Nimmt Leistung e. Wasserpumpe m.d. Fördermenge zu?

Hallo Forum,

ich möchte ein neues Hauswasserwerk (Wasserpumpe und Druckbehälter) zur Gartenbewässerung kaufen.
Jetzt wurde mir eine Pumpe mit Druckschalter aber ohne Druckbehälter angeboten.
Der Verkäufer behauptete:

Wird wenig Wasser abgenommen (Wasserhahn nur wenig geöffnet) nimmt die Pumpe nur wenig Leistung auf.
Wird viel Wasser abgenommen fördert die Pumpe mit voller Wattzahl.

Ich halte diese Aussage für falsch, weil die Pumpe immer mit voller Leistung läuft.

Wer hat Recht?

Hallo !

Wird wenig Wasser abgenommen (Wasserhahn nur wenig geöffnet)
nimmt die Pumpe nur wenig Leistung auf.
Wird viel Wasser abgenommen fördert die Pumpe mit voller
Wattzahl.

Das ist Richtig.
Eine Industriepumpe wird z.B. immer mit geschlossenem Verbraucherventil angefahren. Dann ist die Leistung des E-Motors beim Starten nur so groß, wie die zu überwindende Reibung. Läuft die Pumpe dann in der erforderlichen Drehzahl, wird das Verbrauchsventil langsam geöffnet und der E-Motor nimmt Last auf.

Ich halte diese Aussage für falsch, weil die Pumpe immer mit
voller Leistung läuft.

Nein, eine Pumpe mit geschlossenem Verbraucherventil (Druckventil) läuft mit Nulleisteung. Nur die Reibung muß überwunden werden.

Wer hat Recht?

Der Verkäufer mit der Pumpentheorie.

Stell Dir mal eine Pumpe vor, die voll pumpt und eine andere, wo das Druckventil nur ein wenig geöffnet ist. Welche nimmt mehr Leistung auf?

Das zur Theorie der Pumpe.

Nur, hat man hinter der Pumpe einen Druckbehälter, also Vorrat an Wasser, so läuft hier die Pumpe oftmals nicht, trotz Verbrauch.

Die Pumpe ohne Druckbehälter springt dagegen immer an (fast immer). Hat also einen hohen Anfahrstromverbrauch.
Läuft sehr oft in kleinen Intervallen, mit hohem Anfahrstromverbrauch und geringen Pumpstromverbrauch.

Die mit Behälter läuft selten, dafür länger und hat weniger Anfahrstromverbrauch.

Man kann also davon ausgehen, dass der Verkäufer mit seiner Theorie recht hat, der Stromverbrauch aber trotzdem höher ist.

Macht sich aber kaum auf der Stromrechnung bemerkbar.

Gruß max

Hallo Forum,

Der Verkäufer behauptete:

Wird wenig Wasser abgenommen (Wasserhahn nur wenig geöffnet)
nimmt die Pumpe nur wenig Leistung auf.
Wird viel Wasser abgenommen fördert die Pumpe mit voller
Wattzahl.

Ich halte diese Aussage für falsch, weil die Pumpe immer mit
voller Leistung läuft.

Wer hat Recht?

Hi.
Es ist schon richtig, dass eine Pumpe bei weniger Wasserdurchsatz auch weniger Leistung aufnimmt. Wenn sie nichts (oder weniger) fördern muss, läuft sie schneller, unter Last läuft sie langsamer. Je langsamer sie läuft (d.h. je mehr sie belastet wird), desto mehr Leistung nimmt sie auf (für Elektrotechniker: Lenz’sche Regel). Was mir in dem Zusammenhang eher Gedanken machen würde, ist die Frage, ob die unbelastete Pumpe nicht heißläuft. Es gibt Wasserpumpen, die werden durch das geförderte Wasser zugleich gekühlt. Wenn sie kein Wasser fördern, fällt das ja weg. Darüber würde ich den Verkäufern nochmal befragen.

So long
Eckard C.

Wird wenig Wasser abgenommen (Wasserhahn nur wenig geöffnet)
nimmt die Pumpe nur wenig Leistung auf.
Wird viel Wasser abgenommen fördert die Pumpe mit voller
Wattzahl.

Das ist Richtig.
Gruß max

Danke für die fundierte und überzeugende Antwort.

Da frage ich mich, warum Hauswasserwerke immer (oder meist) mit einem globigen Druckausgleichbehälter angeboten werden.
(Genau der ist bei mir durchgerostet und hat eine Überschwemmung im Keller ‚gefördert‘. )
Der Eingangs zitierte Verkäufer bietet eine Pumpe mit Druckschalter an, welcher mir nach diesen Erkenntnissen zur Gartenbewässerung (Grundwasserförderung) geeigneter erscheint.

