muss mir nur mal meinen Frust von der Seele schreiben.
Meine Tochter, deren Mann und ich habe für mein (Stief)-Enkelkind ( fast 6 Jahre) heute eine kleine Nikolausfeier vorbereitet. Sie war furchtbar aufgeregt, stand am Fenster, hat auf den Nikolaus gewartet, der dann auch tatsächlich kam und eigentlich (bis auf zwei Kleinigkeiten) nur Gutes zu berichten wusste. Der „Nikolaus“ hat das ganz prima gemacht, hat sogar die Erwachsenen mit eingebunden (alle mussten zusammen ein Lied singen). Ließ die Kleine dann in seinen Sack greifen. Dort fand sie ein Geschenk und einige Süßigkeiten.
Das Geschenk (eine Mütze mit passendem Schal und Handschuhen) hat sie dann aufgepackt, als der Nikolaus schon weg war.
Sie war furchtbar enttäuscht, dass sie nicht „mehr bekommen“ hat. Wörtlich meinte sie: „Ist doch eigentlich sehr schade, wenn man fast nichts bekommt. Das jedenfalls ist nicht genug.“ (6 Jahre ist sie alt, unglaublich).
Ich Vater meinte daraufhin, was denn genug sei, ob sie ein Pferd oder einen Elefanten wolle. Sie solle froh sein, dass es ihr so gut gehe, andere Kinder würden nichts bekommen und hätten sogar noch Hunger.
Sie daraufhin: „Das ist mir egal. Ich will mehr“.
Da wir die ganze Geschichte gefilmt haben, konnten wir uns den Film hinterher in Ruhe nochnmals ansehen. Tatsächlich ist es so, dass sie vollkommen mit sich und der Welt im Reinen war, bevor und solange der Nikolaus da war.
Kaum war er zur Tür raus, war sie nur noch „motzig“ und unzufrieden.
geht andern aehnlich (Achtung: lang)
Hallo Gisela,
ich teile deinen Frust. Bei mir sah das vor ein paar Tagen so aus: meine Zwei (9+10) haben gerade aufgehoert an den Nikolaus zu glauben. Also wollte ich die Vorfreude ein bisschen anders hervorlocken und hab einen Adventskalender gemacht, der sich gewaschen hat. Lauter kleine Briefchen. In jedem Brief ein Raetsel. Das Raetsel deutet auf ein Versteck. In dem Versteck (muss ich jede Nacht machen) ein kleines Paeckchen (frueher hingen diese Paeckchen an einer Schnur zum Abschneiden, aber den beiden gefaellt auch das Ostereiersuchen mehr als die Ostereier selber). In die Paeckchen wollte ich nun keine Suessigkeiten tun (erstens zwengs der Zaehne und zweitens weil mein Sohn keine SChokolade mag, soll’s auch geben). Also hab ich lauter Kleinigkeiten verpackt. Luftballon, Radiergummi, Dopsball usw. An Adventssonntagen auch schon mal ein Minipuzzle oder so. Da im Moment noch Schule ist, kommen zuerst die Sachen, die sie auch in der Schule benutzen koennen. Vor ein paar Tagen hoerte ich dann (nach ziemlich viel Spass beim Suchen und Raetseln): „So’n Sch… schon wieder was fuers Maeppchen!“ — ich bin dann geplatzt. Und hab die ganzen Briefchen weggeschmissen und verkuendet, die Geschenke gingen an Kinder, die sowas noch schaetzen wuerden. Abends hatte ich mich wieder abgeregt und wir haben zusammen ein Paket fuer Freunde in Zimbabwe gepackt (wir haben da mal gewohnt und zum Glueck erinnern sich meine Zwei noch daran, dass es da auch Kinder gibt, die wenig(er) haben) und nach einem Gespraech ueber 1. Ungerechtigkeiten in der Welt und 2. ueber die Muehe, die mir das Austuefteln und Verstecken und Falten von den Briefchen gekostet hat, waren sie dann doch sehr lieb und haben sich entschuldigt und gefragt, ob ich es mir nicht doch noch mal ueberlegen wollte. Soifz. Ich hab halt ein weiches Herz. Und zum Glueck einen PC, wo ich die Raetsel gespeichert hatte…
Ich glaub, dieses Undankbarsein kommt ueberall mal hoch. Und erzwungene Dankbarkeit ist auch nichts. Ich erinnere mich, dass ich als Kind SEHR dankbar war, weil man es von mir erwartete und ich oft innerlich sauer war, weil ich nach aussen hin dankbar sein musste fuer etwas, was mir gar nicht gefiel.
