NLP und Hypnose

guten tag,

ich habe gehört, dass man mit NLP (neurolinguistische Programmierung?) Fingernägelkauen therapieren kann?! kann mir jemand dazu infos geben, ob das sinn macht und vor allem, wie das so funktioniert? insbesondere unter nlp kann ich mir noch gar nicht so richtig was vorstellen?! zu wem kann man dann gehen und wie kann ich herausfinden, ob die leute auch gut sind in dem was sie tuen, ich hab da schon ein bißchen angst an die falschen leute zu geraten.

danke schon im vorraus
lieben gruß
YVE

Hallo YVE,

NLP ist - kurz gesagt - eine Methode bzw. Methodensammlung innerhalb der Psychotherapie. Schon realtiv bald nach der Anfangsentwicklung fanden viele Leute diese Methoden auch außerhalb der Psychotherapie interessant und hilfreich. Das hat natürlich dazu geführt, das alle möglichen Leute mit diesen Methoden „rumexperimentiert“ haben, also auch Nicht-Fachleute. Das ist nicht unbedingt tragisch, aber - das ist meine Meinung - im therapeutischen Bereich sollte man schon mehr wissen als „nur“ NLP. Deshalb mein Ratschlag:

1.) Ich kann mir vorstellen, das NLP hilfreich ist.
2.) Aber geh zu einem „Fachmann“ (Fachfrau)

Woran erkenne ich einen „Fachmann“:
Ich würde zu einem Dipl.-Psych. gehen mit SChwerpunkt NLP oder besser: Hypnotherapie. Er sollte einen Abschuß in „klinischer Hypnose“ haben. Mein Tipp: in Berlin gibt es das Milton-Erickson-Institut. Frage da mal nach Adressenlisten von geeigenten Leuten. Du kannst dich dort auch beraten lassen. (Leiter: Wolgang Lenk)

Auf keinen Fall würde ich zu „irgendeinem“ gehen, der einfach Hypnose macht. Hypnose ist eine sehr tiefe Intervention und gehört - ich wiederhole mich - in erfahrene Hände.

Wenn Du noch mehr wissen willst: einfach mailen.

Rob

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Hallo,

zum Exkurs bzgl. NLP nur kurz: NLP wurde zwar anfangs entwickelt aus der Beobachtung erfolgreicher Therapeuten, die Leute, die danach dann auch in anderen Bereichen damit „rumexperimentiert“ haben, waren zuallervorderst die Entwickler der Modelle selbst.
Warum haben sie das gemacht? Weil NLP-Methoden eben nicht nur auf den therapeutischen Kontext bezogen eingesetzt werden können und sollten.

Insofern stimme ich der Aussage, es solle unbedingt ein Psychologe/Psychotherapeut in diesem Falle konsultiert werden nur bedingt zu. Denn auch Nicht-Psychologen zB Pädagogen können über entsprechendes psychologisch-pädagogisches Hintergrundwissen und - was ich noch wichtiger finde - über die entsprechende Beratungserfahrung verfügen.

Leider ist es so, wie du auch schriebst, dass sich viele Menschen mit ungesundem Halbwissen in der NLP-Beraterwelt tummeln. Dazu sei an dieser Stelle auf die Homepage des Dachverbandes der NLPler (http://www.dvnlp.de) verwiesen, dort gibt es eine Datenbank, die auch Auskunft gibt über Schwerpunkte, NLP-Ausbildsgrad und sonstige Ausbildungen. Eine ebensolche, ausschliesslich auf Therapie bezogene und somit viel kleinere Datenbank gibt es m. W. auch auf http://www.dgnlpt.de.

Es gibt im Übrigen eine NLP-Methode, die für Verhaltensweisen, die einen zwanghaften Charakter annehmen, aber nicht in das in die Gruppe der Zwangserkrankungen gehören, ganz gut funktioniert.

Für eine vorwiegend hypnotherapeutische Behandlung ist das erickson-Institut ne prima Adresse.

Auf keinen Fall würde ich zu „irgendeinem“ gehen, der einfach
Hypnose macht. Hypnose ist eine sehr tiefe Intervention und
gehört - ich wiederhole mich - in erfahrene Hände.

