Zugegeben, ich bin kein großer Fleischesser, und mit der Zubereitung desselben habe ich wenig Erfahrung.
Nun wollte ich ( und dachte, es sei idiotensicher) einen Rinderbraten mit Niedrigtemperatur zubereiten.
Ich hatte ihn zuvor schön braun angebraten, dann im Bratfett Gemüse angeröstet, den Braten zwischenzeitlich warmgestellt und dann auf das Gemüse getan, ein bisschen Rotwein angegossen, den Glasdeckel draufgetan und dann 5 Stunden bei 80 Grad im Backofen(mit Bratenthermometer kontrolliert).
Dennoch war das Fleisch immer noch seeehr kauintensiv.
So schnell gebe ich ja nicht auf, und möchte mich auch gerne wieder an einen Braten trauen, doch erstmal möchte ich wissen:
80 Grad im Backofen(mit Bratenthermometer kontrolliert
Du schreibst Bratenthermometer! Das sind die Teile, die man in den Braten reinsteckt. Oder meintest Du Backofenthermometer?
Ich mußte letztens feststellen, daß es nicht möglich ist mit einem Bratenthermometer die Wärme des Backofens zu messen. Als ich mir ein Backofenthermometer gekauft hatte mußte ich feststellen, daß mein Ofen garnie unter 160° einzustellen ist.
Ja, es war ein Bratenthermometer, was man eigentlich ins Fleisch steckt.
Ich hatte es so mit in den Bratentopf gelegt, dass ich durch den Glasdeckel die Temperatur ablesen konnte.
Hatte den Backofen vorgeheizt auf 200 Grad, und dann auf 80 Grad (unter Kontrolle mit dem o.g. Thermometer)reduziert.
Ob es ein alter Ochse war, das kann ich nicht beurteilen. Leider haben die Viecher ja keinen Anzeiger, aber es sah von außen gut aus. Dunkelrot und relativ trocken.
Naja, ich versuche es einfach nochmal, meine Familie hat (noch) gute Zähne.
Ja, es war ein Bratenthermometer, was man eigentlich ins
Fleisch steckt.
Ich hatte es so mit in den Bratentopf gelegt, dass ich durch
den Glasdeckel die Temperatur ablesen konnte.
Ich habe das letztens auch mit einem Bratenthermometer (das zum Reinstecken) versucht. Das Ergebnis waren wohl so um die 60°, welche mein Backofen produzierte. Allerdings hatte sich das Thermometer (die Spitze hatte Kontakt mit einem Metallteil) bereits einmal überschlagen! (das heißt es war weit über die Maximalanzeige raus).
Nachdm ich mir ein Backofenthermometer gekauft hatte (gibt’s bei ebay für 9,90 von WMF oder bei Globus zu 6,90 von irgendwem) habe ich dann die „echte“ Temperatur gemessen. Ergebnis 160° auf Stufe 1 (Gas).
Das Rind war entsprechend „durch“, obwohl ich es nicht so lange drin gelassen habe…naja, nach dünn Aufschneiden war es dann doch noch eßbar.
Werde mal probieren, ob ich im WE-Haus einen angeschlossenen Elektrobackofen finde und es eventuell nochmal machen. Ansonsten muß ich auf einen neuen Herd warten…
Du hast aus den anderen Postings schon ersehen, woran es wahrscheinlich liegt:
Die Thermostate gängiger Haushalts-Backöfen sind in den niedrigen
Temperaturregionen kriminell ungenau. Und ein Bratenthermometer taugt eben dazu,
die Kerntemperatur des Fleisches zu messen und nicht die Backofen-Raumtemperatur.
Dazu braucht’s ein spezielles Backofenthermometer, das innen an dei Scheibe
gepappt wird und nicht die Welt kostet …
das kann nur am Fleisch liegen. Es kommt bei der Methode nicht darauf an, ab es nun 80°, 90° oder 100° sind, nur die 67° müssen überschritten sein, sonst tut sich nichts.
falls die Temperatur doch stimmte, kann es sein, dass die Garzeit einfach zu kurz war? 5 Stunden bei 80°C scheint mir irgendwie zu wenig (kommt natürlich auch auf die Größe des Bratens an). Ich kann mich natürlich irren, da ich immer „heiß“ brate und schmore.
Neben der Temperatur Problematik und der Dauer pro Gewicht wundert mich, dass keiner auf Deine Aussage eingeht:
„Ob es ein alter Ochse war, das kann ich nicht beurteilen. Leider haben die Viecher ja keinen Anzeiger, aber es sah von außen gut aus. Dunkelrot und relativ trocken.“
Aus fiesem Fleisch lässt sich nichts gescheites machen, gerade als Laie solltest Du Dich einem Fachmann anvertrauen, lass Dir von jemandem, der gut Fleisch zubereitet einen guten Metzger/Fleischer empfehlen, der Dich entsprechend berät. Ein guter wird Dich genau fragen, was Du mit dem Stück machen willst, sofern Du nicht als besonders Beratungsresistent auftrittst.
Wie alt das Viech ist lässt sich vom Fleischer genau bezeichnen, es gibt zum einen einen Code der die Einteilung des Schlachtviehs in Jungbulle etc. aufschlüsselt. Ausserdem erkennt der Fleischer und geübte Verbraucher die Qualität des Fleisches an der Optik, aber das setzt viel Übung voraus.
Ein Einstigslink von vielen: http://www.cma.de/genuss_5967.php
oder auch http://www.all-about-beef.de/pages/de/3/index.html
Aber Einschränkung: Nicht ohne Grund wird immer geschrieben „im Allgemeinen gilt…“ denn die Nahrungsindustrie versteht es hervorragend, die Optik zu „schönen“ optimales Licht und Vorteilhafte Verpackung lassen mich den Gang zum Fachmann der Supermarkt Theke vorziehen…
Übrigens bieten oftmals VHS Warenkunde Kurse zu dem Thema an, finde ich persönlich immer wieder interessant.
is jetzt ein wenig OT.
ich wohne in berlin, und zwar in einem bezirk, indem es so gut wie keinen fleischer mehr gibt. nur noch ketten mit außenstellen, besetzt mit kräften, welche bei jeder frage erst in der zentrale rücksprache halten müssen.
handwerksbetriebe mit jahrelanger tradition gibt es hier einfach nicht mehr.
dein rat ist richtig, aber mancherorts schwierig zu befolgen.
der link führt aber in die irre. es gibt in der weise, mit NT zu garen, keine vorgabe von 80°C. du kannst sogar eine schweinelende im wasserbad bei 58°C garen.
lammkeule gare ich bei 65-70°C.