Man kann eigentlich nur mit den Kindern darueber reden und ihnen vor allen Dingen besseres Verhalten vorleben (z.B. nicht nur von den Kindern selbstgemachte Geschenke und Karten erwarten, sondern auch selbst vielleicht eher Zeit als Geld in Geschenke stecken).
Also, Frust wegstecken und weiter machen.
Viele Gruesse, Elke
das Enkelkind hätte auch bei einem Elefanten ein Gefühl von nicht genug gehabt, weil die Ankündigung des Nikolaus` bei ihr so ein mächtigen Eindruck hinterlassen hatte, dass es mit keinem Gegenstand der Welt hätte aufgewogen werden können.
Vor Jahren hatten wir auch mal einen Nikolaus gemietet, und festgestellt, dass dies mehr für Erwachsene als für Kinder ist. Die Figur verkörpert nicht mehr das für die Kinder, was wir Erwachsene uns für unsere Kinder vorstellen oder gerne hätten.
So würde ich an Deiner Stelle der Reaktion des Enkelkindes nicht zuviel Bedeutung beimessen (in dem Alter kann man sie sowieso nicht beim Wort nehmen, weil ihre Wortwahl noch wage ist, und nach ihrem Gutdünken).
Ich habe Jahr für Jahr, mit jeder neuen Erfahrung immer mehr der Weihnachtsaktivitäten abgebaut, und merke, dass dieses Wenige den Kindern reicht.
Heuer haben die Meinen ihre selbst geputzten Stiefel vor die Tür gestellt, die ich ihnen in einem unbeobachteten Augenblick mit ihren Lieblingssüßigkeiten und einer kleinen Überraschung (Pinguin-Spitzer - wurde gleich in die Badewanne mitgenommen) gefüllt habe. Ab und zu schauten sie vor die Tür, und freuten sich riesig, als ihre Stiefel endlich gefüllt waren. Das war Aufregung genug, und es gab etwas auf dem Schulhof am nächsten Tag zu erzählen.
An den Nikolaus glauben beide nicht mehr, aber verzichten wollen sie auch nicht. Es ist ein lustiges Spiel zwischen Mama und Kindern - eine Wertschätzung von mir an die Kinder - mehr nicht.
Das Geschenk (eine Mütze mit passendem Schal und Handschuhen)
hat sie dann aufgepackt, als der Nikolaus schon weg war.
Sie war furchtbar enttäuscht, dass sie nicht „mehr bekommen“
hat. Wörtlich meinte sie: „Ist doch eigentlich sehr schade,
wenn man fast nichts bekommt. Das jedenfalls ist nicht genug.“
(6 Jahre ist sie alt, unglaublich).
Ich kann dein Enkelkind gut verstehen. Ich fand das als Kind auch immer oberätzend, wenn ich Klamotten geschenkt bekam. Das zählte für mich nicht als Geschenk. Dann lieber nen Schokoladennikolaus oder Gummibärchen. Das war zwar für den Schenker viel billiger aber fand bei mir tausendmal mehr Anklang.
Ich werde bis heute nicht begreifen wie Erwachsene auf die Idee kommen, 6-jährige freuen sich über Klamotten als Geschenke (es sei denn es wird ausdrücklich was gewünscht).
