Nix drin? Nix dran? Oder doch?

Hallo zusammen,

mich würde interessieren, ob in der klassischen Homöopathie objektive Heilerfolge zu erreichen sind, obgleich die verabreichten Potenzen ja praktisch keinen Wirkstoff mehr enthalten. Hintergrund ist der, daß ich zwar eine ganze Reihe Studien kenne, aber alle mit negativen Ergebnis.
Um es vorwegzunehmen - ich würde die gleichen strengen Anforderungen stellen würde wie in der Schulmedizin:

* Das Präparat muß gegen Placebo gestestet worden sein. Weder Arzt und Patient sollen während der Studie gewußt haben, wer Verum und wer Placebo erhalten hat (doppelblind),
* Es muß eine ausreichende Patientenzahl teilgenommen haben, um einen Zufallseffekt einigermaßen unwahrscheinich zu machen,
* Die Statistische Auswertung sollte nicht den Eindruck hinterlassen, als sei „getrickst“ worden,
* Ähnliche Studien müssen von zweiter, dritter, vierter Seite mit ähnlichem Ergebnis durchgeführt worden sein.

uff, ein bißchen viel, ich weiß, aber die Materie ist halt nun mal so komplex…

Danke!

Oliver

Hallo Oliver,
Bezügl. der klassischen Homöopathie ist es nicht möglich nach streng wissenschaftlichen Kriterien (doppelblind etc.) Wirsamkeitsstudien durchzuführen, denn hier wird mit großem zeitlichen Aufwand das für das jeweilige Individuum passende Mittel repertorisiert. Das heisst, das bei 10 Personen mit der gleichen Symtomatik u.U. 10 verschiedene Mittel in den unterschiedlichsten Potenzierungen verordnet werden.
Dieses Verfahren macht also eine wissenschaftliche Überprüfung so schwierig. Einfacher wäre eine Studie mit einem Komplexmittel, das verschieden Einzelmittel enthält und sysmtomorientiert verordnet werden kann. Solche Studien gibt es und sie beweisen auch die Wirksamkeit.
Deine Fragestellung zeigt auch, das dir die klassische Honöopthie fremd ist. Es gibt genug Fachliteratur, die das Wesen der H. gut erklärt. Wenn du dich da ein wenig schlau gemacht hast, wirst du keine wissenschaftliche Studien mehr fordern, weil sie nun mal bei der klassischen Homöopthie nicht möglich sind. Die Homöopathen werden solche Studien auch nichz vermissen, da sie in ihrer täglichen Arbeit die Wirksamkeit erleben und das, obwohl in Hochpotenzen kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden ist, was ja bekanntlich für viele Kritiker ein Argument sein soll.
Ich will versuchen, dir an einem einfachen Beispiel zu erklären, warum dies kein Argument ist. Bei Hochpotenzen ist allein die Information von Bedeutung und nicht die Materie wie dies auch bei einer Computerdiskette ist. Eine Diskette kann man gründlich chemisch analysieren und wird ihre Bedeutung nicht verstehen. Erst dannnn, wenn man sie auf ihren Informationsgehalt hin untersucht, wird man fündig.
Grüße
KH

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Geist und Seele? (Ausschweifung)
Hallo Karl-Heinz,

…Mittel repertorisiert. Das heißt, das bei 10 Personen mit der
gleichen Symtomatik u.U. 10 verschiedene Mittel in den
unterschiedlichsten Potenzierungen verordnet werden.
Dieses Verfahren macht also eine wissenschaftliche Überprüfung
so schwierig.

Klar, es ist aufwendig, aber es wäre ja auch möglich, den Therapieerfolg rein bezüglich der Symptomatik zu untersuchen, d.h. man nimmt 50 Patienten, die ruhig mit einer jeweils anderen Repertorisierung (sage ich das so richtig?) behandelt wurden, und vergleicht eben doppelblind mit Plazebo (d.h. ein dritter müßte „heimlich“ per Zufall die Fläschchen vor der Therapie austauschen und dieses für den späteren Vergleich notieren). Die Frage wäre dann eben, aufs Symptom bezogen: Niesen Verum-Patienten weniger? So etwas wäre doch durchaus machbar - oder wo liegt da mein Denkfehler?

