Was für eine Frage! Lass ihn in Ruhe!
Hallo,
in was für einer Welt leben wir nur???
Ist man also nur „ok“, wenn man studiert hat?
Wenn man einen Job hat?
Wenn man dies hat, wenn man jenes hat?
Wenn ich eines in meinem Leben gelernt hab (aktiv und passiv): man hat sich nicht in das Leben eines erwachsenen Menschen einzumischen!
So schmerzlich und gut gemeint es auch sein mag!
Der „Sohn“ ist 28!
Er ist nicht auf der Brennsuppe daher geschwommen! Er weiß offenbar schon, um was es im Leben geht!
Gut, er jobbt im Callcenter.
Na und?
Er weiß offenbar sehr wohl, was er tun muss, damit er existieren kann.
Und wenn ihm selbst sein Leidensdruck zu groß wird, wird er etwas ändern. Nicht eher und nicht später.
Mit allen „Hilfsangeboten“, mit denen ihr ihn bedrängt, damit er so lebt, wie ihr es gerne hättet oder ihr es für gut findet , weckt ihr höchstens in einem Menschen den Trotz. Er versucht sich - mehr oder weniger unbewusst, davon abzugrenzen und entwickelt die eine oder andere „Strategie“ dagegen. Das muss noch nicht mal bewusst und willentlich ablaufen! Ich weiß, wovon ich rede!
Ich bin auch so ein „verkorkster“ Fall: Eltern Lehrer, Brüderchen studiert, Töchterlein hätte auch studieren sollen! Was sollen sonst die Nachbarn denken
)
Töchterlein hat sich reinquatschen lassen und hat Studium angefangen.
Und, oh Ach und Weh, es abgebrochen, weil sie gemerkt hat, das ist nicht meine Welt! Das will ich gar nicht! Ich will arbeiten und nicht jahrelang rumstudieren! Das ist nichts für mich.
Und hab dann eine stinknormale Lehre als Schriftsetzer angefangen. Und das ist heute mein Traumberuf! Als Grafiker, was ich studieren wollte, sollte, hätte ich kläglich versagt, weil ich eben doch nicht sooo kreativ bin, ich bin mehr der „Techniker“.
So! Bei den Eltern bin ich nun das „schwarze“, aus der Art geschlagene Schaf! Was hab ich mir nicht alles anhören dürfen! Jahrelang!
Bis es irgendwann infernalisch „gekracht“ hat, weil ich mir ein für allemal die ständigen Einmischungen und Vorhaltungen bzgl. meines Lebens verbeten habe!
Seither lebe ich glücklich und zwar auf meine Weise.
Das ist eben nicht die Weise, wie die Familiy es gerne hätte, die es ja nur ach so gut meint!
Woher willst du, wollt ihr denn nur wissen,was dem „Sohn“ gut tut, wie er zu leben hat, wie er glücklich werden soll, was für ihn heißt, „es zu etwas zu bringen“?
Vielleicht ist er eben „eine Nummer kleiner“ mit seinem Leben zufrieden?
Vielleicht ist das nur für euch nicht vorstellbar?
Vielleicht wurde er auch nur in die „Studieren-Schiene“ reingepresst, obwohl er es nicht wollte oder nicht mehr will?
Vielleicht mag er sich erst „ausprobieren“, was ihm liegt, wohin er überhaupt will - im übertragenen Sinne?
Lass ihn doch endlich sein Leben führen - alleine, ohne ständige Hilfe, ohne ständiges Reinquatschen!
Er ist kein Baby, er ist ein erwachsener Mann!
Er hat sein Leben selbst in der Hand! Er MUSS es selbst in der Hand haben!
Wenn seine Eltern nicht mehr sind, hat er auch niemanden, der ihm sein Leben mundgerecht serviert und vorlebt!
Er alleine ist seines Glückes Schmied.
Ich gebe jemandem gerne freundschaftliche Hilfestellung, wenn derjenige mich darum bittet oder fragt.
Aber ich mische mich niemals ungefragt in die Angelegenheiten eines anderen ein, wenn er mir nicht wörtlich oder in sonst welcher Weise zu verstehen gibt, dass er meine Hilfe WILL!
Ich hab selbst erlebt, wie ätzend es ist, wenn andere einem ständig reinquatschen und MEINEN (!!) zu wissen, was gut für mich ist und was ich zu tun und zu lassen hätte, damit ich es „zu was bringe“!
Ha, ich hab nicht studiert, ich bin das „schwarze Schaf“ der Familiy.
Und soll ich dir was sagen?
Mir gehts saugut dabei!
