Trotz und Trauer
Hallo,
wenn ich versuche, mich in so eine Lage wie die deinige hineinzuversetzen, „entdecke“ ich in mir zwei Gefühlslagen: einmal Trauer und Depression, aber zum anderen auch unbändige Wut, dass „die“ mit mit „das gemacht“ haben - wie auch immer. Wer sind die, dass sie mir das können? Jeder kocht nur mit Wasser … gut, dass hilft dir in der jetzigen Lage nichts. Aber wenn du mal versuchst, die Wut über das alles in dir zu erspüren, dann hilft dir diese Wut vielleicht, dem Trotz Raum zu geben, so nach dem Motto, ihr habt mir das eingebrockt, jetzt werdet ihr euer Scherflein auch dazu beitragen dürfen.
Will heißen, ich würde mich prompt für den Rest der Tage in dieser Firma krankschreiben lassen, will heißen, sollen die anderen ruhig in Arbeit „ersticken“, „deine“ Arbeit mitmachen dürfen … was meinst du, wie da der eine oder andere wohl „fluchen“ wird … lass es deine Genugtuung sein, denn jetzt bist DU DRAN! Jetzt kümmerst du dich um dich selbst und lässt es dir - wieder - gut gehen, Stück für Stück, jeden Tag ein bisserl mehr.
Und dazu musst du weg von dem dich krankmachenden Umfeld!
Wieso soll dir daheim die Decke auf den Kopf fallen, wenn du krankgeschrieben bist?
Wenn ein Psychiater dich krankschreibt, bist du ja nicht „bettlägerig“, sondern du kannst durchaus raus gehen. Ich würde dann zwar nicht in Urlaub fahren oder abends in die Disco gehen, aber tagsüber kannst du draußen durchaus „die Seele baumeln“ lassen gehen.
Wenn du woanders neu anfängst, hast du doch bestimmt erstmal Probezeit und damit Urlaubssperre.
Nutze doch jetzt die herrlichen Sommertage und lass dich am A… l…!
Tu was für deine Seele, du brauchst für einen neuen Job auch neue Kraft, neuen Mut, Energie - die „tankst“ du gewiss nicht in dem krankmachenden Umfeld der alten Firma!
Lass dich krankschreiben, denn deine Seele leidet ja tatsächlich unter der Situation, da darfst du dir nicht einreden, dass du quasi „blau machst“, denn das stimmt ja nicht. Die Seele bekommt ihren „Schnupfen“ genauso wie der Körper auch - und auch die Seele will ihre Auszeit (Krankschreibung) haben, damit sie nicht weiteren Schaden davon trägt.
Also, ab morgen zum Arzt, schildere ihm deine Lage und dann bleib von der Firma fern und „kurier“ deine Seele aus.
Es dankt dir wirklich KEIN MENSCH, wenn du aus was für Gründen auch immer an deinem Mobbingarbeitsplatz festhältst - im Gegenteil, du läufst höchstens Gefahr, dass dir die anderen erst recht zu guter Letzt noch eine reinwürgen wollen. Solche geben erst Ruhe, wenn man ganz am Boden ist.
Gib ihnen doch nicht diese Genugtuung! Du bist dir was wert, du lässt es dir jetzt gut gehen, du tust jetzt was für dich, damit es deiner Seele wieder gut geht und fertig. Pfeif auf alles, was dich krank macht.
Sei bitte nicht so masochistisch und halte an DEM Arbeitsalltag fest, damit tust du dir nichts Gutes, ganz im Gegenteil.
Dein Blick geht jetzt nach vorne, zum neuen Job. Dazu braucht es viel Energie, guten Mut und Kraft - und die bekommt man nur in einem gesunden Umfeld. Und das ist eben deine Auszeit, die du dir jetzt in der alten Firma noch nimmst. Dort wird dich gewiss keiner „belohnen“, wenn du noch länger dort hocken bleibst - im Gegenteil, du lieferst nur neuen „Stoff“ zum Mobben.
Also, lass dich krankschreiben, und dann tust du die nächsten Tage nur Dinge, die dir richtig gut tun. Ich weiß ja nicht, was dir gefällt, aber da fällt dir sicherlich was ein: raus in die Sonne, Sonne fördert die gute Laune! Seele baumeln lassen, DU BIST JETZT AM ZUG!!! Und was die in der alten Firma tratschen mögen: was du nicht weißt, macht dich nicht heiß - denn du wirst es eh nicht mehr erfahren, denn die kriegen dich eh nicht mehr zu Gesicht. Die sollen schauen, wie sie mit einer Arbeitskraft weniger bei dem tollen Wetter ihre Projekte geregelt kriegen … schön Überstunden sollen sie schieben …
Ich wünsch dir guten Mut, AN DICH zu denken und dich aus allen Situationen wegzubegeben, die dich krank machen und raus in die Sonne - im direkten wie im übertragenen Sinne.
Alles Gute für dich.
Annika.