Nicht so hängenlassen

Hallo Ihr Lieben.

Ich habe einen Freund, der im Moment irgendwie nichts „gebacken“ bekommt. Zum Beispiel will er sich schon lange ausziehen, tut aber nichts dafür. Oder hat sich zum Diplom angemeldet und fängt nicht an zu lernen und jetzt ist es zu spät…usw. Er ist desswegen unzufrieden und beschwert sich über sich selbst. Das ganze wirkt sich ziemlich negativ auf sein Selbswertgefähl aus. Er hat so viel drauf und macht nichts draus und ich stehe daneben und finde es schade. Wie bringt man einen solchen Menschen wieder auf die richtige Spur? Denn solche Hinweise wie „mußt du nicht langsam mal lernen?“ bewirkt ja eher das Gegenteil. Wie kann ich ihn aufrütteln und motivieren? Habt ihr vielleicht Tips für mich?
Vielen Dank schon mal…
freundliche Grüße, ciao!

Liebe Joanne,

aus dem Bauch heraus kann ich nur raten, den Finger nicht auch noch „in die Wunde“ zu legen. Wenn derjenige Dein Freund ist, dann akzeptiere ihn genau so, mit all seinen Hinglänglichkeiten. Was hast DU davon, ihn zur Umsetzung seiner Verbalankündigungen zu bewegen? Gib ihm doch lieber das Gefühl, dass es nicht wichtig ist, fremdbestimmt zu agieren. Was er WIRKLICH will, wird er auch in Angriff nehmen und dabei Hilfe einfordern, wenn er diese benötigt.

Vielleicht etwas laienhaft, aber meine Meinung.

Viele Grüße
Jana

Hallo Ihr Lieben.

Ich habe einen Freund, der im Moment irgendwie nichts
„gebacken“ bekommt. Zum Beispiel will er sich schon lange
ausziehen, tut aber nichts dafür.

Lass mich raten: Er hat immer noch die Wintersachen an und redet sich
damit raus, dass es jetzt eh zu spaet sei, weil es ja bereits wieder
kaelter werde.

Spass beseite: Warum Menschen grosse Unternehmungen (Umzug,
Diplomarbeit etc.) nicht in Angriff nehmen, liegt oft darin
begruendet, dass sie nur das grosse Ganze sehen und zo
eingeschuechtert sind, dass sie sich nicht aufraffen koennen.
Deshalb: Alles in kleine Haeppchen zerlegen. Einen Zeitplan
aufstellen, dessen Abarbeitung taeglich nur wenig Zeit in Anspruch
nimmt. Wenn man einen Umzug auf 4-10 Wochen verteilt, ist er gar
nicht schlimm. Jeden Tag nur eine Kiste packen und einen
organisatorischen Anruf machen, das schafft jeder.
Mit der Diplomarbeit ist es auch so: Jeden Tag ein bisschen und das
genuegend lange und dann schafft man es auch.

Gruss, Tychi

aus dem Bauch heraus kann ich nur raten, den Finger nicht auch
noch „in die Wunde“ zu legen. Wenn derjenige Dein Freund ist,
dann akzeptiere ihn genau so, mit all seinen
Hinglänglichkeiten.

excellente Antwort

Was hast DU davon, ihn zur Umsetzung
seiner Verbalankündigungen zu bewegen?

Da könntest du Joanna mal genauer hinsehen

Was er WIRKLICH will, wird er auch in Angriff nehmen und dabei
Hilfe einfordern, wenn er diese benötigt.

so ists !

maddin

Hallo, Joanne und Jana,
als ich Joannes Frage las, fühlte ich mich zunehmend an einen meiner ehemaligen Kollegen erinnert.

Er, zwar hochintelligent und recht begabt, war eher ein träger Typ, der sich stets schwer zu etwas aufraffen konnte. Seine Frau hatte hingegen „Höheres im Sinn“ und trieb ihn ständig dazu an, seine Karriere zu fördern. Natürlich war er kreuzunglücklich dabei, legte sich krumm, aber bekam dennoch keinen Fuß auf den Boden. Auch die Kollegen bekamen die Situation bald mit und damit war der Frotzelei Tür und Tor geöffnet: „Na, hat sie dich mal wieder fein angezogen?“ wenn er eine neue Krawatte anhatte, „X, aufstehen, Karriere machen!“ und was derart Scherze noch waren.

Das Ende vom Lied? Mittlerweile ist er glücklich geschieden, lebt gemütlich von seinem Gehalt, hat Spaß an seiner (untergeordneten) Position, eine Freundin, die ihn so nimmt, wie er nun einmal ist und hat vermutlich den einen oder anderen Herzinfarkt nicht bekommen.

Dir, Joanne, möchte ich sagen: Es gibt Leute, die ihre Ziele bewusst niedriger hängen als die, die sie eigentlich erreichen könnten. Vielleicht leben sie glücklicher, wenn sie eben nicht ständig von einem Gipfel zum nächsten jagen.

Grüße
Eckard

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Liebe Joanne,
dieser junge Mann:

Er hat so viel drauf und macht
nichts draus und ich stehe daneben und finde es schade. Wie
bringt man einen solchen Menschen wieder auf die richtige
Spur?

…ist ganz offensichtlich schwer auf der Suche nach der für ihn richtigen Spur. Ich habe den Eindruck, dass er die Frage nach dem „Danach“ (nach Studium etc.) gestellt hat und entweder keine oder keine ihn befriedigende Antwort gefunden hat. Dann kann man schonmal Zweifel bekommen, ob der eingeschlagene Weg wirklich der richtige ist. Das lähmt einen dann.

Denn solche Hinweise wie „mußt du nicht langsam mal
lernen?“ bewirkt ja eher das Gegenteil.

Ja, zu Recht, wie meine Mutter, schrecklich!!

Wie kann ich ihn
aufrütteln und motivieren?

Nur schwer, denn Du weißt ja nicht, was er möchte - das weíß er ja nicht mal selbst. Wie willst Du helfen, wenn Du die Richtung nicht kennst?
Wie so oft sind Geduld und Verständnis die besten Ratgeber. Gib ihm die Zeit, seinen persönlichen Sinn des Lebens, seine Ideen für seine Zukunft zu finden.

Vielen Dank schon mal…
freundliche Grüße, ciao!

Viel Glück! - Anette