Niereninsuffizienz?

Liebe Katzenliebhaber,

ich habe ein großes Problem… und wahnsinnige Angst. Mein Kater (9,5 Jahre) kotzt seit ein paar Monaten ab und zu kurz nach dem Fressen alles wieder aus, und frißt es anschließend wieder. Ich wollte schon die ganze Zeit immer mal zum Tierarzt, nahm es aber nicht soooo wichtig, ich dachte eher daß er vielleicht zu schnell gefressen hätte, da er wirklich ein Gierhals ist…

Letzte Woche hat er mir dann abends um 18 Uhr das Frühstück von 8 Uhr völlig unverdaut wieder ausgekotzt. Er hat auch ca. 600 g abgenommen (Normalgewicht = ca. 6 kg). Die Blutuntersuchung ergab erhöhten Cholesterinwert, gut erhöhten Glukosewert und leichte Grenzüberschreitung bei den beiden Werten, die die Niere anzeigen.

Die Tierärztin hat Niereninsuffizienz diagnostiziert, Antibiotika gegeben, und macht nun eine „Sydotherapie“ oder so ähnlich. So genau habe ich es nicht verstanden. Es werden jedenfalls Teile von Frischzellen gespritzt, 2 x wöchentlich.

Immer wenn ich hin komme, ist die Praxis leer. Sie ist ziemlich jung und hat von meiner alten, sehr guten Tierärztin die Praxis übernommen. Da ich sonst auch keinen Tierarzt wußte, bin ich halt dort geblieben. Nun aber verläßt mich so langsam das Vertrauen zu ihr.

Zum Zuckerwert meinte die Tierärztin, daß es aber nur die Aufregung gewesen sei [für die Blutabnahme mußten wir das arme Tier fast 20 Minuten schier vergewaltigen, so hat er sich gewehrt] die für den erhöhten Wert verantwortlich ist]. Es gäbe da einen zweiten Wert (Name habe ich vergessen), der den Langzeitzuckerwert anzeigt, und der sei normal!? Irgendwie schleicht sich bei mir der Verdacht ein, daß die Diagnose und die Behandlung nicht ganz zueinander bzw. zu den Symtomen passen. Ich habe zwar wenig Ahnung, aber irgendwie meine ich, daß eher an Magen/Darm zu denken ist, als an Niere… Und daß mir da mehr das Geld aus der Tasche gezogen als dem Tier geholfen wird… Ich habe große Angst um mein Miezi. Wer weiß Rat?

Und kann mir vielleicht zufällig jemand von Euch einen wirklich guten Tierarzt in München sagen, der abends lang auf hat und einigermaßen bezahlbar ist?

Unter gut verstehe ich einen Tierarzt der liebevoll mit der Katze umgeht, sich wirklich bemüht (auch bei der Diagnose), solange es noch Sinn macht, der aber das Tier auch nicht unsinnig quält, um noch gut dran zu verdienen - sondern der das Leiden rechtzeitig beendet, wenn dem Tier letztendlich doch nicht mehr zu helfen ist.

Danke für jeden Tip!!!

Nena

kennst Du den Kali-Wert? Bei Katzen kenne ich mich so genau aus, ich unterstelle aber, daß der Unterschied zwischen Hund und Katze nicht so groß ist. Knapp und deutlich! Bereite dich auf Abschied vor! Ich habe zwei Hunde durch Nierenkrankheiten verloren (Endstadium Urämie mit einigen Begleiterscheinungen, mit denen ich Dich nicht nerven will). In dem einen Fall hat sich die Uniklinik München intensiv um den Hund gekümmert, aber auch nur deshalb, weil ich ganz gehörig gemault hatte (die erste Diagnose war falsch - ich kenne mich da etwas aus!) und „Vitamin B“ aus Verwandtenkreisen den Zugang zum Chefarzt zu Studentembudget ermöglichten.
Ich rate Dir, je nachdem was näher ist, eine Reise zu den wenigen Uni-Tierkliniken, denn die haben die besten Untersuchungsmöglichkeiten (produzieren aber auch mal Fehldiagnosen). Ich kenne als Bayer natürlich die Münchner Klinik. Es gibt aber eine sehr gute in Gießen und in Hannover. Die anderen Orte weiß ich nicht. Nierenbehandlungen sind, insb. wenn die Niere geschädigt ist, eigentlich unheilbar, denn schon aus Kostengründen hängt man keine Katze, keinen Hund an die künstl. Niere (ich war damals noch so verwegen und organisierte ein Mittel in der damals besten Klinik für Nierenleiden (von Zweibeinern) in Deutschland, dem Schwabinger Krankenhaus in München. Hat auch nichts mehr geholfen.
Also nochmals gesagt, überprüfe die Diagnose und Therapie in einer Uni- oder auch sonstigen Tierklinik. Auch daran denken, daß ggf. eine Vergiftung vorliegen kann (Rattengift)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Liebe Nena

Nachdem ich das andere Antwortposting gelesen habe und ich mit dem Autor übereinstimme (auch mein Hund musste letztlich wegen eines Nierendefekts eingeschläfert werden), kann ich Dir nur diesen Tip geben, dass Du hier

http://home.t-online.de/home/m.otten/bach

nachguckst, wie Du Deiner Katze zumindest das Leiden etwas lindern kannst (z.B. Notfalltropfen - die nützen immer).

