Hallo Michael!
> zu deiner frage 1:
> ich weiß nicht, ob standard-analysis besser ist; sie ist aber
> relativ gut geeignet, über grenzwerte reale prozesse zu
> behandeln. tatsächlich wissen wir, dass achilles die schildkröte
> überholt, und wir können das mit standard-grenzwertberechnungen
> auch gut berechnen.
Ganz ohne Frage: Standardanalysis schlägt sich in der Praxis sehr gut; mit ihr hat sich die moderne Technik entwickelt.
Es sind zwei Fragen:
Die meisten interessiert wohl: Würde vieles mit z.B. Non-Standardanalysis nicht noch besser gehen?
Es interessiert aber auch: Gibt es Argumente für Theoriemängel der Standardanalysis?
> dabei wird natürlich kontiuum angenommen.
Was verstehst Du darunter?
> nun lehrt die moderne
> physik (wenn ich das richtig verstanden hab, aber da bin ich mir
> nicht so sicher), dass evtl. gar kein kontiunuum existiert.
> weder als masse, noch als energie, noch als raum, noch als zeit.
Oach, wenn Du Dich in diesem Bereich auskennst o.k. Aber ich zumindest habe da nur poplärwissenschaftliches Hörensagen zu bieten.
> aber das macht eigentlich nichts. mathematische modelle sind
> eben modelle; sie stimmen nie (oder fast nie) ganz mit der
> „wirklichkeit“ überein; und solange die standard-analysis
> brauchbare, realistische lösungen liefert, nähert sie die
> wirklichkeit gut genug an. da isses dann ziemlich wurscht, ob
> die wirklichkeit kontinuierlich ist oder nicht.
Wenn das Modell erklären soll, wie Strecken geteilt werden, dies das Modell aber nicht kann, dann hat das Modell ein Problem 
> :Mein Lieblingseinwand: Ang. R ist das Kontinuum. Stellen wir
> :uns eine Stecke der Länge 1 vor. Wir teilen sie in der Mitte.
> :was passiert mit dem Punkt 0,5? Er kann nicht bei beiden neuen
> :Strecken dabeisein. Bei einer Strecke fehlt der Endpunkt. Also
> :bietet R kein angemessenes Modell eines Kontinuums.
>
> das argument versteh ich nicht. warum ist das ein problem? warum
> ist das ein argument gegen das kontiuum?
Etwas, das den Namen „Kontinuum“ verdient, müsste doch garantieren, daß jede Strecke Endpunkte hat.
> was im rahmen dieser überlegungen vielleicht obsolet wird: das
> allzu theoretische grübeln über kontiummumshypothesen u.dgl. -
> wenn eh alle wirklichkeit endlich ist.
Dann sind die natürlichen Zahlen nicht geeignet, fünf Äpfel zu zählen!
Zur Konstruktion:
Die Methode der Konstruktion von Nicht-standardmodellen: füge unendlich viele Formeln zum Axiomensystem A hinzu von der Art NICHT n=0, NICHT n=1, NICHT n=2, … oder n>0, n>1, n>2, erhalte Axiomensystem B. Wenn A ein Modell hat, dann auch B (Satz von Skolem: Es gibt ein Nicht-standardmodell der Arithmetik) und deren Strukturen sind elementar äquivalent (d.h. es gelten die gleichen Sätze darin! Also es kann schonmal nicht sein, das die Nonstandardanalysis andere Ergebnisse liefert).
Leider hab ich keine detailierte Darstellung bezüglich R* zur Hand: Im Buch Ebbinghaus et al: Zahlen. Spinger-Verlag. S.259 wird IMHO eine andere Konstruktion verwendet: Einbettung von R in den Ring aller reellen Folgen. R*:= R/M mit a=b mod M :gdw a-b in M (M maximales Ideal in R, das die Folgen umfasst, die fast überall Null sind.)
Grüssle,
Markus