Und das mit dem „andere Kinder haben viel weniger“ zieht ja nun wohl gar nicht. Kinder orienteren sich eher an Erwachsenen (auf was verzichten die Eltern und Grosseltern denn immer so ?). Dass 6-jährige sich an Kinder in anderen Erdteilen unter anderen Bedingungen orientieren ist wohl genau so viel verlangt, als wenn Frau gesagt bekommt: Was ? Du willst ein 3. Paar Schuhe ? Denk mal an die hungernden Frauen im Sudan…
Zieht nicht recht, oder ? (Im übrigen kenn ich keine Frau in D, die nur 3 Paar Schuhe hat).
Ich kann dein Enkelkind gut verstehen. Ich fand das als Kind
auch immer oberätzend, wenn ich Klamotten geschenkt bekam. Das
zählte für mich nicht als Geschenk. Dann lieber nen
Schokoladennikolaus oder Gummibärchen. Das war zwar für den
Schenker viel billiger aber fand bei mir tausendmal mehr
Anklang.
da stimme ich unbedingt zu - das war das, was ich mit „freuen muessen“ beschrieben habe.
Ich werde bis heute nicht begreifen wie Erwachsene auf die
Idee kommen, 6-jährige freuen sich über Klamotten als
Geschenke (es sei denn es wird ausdrücklich was gewünscht).
ich nicke!
Und das mit dem „andere Kinder haben viel weniger“ zieht ja
nun wohl gar nicht.
– das ist nicht wahr - wenn die anderen Kinder eine Realitaet sind (wie bei uns nun mal der Fall).
Kinder orienteren sich eher an Erwachsenen
(auf was verzichten die Eltern und Grosseltern denn immer so
?).
das hab ich mit dem „Vorleben“ gemeint - unsere Kinder werden einbezogen, wenn wir etwas groesseres kaufen (oder auch nicht). Warum wir z.B. ein kleines Auto fahren und keine grosse Karosse, oder warum wir nur einen Fernseher haben und nicht in jedem Zimmer eine (wie bei einigen Klassenkameraden der Fall).
Dass 6-jährige sich an Kinder in anderen Erdteilen unter
anderen Bedingungen orientieren ist wohl genau so viel
verlangt, als wenn Frau gesagt bekommt: Was ? Du willst ein 3.
Paar Schuhe ? Denk mal an die hungernden Frauen im Sudan…
Zieht nicht recht, oder ? (Im übrigen kenn ich keine Frau in
D, die nur 3 Paar Schuhe hat).
Klar, wenn man es so darstellt. Aber nicht wenn sie Wirklichkeit haben. Und nochmal: das Vorleben ist wichtig.
Nicht zu wenig! Nicht ganz das Richtige!
Hallo Gisela,
Du hast mit viel Liebe ein Geschenk für Deine Enkelin ausgesucht - aber Kinder betrachten Gebrauchsgegenstände, Dinge des Alltags eben, nicht als was Besonderes.
Und: Haben sie nicht recht?
Für warme Händchen und Ohren zu sorgen, ist Pflicht der Eltern.
Hatte die Kleine bis jetzt keine Haube, waren die Eltern verantwortungslos.
Hatte sie bereits eine - wozu dann die zweite?
Dass sich die Kleine über sowas nicht freut, kannst Du doch nachvollziehen, oder? Das Geschenk war doch nichts Besonderes!
Erhoffen sich die Kinder nicht viel mehr etwas zum Spielen? Mit dem sie sich die nächsten Tage bis zum Christkind bzw. Weihnachtsmann die Zeit vertreiben können? So etwas hätte es um die Hälfte gegeben, was Du für Haube, Schal und Fäustlinge ausgelegt hast!
Hallo,
wir hatten letzte Woche auch unsere Nikolausfeier! 7 Kinder, jede Menge Erwachsene, Glühwein, und ein guter Nikolaus. Das Ganze in einem mit Lichtern gescmückten Garten. Das Ganze war wirklich sehr Weihnachtlich.