Ich wünsche Dir und natürlich Deiner Katze alles Gute!

Moni

Liebe Katzenliebhaber,

ich habe ein großes Problem… und
wahnsinnige Angst. Mein Kater (9,5 Jahre)
kotzt seit ein paar Monaten ab und zu
kurz nach dem Fressen alles wieder aus,
und frißt es anschließend wieder. Ich
wollte schon die ganze Zeit immer mal zum
Tierarzt, nahm es aber nicht soooo
wichtig, ich dachte eher daß er
vielleicht zu schnell gefressen hätte, da
er wirklich ein Gierhals ist…

Oh je, erst sind ein paar Monate Gedankenlosigkeit kein Problem und nun?
Hast Du schon mal was von den Experten hier im Brett gehört? Warum fragst Du mal nicht direkt?

Immer wenn ich hin komme, ist die Praxis
leer. Sie ist ziemlich jung und hat von
meiner alten, sehr guten Tierärztin die
Praxis übernommen. Da ich sonst auch
keinen Tierarzt wußte, bin ich halt dort
geblieben. Nun aber verläßt mich so
langsam das Vertrauen zu ihr.

Jung, dynamisch und erfolglos? Kann sein, muß nicht sein. Aber eine 2. Meinung ist bestimmt richtig.

Zum Zuckerwert meinte die Tierärztin, daß
es aber nur die Aufregung gewesen sei
[für die Blutabnahme mußten wir das arme
Tier fast 20 Minuten schier
vergewaltigen, so hat er sich gewehrt]
die für den erhöhten Wert verantwortlich
ist]. Es gäbe da einen zweiten Wert (Name
habe ich vergessen), der den
Langzeitzuckerwert anzeigt, und der sei
normal!? Irgendwie schleicht sich bei mir
der Verdacht ein, daß die Diagnose und
die Behandlung nicht ganz zueinander bzw.
zu den Symtomen passen. Ich habe zwar
wenig Ahnung, aber irgendwie meine ich,
daß eher an Magen/Darm zu denken ist, als
an Niere… Und daß mir da mehr das Geld
aus der Tasche gezogen als dem Tier
geholfen wird… Ich habe große Angst um
mein Miezi. Wer weiß Rat?

Wer 20 Minuten braucht, um als Tierarzt bei einer Katze „erfolgreich“ ne Nadel zu setzen, sollte sich mal bei einem Fachmann( -frau) erkundigen, wie man das richtig macht. Wer nach solch einer Zeit ein korrektes Blutergebnis erwartet, sollte das Studium nochmals absolvieren. Oder auf die Untersuchung und Behandlung von Katzen verzichten.

Und kann mir vielleicht zufällig jemand
von Euch einen wirklich guten Tierarzt in
München sagen, der abends lang auf hat
und einigermaßen bezahlbar ist?

Es gibt eine gute Uni-Klinik. Dort weiß man auch mit Katzen umzugehen. Das ist wohl das wichtigste. Nieren rebellieren erst, wenn mehr als 66 -75% der Niere bereits kaput ist. Dann spricht man auch von Niereninsuffizienz. Solche Tiere haben keine lange Lebenserwartung mehr. Wie lange, hängt von der auf die korrekte Diagnose folgende
durch Erfahrung geprägte Aussage des TA zum konkreten Tier ab. Es gibt ja auch div. Ursachen für eine Niereninsuffizienz.
Waltham hat z.B. ein Futter für Katzen mit Niereninsuffizienz entwickelt. Das kann die Rest-Lebenserwartung erheblich verlängern.
Neben einer Labordiagnostic denken die Ärzte der Unikliniken bestimmt auch an eine sonographische Untersuchung. Die kann ein "normaler " Tierarzt mangels Geräteverfügbakeit und Fortbildung nicht unbedingt durchführen ( tut dem Tier nicht weh!) Wenn Niereninsuffizienz besteht unbedingt drauf bestehen. ( Fachwort heißt: auf PKD untersuchen lassen ) Dann kommt man an einen Fachmann bei der Uni in München.
Die Untesuchung wird an diesen Kliniken nicht von jedem durchgeführt.

also ran an den Fachmann und das sofort. Dein Kater hat schon lange genug auf Dich gewartet.

