Nichtverbale Laute oder so

Vieles in Verständigung läuft ohne Worte, aber mit Lauten ab. Für ja (gedehnter abschwellender, anschl aufschwellender Ton, etwas höher als am Anfang endend) und nein (2 kurze, getrennte Töne, zweiter etwas niederer als der erste) gibt es sowas, für ungläubiges Staunen und was weiß ich was alles noch.
Wie nennt man das? Weiß man, wie alt diese Dinge sind und wieweit einheitlich verbreitet? MIr fiels in China auf, dass man nicht mal damit klar kommt.

pp

Das sind Ausrufe oder Interjektionen, bester PP,

in der Dudengrammatik, 6. Auflage, S. 382; § 675. gibt es reichliche.

Dort werden sie auch Empfindungswörter genannt. Eine längere Darstellung von Sprachzeichen findet sich auf S. 571; § 1030.

Und ganz am Ende, auf S. 856; § 1478 wird explizit nonverbalen Sprachmitteln gesprochen. Intonation, Lautstärke, Stimmhöhe, Tonlage, Klangfarbe und anderem mehr.

Und da noch eine Netzseite: http://www.payer.de/kommkulturen/kultur044.htm

Guckst du unter: 3. Nonverbale Laute und Stimmverhalten als Signale

Gruß Fritz

Dudengrammatik, 6. Auflage, S. 382; § 675
S. 571; § 1030.
S. 856; § 1478
http://www.payer.de/kommkulturen/kultur044.htm
unter: 3. Nonverbale Laute und Stimmverhalten als
Signale

da bin ich net wirklich fündich worn. Gerade das nonverbale „Nein“ passt nicht in das Konzept von Interjektionen, Empfindungswörtern (wann eigentl. Wörter, wann Worte?), Onomatopoetika und wie das alles heißt. Und dem „Aha“ unterstelle ich eine Herkunft von dem nonverbalen ähnlich klingenden Ton. Wärs nicht denkbar, dass solche Laute älter sind als die Sprachen?

pp

Schade!

da bin ich net wirklich fündich worn. Gerade das nonverbale „Nein“ passt nicht in das Konzept von Interjektionen, Empfindungswörtern (wann eigentl. Wörter, wann Worte?*), Onomatopoetika und wie das alles heißt.

* Dazu gibt es FAQ:2293,

Vielleicht habe ich dich nicht ganz recht verstanden.

Mir hier em Ländle geben anstelle von Fragewörtern, Verneinungen und Bejahungen auch Laute wie
„ahà“, das mit dumpfen a gesprochen wird und nicht identisch mit dem verstehenden „Aha!“ ist, sondern eine Bejahung.

a-a, wie von dir beschrieben für Nein!

Hà? im fragenden Tonfall statt „Wie bitte?“

Und dem „Aha“ unterstelle ich eine Herkunft von dem nonverbalen ähnlich klingenden Ton.

Singt man dies etwas länger, wird eine bewunderndes „Aaaahhhhhhh“ oder „Oooohhhh“ draus.

Tönt man das nach „öööhhh“ oder „ääähhh“ wird Abscheu und Ekel draus.
Als „Ääätschbäädsch“ oder „Äätschebäbbele“, dient es dem Auslachen.
Letzteres wird durch die amerikanische Variane „naananananaaa“, die uns aus Soup Operas zuwänchst, leider mehr und mehr verdrängt.

Fügt man vor zwei os zwei hs, so wird „hoho?“ oder „hoho!“ daraus, mit a ein „haha“, das spöttisch klingen kann, oder amüsiert. "Als „hihi“ wirde es zum albernen Kichern, vornehmlich bei weiblichen Geschlecht.

Wärs nicht denkbar, dass solche Laute älter sind als die Sprachen?

Siche, denn solche „sprechenden“ Laute finden sich schon im Tierreich.

Gruß Fritz

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Gar net schade…

* Dazu gibt es FAQ:2293,

hab mirs gedacht, war aber zu faul zum suchen :smile:) Steht mir zum Feiertag doch zu, oder? Zumal ich heute arbeiten mußte.

Mir hier em Ländle geben anstelle von Fragewörtern,
Verneinungen und Bejahungen auch Laute wie
„ahà“, das mit dumpfen a gesprochen wird und nicht identisch
mit dem verstehenden „Aha!“ ist, sondern eine Bejahung.
a-a, wie von dir beschrieben für Nein!

also a-a hat bei uns ne gaaaaanz andere Bedeutung!

Hà? im fragenden Tonfall statt „Wie bitte?“

Die dreie meine ich, nur spricht mans nicht unbedingt, sondern, ja was weiß ich, man summt es am ehesten, oder?

Und dem „Aha“ unterstelle ich eine Herkunft von dem nonverbalen ähnlich klingenden Ton.

Singt man dies etwas länger, wird eine bewunderndes
„Aaaahhhhhhh“ oder „Oooohhhh“ draus.

Tönt man das nach „öööhhh“ oder „ääähhh“ wird Abscheu und Ekel
draus.
Als „Ääätschbäädsch“ oder „Äätschebäbbele“, dient es dem
Auslachen.
Letzteres wird durch die amerikanische Variane
„naananananaaa“, die uns aus Soup Operas zuwänchst, leider
mehr und mehr verdrängt.

