Nicht Wahrnehmen von Dingen

Hallo zusammen,

hich schreibe in diesem Brett, weil ich weiss, dass die Psychologie sich auch mit der wissenschaftlichen Erforschung von Wahrnehmung beschäftigt - und möchte betonen, ich bin an wissenschaftlichen Erklärungsversuchen für meine Frage interessiert:

Hier die Frage:
manchmal sucht man einen Gegenstand aus dem eigenen Besitz (z.B ein bestimmtes Buch) von dem ungefähr weiss, wo er liegt. Man schaut und schaut und findet ihn aber nicht.

Etwas später, vielleicht am nächsten Tag,wenn man nicht mehr sucht, schaut man an der gleichen Stelle wieder, und siehe, da liegt das Teil.
Aufräumende Ehepartner, Kinder und Zeit-Raum-Löcher möchte ich mal ausschließen und behaupten, der Gegenstand lag die ganze Zeit an dieser Stelle. Und ich habe auch gewusst, wie er aussieht, also nicht z.B. ein anderes Buch im Sinn gehabt.

Wie ist es zu erklären, dass ich ihn nicht gesehen habe? Ich kenne solche Geschichten auch von Freunden, es kommt also gar nicht so selten vor…

Danke für Eure Ideen, Martina

Hallo Anita!

Ich würde das als „nicht finden“ oder „übersehen“ oder eben „NICHTwahrnehmen“ bezeichnen. Ich weiß nicht, ob man dazu unbedingt einen wissenschaftlichen Erklärungsversuch benötigt.

Letztendlich ist dabei auch von Interesse wie groß der Suchraum ist: Wenn man beispielsweise ein kleines Regal mit 10 Büchern hat ist das sicherlich etwas anderes als wenn man über eine mehrere Räume umfassende Bibliothek besitzt, und weiß dass dort irgendwo das Buch zu finden ist.

Möglich ist ja auch, dass Du zwar weißt, wie das Buch aussieht (z.B. Schwarzer Einband mit weißer Schrift, wenn Du aber sehr viele ähnliche Bücher hast, dann ist es unter Umständen ausreichend, dass Deine Aufmerksamkeit für einen Sekundenbruchteil (z.B. durch einen Gedanken oder ein Geräusch) abgelenkt wird und Du dabei Dein Buch übersiehst. Am nächsten Tag findest Du dann dieses Buch, weil Du dann vielleicht nicht abgelenkt bist.

Während ich das gerade schreibt ist mir doch noch was theoretisches hierzu engefallen: Die Signalentdeckungstheorie.

Diese ließe sich durchaus auf Deine Buchsuchen zuschneiden: Das zu findende Signal wäre dann Dein Buch und das „Rauschen“ dann Dein Bücherregal. Aber vielleicht ließt Du mal selbst:

http://de.wikipedia.org/wiki/Signalentdeckungstheorie

Grüße!
TAndrija

Hallo Tandrija,

danke für die Signalentdeckungstheorie, das ist auf jeden Fall ein interessanter Denkansatz, ganau sowas habe ich gemeint!

„Ich weiß nicht, ob man dazu
unbedingt einen wissenschaftlichen Erklärungsversuch benötigt.“

„Unbedingt“ vielleicht nicht, aber weil es sehr interessant ist! Genau solche Fehlleistungen in der Wahrnehmung werfen nämlich oft ein sehr interessantes Licht darauf, wie Wahrnehmung funktioniert.

liebe Grüße, Anita

Verdrängung
Hi.

Das Phänomen ist wohl universell. Ich nenne es „Schwarzes Loch“.

Ob es rein wahrnehmungspsychologisch zu erklären ist, bezweifle ich. Dahinter kann auch ein Abwehrmechanismus stecken (Verdrängung) aufgrund von Unlust, Angst usw. D.h. unbewusst will man es gar nicht finden.

Gruß

nicht ganz ernst (oder doch?!)
Hallo Martina,

meine Theorie:

Wenn Du etwas suchst, projezierst Du Energie auf diesen Gegenstand. Dadurch wird er in ein energetisch höher stehendes Paralleluniversum verschoben und ist hier nicht mehr sichtbar.
Beendest Du Deine Suche, verliert der Gegenstand langsam seine Energie und ‚fällt‘ wieder zurück und voila Du sieht ihn wieder.
:wink:

Gandalf

Moin, Martina,

manchmal hat der Suchende eine so genaue Vorstellung davon, wie der Gegenstand am Fundort aussehen müsste, dass er zB ein liegendes Buch ignoriert - er sucht nach einem, das aufrecht steht. Ein paar Tage später ist dieses Bild verblasst.

Gruß Ralf