Hallo zusammen,
ich habe ein Tochter (7 J.), die ein Einzelkind ist. Mit teilen und anderen etwas gönnen tut sie sich schrecklich schwer. Wenn jemand anderes z.Bsp. einen Keks mehr auf dem Teller hat bekommt sie gleich die Weinerei und Zornerei. Ich lasse mich zwar nach außen hin nicht davon beeindrucken aber da auch vernünftige Gepräche nicht bei ihr fruchten, habe ich nun die Bedenken, daß sie sich zu einem totalen Egoisten entwickelt. Wer kann mir mit Tips oder Büchertips weiterhelfen?
Hallo, versuch doch einfach einmal für Deine Tochter so oft wie möglich viele Spielkameraden einzuladen;sie wird es nicht schaffen alles zu kontrollieren und irgendwann keine Interesse mehr daran haben, andere zu terrorisien.Gruss Angela
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entweder ist dieses Problem neu, dann müßte man sich die gesamte Lebenssituation genauer anschauen, oder nicht, dann fällt es Dir aber ein wenig spät auf.
Deine Tochter ist wohl gerade in die Schule gekommen.
Das Verhalten gegenüber Gleichaltrigen ist in dem Alter schon nicht mehr eindeutig Erziehungsgegenstand, sondern geht in die Eigenverantwortung des Kindes über.
Angela rät Dir, Partys für Deine Tochter zu organisieren, doch kann das n.m.A. nicht mehr als ein letzter Versuch sein, bei dem wohl wieder das gleiche Problem auftritt.
Falls sonst nichts ist würde ich dazu raten, Deine Göre ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen und sich da keine Sorgen zu machen.
ich bin auhc ein Einzelkind. Aber davon abgesehen glaube ich, dieses Verhalten ist in dem Alter ganz normal. Es wird sich später legen oder nicht, das hängt ganz von deiner Tochter ab, da kannst du wohl wenig machen. Denn mehr Einfluss wird da der Freundeskreis deiner Tochter haben und das kann man ja nur in sehr geringem Maße steuern. Also lass der Sache einfach freien Lauf und denk dir nichts weiter bei. Ich wünsch dir alles Gute und hoffe, dass dien Hoffen in Erfüllung geht und deine Tohter ihr Verhalten mal ändert. Nur selbst wenn sie mal sozialer denkt, drückt sich das den Eltern gegenüber meist doch ganz anders aus, ist jedenfals bei mir so.
Auf Ausseneinflüsse…
…kann man sich nicht verlassen!
Hallo Johanna,
ich denke, man sollte sich in Erziehungsfragen nich auf äussere Einflüsse verlassen. Ausserdem glaube ich nicht, dass Kinder so egoistisch werden, wenn sie frühzeitig „Krippenerfahrung“ haben. Krippenkinder sind sozial besser ausgeprägt, achten auch auf ihre Freunde und teilen gerne. Wenn schon Einzelkind, dann sollte man sich dazu entschliessen, das Kind mit 1,5 - 2 Jahren in die Krippe zu geben.
mit einer 7J. Tochter kann man sehr gut reden, sie versteht ganz sicher was du meinst, wenn du ihr erzählst wie das so ist mit Freundschaft und teilen und Gerechtigkeit…
Vergesse auch nicht dass zu praktizieren, nicht nur zwischen dir und ihr, sondern auch insgesamt ist es gut dem Kind zu zeigen das man selber auch teilen kann, in der Familie, unter Freunden, oder bei deiner Tochter selbst öfter fragen ob sie auch ein Stück haben möchte.
Ich habe von meinem Sohn IMMER ein Stück irgendwas verlangt, wenn er was gegessen hat oder wenn seine Freunde da waren, haben wir das immer so gemacht das einer geteilt hat, die anderen haben sich zuerst z.B. Kuchenstücke aussuchen dürfen.
Auch zeigen das Gäste zuerst was bekommen, allien schon aus Höfflichkeitsgründen, das lernen Kinder auch schnell.
Dann Spenden für arme Kinder anregen und wenn es sich nur um Pfennigbeträge handelt, oder Spielsachenspende, unbedingt unterstützen.
