Niederländische Flüchtl./Einwanderer n.Deutschl?

Hallo und Guten Tag,

neben der bekannten Gruppe der französischen Hugenotten, die als Religionsflüchtlinge in Deutschland aufgenommen wurden, gab es auch große Flüchtlingsströme aus anderern Ländern. So sollen im 16.-18. Jahrhundert u.a. auch aus den Niederlanden (Niederlande und Flandern) sowohl religiös bedingte Flüchtlingsströme als auch Einwanderer nach Deutschland gekommen sein und sich im norddeutschen Raum, speziell Hamburg, dem Rheinland (man denke an Ludwig van Beethoven) und Brandenburg angesiedelt haben. Bei „google“ habe ich nicht so recht was dazu gefunden. Hat einer irgendwelche Informationen dazu, eventuell Buch oder Linktipps?

Vielen Dank im Voraus,

Jasper.

Tach Jassper,

viele Holländer flohen vor der spanischen Tyrannei in die benachbarten deutschen Gebiete: an den linken Niederrhein und nach Ostfriesland.
Der Kirchenkreis M;oers ist, dank der holländischen Reformierten, fast vollkommen reformiert (bis auf Lintfort, das ist lutherisch; aber das ist eine andere Geschichte).
Die reformierte Kirche in Ostfriesland geht auch auf die holländischen Flüchtlinge zurück.
Suche mal nach dem „Weseler Konvent“ 1568 und der „Synode von Emden“ 1570.

Im Augenblick fällt mir aus dem Stegreif nur die Rheinische Kirchengeschichte von Erwin Mülhaupt ein - aber die ist nicht so dolle.

Ich denke man weiter nach
Gruß - Rolf

Hallo Rolf,

vielen Dank für deine Antwort und deine Tipps. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Mir geht es weniger um die vielen temporären niederländischen Flüchtlinge in Deutschland (z.B. die Eltern des berühmten niederländischen Dichters, Joost van den Vondel (1587-1679), die nach Köln geflüchtet waren, woselbst Joost zur Welt kam, aber dann nach Holland zurückkehrten), sondern um Niederländer, die, aus welchen Gründen auch immer, in Deutschland richtig eine neue Heimat fanden, eben so wie die französischen Hugenotten, und für immer in Deutschland blieben und schließlich, mehr oder weniger, selbst zu Deutschen wurden. So wie z.B. Ludwig van Beethoven.

Trotzdem, noch einmal vielen herzlichen Dank für deine wertvollen Tipps.

Gruß Jasper.

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Hallo Jasper,

das berühmteste Beispiel dürfte das Holländische Viertel in Potsdam sein.

Viele Grüße,
Andreas

Hallo, Lust auf Urlaub? http://www.friedrichstadt.de/
Gegründet zur fraglichen zeit mit holländischer Kirche und Grachten

Überhaupt wirst du in Büchern zur Schleswig-Holsteinischen Geschichte fündig, denn dort gab es zB. die Holländer-Milchwirtschaft, Holländer die quasi als Lohnhirten Milchviehherden hielten und daraus (aus der Milch natürlich) Käse machten (wie heute bei manchem Biobauern, jedem seine Kuh und daraus dann entsprechend viel Käse).
Irgendwie sollen die ihre Route über Ostfriesland (Sprache verwandt) genommen haben, dann im Umkreis um Hannover eine Art Sammelpunkt gehabt haben und von dort aus nach SH (insbes. Kreis Ostholstein als Lohnbauern und Hirten und an der Nordseeküste wegen Deichbau und hier auch wieder leichtere Verständigung, da Friesisch verwandt) untergekommen sein. Zum Deichbau gabs aber auch schon mal eine Welle im 12. Jh.
Nach Aussagen meines Vaters kann man mit Ostholsteiner Plattdüütsch auch ganz gut durch Holland kommen :wink:

Wenn man von der anderen Seite aus Familiengeschichten sucht, sprich aus Norddeutschland auf Holländerspuren in der Familie stößt, verliert es sich meist im Hannoveraner Raum.
Spuren hierzu: http://www.genealogienetz.de/vereine/SHFam/webseiten…

Gruß Susanne

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Hallo und Guten Tag,

neben der bekannten Gruppe der französischen Hugenotten, die
als Religionsflüchtlinge in Deutschland aufgenommen wurden,
gab es auch große Flüchtlingsströme aus anderern Ländern. So
sollen im 16.-18. Jahrhundert u.a. auch aus den Niederlanden
(Niederlande und Flandern) sowohl religiös bedingte
Flüchtlingsströme als auch Einwanderer nach Deutschland
gekommen sein und sich im norddeutschen Raum, speziell
Hamburg, dem Rheinland (man denke an Ludwig van Beethoven) und
Brandenburg angesiedelt haben.

