Nicht fähig zu lieben

Hallo!

Wer mich aus dem Internet kennt (andere Foren), der weiß, dass ich eine nicht leichte Vergangenheit habe (gurgelt mal nach jerry006 - bei den meisten Suchergebnissen handelt es sich um mich).

Ich habe leider gemerkt, dass ich einer Frau keine Liebe schenken kann. Ich sage zwar, dass ich sie liebe, aber es sind für mich dann doch nur Worte. Egal, bei welcher Frau. Und ich hatte wirklich tolle Frauen, die mich auch geliebt haben. Besonders meine Ex. Obwohl ich das in dem Moment wirklich meine, aber dennoch selbst nicht hinter den Worten stehe, sondern es sage, weils die Frau hören will. Ich weiß auch nicht, wie ichs beschreiben soll!? Bei der Ex hab ich dann ehrlich gesagt, dass ich zurzeit keine Gefühle für sie aufbauen kann, da ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt bin (arbeitssuchend, wenig Geld, Schulden, …). Ich bin ein Egoist. Ich denke trotz Partnerschaft in erster Linie an mich. Meine Ex meinte, ich solle mich doch ändern! Auch so von der Art her. Ich habe sie sehr häufig beleidigt. Sie auflaufen lassen. Kaum mit ihr über wirklich Wichtiges geredet, obwohl ich ihr versprach, nachdem wir wieder zusammengekommen sind (wir waren insgesamt auf knapp 3,5 Jahre vier Mal getrennt), dass ich mit ihr über alles reden werde und dass ich Arbeit finden werde. In den Momenten, in dem ich sie beleidigt habe oder ihr sonst irgendwie Leid angetan habe, wusste ich sofort, dass es verkehrt ist, aber ich habs trotzdem gemacht. Nach dem wir wieder zusammen waren, hab ich auch schnell Arbeit gefunden. Wir sahen uns erst am WE. Dann zog ich um und ich war jeden Tag bei ihr. Dann verlor ich wieder die Arbeit. Ich war den ganzen Tag bei ihr @ home und war anfangs total faul. Nachdem sie mich mehrmals mehr oder weniger deutlich aufgefordert hat, etwas im Haushalt zu tun, hab ichs auch getan. Zu ihrem Erstaunen auch ganz ordentlich. Auch wenns Männer gibt, dies besser machen und auch mehr machen. Aber naja. Ich war fast jeden Tag alleine und hab TV gesehen. An den Tagen, an denen ich in meiner Wohnung war, hab ich Bewerbungen geschrieben und Sport getrieben. Meine Ex gab mir zwei Wochen Zeit, wieder Arbeit zu finden. Sie meinte, wer arbeiten will, findet auch welche. Diese Einstellung hatte ich auch mal, bis ich selbst arbeitslos wurde und nun schon fast drei Jahre auf der Suche nach einer Festanstellung bin. Ich versprach ihr, dass ich mich bemühe, aber nicht, dass ich welche finden werde. Ok. Nach weiteren zwei Monaten kam sie nochmal aufs Thema zu sprechen und ich fühlte mich gleich dermaßen angegriffen, dass ich lauter wurde. Dabei hatte sie mich nicht angegriffen oder beleidigt oder sonst irgendetwas in der Richtung! Dann wurde sie natürlich lauter und ein Streit war geboren. Das ging mir so tierisch gegen den Strich, obwohl sie mir nichts wollte und ich das aber so empfunden habe, dass meine Gefühle für sie gen Null gingen. Aber von jetzt auf sofort. Sie hat eine 12jährige Tochter. Sie ging gegen 9 Uhr ins Bett. Dann sofort Sex war nicht drin. Wenn sie dann geschlafen hat, hatte ich auch keine Lust mehr, das ganze „Programm“ abzuspielen. Der Sex mit ihr war der Hammer! Aber der wurde immer weniger. Wegen mir. Nachmittags war ich geil und hätte sie am liebsten gleich nach der Arbeit im Auto genommen. Dann kamen wir nach Hause und dann hatten wir immer häufiger, wegen u. a. auch Kleinigkeiten, die mich genervt haben oder die ich ins Leben gerufen habe, Streit. Der Streit hatte meine Geilheit weggeblasen. Für den Rest des Tages. Meine Stimmung war dann irgendwo im Keller. Dass ich mich ändern solle, von der ganzen Art her, hab ich immer mal geschafft. Für einige Wochen. In ihren Augen geschauspielert. Ich muss sagen, dass das wohl leider stimmt! Können sich Menschen überhaupt um 180 Grad drehen? Nur wenn sie wahrscheinlich selbst wollen?! Ich wollte nicht?! Und ich weiß selbst nicht wieso! In der Zeit, in der ich anders war, lief alles wirklich super! ALLES! Bis ich dann wieder ich selbst wurde. Könnte kotzen, heulen und mich in den Arsch treten zugleich! Aber wieso bin ich so?