…die Information von Bedeutung und nicht die Materie wie
dies auch bei einer Computerdiskette ist. Eine Diskette kann
man gründlich chemisch analysieren und wird ihre Bedeutung
nicht verstehen. Erst dannnn, wenn man sie auf ihren
Informationsgehalt hin untersucht, wird man fündig.

Den Vergleich finde ich echt gut, da ein wissenschaflich-analytischer Ansatz ja zwangsweise mit einem vorübergehenden Scheuklappenblick verbunden ist - man interessiert sich nur für die chemische Struktur der Diskette und verpaßt dabei, daß der wesentliche Gehalt eigentlich in der Anordnug der kleinen Magnetisierungen an der Diskettenoberfläche besteht. Dieser wäre aber mit einem anderen wissenschaftlichen Blick (eben mit Meßverfahren für Magnetisnus und nicht für chemische Zusammensetzung) nicht entgangen.
Aber wie ist das nun mit dem Wasser? Ist die Vorstellung, daß die Informationen des Therapeutikums z.B. als eine bestimmte strukturelle Anordung der Wassermoleküle (in Analogie zum Diskettenvergleich wissenschaftlich erfaßbar, wenn man die Methoden hätte) erhalten bleiben, oder könnte man das quasi (anders als mit der Diskette) „aus Prinzip“ nicht wissenschaftlich messen?

Wenn letzteres zuträfe, so müßte man auch sagen, daß es da eben noch etwas anderes gibt, was nicht unter einem wissenschaftlichen Blick erfaßt werden kann (= Glaube an Seele und Geist etc., Subjektivität im weitesten Sinne). Gleichzeitig wird aber behauptet, daß Homöopathie eine objektive Heilung bewirkt, und diese müßte dann ja per Definitionem („objektiv“) meßbar sein, wie oben beschrieben. Also kann man „das andere“ dann doch messen? Wäre etwas widersprüchlich. Ich glaube zwar schon (subjektiv) an Seele und Geist, meine aber auch, daß Seele und Geist im objektiven Bereich (im Sinne einer strengen Trennung) nicht wirken können, d.h. ich glaube zum Beispiel eben nicht an die Wunderheilungen von Lourdes (als Beispiel).
Es ist ja interessant daß das eigene Bewußtsein beim vorübergehenden Hirntod weiterexistiert und Dinge wahrnimmt, also *nicht* an ein funktionierendes Gehirn gebunden ist (!). Das weiß man aus Nahtodeserlebnissen aus der Neurochirurgie. Aber das ist nun entgültig off-topic :wink:

Am klinischen Erfolg wäre jedenfalls meßbar, ob sich „potenziertes Wasser“ von „normalem“ Wasser unterscheidet, aus welchem der beiden Gründe auch immer. Daher würde ich mich auch für die Komplexierungsmittel (vorausgesetzt es sind ebenfalls Hochpotenzen) interessieren. Wird das auch als Paper in den üblichen medizinischen Journals publiziert, d.h. kann man da etwas in den einschlägigen Datenbanken (Medline) finden?

Viele Grüße und vielen Dank :wink:

Oliver

Hi,
also mir fällt es zwar schwer, an die Wirksamkeit von Nichtvorhandenem zu glauben, aber ich weiß, dass immer mehr Landwirten die klassische H. sehr erfolgreich zur Behandlung bestimmter Erkrankungen bei Kühen (z.B. Euterentzündungen) einsetzen. Das finde ich doch sehr beachtlich und auch beweiskräftig !

Hallo Heidi,

sofern der Landwirt selbst den Heilerfolg beurteilt, so beißt sich die Katze in den Schwanz: Wenn er an Homöopathie glaubt, so wird er auch eine Heilung sehen (wollen). Eigentlich müßte man die Kuh die Heilung beurteilen lassen *g*. Oder außenstehende dritte, aber das entspräche ja dann einer Doppelblindstudie, und das funktioniert ja nicht, wie die Homöopathen selbst sagen :frowning:

Oliver