Hallo,

ich bin ausgerechnet in der Fuldarer Gegend auf holländische Namen gestoßen (auch wenn das zu einer anderen Geschichte gehörte). Aber offensichtlich hats da auch mal einen Schwung Einwanderer gegeben und zwar vor dem 18.Jhdt. Was mich wundert, denn katholischer als Fulda ging ja lange Zeit nichts. Ist das trotzdem die gleiche Welle gewesen oder wie kommen die dahin?

Gruß
Peter

PLattdeutsch und Niederländisch
Hallo Susanne,

Nach Aussagen meines Vaters kann man mit Ostholsteiner
Plattdüütsch auch ganz gut durch Holland kommen :wink:

Das ist allerdings kein Indiz für irgendetwas, weil Niederländisch/Holländisch ja selbst „plattdeutsch“/niederdeutsch ist; allerdings durch eine Sprachreform etwas modifiziert. Jeder, der „platt snakt“ kann sich mit Holländern unterhalten.

Gruß,
Andreas

Hallo,
ich habe in der Schule gelernt, daß niederländische Einwanderer (frühe Kapitalisten), im 17./18. Jahrhundert die ersten Textilfabriken in Thüringen, Böhmen und Sachsen aufbauten, was die Heimarbeiter arbeitslos machte und einer der Gründe war, die zum Weberaufstand führten. Leider habe ich dazu kein Link gefunden! Als ich klein war, gab’s bei uns jedenfalls noch eine de-Smit-Straße (in der die Textilhütte stand).
Von Einwohnern habe ich gehört, daß auch in Forst Holländer die ersten Manufakturen gegründet haben.
Vielleicht weiß wer was?
LG Mona

Hallo Andreas, nee beweisen tuts sicher nichts, aber es lässt doch nachdenken, ob es nicht schon früher Beziehungen zwischen SH und NL gegeben hat, zumindest scheint sprachlich eine gewisse Verwandtschaft zu bestehen (im übrigen auch mit DK).
Also mag es durchaus sein, dass es schon länger Beziehungen zueinander gab und es evtl gar nicht DIE Auswandererwelle gab, sondern mehrere kleine. SH ist im wesentlichen von Holländern bevölkert worden, allerdings eben schon seit dem Mittelalter. Insbes. im 17.Jh gab es in Holland verschiedene Kriege und ähnliche Probleme für die einfache Bevölkerung. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch da viele ihre Sachen packten und dorthin zogen, wo man nicht so recht was gegen Holländer hatte. Ausserdem waren die Holländer auch als „Handelsreisende“ umtriebig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Niederlande
http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-sem/SW-G/…
http://www.geschichte-s-h.de/vonabisz/hollaender.htm

Gruß Susanne

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Hallo Andreas,
Hallo Susanne,
dass holländisch für jemanden der „platt snakt“ sich mit Niederländern unterhalten kann, von diesem Holzweg möchte ich Andreas gerne verjagen.
Von unterhalten kann da garkeine Rede sein. Wenn man als Deutscher keine europäische Fremdsprache beherrscht ( versteht ), mag das eine oder andere durch den Ursprung beider Sprachen verständlich klingen. Verstehen ist da etwas anderes. Denn das niederländische ist als ABN ( algemeen beschaafd Nederlands ) die niederländische Staatssprache und auch literarisch verankert, mit einigen Reformen natürlich, seit circa 1500 bis 1550. Hooft und Vondel trugen um 1620 einen großen Teil dazu bei.
Viel mehr möchte ich in diesem Forum nicht loslassen. es würde den Rahmen sprengen.

Dus, prettige avond
Nastaly

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Hallo nastaly (und alle),

das Niederdeutsch und Niederländisch verwandt sind, ja es den Begriff „Niederländisch“ auch in den Niederlanden bis ins 19. Jh. hinein noch gar nicht gab, sondern auch dort von „Nederduits“ gesprochen wurde, ist eigentlich eine Tatsache. Ich verweise auf diesen Abschnitt der Diskussionseite aus dem wikipedia-Artikel zu „Niederländische Sprache“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Niederl%C3%A…

Hoi hoi, Jasper.

Hallo Andreas,
Hallo Susanne,
dass holländisch für jemanden der „platt snakt“ sich mit
Niederländern unterhalten kann, von diesem Holzweg möchte ich
Andreas gerne verjagen.
Von unterhalten kann da garkeine Rede sein. Wenn man als
Deutscher keine europäische Fremdsprache beherrscht ( versteht
), mag das eine oder andere durch den Ursprung beider Sprachen
verständlich klingen. Verstehen ist da etwas anderes. Denn das
niederländische ist als ABN ( algemeen beschaafd Nederlands )
die niederländische Staatssprache und auch literarisch
verankert, mit einigen Reformen natürlich, seit circa 1500 bis
1550. Hooft und Vondel trugen um 1620 einen großen Teil dazu
bei.
Viel mehr möchte ich in diesem Forum nicht loslassen. es würde
den Rahmen sprengen.

Dus, prettige avond
Nastaly