Ich lebe mein EIGENES Leben, und darauf bin ich stolz! Mir quatscht keiner mehr rein! Und das ist göttlich! Ich bin für mich als erwachsener Mensch selbst verantwortlich , das ist notwendig und das macht einen Menschen stark und selbstbewusst, damit er sein Leben meistern KANN!
Einen erwachsenen Menschen wie ein Baby im übertragenen Sinne „an die Hand“ nehmen zu wollen und mit fragwürdigen Hilfestellungen in seine eigenen Ansichten zu pressen, finde ich vermessen, unverschämt, lästig, unangebracht, und vergebliche Liebesmüh!
Also leb du dein Leben und lass deinem Bruder das seinige!
Wenn er „gescheit“ ist, wird er eh nur das machen, was ER für richtig hält - magst du da Kopfstände noch und nöcher machen!
Also verschwende deine Kräfte nicht dafür, sondern konzentrier dich auf DEIN Leben.
Wenn du deinem Bruder was „Gutes“ tun magst, dann bleib offen für ihn, wenn er zu dir kommt, dich was fragen wollte, was wissen mag - whatever. Aber dräng ihm nicht deine Hilfe auf, dräng ihm nicht deine Vorstellungen von einem guten, angebrachten Leben auf. DAS dankt er dir nämlich eines Tages gewiss nicht, das garantier ich dir!
Leben und leben lassen
Täusch ich mich, wenn ich aus deinen Zeilen etwas „Eifersucht“ heraushöre, wenn du schreibst „er schafft es immer wieder, der arme arme sohn, das man ihm hilfreich unter die arme greift. und das leiden
verlängert. so sehe ich das.“ ???
Höre ich da „Neid“ heraus, dass man dem „Armen“ unter die Arme greift?
Vielleicht wünschst du dir insgeheim bei deiner Selbstständigkeit doch auch mal, dass man dich genauso „betütelt“?
Woher willst du eigentlich wissen ,was bei deinem Bruder „Leiden“ ist, das durch die „Hilfestellungen von außen“ „verlängert“ wird?
Drück doch deinem Bruder nicht Ansichten auf, von denen du nicht weißt, ob er es in seinem Inneren auch so empfindet, nämlich als „Leiden“, das verlängert wird???
Kannst du dir nicht vorstellen, dass andere Menschen mit viel weniger schon glücklich und zufrieden sind, selbst wenn sie „nur“ im Callcenter jobben? Selbst wenn sie nicht studiert haben?
Warum drückst du DEINE Maßstäbe ihm auf?
Er ist erwachsen! Hallo!!
Er alleine MUSS entscheiden, was er tut und was nicht.
Er alleine ist seines Glückes Schmied!
Nicht du, nicht die Eltern, einfach niemand außer er selbst!
Lass ihm doch diese Freiheit! Er ist erwachsen und kein Baby!
Gewähre ihm doch soviel Respekt und soviel Akzeptanz, dass du ihn so lässt, wie er ist und wie er leben will.
Selbst wenn er mit seinem Leben momentan nicht zufrieden sein sollte, dann lass ihn seinen Weg selbst finden, denn er muss ihn schließlich auch selbst und alleine gehen, ohne Mama oder Schwesterherz am Rockzipfel!
Ein Mensch bringt sein Leben nicht dadurch auf die Reihe, dass er sonstwas geleistet hat, studiert hat, verheiratet ist, Kinder hat, sondern indem er mit sich und seinem Leben zufrieden ist - egal, welche Bildung er hat, egal, was für Lebensumstände er hat.
Ein Mensch lebt nur dann sein Leben FÜR SICH gut, wenn er auf EIGENEN Beinen steht und sich nicht bevormunden lässt durch angeblich wohlmeinden Ratschläge, die andere ihm reindrücken wollen, weil sie meinen so und so müsste das Leben „gut“ sein.
Lass ihn seinen Weg alleine finden und alleine gehen!
Vielleicht ist er noch auf der Suche, was ihm zusagt im Leben, vielleicht weiß er noch nicht, wohin er will, vielleicht ist er noch am Ausprobieren. Lass ihn das in Frieden machen und quatscht ihm nicht rein!
Wenn er euch um Rat fragt, ok, dann darf man ihm getrost Tips geben. Aber nicht ungefragt und ungebeten! Das ist kein Baby mehr!
Aus Respekt und Achtung vor einer anderen Seele, vor einem anderen Leben, sollte man sich mit seinen Urteilen und Hilfestellungen zurückhalten - denn jeder Mensch erachtet anderes für gut und passend für sein ureigenes Leben!
Christina
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