Und einige Stunden vorher waren wir noch am überlegen, ob das Paket mit den hl. 3 Königen von Playmobil ausreicht, oder ob vielleicht andere Kinder mehr bekommen und dann Neid aufkommt.
Ich möchte auch nicht verschweigen, daß unser Vince (5) eigentlich überhäuft wird - jedenfalls gemessen an meiner Kindheit. Er ist das einzige Kind in einer großen Verwandtschaft,
2 Großelternpaare in nächster Nähe, und alle vergöttern den Kleinen. Ich bin mir der Gefahren bewußt und einvernehmliche Strategien laufen bereits, das in gesunde Bahnen zu lenken. Auch in unserem Bekanntenkreis wird meistens nicht gekleckert (das meine ich völlig neutral, es wird anscheinend allgemein mehr geschenkt).
Unser Nikolausfest war absolut Klasse. Die Atmosphäre, die Lichter, die Kinder, die allesamt dann doch ordentlich Schiß vorm Nikolaus hatten, und die Geschenke, die eher klein blieben. Es waren sogar wieder Tüten mit Nüssen und Mandarinen dabei, aber auch ein kleines Spielzeug. Kein Kind fühlte sich benachteiligt, keines war neidisch, alle tauschten untereinander aus, und alles verlief eher wie im Film. Ich hatte selten so ein Weihnachtliches Gefühl, und soviele zufriedene Kinder.
Das werden wir wieder veranstalten. Es spielen sicher eine Menge Faktoren eine Rolle, aber gerade die Weihnachtliche Stimmung blieb jedem im Kopf (und anschließend der Glühwein). Ich wollte hier einfach mal erzählen, wie es bei uns war, und daß ich nicht die Bohne gedenke Weihnachten „zurückzufahren“, wie einer meiner Vorredner die Erfahrung gemacht hat.
Gruß, Stephan
Über Klamotten hab ich mich auch immer sehr wenig gefreut… Besonders, wenn’s dann mal wieder so war, dass Oma mir Waschlappen oder Handtücher geschenkt hat… Ich glaube, irgendwann gab es mal ein Weihnachten, wo ich fast nur Klamotten und Wäsche bekommen habe.
Da hab ich mich auch über etwas billigeres, aber interessanteres (Spiel, Stofftier) mehr gefreut (es sei denn, die „Wäsche“ war was besonderes, wie z. B. mit Lieblings-Tier drauf oder so).
Gruß,
Nina
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Woran liegt das denn, dass unsere Kinder so undankbar sind? Ist es nicht ein bisschen auch unsere Schuld, wenn wir versuchen, ihnen alles zu bieten, wenn wir perfekte Eltern sein wollen und selber mit nichts zufrieden sind?
Ich glaube, es ist Zeit für ein Umdenken in der Erziehung. Wir haben gesehen, was passiert, wenn wir die Kinder zum Mittelpunkt unseres Lebens machen: Sie fordern ihr Recht auf diesen Platz ein und werden selber unzufrieden. Also sollten wir uns wieder etwas auf unsere Bedürfnisse besinnen und die Kinder Kinder sein lassen, mal ohne Geschenke nach Hause kommen, mal keine supertollen Spielideen bieten usw.
Wenn Kinder nicht erwarten etwas zu bekommen, freuen sie sich nämlich riesig, wenn dann doch etwas im Nikolausstiefel ist.
Denn wofür sollten sie dankbar sein, wenn sie doch „sowieso“ etwas geschenkt bekommen???
…und welches Kind von 6 Jahren freut sich denn ehrlich über Mütze und Schal?, wärs ein winziges Spielzeug, Malbuch oder ähnliches gewesen, hätte die Sache anders ausgesehen. Über Anziehsachen freuen sich Kinder doch eher, wenn sie etwas älter sind. Bei meiner Tochter jedenfalls war das so.
Und was ich am meisten regelrecht hasse, ist ständig Dankbarkeit zu erwarten…und diese Hinweise auf Kinder, die nichts zu essen haben…meine Güte, hat euch das mit 6 Jahren gejuckt??? Wir sollten froh sein, dass wir unseren Kindern in Frieden uns Sattheit vermitteln können, daß das Leben anderswo nicht so einfach ist, nur eben alles zu seiner Zeit.