Danke Max

MfG
Wolfgang

… Je langsamer sie läuft (d.h. je mehr
sie belastet wird), desto mehr Leistung nimmt sie auf (für
Elektrotechniker: Lenz’sche Regel).

Aha!

… Was mir in dem
Zusammenhang eher Gedanken machen würde, ist die Frage, ob die
unbelastete Pumpe nicht heißläuft. Es gibt Wasserpumpen, die
werden durch das geförderte Wasser zugleich gekühlt. Wenn sie
kein Wasser fördern, fällt das ja weg. Darüber würde ich den
Verkäufern nochmal befragen.

Die Pumpe wird mit einem Druckschalter angeboten.
Wird nicht gefördert, schaltet in diesem Fall eine ‚Schwimmerkonstruktion‘ (lt. Verkäufer) die Pumpe ab.

Das wird ein Heißlaufen wohl verhindern. Die Pumpe (sehr teuer) ist angeblich auf Dauerbetrieb ausgelegt.

Beste Grüße
Wolfgang

Hallo !

Weil der Betrieb mit Drucktank weitaus ruhiger ist, als nur mit Schalter.

Diese Pumpen für den einfachen Hausgebrauch ohne Drucktank werden in den letzten Jahren vermehrt angeboten.

Und sicher nur aus Kostengründen. Eine Pumpe mit Drucktank ist für den Hersteller sehr viel teurer, da dieser Drucktank gebaut ist, wie ein Druckausgleichsbehälter einer Heizungsanlage. Also den Preis erheblich erhöht.
Und Platz spart.
Also ein Argument für den Käufer, so eine Pumpe ohne Drucktank zu kaufen.

Eine Pumpe ohne Drucktank, also ohne Speicher, arbeitet sehr unruhig. Springt sehr oft an, belastet das hausinterne Stromsystem in manchen Häusern sehr stark. Die Wellenabdichtung wird durch das dauernde Anfahren sehr beansprucht und wird nach kürzerer Zeit lecken, als die der Speicherpumpe.
Der Druckschalter wird weit über das normale Maß hinaus beansprucht und hat eine weit kürzere Lebensdauer, als der Druckschalter einer Pumpe mit Drucktank. Dieser Schalter kostet allein fast 50,- Euro.

Vorzuziehen ist immer eine Pumpe mit Drucktank. Sie hat eine weitaus längere Lebensdauer (Standzeit). Längeren gleichmäßigeren Druck im Wassersystem. Die Elektroinstallation des Hauses wird weit weniger beansprucht, als durch eine Pumpe, die alle paar Sekunden, Minuten mit hohem Anfahrstrom anfährt.
Nachteil ist eben die Größe. Die heutigen Druckbehälter sind meistens aus Nirosta und rosten nicht durch.

Soll die Pumpe nur im Garten gebraucht, werden genügt sicher die, ohne Drucktank. Soll sie im Haus das Toilettenwasser und Waschwasser pumpen, ist eine mit Drucktank vorzuziehen.

Wir haben selbst eine Hauswasserpumpe von Grundfos JP6 mit Speicher. Seit 10 Jahren läuft sie ohne Probleme.
Es gibt sie jetzt auch ohne Speicher. Ich würde aber bei der Speicherpumpe bleiben.

Gruß Max

Es ist schon richtig, dass eine Pumpe bei weniger
Wasserdurchsatz auch weniger Leistung aufnimmt. Wenn sie
nichts (oder weniger) fördern muss, läuft sie schneller, unter
Last läuft sie langsamer.

Der E-Motor bleibt bei seiner Nenndrehzahl.

Je langsamer sie läuft (d.h. je mehr

sie belastet wird), desto mehr Leistung nimmt sie auf (für
Elektrotechniker: Lenz’sche Regel). Was mir in dem
Zusammenhang eher Gedanken machen würde, ist die Frage, ob die
unbelastete Pumpe nicht heißläuft.

Wenn sie nicht belastet ist, läuft sie auch nicht, da sie innerhalb von Sekunden den Abschaltdruck aufbaut.

Es gibt Wasserpumpen, die

werden durch das geförderte Wasser zugleich gekühlt.

Jede Pumpe wird durch das zu pumpende Medium gekühlt.

Wenn sie

kein Wasser fördern, fällt das ja weg. Darüber würde ich den
Verkäufern nochmal befragen.

Wie schon gesagt, fördert sie nicht, schaltet sie ab.

Gruß max