien nicht vorhersehbaren Insolventen von Autohändlern nicht. Und daher kann ich es sehr gut verstehen, wenn jemand entsprechend vorsichtig ist.

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Und wenn man die Finanzierung von Umlaufkapital im Einzelhandel anschaut, dann hat man da in den allermeisten Fällen nicht durch Eigenkapital hinterlegte Autos auf dem Hof stehen, sondern durch Lieferantenkredite und durch spezialisierte Banken oder durch andere Absatzfinanzierungsinstrumente finanzierte Pkws, die dem Händler noch nicht mal gehören, weil ein Eigentumsvorbehalt darauf lastet oder weil es Kommissionsware ist. Auf den Höfen der Autohändler stehen oft große Vermögenswerte, in den Bilanzen jedoch nicht unbedingt.

Ich habe selbst erlebt, dass ein Autohaus einige Wochen, nachdem (zum Glück!) ich dort ein Auto gekauft habe, recht plötzlich geschlossen war.
Deswegen meine Bedenken.

Grüße
Dirk

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Ich habe gerade mit meiner Bank gesprochen.
Dort empfiehlt man man mir die Echtzeitüberweisung.
Es fallen keine besonderen Gebühren an.
Ich muss nur rechtzeitig daran denken, das Tageslimit erhöhen zu lassen.

Danke an alle, die ihr Wissen eingebracht haben.
Grüße
Dirk

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