Hallo Leute,
Habt ihr euch eigentlich mal überlegt, zu welchen Festen heute was geschenkt wird? Zu Ostern, zum Geburtstag, zu Halloween, zu Nikolaus und was weiß ich noch alles . Weihnachten sowieso. Und höher, größer, weiter. Wer nicht für 100 DM im Stiefel hat, ist out! Mich regt das auf!!! 15 Weihnachtsfeiern jedes Jahr und überall kommt der Nikolaus. Weihnachtsmarkt in jedem Kaff und überall kommt der Nikolaus. Und da wundert man sich, wenn die Kinder ständig Erwartungen haben und dumm gucken, wenn „blöde weiche Päckchen“ kommen? Bei uns gibts was Süßes in den Schuh, manchmal eine Kleinigkeit, aber nicht immer. Das Gleiche gilt für Ostern. Unsere Kinder haben nie gemault und waren immer zufrieden.
Viele Kinder haben heute Probleme, Geschenke als das zu würdigen, was sie sein sollen - nämlich jemanden eine Freude zu machen. Viele Kinder können auch gar nicht mehr schenken, weil sie es einfach nicht lernen.
So genug der Moralapostelei, jetzt dürft ihr auf mich einschlagen *duck* oder es lassen.
Fröhliche Weihnachten
Corinna
will ich bei Dir nicht, sondern Dir und Nadine zustimmen.
Mich regt diese ewige Schenkerei auch langsam auf. Meine Tochter (4 Jahre) kriegt jedes Jahr an Weihnachten einen halben Herzinfarkt, weil einfach zuviel ist, obwohl ich die Schenkerei (und die von Oma,Opa…) einigermaßen im Griff habe. Aber so ist das heute und ganz kann man sich dem auch nicht entziehen. Ich glaube es liegt an uns Eltern, den Kindern das richtige Wertesystem zu vermitteln, indem wir es ihnen auch so vorleben. Meine Tochter z.B. bastelt unheimlich gerne Geschenke für andere, auch an normalen Tagen, vielleicht auch deshalb, weil ich ihr zeige wie es mich freut, wenn ich von ihr etwas bekomme.
Nur teilweise
zustimmen kann ich euch.
Die Reaktion („Ich will mehr!“) kann man wohl sicher getrost als undankbar bezeichnen. Da will ich euch nicht im geringsten widersprechen.
Allerdings kann ich zu einem gewissen Grad auch die Enttäuschung (nicht unbedingt die Reaktion) des Mädchens verstehen. Und daß das Mädchen erst nach dem Auspacken so reagiert hat, spricht für mich eindeutig dafür, das es nicht um die Anzahl der Geschenke ging. (Vielleicht wäre sogar weniger mehr gewesen?)
Wenn man etwas schenkt, um jemanden eine Freude zu machen, dann wäre die logische Überlegung nicht „Was braucht er?“ sondern „Was will er?“.
Wenn man mit dem Geschenk etwas ausdrücken will („Ich will dir eine Freude machen“), dann sollte, vor allem bei einem Kind, auch das Geschenk selbst das selbe aussagen.
Man kann nun natürlich etwas hergeben, mit dem der Beschenkte nichts anzufangen weiß, aber bei einem Kind vorraussetzen, daß es dann noch den dahinterliegenden Gedanken erkennt und versteht halte ich für gewagt.
Und mal ehrlich, das Gewand, in dem sie „so süß“ aussehen würde, war das ein Geschenk für die Kleine oder für die Eltern?
Und mal ehrlich, das Gewand, in dem sie „so süß“ aussehen
würde, war das ein Geschenk für die Kleine oder für die
Eltern?