Fügt man vor zwei os zwei hs, so wird „hoho?“ oder „hoho!“
daraus, mit a ein „haha“, das spöttisch klingen kann, oder
amüsiert. "Als „hihi“ wirde es zum albernen Kichern,
vornehmlich bei weiblichen Geschlecht.

Wärs nicht denkbar, dass solche Laute älter sind als die Sprachen?

Siche, denn solche „sprechenden“ Laute finden sich schon im
Tierreich.

hab mich köstlich amüsiert ob der feinen Differenzierungen. Nur fehlt mir das „hühü“! Das ist ja das Bindeglied zum Tierreich. Dass Du das übersehen hast…
Was ich meine, setzt „Schnabel zu“ und Zunge ruhig halten voraus. Wenn du jetzt immer noch ein hö hinkriegst, kriegste nen Punkt und mich zum schweigen!!

pp

Höhö
hö-hö-hömma bl-bl-bl-bloß a-a-a-a-auf!

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Wärs nicht denkbar, dass solche Laute älter
sind als die Sprachen?

Hallo,

im Prinzip ja, aber die Argumentation geht umgekehrt: wenn „Nein“ so unterschiedlich ausgeprägt ist, dann spricht das eben dafür, dass es kein gemeinsames Erbe ist.

Gruss Reinhard

hi preisselpoehl,
deiner Beschreibung nach, könnten das Morpheme sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Morphem
Gruß, Shebop

Eher nicht
Hallo, Shebop,

das halte ich nicht für richtig, Wenn man die Beispiele, in dem von dir genannten Link anschaut, so können Morpheme einen eigenen Sinn und eine eigene Bedeutung haben.
Siehe a)
Müssen es aber nicht!
Betrachte b) bis d)!

_Beispiele
a) lexikalisch: Schrank, Mensch, Liebe
Diese Morpheme können als selbständige Wörter im Satz stehen und haben eine Bedeutung.

b) frei, grammatisch: der, in, aber
Auch diese Morpheme stehen als selbständige Wörter im Satz, aber sie haben keine eigene Bedeutung. Sie haben eine grammatische Funktion, und man kann ihnen eine Bedeutung zuordnen, aber diese Bedeutung ist immer abhängig von einem lexikalischen Morphem.

c) gebunden, unikal: Him(beere), Lor(beer)
Him- und Lor- haben keine eigenständige Bedeutung oder Funktion mehr. Sie kommen heute ausschließlich in dieser einen Kombination vor und können ausschließlich in dieser Verbindung sinnvoll benutzt werden. Sie werden auch Cranberry-Morphe genannt (nach dem englischen Beispiel Cran(berry)). Die Einzelbedeutung dieser Morpheme ging mit dem Sprachwandel verloren (z. B. „Him-“ von mhd. Hinde, „Hirschkuh“)

d) gebunden, derivativ: -keit, ent-, -ier(-en)
Diese Morpheme können nicht selbständig vorkommen. Sie sind immer an ein lexikalisches Morphem gebunden, dessen Wortklasse sie oft ändern. heiter -> Heiterkeit ändert beispielsweise die Wortklasse von Adjektiv in Substantiv.

e) gebunden, flexiv: -t, -n (= Allomorphe der Morpheme „3. Person Singular Indikativ Präsens“ bzw. des „Infinitivs“)
Auch diese Morpheme kommen nur an lexikalische Morpheme gebunden vor. Ihre Funktion ist die Beugung (Flexion) der Wörter. Das Allomorph -t z. B. beugt das Verb gehen (die Verbindung heißt dann geht) nach Person (3.), Zahl (Einzahl), Zeit (Präsens) und Modus (Indikativ)._

Preisselpoehls nonverbale Laute haben aber alle eine eigene, klare und verständliche Bedeutung, einen Sinn und Inhalt, die jeder - vorausgesetzt er kennt die regionalen Gegebenheiten - auch verstehen kann.

Gruß Fritz

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Intonation
Hallo Preisselpoehl,
man kann es auch „paraverbale Kommunikation“ nennen im Gegensatz zur verbalen (das sind die Morpheme, also die Sprache „an sich“) und der „nonverbalen Kommunikation“ (visuell: Blicke, Körperbewegung, Gesten).
Der intonatorische Teil der Sprache ist tatsächlich sehr wichtig und wird von den Sprachwissenschaftlern bis heute vielfach unterschätzt. Es gibt allerdings einige wenige, die sich sehr intensiv mit der Funktion von Interjektionen, Satzmelodie und Ähnlichem beschäftigen (Modifizieren von Satzbedeutungen, Strukturieren, Akzentuieren, u.a.). Sehr spannend, finde ich.
Gruß!
Christian

Hallo,
Um eine Teilfrage zu beantworten: Wie du in China richtig bemerkt hast, sind solche nonverbalen Ausdrücke wie „Mh-hm.“ oder „Hmm?“ nicht einheitlich auf der Welt. Es gibt da viele Tendenzen, aber auch immer sehr viele Ausnahmen.

Gruß,

  • André