jetzt, in der vorweihnachtszeit wird man ja wieder förmlich erschlagen von den ganzen nikoläusen, santa claus`s, weihnachtsmännern und christkindern (von den güldenen engeln mal ganz zu schweigen). jeder nimmt (natürlich) für sich in anspruch, der einzige und ware nikolaus undundund zu sein.
also für mich als erwachsene ist das schon sehr lästig und verwirrend. da frage ich mich doch, wie das wohl für meinen 7-jährigen zwerg sein muß. so langsam ist er richtig verwirrt, nervt mich mit fragen über fragen: wann kommt der nikolaus? warum kommt der nikolaus in amerika nicht am 6.12? gibt es auch ein schwarzes christkind? warum heißt er dort santa claus und paßt mit seinem dicken bauch problemlos durch den schormstein? was machen die kinder, die in einem hochhaus wohnen mit nur einem schornstein? usw. ich habe mit dem christlichen glauben nicht viel am hut, versuche aber die story mit dem hl. nikolaus, der am 5. 12. abends kommt und was vor die tür legt, aufrecht zu erhalten. daran kann man glauben und mein sohn glaubt gerne daran. und ich will ihm auch nicht die illusion nehmen. manchmal ist er schon enttäuscht, wenn ein größeres kind in der schule sagt: „den nikolaus und das christkind gibts gar nicht!“ ja und dann trabt mein kleiner nach hause, an den schaufenstern vorbei und an den „echten“ nikoläusen der einkaufszentren und fragt sich, warum er wohl so offensichtlich „verarscht“ wird.
wie kann ich ihm den ganzen rummel um die weihnachtszeit erlären? —aufklären will ich ihn noch nicht, er WILL ja auch dran glauben
ich darf gar nicht an ostern denken, dann gehts wieder los: wie schleppt ein so kleiner hase soooo viele eier?..
nach meiner Erfahrung kann man bei einem 7jährigen Kind, das einmal angefangen hat zu zweifeln, nicht mehr viel Nikolaus-Glauben „retten“. Da würde ich auch nicht mehr allzu viele Versuche machen.
Ich habe meinen damals klargemacht, daß die Nikoläuse in den Kaufhäusern etc. natürlich alle nicht echt sind. Der Nikolaus im Judoverein war auch nicht der echte, und der im Kindergarten ist so dilettantisch aufgetreten, daß ich ihn kurzerhand ebenfalls für unecht erklärt habe (habe aber gesagt, so richtig wüßte ich das auch nicht). Und der ganze Kaufhaus-Geschenke-Rummel ist nur was für die Leute, die nicht ans Christkind glauben, denn zu denen kommt das Christkind ja nicht. Die müssen sich ihre Geschenke selber kaufen. (Das ist ja praktisch, sagte mein Ältester damals, da spart Ihr ja viel Geld…)
Und beim Osterhasen hat mein Mann die Sache noch ein Jahr hinausgezögert, indem er einen feuchten Hasenpfotenabdruck (oder sowas ÄHnliches) auf irgendeine Fensterbank praktizierte. Da hörten sie auf zu argumentieren und zu fragen und glaubten noch ein Weilchen…
Aber gegen zuviel Logik kommt man irgendwann nicht mehr an. Dann ist gut.
nach meiner Erfahrung kann man bei einem 7jährigen Kind, das
einmal angefangen hat zu zweifeln, nicht mehr viel
Nikolaus-Glauben „retten“. Da würde ich auch nicht mehr allzu
viele Versuche machen.
ja, das ist schon klar ich versuche auch nicht, ihm irgend einen schmonz zu erzählen, ich halte mich da weitestgehend zurück. sicherlich zweifelt er das alles an, doch ich spüre auch ganz deutlich, daß er sich seinen glauben (an was auch immer) bewahren möchte, so in etwa: irgendwas muß doch dran sein an dem ganzen nikolaus-christkind-gedöns. er hinterfragt immer alles und kriegt halt keine für ihn befriedigende antwort, weil er von allen seiten mit dem ganzen zeug zugebombt wird.
Ich weiß ja nicht, wie Ihr das seht, aber Nikolaus und Weihnachtsmann (Santa Claus) sind nicht identisch.
Der Hl.Nikolaus (Nikolaus von Myra, Bischof) ist eine der beliebtesten Heiligengestalten in der Vorweihnachtszeit. Nikolaus gilt als Patron der Kinder, als Helfer und Gabenbringer.
Der Nikolaus trägt eine Bischofsmütze, ein Bischofs-Gewand, einen Bischofsstab. Er kommt am 6.12. (am Namenstag dieses Heiligen Nikolaus) und hat mit Weihnachten eher Null zu tun.
Der Weihnachtsmann, oder Santa Claus, trägt eine rote Zipfelmütze und kommt mit den Rentieren am 25.12. aus dem Norden dahergeflogen.
Mittlerweile wird das leider zunehmend vermischt.
In den protestantischen Laendern hat der Weihnachtsmann ab dem 19. Jh. das Christkind als Gabenbringer ersetzt.
Angeblich soll das heutige Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes in den 50er Jahren von einem Werbezeichner von Coca Cola geprägt worden sein.
