Noch mal: Homosexualität und die Bibel

hallo. lies doch mal weiter unten meine antwort.

dies ist das gesetzt über die unreinheit von mann und frau.
die menstruation ist eine reinigung der frau.

nein. die reinigung kommt hinterher. blut ist unrein. unrein heißt kultisch nicht einwandfrei, weil blut der lebenssaft ist. mit unhygienisch hat das nichts zu tun. (auch wenn es einfach sauberer ist, während der regel keinen sex zu haben. außerdem ist während dieser zeit der muttermund geöffnet, sodaß keime eindringen können. also so blöd ist das ganze gar nicht - mal unreligiös betrachtet.)

diese dauert
durchschnittlich 7 tage. der kontakt bezieht sich nicht auf
das reden sondern auf alles andere

der kontakt meint hautkontakt. deswegen berühren streng religiöse juden keine fremde frau, da sie die regel haben könnte (und fragen wäre eine frechheit).

d) Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf,

nun, dies ist auch nicht ganz verständlich für mich. ich als
christ sage: es ist nicht so sehr von bedeutung was in den
mund reingeht, sondern was rauskommt.

als christ gelten die regeln der kaschrut für dich gar nicht. du brauchst dir den kopf nicht weiter zu zerbrechen.

alles weitere habe ich weiter unten beantwortet.

Hallo Birgit.

Natürlich, da wird es - wie auch immer - gerechtfertigt und
gelebt. Und so entstehen dann kulturelle Schemen, die
verinnerlicht werden und daher auch nicht mehr hinterfragt
werden (können) (blinde Flecken).

Ich bestreite dieses für das Judentum und mir scheint es die Sicht von aussen zu sein, welche auf vielen Missverständnissen aufbaut (siehe weiter unten).

Ich weiß, dass diese Grundsätze noch praktiziert werden. Und
ich weiß, dass es nichts mit körperlicher Reinheit zu tun hat

  • aber das genau ist ja das Schlimme!

Warum ist dies „das Schlimme“?

Es gab/gibt immer noch Kulturen (und auch meines Wissens sehr
radikale jüdische Strömungen praktizieren es), in denen
menstruierende Frauen „nicht gesellschaftsfähig“ sind, was in
dem Fall heißt: den (auch gesellschaftlichen) Umgang mit
Männern (!) meiden, vor Wiederaufnahme in die
Gesellschaft/religiöse Gemeinschaft sind rituelle Reinigungen
durchzuführen etc.

Ja, ich gehöre dazu und daran ist nichts radikal. Allerdings vermischst Du hier vieles und interpretierst hinterher dieses Gemisch.

  1. In der Orthodoxie sind die Geschlechter getrennt. Dieses beruht auf dem gegenseitigen Respekt und dem Versuch alle Mitzwot (Gebote) zu erfüllen. Dieser Umgang miteinander ist aber erst einmal unabhängig von Niddah (Regel für die Zeit der Menstruation und danach).

  2. Die rituelle Reinigung macht die Frau (in alle Strömungen) nur für ihren Mann und die Niddah regelt nur den Umgang von Frau und Mann in der Ehe. Nur diese müssen sich trennen. Dieses hat keine weiteren Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Status.

  3. Der Mann gilt als rituell unreiner und muss sich dementsprechend immer vor bestimmten Ereignissen reinigen. Die Frau ist hiervor befreit.

Es macht sicher Sinn (oder auch nicht, ist umstritten),
während der Menstruation nicht miteinander zu schlafen - aber
wieso dann die körperliche Trennung??

Weil im Judentum Sexualität positiv gelebt wird und man weiss, dass das eine zum anderen führen kann :smile:

Bingo. Denn die Frau ist „unrein“ und „unwert“ und darf den
von Haus aus „reinen“ und „wertvollen“ Mann nicht beflecken!

Völliger Unsinn. Heutzutage befinden sich alle Juden im Zustand der Unreinheit! Daraus folgt keinerlei Wertung und ich habe grosse Probleme eine Ehe so anzusehen, wie du es hier indirekt unterstellst. Eine Ehe basiert auf dem Grundsatz gegenseitig sich zu erkennen, sich zu lieben und eine Einheit zu werden und nicht auf einem „Kampf“.

Das das verteidigt wird, das ist z.B. einer der zitierten
blinden Flecken.

Eine schönes Gegenargument wenn ich dir zeigen will, dass deine Bewertungen nicht stimmen. Wie willst Du bemessen, dass ich meine Frau als minderwertig ansehen? Es ist ihr Geschenk für mich und unsere zukünftigen Kinder.

???

Ja, anscheinend besteht das Problem darin, wie wir beide die Ehe verstehen. Ich käme garnicht auf die Idee hier von Wertigkeiten zu sprechen. Es geht darum ein Fleisch zu werden. Sich zu erkennen, wie es in der Torah genannt wird.

Es ist für Männer und auch für viele Frauen (hier macht sich
die männlich orientierte Sozialisation in Gesellschaften
bemerkbar; Stichwort: Identifikation mit dem Agressor) schwer
nachzuvollziehen, aber wissenschaftliche Studien (nein, ich
kann hier keine benennen, aber Feministische Wissenschaft war
einer meiner Schwerpunkte auf der Uni) zeigen immer wieder,
dass das Ablehnen (wie auch immer praktiziert oder subtil
vermittelt) eines naturlichen Vorganges, der nochdazu ihre
Geschlechtsidentität betrifft, sehr negativ prägend für Frauen
sind. Das Schwierige daran ist, dass sie es nicht so empfinden
(verdrängt), dass sich diese „Verletzung“, dieser „Unwert“,
der damit ausgedrückt wird, auf andere Weise im Körper und der
Psyche seinen Weg bahnt.