Wir haben uns letztes Jahr das vorletzte Mal getrennt. Danach ließ ich mich in eine Psychosomatische Klinik einweisen. Ich wollte schon vorher immer mal eine Therapie machen. Ist aber daran gescheitert, dass ich auch von den Therapeuten „Absagen“ erhalten habe. Die und andauernd Absagen von irgendwelchen Unternehmen hat mich dann die Segel streichen lassen. Ich hatte bis dahin nur telefonischen Kontakt zur Ex. Wir haben uns wochenlang nicht gesehen. Ziel für mich war es, was ich ihr auch sagte, dass ich über mich und unsere Beziehung sprechen möchte. Ich hab zwar über mich gesprochen, über meine Vergangenheit (Unfall und Arbeitslosigkeit und damit verbundene Zukunftsängste, Erziehung), aber über speziell diese Beziehung oder wie ich generell in Beziehungen bin nicht. Ich wollte immer, dass sie mich besucht. Sie kam nicht. Ich lernte in der Klinik eine andere Patientin kennen. Ich verliebte mich, verheimlichte das aber der Ex. Bis zu dem Zeitpunkt, bis ich mir sicher war, dass das mit der Ex nichts mehr geben wird. Ich teilte ihr das mit der neuen Beziehung dann mit. Ich wurde zuerst entlassen. Sobald ich draußen war, befand ich mich wieder sehr schnell in der Realität und ich musste andauernd an die Ex denken. Das Klinikleben, besonders in einer Psychosomatischen ist was ganz anderes! Ich fing wieder an, ihr SMS zu schreiben. Die neue wusste natürlich nichts davon. Ich wollte wieder zurück zur Ex. Ich war aber dennoch mit der neuen zusammen. Aber nicht mehr für lange. Ich hab dann Schluss gemacht und bin zurück zur Ex. Sie hat mir nach einem stundenlangem Gespräch eine allerletzte Chance gegeben. Ich bin vorher durch Himmel und Hölle. Habe geheult. Oft. Allein, vor ihr und auch vor ihrer Tochter.

Jetzt wo endgültig Schluss ist (und ich bereue das zutiefst), erinnert mich alles an Sie. Wo wir waren, Geschäfte, Spaziergänge, Filme, Partys, … einfach alles! Ich lenk mich ab, indem ich am WE weggehe und mich ablenke. Ich hab auch schon Dates gehabt. Aber ich will keine ONS! Ich hatte auch keine! Ich suche echt schon für fest. Obwohl das mit der Ex erst fünf Wochen her ist. Kann doch auch nicht normal sein?!

Jetzt wo ich alleine bin, hasse ich es, allein zu sein. In der Beziehung allerdings wollte ich sehr oft meine Ruhe haben. Was ich auch gesagt habe! Wie passt das nur zusammen? Was ist mir los?

Einen Tag, nach dem Schluss war, hab ich eine Arbeit gefunden. Zwar nur auf 400 €-Basis. Aber immerhin. Manchmal ist das Leben echt komisch!

Ich traf mich jetzt mit ihrer besten Freundin. Sie erzählte mir, dass sie zwar geweint hat, aber nicht weil sie mich verloren hat, sondern weil ich sie wieder verarscht habe und sie erneut drauf reingefallen ist. Die beiden wollen im Herbst in Urlaub. Ich habs nie geschafft, sie und ihre Tochter in den Urlaub zu begleiten. Sie haben drüber gesprochen, dass sie in ein oder zwei Jahren beide Mütter sind. Dabei wollte meine Ex nur noch mal Mutter werden, wenn ich der Erzeuger bin. Mann, als ich das hörte, brach in mir eine Welt zusammen!

In meiner Familie (Eltern, Großeltern) wurde nie über Gefühle gesprochen. Mein Vater ist total schweigsam. Meine Mutter ist manchmal zu sehr Mutter. Vielleicht will sie etwas gut machen?! Will sich nie einmischen, gibt dann aber doch ihren Senf dazu. Alles ist irgendwie total gefühlskalt. Ich bin selbst so geworden. Weil ich so erzogen wurde und das aus dem Elternhaus und übriger Verwandtschaft so mitbekommen habe?! Ich will anders sein und meine Frau und hoffentlich irgendwann mal Kinder wirklich lieben (können). Denen das zeigen (können) und anders sein, als meine Eltern, Großeltern, …! Hab manchmal das Gefühl, dass ich nur mich selbst liebe!?

Was sagt ihr zu mir?

Kennt das jemand von sich selbst auch oder vom Partner?

Schöne Grüße

nicht fähig, zu antworten.
Hallo!

Ich glaube, deine vielen Fragen führend dich nirgendwo hin. Besonders nicht, wenn du sie in immer neuem Kontext formulierst und irgendwo stellst, wo keiner auf die Antworten eingehen kann, die du bereits gekriegt hast. Natürlich ist’s trotzdem erleichternd, sie zu stellen und gut, Antworten drauf zu kriegen… auf eine unbefriedigende Art und Weise.

Je schwerwiegender ein Problem ist, desto mehr ist es mit anderen Dingen verstrickt und desto wichtiger ist es, die Person die es hat möglichst ganzheitlich wahrzunehmen, bevor man auch nur versuchen kann ihr einen Rat zu geben, auf den sie nicht sowieso schon selbst gekommen ist.

Ich könnte jetzt irgendwas von wegen „Therapie machen“, „Psychologe aufsuchen“ etc. etc. etc. schreiben, aber das hast du sicher schon hundert mal gehört - und wenn du nicht schon dabei bist oder versuchst einen Platz zu finden wird mein hohles Gerede daran auch nichts ändern.

Der einzige Tip, den ich dir geben kann: Wenn du deine Beiträge logisch in Absätze unterteilst (auch wenn’s wirklich schwer ist darauf zu achten wenn man grad im Schreibwahn ist), wird der Text von mehr Leuten gelesen und besser verstanden. Vielleicht hilft DAS ja auf die eine oder andere Weise wenigstens ein Bisschen…

… und natürlich viel Glück!

Hallo jerry006 - du willst so sein wie du bist - das lese ich aus Deiner Mail. Nicht arbeiten, keine Therapie machen, keine feste Beziehung führen und egoistisch geliebt werden. Die Frau - die Du angeblich liebst - dient nur dazu, dein Ego zu streicheln. Das was Du schenken kannst ist Sex und kurzfristige Aufmerksamkeit, damit sie dir Sex, Aufmerksamkeit und Liebe gibt, die du so dringend benötigst.
Wenn Du dazu stehst, wirst Du auch das bekommen, was Du brauchst.
Sei einfach nur Du selbst und bedaure dich nicht.
Akka

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hallo Jerry,
ich hab wirklich Deine ganzes langes posting gelesen … und dann nochmal durchdacht, daß Du schon in anderen Foren schriebst und glaubst, daß Du weit und breit bekannt bist …
Dafür, daß Du glaubst, nicht lieben zu können( und dafür auch Beispiele anführst), nimmst Du ziemlich viel Liebe anderer Menschen in Anspruch - wenn man das mal gleichsetzt mit : Aufmerksamkeit, Fürsorge, Sich-mit-Dir-beschäftigen usw…

Ich sehe einen Ausweg für Dein Problem. Bei allem, was Du Dir an Eigenschaften und Haltungen wünschst, die Du gern Deiner Ex geschenkt hättest, überlege, wie Du genau das irgendeinem Menschen in Deiner Umgebung zukommen lassen könntest. Sich sorgen. Sich kümmern. Etwas geben vom Kostbarsten, was jeder hat: seine Zeit. Die ja immer auch Lebenszeit ist. Die Wünsche anderer erkunden. Auch: deren Notwendigkeit herausfinden, nicht kritiklos verwöhnen. Braucht eine berufstätige Nachbarin etwas Hilfe für ihr Kind - abholen/ bringen z.B.? Könntest Du für einen alten Menschen einkaufen, oder ihn zumindest dabei begleiten? Braucht jemand im Krankenhaus etwas Besuch? Oder, falls Du in der Kirche bist, die Gemeinde etwas Unterstützung? Hast Du besondere Ausbildungen/ Gaben? Könntest Du diese denen zur Verfügung stellen, die sie brauchen? Kurz: sich vom Nehmer in einen Geber verwandeln. Die Änderung des Standorts ändert den Ausblick.

Dieses Vorgehen immer weiter ausbauen, verfeinern, differenzieren, was heißt: immer genauer hinhören und sich einfühlen lernen. Unterwegs werden sich irgendwann die richtigen Fragen anfangen zu stellen, wird Deine Suche gezielter werden können und wird sich irgendwann die Türe dafür auftun, was „lieben“ heißt.

Lieben-lernen. Die schwerste und wichtigste Kunst. Nicht lieben lassen. Gruß, I.