Eher nicht
Hallo, Shebop,
das halte ich nicht für richtig, Wenn man die Beispiele, in dem von dir genannten Link anschaut, so können Morpheme einen eigenen Sinn und eine eigene Bedeutung haben.
Siehe a)
Müssen es aber nicht!
Betrachte b) bis d)!
_Beispiele
a) lexikalisch: Schrank, Mensch, Liebe
Diese Morpheme können als selbständige Wörter im Satz stehen und haben eine Bedeutung.
b) frei, grammatisch: der, in, aber
Auch diese Morpheme stehen als selbständige Wörter im Satz, aber sie haben keine eigene Bedeutung. Sie haben eine grammatische Funktion, und man kann ihnen eine Bedeutung zuordnen, aber diese Bedeutung ist immer abhängig von einem lexikalischen Morphem.
c) gebunden, unikal: Him(beere), Lor(beer)
Him- und Lor- haben keine eigenständige Bedeutung oder Funktion mehr. Sie kommen heute ausschließlich in dieser einen Kombination vor und können ausschließlich in dieser Verbindung sinnvoll benutzt werden. Sie werden auch Cranberry-Morphe genannt (nach dem englischen Beispiel Cran(berry)). Die Einzelbedeutung dieser Morpheme ging mit dem Sprachwandel verloren (z. B. „Him-“ von mhd. Hinde, „Hirschkuh“)
d) gebunden, derivativ: -keit, ent-, -ier(-en)
Diese Morpheme können nicht selbständig vorkommen. Sie sind immer an ein lexikalisches Morphem gebunden, dessen Wortklasse sie oft ändern. heiter -> Heiterkeit ändert beispielsweise die Wortklasse von Adjektiv in Substantiv.
e) gebunden, flexiv: -t, -n (= Allomorphe der Morpheme „3. Person Singular Indikativ Präsens“ bzw. des „Infinitivs“)
Auch diese Morpheme kommen nur an lexikalische Morpheme gebunden vor. Ihre Funktion ist die Beugung (Flexion) der Wörter. Das Allomorph -t z. B. beugt das Verb gehen (die Verbindung heißt dann geht) nach Person (3.), Zahl (Einzahl), Zeit (Präsens) und Modus (Indikativ)._
Preisselpoehls nonverbale Laute haben aber alle eine eigene, klare und verständliche Bedeutung, einen Sinn und Inhalt, die jeder - vorausgesetzt er kennt die regionalen Gegebenheiten - auch verstehen kann.
Gruß Fritz