Nichtlineare Induktivität

Hallo,

etwas was mich nach vielen Jahren der Elektronik vor ein Rätsel stellt:

Bei einem Resonzkreis sinkt(!) die Resonanzfrequenz mit steigender Amplitude. Eine steigende Resonanzfrequenz ist durch den Sättigungseffekt leicht erklärlich und kann auch bei sehr hohen Amplituden beobachtet werden, aber eine sinkende Resonanzfrequenz bzw. steigende Induktivität???

In Zahlen: In meinem Fall sinkt die Resonanzfrequenz von 1,62 MHz auf 1,56 MHz, es ist also keine Nuance. Es handelt sich um einen umgewickelten, uralten, ehemaligen 10,7 MHz ZF-Filter. Die (Keramik-)Kondensatoren kann ich als Verursacher wohl ausschließen.

Ich habe von soetwas nie gehört oder gelesen - jemand von Euch?

Grüße

Uwe

Hallo Uwe,

In Zahlen: In meinem Fall sinkt die Resonanzfrequenz von 1,62
MHz auf 1,56 MHz, es ist also keine Nuance. Es handelt sich um
einen umgewickelten, uralten, ehemaligen 10,7 MHz ZF-Filter.
Die (Keramik-)Kondensatoren kann ich als Verursacher wohl
ausschließen.

Ich habe von soetwas nie gehört oder gelesen - jemand von
Euch?

Tja, wenn du in den nichtlinearen Bereich kommst wird es echt lustig !!

  1. Dein Uralt-ZF-Filter war für 10.7 MHz optimiert.
  2. Um die gleichen Verhältnise wie bei 10 MHz zu haben, bräuchtest du fast 10x mehr HF-Eisen"
  3. Ohne Daten des verwendeten HF-Eisens ist es schwierig da etwas nachzurechnen.
  4. Möglicherweise wird dein Kreis auf die Eigenresonanz der SPule gezogen ?

MfG Peter(TOO)

Hallo Uwe,

Bei einem Resonzkreis sinkt(!) die Resonanzfrequenz mit
steigender Amplitude. Eine steigende Resonanzfrequenz ist
durch den Sättigungseffekt leicht erklärlich und kann auch bei
sehr hohen Amplituden beobachtet werden, aber eine sinkende
Resonanzfrequenz bzw. steigende Induktivität???

Das glaube ich nicht so recht, Ferrit sollte sich in diesem Bereich noch einigermassen linear verhalten. Ich könnte mir gut Vorstellen, dass es sich um einen Meßfehler handelt. Wie hast Du denn die Resonanzfrequenz genau gemessen ?

Jörg

Hallo Uwe,

Bei einem Resonzkreis sinkt(!) die Resonanzfrequenz mit
steigender Amplitude. Eine steigende Resonanzfrequenz ist
durch den Sättigungseffekt leicht erklärlich und kann auch bei
sehr hohen Amplituden beobachtet werden, aber eine sinkende
Resonanzfrequenz bzw. steigende Induktivität???

Das glaube ich nicht so recht, Ferrit sollte sich in diesem
Bereich noch einigermassen linear verhalten. Ich könnte mir
gut Vorstellen, dass es sich um einen Meßfehler handelt. Wie
hast Du denn die Resonanzfrequenz genau gemessen ?

Ehrlich gesagt, ich glaube es ja auch nicht. Aber ich habe nun wirklich eine Menge Erfahrung und stehe trotzdem vor einem Rätsel. Vor Fehlern bin ich natürlich auch nicht gefeit, aber dieses Verhalten sehe ich nicht einfach nur bei einer Messung, ich sehe es bei diesen Filtern / Induktivitäten in vielen Konstellationen immer wieder. Es fiel mir z. B. zuerst auf, als ich untersucht hatte, warum (m)ein Ratiodetektor bei steigender Amplitude eine unsymmetrische Demodulatorkennlinie bekam - aber eben falsch herum!

Ich hatte darauf gehofft, das irgendjemand soetwas kennt. Dass ich statt dessen nur gefragt werde, ob ich denn auch alles richtig mache, habe ich wohl befürchtet, aber die Richtigkeit der Beobachtung muss ich selber verantworten.

Ich schicke Dir auch gerne so ein Teil, Du kannst dann messen, wie Du willst. Ich komme mir vor, als hätte ich ein Alien gesehen.

Grüße

Uwe

Das glaube ich nicht so recht, Ferrit sollte sich in diesem
Bereich noch einigermassen linear verhalten. Ich könnte mir
gut Vorstellen, dass es sich um einen Meßfehler handelt. Wie
hast Du denn die Resonanzfrequenz genau gemessen ?

Ehrlich gesagt, ich glaube es ja auch nicht. Aber ich habe nun
wirklich eine Menge Erfahrung und stehe trotzdem vor einem
Rätsel. Vor Fehlern bin ich natürlich auch nicht gefeit, aber
dieses Verhalten sehe ich nicht einfach nur bei einer Messung,
ich sehe es bei diesen Filtern / Induktivitäten in vielen
Konstellationen immer wieder.

Wenn es sich um einen systematischen Meßfehler handelt, wäre das normal. Wie Du richtig sagst: Niemand kann soviel Erfahrung haben, dass er nicht doch mal irgendeine Kleinigkeit übersieht.

Es fiel mir z. B. zuerst auf,
als ich untersucht hatte, warum (m)ein Ratiodetektor bei
steigender Amplitude eine unsymmetrische Demodulatorkennlinie
bekam - aber eben falsch herum!

Ich hatte darauf gehofft, das irgendjemand soetwas kennt.

Ja, das kenne ich schon, hängt aber mit der umgebenden Beschaltung zusammen. Bevor ich hier irgendwelche falschen Mutmassungen schreibe, würde ich schon gerne wissen, ob das in Deinem Fall zutreffen könnte.

Dass
ich statt dessen nur gefragt werde, ob ich denn auch alles
richtig mache, habe ich wohl befürchtet, aber die Richtigkeit
der Beobachtung muss ich selber verantworten.

Diese Zweifel räumst Du am besten aus, indem Du uns Deine Meßanordnung verrätst.

Ich schicke Dir auch gerne so ein Teil, Du kannst dann messen,
wie Du willst.

und wenn sich Deine Ergebnisse nicht bestätigen, was dann ? Dann sind wir genauso schlau wie vorher. Es ist doch einfacher, wenn Du gleich verrätst, wie Du es gemacht hast.

Ich komme mir vor, als hätte ich ein Alien
gesehen.

Das passiert selbst mir, trotz jahrzentelanger Erfahrung. Am Ende ist es aber immer irgendeine blöde Kleinigkeit, die ich einfach übersehen habe. Würde ich immer davon ausgehen, alles beachtet zu haben, wären so manche Phänomene ein ewiges Mysterium geblieben.

Jörg

µ steigt zunächst mit B
µ steigt auch bei Ferriten mit steigendem Fluss zunächst an u. fällt erst bei annäherung an den sättigungsfluss ab.
Der Grund ist, dass bei kleinem B noch nicht alle Bereiche an der Ummagnetisierung teilnehmen.
Der Anstieg ist aber stark materialabhängig und bei HF-Ferriten nur gering.
µ steigt übrigens auch mit der Temperatur zunächst an (vor der curietemp. sogar nochmal stark, ehe er einbricht), aber das dürfte nicht relevant sein.