Hi Winfried,

als erstes Mal ganz lieb Danke schön.

Als zweites: ich war heute bei einem anderen Tierarzt (allerdings nicht Tierklinik sondern ein ambulanter Arzt, den mir eine Freundin empfohlen hat).

Er hat sich die Blutuntersuchung und das Röntgenbild noch mal angeguckt und ist zu folgendem Schluß gekommen:

  • Niere ist auf dem Röntgenbild NICHT erhöht. Auch vom Abtasten her sei alles völlig normal.
  • Die Nierenwerte der Blutuntersuchung seien zwar nicht unbedingt begeisternd, aber für Katzen dieses Alters durchaus noch akzeptabel. Von einer Insuffizienz könne keine Rede sein.

Er möchte noch eine Urinuntersuchung machen, die sei aussagekräftiger als die Blutuntersuchung, aber aufgrund eines anderen Wertes (Name habe ich schon wieder vergessen) sei mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß das Kotzen schlicht von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit kommt.

Nierendiät soll ich keine geben, die sei stärker fetthaltig und in dem Fall erst recht nicht gut. Ich soll eine Sorte „Sensitive“-Futter kaufen und 4 Wochen lang nur diese geben. Außerdem hat er mir das Zeugs, das die andere Ärztin gespritzt hat, als Tropfen mitgegeben (um einiges billiger, erfüllt den selben Zweck).

Neben einer Labordiagnostic denken die
Ärzte der Unikliniken bestimmt auch an
eine sonographische Untersuchung. Die
kann ein "normaler " Tierarzt mangels
Geräteverfügbakeit und Fortbildung nicht
unbedingt durchführen ( tut dem Tier
nicht weh!) Wenn Niereninsuffizienz
besteht unbedingt drauf bestehen.

Da Insuffizizienz nicht besteht, soll ich die Sono trotzdem machen lassen oder kann ich mir das dann sparen? Ich möchte nicht am falschen Ende sparen, aber auch nicht unsinnig viel Geld ausgeben.

Danke!!! Und liebe Grüße,

Nena

Hi Winfried,

als erstes Mal ganz lieb Danke schön.

  • Niere ist auf dem Röntgenbild NICHT
    erhöht. Auch vom Abtasten her sei alles
    völlig normal.

müsste richtigerweise wohl terhöht „vergrößert“ heissen.

  • Die Nierenwerte der Blutuntersuchung
    seien zwar nicht unbedingt begeisternd,
    aber für Katzen dieses Alters durchaus
    noch akzeptabel. Von einer Insuffizienz
    könne keine Rede sein.

Er möchte noch eine Urinuntersuchung
machen, die sei aussagekräftiger als die
Blutuntersuchung, aber aufgrund eines
anderen Wertes (Name habe ich schon
wieder vergessen) sei mit großer
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß das
Kotzen schlicht von einer
Nahrungsmittelunverträglichkeit kommt.

Ist wahrscheinich richtig. Andererseits kann eine PKD durch ein Röntgenbild nicht festgestellt werden. Ist Dein Kater keine Rassekatze, ist die Wahrscheinlichkeit für PKD allerdings ziemlich gering.( allerdings nicht ausgeschlossen.)

Nierendiät soll ich keine geben, die sei
stärker fetthaltig und in dem Fall erst
recht nicht gut.

Das wird aber von einigen Fachleuten bei z.B. der Waltham Feline Low Phosphorus Low Protein Diet anders gesehen. Allerdings ist diese Diät auch nur bei einer Niereninsuffizienz anzuraten.
Ich soll eine Sorte

„Sensitive“-Futter kaufen und 4 Wochen
lang nur diese geben. Außerdem hat er mir
das Zeugs, das die andere Ärztin
gespritzt hat, als Tropfen mitgegeben (um
einiges billiger, erfüllt den selben
Zweck).

Neben einer Labordiagnostic denken die
Ärzte der Unikliniken bestimmt auch an
eine sonographische Untersuchung. Die
kann ein "normaler " Tierarzt mangels
Geräteverfügbakeit und Fortbildung nicht
unbedingt durchführen ( tut dem Tier
nicht weh!) Wenn Niereninsuffizienz
besteht unbedingt drauf bestehen.

Da Insuffizizienz nicht besteht, soll ich
die Sono trotzdem machen lassen oder kann
ich mir das dann sparen? Ich möchte nicht
am falschen Ende sparen, aber auch nicht
unsinnig viel Geld ausgeben.
siehe oben

Liebe Grüsse

Winfried