DAS kann ich nur dick unterstreichen… wobei erfahren auch wieder so ne Sache ist.

Gruß
Xelya

Hallo Xelya,

da ich selbst zur Zunft der Päds gehöre, möchte ich natürlich die Pädagogen nicht ausschließen :smile:! Ich habe selbst eine NLP-Ausbildung, die ich sehr gut fand und mache gerade eine Ausbildung in „klinischer Hypnose“. In dieser zweiten Ausbildung wurde mir allerdings bewusst, wie wichtig es ist, zu wissen, wann und mit wem welche Intervention angezeigt ist. Das habe ich in der gesamten NLP-Literatur so überhaupt nicht gefunden… und ich habe ne Menge davon gelesen. Milton-Erickson, von dem Bandler und Grinder lernten, war selbst Psychiater und von daher mit den Grenzen der Methode gut vertraut. Von daher meine Warnung.

Ob NLP-Ausbildungen für jeden offen sein sollten, sehe ich eher kritisch. Mit dieser Frage könnte man allerdings eine ganze Diskussionskette entfesseln. Allen Insidern würde das sicher Spass machen (auch mir!) - den Fragesteller aber doch eher verwirren? Auf jeden Fall ein spannendes Thema.

Rob

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vergiß nlp, ist nicht seriös genug, wende dich an einen gut ausgebildeten
Therapeuten aus der tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen
Richtung, evtl auch Gesprächstherapie.
in der psychotherapiescene tummeln sich viele scharlatane.

viele grüße…nashorn

Hallo Robert,

du hast völlig recht, diese Diskussion wäre spannend, der Fragestellerin aber nicht wirklich nutzbringend, vermute ich. Ich habe mich hinreissen lassen :smile:

In dieser zweiten
Ausbildung wurde mir allerdings bewusst, wie wichtig es ist,
zu wissen, wann und mit wem welche Intervention angezeigt ist.
Das habe ich in der gesamten NLP-Literatur so überhaupt nicht
gefunden… und ich habe ne Menge davon gelesen.

Nun, es kommt sicherlich darauf an, bei wem man NLP lernt und welche Bücher man so liest. Die neuere amerikanische NLP-Literatur beschäftigt sich ja auch vorwiegend mit den Möglichkeiten der Methoden. Und Bandler himself ist ja auch eher ein Fan der unbegrenzten Möglichkeiten und nicht unbedingt der Mensch, der offenkundig sorgsam mit seinen Klienten umgeht.

Milton-Erickson, von dem Bandler und Grinder lernten, war
selbst Psychiater und von daher mit den Grenzen der Methode
gut vertraut. Von daher meine Warnung.

Hier wäre ein guter Ansatzpunkt für eine Diskussion. Sie haben ihn modelliert und viel von ihm gelernt, aber nicht seine Methoden eins-zu-eins übernommen. Insofern glaube ich, dass eine Warnung, sensibel die Methoden anzuwenden, wichtig ist (wie bei allen Methoden, die Veränderungen herbeiführen oder begünstigen können), sich diese aber nicht ausschliesslich auf die Berufsausbildung, die ein NLPler haben sollte, beschränken bzw. beziehen sollte.

Ob NLP-Ausbildungen für jeden offen sein sollten, sehe ich
eher kritisch. Mit dieser Frage könnte man allerdings eine
ganze Diskussionskette entfesseln. Allen Insidern würde das
sicher Spass machen (auch mir!) - den Fragesteller aber doch
eher verwirren? Auf jeden Fall ein spannendes Thema.

Das ist es auf jeden Fall und auch hier gibt es pro und contra und den alles entscheidenden jeweiligen Kontext. Vielleicht starten wir eine solche Diskussion ja mal an anderer Stelle. Ich bin ganz sicher dabei .-)

Gruß
Xelya

ts…
Hallo,

ist total differenziert dein Beitrag, Glückwunsch!
Du scheinst ein Profi zu sein. )-:

Komischerweise gibt es tausendfach Hetzschriften
über Tiefenpsychologische Behandlung (sog.„Analyse“) aber kaum
etwas reisserisches zu NLP. Sehr seltsam…

Gruß

Oliver-Michael

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vielen dank für eure infos!!!
lieben gruß
YVE