Und dann gibt es ja auch noch einen „Mann“, der kommt und Geschenke bringt, allerdings nach unserem Kalender erst im Jänner. Väterchen Frost (oder Djed Maros) in den russisch-orthodoxen Ländern.
Vielleicht gibt dir das ein paar Anhaltspunkte und eine kleine Hilfe, mit deinen Kindern über die vielen verschiedenen Gebräuche zu reden.
Liebe Grüße
Irene
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Ich weiß ja nicht, wie Ihr das seht, aber Nikolaus und
Weihnachtsmann (Santa Claus) sind nicht identisch.
Früher hab ich das auch gedacht.
Doch mehr und mehr komme ich zu dem Schluss, dass die zwei doch des selben Ursprungs sind, sich dann aber je nach Kulturkreis „auseinander entwickelt“ haben.
In amerikanischen Filmen wird der Weihnachtsmann auch des öfteren „Santa Claus“ oder sogar „Nikolaus“ genannt - das erscheint mir dann doch auch ziemlich aussagekräftig.
Dass Jesu Geburt im amerikanischen Weihnachtsfest überhaupt keine Rolle spielt, ist allerdings wieder eine andere Geschichte …
Es wäre einmal sehr interessant, die „Entstehungsgeschichte“ zurück zu verfolgen. In den Weihnachtsferien hab ich viel Zeit, vielleicht finde ich etwas. Oder weißt du ein paar Quellen, wo man über den gleichen Ursprung und die verschiedene Entwicklung etwas nachlesen kann?
Es ist ja eigentlich hochinteressant und je mehr man hört, desto neugieriger wird man.
Nikolaus und Weihnachtsmann (Santa Claus) sind nicht identisch sind.
Aber auch du hast nicht Unrecht.
Doch mehr und mehr komme ich zu dem Schluss, dass die zwei
doch des selben Ursprungs sind, sich dann aber je nach
Kulturkreis „auseinander entwickelt“ haben.
Der Hl. Nikolaus ist als Sinterklaas aus Holland in die neue Welt ausgewandert, hat bei der Gelegenheit seine Bischofskleider abgelegt, den Pelzmantel - oft, aber nicht immer rot - , die Rentiere, die fliegen können und die Schornsteinsteigerei übernommen.
In dem Büchlein von Christopher Moore und Pamela Johnson, Santa & Pete wird das ganz nett erzählt. Leider nur in englischer Sprache zu bekommen. Es gibt dazu aber auch einen Film, den ich auf Videoband habe.
Seriöses zu Nikolaus und allen von ihm abgeleiteten Traditionen finden sich in: Roman Mensing, Nikolaus von Myra, ISBN 3-491-70343-3 Buch anschauen.
Und dann hat Uschi vor Jahr und Tag einen von mir erweiterten Artikel geschrieben, der im Archiv zu finden sein müsste. Ich hab diesen nochmals erweitert, so dass er jetzt sieben Seiten umfasst. Bei Interesse kann ich den mailen.
Unmengen von Information zu Nikolaus/Santa Claus
Hallo, Irene,
Es wäre einmal sehr interessant, die „Entstehungsgeschichte“
zurück zu verfolgen.
Ich habe zwei Quellen für diese Legendenbildung genannt, aber da du nun danach
fragtest, kann ich gleich den Nikolo aus dem Sack lassen. Manches ist mehrfach
genannt, aber das kann man wohl ertragen. Wenn man sich schon an den langen
Text macht.
Hier also die Kooperation von Uschi und mir:
Mod.: Eine neuere und umfangreichere Version von Fritzs und Uschis
Erkenntnissen ist weiter oben im Brett zu finden!
Denn ich merkte gleich nach dem Posten, dass ich einige inzwischen gewonnene Erkenntnisse noch nicht eingearbeitet habe. Na, vielleicht nächstes Weihnachten.
Bist doch einer der Besten (groß oder klein btw? *g*),
Danke! Und hier wahrscheinlich klein, da man ein Nomen ergänzen kann: WWWler, Poster, MOD, Weihnachtsfachmann o. ä.
Wenn du es allerdings ganz generell meinst, kann es groß geschrieben werden.
wohl nicht so ausführliche wie dem Knecht RUPPRICHT seine…
Ich wünsch euch eine ruhige Adventszeit!
Helene
PS: In welchen Gegenden galt denn früher einmal die Vorweihnachtszeit auch noch als „die stillste Zeit im Jahr“? Ist/war das auf den alpinen Raum beschränkt ?
Ein schlechter Trost, da du mich nunmehr arbeitslos gemacht hast als Experte für Weihnachtsmann & Co.! ;-(
PS: In welchen Gegenden galt denn früher einmal die
Vorweihnachtszeit auch noch als „die stillste Zeit im Jahr“?
Ist/war das auf den alpinen Raum beschränkt?
In meiner Kindheit sagte man das auch bei uns. Es gab Rorate-Gottesdienste und Adventssingen und einige Bastelabende, aber keine Lichterketten in den Straßen, keine Weihnachtsdudelmusik in den Geschäften - inzwischen ein Gewerkschaftsthema - , keine Weihnachtsmärkte schon im November, sondern nur einen Tag, an dem man selbst Gefertigtes verkaufte.
Aber: tempi passati und long time gone!