Das teilen können, kann man sehr gut lernen, genauso wie reden, laufen, zuhören, lieben…man muss dem Kind einfach zeigen und vertrauen dass die das annehmen und das tun sie auch, manche früher, manche später…hab´ keine Angst, das wird schon klappen.
da hast du sicher auch Recht, aber selbst eine Kinderkrippe ist kein Patentrezept dafür, dass das Kind nicht Egoistisch wird. Aufjedenfall übt man dort soziale Kontakte und das ist ganz wichtig. Leider sind die Kinderkrippe und Kindergärten heutzutgage ja teurer als eoine privatschule
dazu hätte ich mal eine Frage: hat denn Deine Tochter auch Schwierigkeiten mit dem Teilen mit ihren Familienmitgliedern (also mit Dir oder mit Deinem Mann)?
Wenn ja, dann stelle ich mir vor, dass manchmal Geschwisterlose Kinder so eine Art Sonderstellung einnehmen. Oft ist die Mutter die nachgiebigere (verzichtet auf das größere Stück Kuchen) und der Vater, der bedingt durch seinen Beruf weniger Zeit mit dem Kind verbringt, wird auch eher zurückstecken.
Ich kenne aber auch Eltern, die auf ihre Rechte (das Recht auf Gleichbehandlung wie das Kind) pochen. Das mag sich in der jeweiligen Situation wie Haarspalterei anfühlen, und als Erwachsener setzt man sich besser durch, so dass das Kind sich einfügen muß, aber dabei lernt es das etwas Wollen und Bekommen oder nicht Bekommen von verschiedenen Seiten kennen. Wenn es Benachteiligung empfindet, dann will auch der Umgang mit dem Frust gelernt sein.
In Familien mit mehr als 3 Kindern ist das kein Thema mehr. In Familien mit einem Kind muß es manchmal zum Thema gemacht werden, weil bei kleinen Kindern die Eltern eher noch Einfluß haben als Erzieher, Lehrer oder Spielkameraden, und das Teilen-wollen meist nicht von alleine kommt.
Die Idee mit den vielen Kinderkontakten finde ich gut, eine gute Ergänzung zu Deinem Tun, wenn es sein muß.
Wenn Kinder toben, weil etwas nicht nach ihrem Sinn läuft, dann stehen sie in so einer Art seelischen Ecke und kommen nicht weiter. Zum Teilen zwingen ist genauso ungut, wie ihren Kopf durchsetzen lassen. Wenn meine Kleine, die sehr bockig sein konnte, Freundinnen erwartete, haben wir vorab besprochen, was sie spielen könnten. Wir haben abgeklärt, wie sich die Puppen verteilen lassen. So konnte sie sich auf die Situation schon einmal einstellen, Machtkämpfe während des Spiels gibt es immer, aus denen halte ich mich raus, weil dann mein Einfluß zuviel Gewicht hat, egal wem ich Recht gebe.
Übrigens habe ich 2 Kinder. Wie gesagt, meine Kleine hat einen Hang zum Eigensinn, bei dem ich ab und zu die schlimmsten Spitzen kappen muß, wenn die Gemeinschaft nicht darunter leiden soll.
irgendwie habe ich das Gefühl, daß Du dem Vorurteil, Einzelkinder seien Egoisten, aufsitzt…
Deine Tochter wird selbst erfahren, wie weit sie mit ihrem Egoismus (?) kommt. Wobei ich nicht ausschließen möchte, daß sie gar nicht so „auffällig“ ist.
Solange Du ihr eine bestimmte Haltung vorlebst, mit ihr ab und an darüber sprichst und sie auch genügend Außenkontakte hat, gibt es meiner Meinung nach nichts weiter zu tun
Ich kenne gräßlich verzogene Einzelkinder, die ihre Eltern fest im Griff haben (die Kinder die Eltern…) und jedem Klischee entsprechen, aber ich kenne auch sehr umgängliche Einzelkinder. Ebenso ist unsere mittlere Tochter ein extremer Egoist. Obwohl sie ja nie „geschwisterlos“ war, ist sie niemals bereit, freiwillig etwas zu teilen.
Den Vorschlag mit der Krippenerziehung finde ich gnadenlos übertrieben. Das kann auch nach hinten losgehen, daß nämlich Kinder, die frühzeitig um alles kämpfen mußten, erst recht ungern teilen - gilt so natürlich auch für Geschwisterkinder.