Dann müsste sich dieses ja in vielen Bereichen im Judentum, wo dieses seit Jahrtausenden praktiziert wird, messen und belegen lassen. Ansonsten bleibt nur ein Totschlagargument stehen, welches unbewiesen behauptet, dass es keine Gegenargument mehr gibt.

Ich will religiöse Vorschriften nicht in Frage stellen,
Religion hat ihre eigenen Gesetze, welcher Couleur sie auch
ist. Ich will auch nicht die Gesellschaft in Frage stellen,
die diese subtilen Unterdrückungsmechanismen (Werbung, Witze,
abwertende Bemerkungen…) noch immer pflegt.

Nein. Im Judentum sind mir solche „Beweise“ nicht bekannt. Stattdessen kann ich anhand vieler Schriften etc. beweisen, dass hier ziemlich darauf geachtet wird, dass solche Missverständnisse nicht entstehen.

Und modern oder nicht: Blut und alles was mit
Geschlechtlichkeit (egal ob weiblich oder männlich) zu tun
hat, ist noch immer ein sehr sehr starker Archetypus, der
unbewußt mit den unglaublichsten Phantasien behaftet ist.

Dem will ich nicht widersprechen, aber dein Übertrag auf das Judentum funktioniert nicht.

Schalom,
Eli

Juden dürfen nicht schwul sein, Christen doch

oder hab ich jetzt wieder was völlig falsch verstanden?

Gandalf

Juden dürfen nicht schwul sein, Christen doch

oder hab ich jetzt wieder was völlig falsch verstanden?

Hast Du Gandalf.
Es geht nicht um „schwul sein“, sondern um homosexuelle Handlungen. Diese (und nicht die betroffenen Menschen) werden vom Alten Testament wie vom Neuen abgelehnt.

Im übrigen könnte ja mal jemand eine neue Reformkirche gründen, in der z.B. das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ homosexuell interpretiert wird.

Gruß
Wolfgang Berger

1 „Gefällt mir“

Im übrigen könnte ja mal jemand eine neue Reformkirche
gründen, in der z.B. das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich
selbst“ homosexuell interpretiert wird.

ist nicht schwer. beide personen in diesem satz („du“ und „der nächste“) sind nämlich männlich. :wink:

Juden dürfen nicht schwul sein, Christen doch

oder hab ich jetzt wieder was völlig falsch verstanden?

Hoffentlich jetzt klarer

Gandalf

1 „Gefällt mir“

Homosexualität und Gott
Hi - hab mir nicht alle Artikel durchgelesen. Nur das Mail von diesem Jake. Also ich wohne in Köln, mitten unter Schwulen und bin lebendige Christ. Daher habe auch ich mir viele Gedanken darüber gemacht und mich gefragt: warum ist das so?

Noch mal zu dem Mail: seit Christus gibt es den neuen Bund, das heisst wir sind nicht mehr an das Gesetz in Leviticus gebunden. Will sagen: wir brauchen keine Brandopfer mehr zu bringen denn Jesus ist nun unser aller Opfer geworden. Es bringt auch nichts sich gegenseitig Bibelstellen um die Ohren zu schlagen. Die Bibel ist ein lebendiges Buch und laut ihrer Aussage wird uns der Geist Gottes alles erklären (the spirit searches all things, even the deep things of God , Corinth.)

Jedenfalls wollte ich wissen, was Gott so darüber denkt und eine erklärende Stelle wäre diese hier:

Römerbrief: (24) Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, so daß ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, (a 25) sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen.

(sieh auch: Apg 14,16)

(26) Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; (27) desgleichen haben auch adie Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein mußte, an sich selbst empfangen.

bis dann mal, corrie

Hallo Birgit

Kolosser 2:13-14
13 Überdies hat [Gott] euch, obwohl ihr tot wart in euren Verfehlungen und in dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, zusammen mit ihm lebendig gemacht. Er hat uns alle unsere Verfehlungen verziehen 14 und die gegen uns [lautende] handschriftliche Urkunde, die aus Verordnungen bestand und gegen uns war, ausgelöscht; und ER hat sie aus dem Weg geräumt, indem sie an den Marterpfahl genagelt wurde.

Das sogenannte Levitische Gesetz wurde durch Jesus erfüllt.
Gott nagelte den Gesetzesbund bildlich gesprochen an den Marterpfahl, an dem Christus starb.
Die Bestimmungen des Gesetzes waren eine Vorschau auf den Messias, diese sollten Gottes Volk auf das kommen des Messias vorbereiten. Der Opfertod der Tiere war eine Vorschau auf den Opfertod Jesu.
Die Hygiene- und Speisevorschriften sowie die Bestimmungen über die Geschlechtsmoral waren für sie ein Schutz vor Krankheiten und Sittenverfall.

Das Levitische Gesetz gilt nicht mehr für Christen.
Das heißt aber nicht das, das Gesetz z.B. „Du sollst nicht Töten“, „Du sollst nicht stehlen“ usw. nicht mehr für Christen gilt.
Zumal die Homosexualität auch in den Christlich Griechischen Schriften verurteilt wird.
Aber man kann es ja wie die Masse der Menschheit machen und wie unsere Ureltern Adam und Eva, nämlich Gott das recht absprechen zu entscheiden was Gut und was Böse ist.
Super, wie weit diese Einstellung die Menschheit gebracht hat.

Alles Gute
Daniel