Ich habe mal nachgedacht, wie ich damals reagiert hätte - ich habe Schals und Handschuhe und ganz besonders Mützen aller Art gehasst. Ich habe sie widerwilligst aufgesetzt und angezogen, wenn Mama oder Papa es gesagt haben, und sobald ich außer Sichtweite war, alles sofort wieder abgenommen. Wenn ich das auch noch geschenkt bekommen hätte, wäre meine Enttäuschung wohl unermeßlich hoch gewesen.
Und bei den Zwillingen schauts heute nicht anders aus…Nur ja keine Mütze und Schal ist dumm, der würgt so am Hals
Habt ihr euch eigentlich mal überlegt, zu welchen Festen heute
was geschenkt wird? Zu Ostern, zum Geburtstag, zu Halloween,
zu Nikolaus und was weiß ich noch alles . Weihnachten sowieso.
Und höher, größer, weiter. Wer nicht für 100 DM im Stiefel
hat, ist out! Mich regt das auf!!!
Mich regt das auch auf. Und interessanterweise ist für einige meiner Nichten und Neffen das am meisten geliebte Geschenk ein Wochenende „Tantenzeit“, an dem sie Urlaub von der eigenen Familie machen können. Und das, obwohl bloß ein paar U-Bahn- bzw. S-Bahnstationen zwischen der elterlichen Wohnung und meiner liegen. Also, die begehrte Zeit ist wirklich Zeit und nicht irgend ein geiler Urlaubsort.
ich war immer genügsam und habe mich auch über meine Geschenke gefreut. Schlimm wurde es dann mit 13 / 14: während mein Bruder so tolle Sachen bekam wie z. B. „Fotoapparat“, bekam ich „nur noch“ doofe Aussteuer (Handtücher, Serviettenringe, Besteck)… „ooooh, tolles Geschenk!“
So ähnlich muss sich die Kleine jetzt gefühlt haben: Schal, Handschuhe… wahrscheinlich hätte ihr eine Kassette besser gefallen (an Nikolaus muss es ja nun wirklich kein richtiges, grosses Geschenk sein) - und die wäre auch noch günstiger gewesen…
Vielleicht beim nächsten Mal einmal ausprobieren und schauen, wie sie reagiert.
Dass sich die Kleine über sowas nicht freut, kannst Du doch
nachvollziehen, oder? Das Geschenk war doch nichts Besonderes!
Da kann ich Hanna hundertprozentig zustimmen. Wir waren auch immer froh, daß die Omi zu Heiligabend nicht sehen konnte, mit welchen Blicken die Kleinen die sicher mit viel Liebe gestrickten warmen Socken auspackten. ) Aber wir brachten es auch nicht übers Herz, dem wirklich entgegen zu wirken.
Was speziell den Nikolaus betrifft, wundert mich, mit welchem Aufwand der überhaupt geschildert wird. Gibt es da möglicherweise schon regionale Unterschiede?
Bei uns kommt der Nikolaus stets nachts und ungesehen (wer ihn nämlich stört bekommt nichts!) und bringt lediglich süßes, daß er in geputzte(!!) Schuhe steckt. Meine Kinder sind noch heute mächtig aufgeregt, obwohl es allenfalls ein wirkliche Kleinigkeit dazu gibt, und die eher als Ersatz für allzuviele Süßigkeiten. Nikolausfeiern kenne ich gleich gar nicht.
Mit kam da nämlich fast der Verdacht, daß die Kleine einfach Nikolaus mit Weihnachten verwechselt haben könnte, dann wäre ihre Enttäuschung erst recht zu verstehen.
Dass 6-jährige sich an Kinder in anderen Erdteilen unter
anderen Bedingungen orientieren ist wohl genau so viel
verlangt, als wenn Frau gesagt bekommt: Was ? Du willst ein 3.
Paar Schuhe ? Denk mal an die hungernden Frauen im Sudan…
Zieht nicht recht, oder ?
ROFL…aber wirklich passend als Beispiel! Wir leben den Kindern den Überfluß vor und sollten uns immer auch an die eigenen Nase fassen.