Nina Hagen

Hallo,
wegen einer fiesen Erkältung war ich am WE im Bett und habe die schreckliche Kiste angemacht (dieses Ding, wo früher Spielfilme gesendet wurden). Samstag Abend kommt dann so eine Dauersendung über die Lieblingssongs der Promis (etwas interessanter als Krieg der Ameisen, aber nur etwas…) Auf dem ogbligatorischen Sofa sitzt neben dem Stargeiger David Garett Nina Hagen, die anscheinend immer mehr in diesen lowclass Sendungen gastiert - guckt wirr, gibt Laute von sich und wirkt wie von einem anderen Stern. Was früher eine Ikone des Punk war, eine Frau, die etwas zu sagen hatte, revolutionär war und einen politischen Inhalt vertrat ist heute eine billige Witzfigur geworden. Wer heute Teenie ist und ihre Geschichte nicht kennt, wird sie leicht mit einer Hella von Sinnen, Verona Feldbusch oder sonst irgendeine Medientussi gleichsetzen und sich eventuell wundern warum sie so verdammt gut singen kann.

Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe - warum macht sie das? Braucht sie Geld oder ist sie wirklich nur doof?

Viele Grüße

Hallo Chilli,
die Sendung habe ich zwar nicht gesehen, aber eine ähnliche Frage habe ich mir auch schon gestellt. Doof ist sie nicht, ganz im Gegenteil (ich habe sie mal sprechen können und fand sie sehr geistreich und wunderbar komisch)vielleicht liegt’s echt am Geld, aber ich wünschte mir auch, daß sie im TV etwas mehr von sich preisgäbe als die Rolle, die sie dort präsentiert.
Nachtgruß, Paulader

Vielleicht passt sie sich auch nur dem Niveau der (meisten) Teenies in Deutschland an und will dazu beitragen, dass sich Leute mit „fiesen Erkältungen“ wenigstens über irgend ein Thema den Kopf zerbrechen, bzw. sich überlegen, ob es zwischen „Doof-Sein“ und „Kohle“ auch noch andere Dinge gibt, über die man sich Gedanken machen kann. :smile:

Hallo Chili,

Frau Hagen war aber schon damals als Punk-Ikone auf eine markerschütternde Weise exaltiert. Das ist nun mal ihr Naturell (ich hatte in den 80ern mehrfach die Gelegenheit, mit der Guten das eine und auch das andere geistige Getränk zu mir zu nehmen, boahh, war das anstrengend oftmals).

Nun hat sie halt mittels der Einführung des Privatfernsehens seitdem eine unendlich große Bühne, wo ihr das in voller Gänze auszuleben gestattet wird.

Gleichzeitig aber immer irgendwie sehr mütterlich, wie es ja schon damals in weiser Voraussicht und überaus wahrheitsgemäß hiess: „Hab doch keine Angst, Doc, ich bin die Mutter des Punkrock“.

Wegen der Kohle macht sie das meiner Ansicht nach eher nicht, die kommt schon zurecht, möchte ich meinen :smile:)

Nostalgischen Gruß

Annie

„Hab doch keine Angst, Doc, ich bin die Mutter des Punkrock“.

LOL! :smiley:

Ich finde an Nina gut, dass sie sich z.B. ehrenamtlich für notleidende Menschen einsetzt und zwar nicht mit irgendwelchen plakativen Aktionen, sondern selber, uneigennützig, ohne Öffentlichkeit.
Ich habe das mal durch Zufall erfahren - ich glaube, sie arbeitet öfters in Sterbehospizen o.ä.
Das ist gar nicht so bekannt und deshalb finde ich, dass Leute, die sich abfällig über sie äussern, einfach die „Gosch“ halten sollen.
:smile: