Noch mal: Homosexualität und die Bibel

Hallo zusammen!
Unter diesem Thread
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
gab es (u.a.) eine heftige Diskussion über dieses Thema.
Teilweise haarsträubend.
Per newsletter bekam ich heute folgendes „Mail“ zugesandt, das ich Euch nicht vorenthalten möchte, einfach auch mal zur Gedankenanregung
Liebe Grüße#
Birgit
PS: Ich bin selber nicht bibelfest, also bitte seziert mich nicht, wenn die Angaben des Mails nicht stimmen, ich nehm mal jetzt einfach a priori an, dass sie richtig sind.

================================================================
Der Hintergrund zu folgendem Text:
Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin, daß Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

************************************************************************
Liebe Dr. Laura ,

Vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche, das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen.

Wenn etwa jemand versucht , seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind,

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

c) Ich weiß, daß ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

d) Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Können Sie das klarstellen?

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß meine Sehkraft perfekt sein oder gibts hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

i) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, daß das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüberhinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, daß wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

Ich weiß, daß Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, daß Sie uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür, daß Sie uns daran erinnern, daß Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan
Jake

–> vor 2 Wochen schon hier ausdiskutiert!
Hallo Birgit,

genau dieser Brief wurde vor 2 Wochen schon ausführlich in diesem Brett diskutiert. Den ganzen Artikelbaum findest Du hier:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Da gibt es auch eine Antwort von mir mit meiner Meinung dazu.

Herzliche Grüße

Alex

Hallo zusammen!
Unter diesem Thread
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
gab es (u.a.) eine heftige Diskussion über dieses Thema.
Teilweise haarsträubend.
Per newsletter bekam ich heute folgendes „Mail“ zugesandt, das
ich Euch nicht vorenthalten möchte, einfach auch mal zur
Gedankenanregung
Liebe Grüße#
Birgit
PS: Ich bin selber nicht bibelfest, also bitte seziert mich
nicht, wenn die Angaben des Mails nicht stimmen, ich nehm mal
jetzt einfach a priori an, dass sie richtig sind.

Hallo Alex,
genau auf diesen Thread habe ich verwiesen, der „Brief“ war aber im Plauderbrett gepostet, denn hab ich nie gelesen (dort wird nicht archiviert u. ich war in der Zeit nicht online).
Also sorry für alle, die jetzt DOPPELT lesen mussten!!!

Ich wollte auch gar keine Diskussion mehr lostreten, mir hat die letzte diesbezügliche gereicht.
Da aber auf Dein Posting im og. Thread niemand eingegangen ist, möchte ich das jetzt tun:

  1. Man muss die Bibel ganz und im Zusammenhang lesen und die größeren inneren Zusammenhänge ergründen, nicht nur einzelne Verse herausreißen und sagen „das passt heute so nicht mehr“.

Zusammenhänge sind gut, inhaltliche Trennung von Altem und Neuem Testament ist besser. Das Christentum basiert zwar auf den Ideen des AT, aber aber gleichzeitig die Erlösung desselben, dh. die Hinführung zur Selbstbestimmung, die Jesus gepredigt hat.

  1. Wenn man eine persönliche Beziehung zu Gott hat, offenbart einem der heilige Geist, wie der Autor (Gott) die Dinge gemeint haben könnte.

Möglich. Dennoch war Gott definitiv nicht der Autor der Bibel!, das schreibst Du weiter unten doch auch:

Doch - sie ist von Gott inspiriert und von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Kenntnissen, Persönlichkeiten usw. aufgeschrieben worden. Darum hat sie (zum Glück) keinen Einheitsbrei-Stil, sondern ist sehr vielfältig.

  1. Seit Jesus Christus (der das Gesetz vollständig erfüllt hat) ist das Gesetz nicht mehr der Weg zu Gott, offenbart aber trotzdem noch Gottes Wertmaßstäbe. Das Gesetz zeigt also immer noch die Diskrepanz zwischen der Größe Gottes und der Sündhaftigkeit des Menschen.

Ich glaube diesen Punkt könnte man endlos diskutieren. Faktum ist, dass Jesus zwar in der Wertvorstellung des damaligen Judentums aufgewachsen ist, sich gleichzeitig aber davon gelöst hat und auch unsere Sünden übernommen hat, oder irre ich?

Nun aber mal ein paar praktische Beispiele aus dem Hörerbrief:
„Ich weiß, daß ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.“
–> Das ist doch offensichtlich, dass das einerseits der Hygiene dient und andererseits die Frau in diesen „anstrengenden“ Tagen vielleicht vor etwas aufdringlichen Männern schützen soll!?!

Der „Leserbrief“ ist sehr ironisch gemeint (hast Du das nicht gemerkt???) Wenn diese Deine Antwort auch ironisch ist, ist das auch nicht 'rübergekommen. Die Angst der Männer im Allgemeinen und bestimmter Kulturen im Besondern vor Menstruation und Menstruationsblut hat diesen Mythos der Unreinheit geschaffen und - fast möchte man sagen - als Archetypus verfestigt. Bis heute findest Du es, z.B. in der Werbung: „damit Sie sich an allen Tagen sauber fühlen…“
Und mit Hygiene hat das nichts zu tun, denn während ihrer Menstruations wurden/werden Frauen teilweise wie Aussätzige behandelt, da geht es um Alltag, nicht alleine um Geschlechtsverkehr. Das war - sorry - ein Schlag daneben.

„Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?“
–> Erstens widerspricht das dem Gebot „Du sollst nicht töten“. Zweitens kann man aber den Nachbarn ja mal vorsichtig darauf ansprechen und ihm sagen, dass das nicht der Schöpferordnung Gottes entspricht und nebenbei seiner Gesundheit schadet. Mal sehen, wie er reagiert?!?

Es widerspricht dem Gebot, definitiv - aber wo ist da Dein vielzitierter Gesamtzusammenhang: Exodus und Gebot? Da widerspricht sich die Bibel doch selber (was mich nicht stört…)

„Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?“
–> Der Opferdienst war im AT nur den Priestern erlaubt und fand im innersten Vorhof des Tempels statt - weit weg von jedem Wohngebiet. Niemand hat verlangt, dies als Nicht-Priester in einem privaten Garten durchzuführen.

Das war erst später, zuerst konnte und sollte jeder Mann Opfer darbringen (Genesis, Moses…)

Der ganze Brief ist natürlich provokativ, zeigt aber, dass der Autor wahrscheinlich gar kein rechtes Interesse hat, sich mit Hilfe seines VERSTANDES mit der Thematik zu beschäftigen. Vielleicht müsste sich sein Leben ja ändern.

Puh, da gräbst Du echt tief…

Trotzdem viele Grüße#
Birgit

Hallo Birgit,

genau auf diesen Thread habe ich verwiesen, der „Brief“ war
aber im Plauderbrett gepostet, denn hab ich nie gelesen (dort
wird nicht archiviert u. ich war in der Zeit nicht online).

Nee - wir haben schon auf zwei unterschiedliche Threads verwiesen: Du auf die Diskussion des Homosexualität-Themas, ich auf das „Bibel-wörtlich“-Thema. Aber sie fanden ja zur selben Zeit statt…

Also sorry für alle, die jetzt DOPPELT lesen mussten!!!

Macht nichts - kommt vor! :smile:)

Zusammenhänge sind gut, inhaltliche Trennung von Altem und
Neuem Testament ist besser. Das Christentum basiert zwar auf
den Ideen des AT, aber aber gleichzeitig die Erlösung
desselben, dh. die Hinführung zur Selbstbestimmung, die Jesus
gepredigt hat.

Über dieses Thema hatten wir uns hier auch schon mal unterhalten. Im Verlauf dieser Diskussion hatte ich darauf hingewisen, dass es zwischen dem AT und dem NT soviele inhaltliche Übereinstimmngen und Bezüge gibt, dass die Christen zumindestens keine Trennung zwischen diesen beiden Bibelteilen durchführen können.
Im Übrigen kenne ich keine Stelle, wo Jesus über Selbstbestimmung predigt, ganz im Gegenteil: Er predigt die Umkehr zu Gott und eine Beziehung (= positive Abhängigkeit) zu ihm. Wo hast Du das her?

Möglich. Dennoch war Gott definitiv nicht der Autor der
Bibel!, das schreibst Du weiter unten doch auch:

Doch - sie ist von Gott inspiriert und von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Kenntnissen, Persönlichkeiten usw. aufgeschrieben worden. Darum hat sie (zum Glück) keinen Einheitsbrei-Stil, sondern ist sehr vielfältig.

Tja - das ist mal wieder die alte Frage: Ein Chef diktiert seiner Sekretärin einen Brief und sie nimmt die üblichen Änderungen (Grammatik, Rechtschreibung, Stil) vor. Wer ist jetzt der Autor? Der Chef oder die Sekretärin? Ich meine: Der Chef, denn er ist der geistige Urheber und hat die Sekretärin dazu beauftragt, aber trotzdem auf ihre Fähigkeiten betreffs Grammatik und Stil vertraut. Also ist Gott der Autor der Bibel, aber es gab eben verschiedene Sekretäre, die inspiriert wurden.

Ich glaube diesen Punkt könnte man endlos diskutieren. Faktum
ist, dass Jesus zwar in der Wertvorstellung des damaligen
Judentums aufgewachsen ist, sich gleichzeitig aber davon
gelöst hat und auch unsere Sünden übernommen hat, oder irre
ich?

Jesus hat sich nicht von Gottes Wertmaßstäben im AT gelöst, nur von der Gesetzlichkeit, die manche Juden seiner Zeit daraus gemacht hatten. Und er hat gesagt, dass nun nicht mehr das Gesetz, sondern er selbst der Weg zu Gott ist, da hast Du recht.

Der „Leserbrief“ ist sehr ironisch gemeint (hast Du das nicht
gemerkt???)

Doch, natürlich habe ich das gemerkt! Aber hinter jeder Ironie steckt eine Frage und oft auch - wie hier - ein Missverständnis oder ein menschlicher Abgrund. Ich weiß, wovon ich rede…

Wenn diese Deine Antwort auch ironisch ist, ist
das auch nicht 'rübergekommen. Die Angst der Männer im
Allgemeinen und bestimmter Kulturen im Besondern vor
Menstruation und Menstruationsblut hat diesen Mythos der
Unreinheit geschaffen und - fast möchte man sagen - als
Archetypus verfestigt. Bis heute findest Du es, z.B. in der
Werbung: „damit Sie sich an allen Tagen sauber fühlen…“
Und mit Hygiene hat das nichts zu tun, denn während ihrer
Menstruations wurden/werden Frauen teilweise wie Aussätzige
behandelt, da geht es um Alltag, nicht alleine um
Geschlechtsverkehr. Das war - sorry - ein Schlag daneben.

Ich habe nicht ironisch geantwortet und niemanden dazu aufgerufen, eine Frau wie eine Aussätzige zu behandeln. Ich wollte eigentlich eher die Männer um Respekt gegenüber den Frauen bitten…

Es widerspricht dem Gebot, definitiv - aber wo ist da Dein
vielzitierter Gesamtzusammenhang: Exodus und Gebot? Da
widerspricht sich die Bibel doch selber (was mich nicht
stört…)

Nein, aber die Bibel unterscheidet zwischen dem Bann an einem Volk, den Gott selbst angeordnet hat und selbstherrlicher Schlächterei von Menschen, die von Gott nichts wissen wollen. Ich weiß, dass es für Dich jetzt vielleicht doof ist, aber auch zu diesem Thema hatte ich mich hier schon mal sehr ausführlich geäußert.

Der ganze Brief ist natürlich provokativ, zeigt aber, dass der Autor wahrscheinlich gar kein rechtes Interesse hat, sich mit Hilfe seines VERSTANDES mit der Thematik zu beschäftigen. Vielleicht müsste sich sein Leben ja ändern.

Puh, da gräbst Du echt tief…

Ja, das ist es, was Jesus auch versucht hat: Hinter die Kulissen, hinter die Maske zu schauen, um zu sehen, was sich hinter so einem Angriff verbirgt. Und wenn ich bei diesem Hörerbrief hinter die vordergründige Ironie und Abschätzigkeit blicke, entdecke ich ein menschliches Schicksal. Das ist ein typisches Ablenkungsmannöver, dass man auf gesetzliche Fragen ausweicht, wenn man sich von irgend einer Bibelstelle persönlich angesprochen fühlt und den Eindruck hat: „Entweder ich glaube das jetzt, dann muss sich mein Leben ändern, oder ich glaube es nicht - dann muss ich zum Gegenangriff übergehen, damit niemand merkt, dass mich die Bibel (oder Gott) persönlich angesprochen hat.“

Naja - so ganz befriedigt mich das jetzt nicht, dass ich Dir nur dauernd gesagt habe: „Das war alles schon mal in diesem Forum da.“ Also, wenn Du im Archiv nicht fündig wirst, kann ich ja vielleicht nochmal selber suchen.

Herzliche Grüße

Alex

1 „Gefällt mir“

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an
Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

sollen wir jetzt lachen dazu oder was?

Liebe Dr. Laura ,

dr. laura ist doch jüdin. der briefschreiber hat das übersehen. aus jüdischer gibt es nichts zu lachen bei alledem, was hier folgt.

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete

es gibt keine opfer mehr seitdem es den tempel nicht mehr gibt.

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen,

bestehende staatliche gesetze des landes, in dem wann wohnt, sind immer einzuhalten. auch als jude.

c) Ich weiß, daß ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf,
wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet

dies gilt nach wie vor. ist auch gesünder.

(Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich
habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren
darauf pikiert.

meistens weiß der mann, wann seine frau die regel hat.

d) Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf

s. o.

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet.

wenn er kein jude ist, wen juckts.

Exodus 35:2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß.

die todesstrafe darf nicht entgegen bestehender staatlicher gesetze ausgeübt werden.

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von
Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt
(Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität.

stimmt. so what?

Ich stimme dem nicht zu. Können Sie das klarstellen?

vielleicht ist er gar kein jude und kann essen was er will?

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes
nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit
befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß
meine Sehkraft perfekt sein oder gibts hier ein wenig
Spielraum?

ist in einschlägigen werken nachzulesen. da es aber keinen tempel gibt… s.o.

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre
Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer
Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird.

sind sie juden?

Wie sollen sie sterben?

s. o.

i) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, daß das Berühren der Haut eines
toten Schweines mich unrein macht.

stimmt. für juden.

Darf ich aber dennoch
Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

es gibt auch fußbälle, die nicht aus schweinsleder sind. willst du einen haben?

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev.
19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben
Feld anpflanzt. Darüberhinaus trägt seine Frau Kleider, die
aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind
(Baumwolle/Polyester).

gilt immer noch.

und jetzt darf ich lachen gehen, ja?

Hallo,

Ich wollte auch gar keine Diskussion mehr lostreten, mir hat
die letzte diesbezügliche gereicht.

Ich war an der letzten nicht beteiligt, hoffe aber, daß trotz Deines UNwillens, eine Diskussion zu führen, es Dich nicht stört, daß ich auf etwas eingehen möchte:wink:

Zusammenhänge sind gut, inhaltliche Trennung von Altem und
Neuem Testament ist besser. Das Christentum basiert zwar auf
den Ideen des AT, aber aber gleichzeitig die Erlösung
desselben, dh. die Hinführung zur Selbstbestimmung, die Jesus
gepredigt hat.

Das NT ist für den Christen die Erfüllung der Prophezeiungen des AT, aber bestimmt keine Erlösung von ihm. Jesus Christus hat das, was wir AT nennen, als seine heilige Schrift bezeichnet und seine andauernde Gültigkeit (Bergpredigt, s.u.) bestätigt. Vieles wäre theologisch einfacher, wenn wir das AT inhaltlich über Bord werfen könnten, aber die Frage ist, ob es legitim ist. ME ist es das weder inhaltlich noch historisch noch theologisch…
Was ich allerdings interessant finde, ist Deine These von der Selbstbestimmung. Wo steht das in der Bibel/NT. Ich verstehe das NT eigentlich eher so, daß ich mein Leben von Gott bestimmt sein lassen soll. Deswegen ist auch die Einhaltung von Gesetzen nichts falsches, sondern nur die Meinung, sich durch vordergründige Gesetzeseinhaltung das Himmelreich erkaufen zu können (vgl. Gal 5). Sein Leben von Gott bestimmt sein zu lassen, heißt aber tägliche Herausforderung, ganz sicherlich nicht „Selbstbestimmung“ nach dem Motto „Ich kann meinen Nächsten erst dann lieben, wenn ich mich auch selbst liebe!“. Ich formuliere hier etwas extrem, weil mich diese Vereinfachung der biblischen Botschaft etwas nervt, solltest Du aber mit Selbstbestimmung etwas anderes gemeint haben, fühle Dich bitte nicht angegriffen.

  1. Seit Jesus Christus (der das Gesetz vollständig erfüllt hat) ist das Gesetz nicht mehr der Weg zu Gott, offenbart aber trotzdem noch Gottes Wertmaßstäbe. Das Gesetz zeigt also immer noch die Diskrepanz zwischen der Größe Gottes und der Sündhaftigkeit des Menschen.

Ich glaube diesen Punkt könnte man endlos diskutieren. Faktum
ist, dass Jesus zwar in der Wertvorstellung des damaligen
Judentums aufgewachsen ist, sich gleichzeitig aber davon
gelöst hat und auch unsere Sünden übernommen hat, oder irre
ich?

Wo hat er sich denn von den Wertvorstellungen gelöst? Das müßte definiert werden. Jesus hat sicherlich nichts gesagt, was nicht auch manch anderer jüdischer Wanderprediger seiner Zeit gesagt hat. Weiter unten gibt es eine mE etwas abstruse Diskussion darüber, was aus den Juden ohne Christen geworden wäre. Das wir heute Jesus als so ungewöhnlich unter den Juden seiner Zeit ansehen, hat eher etwas mit unserem heutigen Blick auf das heutige Judentum (was uns ja - vor allem in DTld. - auch nur aus verkitschten Hollywood-Filmen bekannt ist) zu tun. Das Stärker-Werden des Christentums hat die Juden, gerade nach der Tempelzerstörung, sicherlich auch dazu veranlaßt, ihre Theologie auch in Abgrenzungen zu formulieren.
Mt 5, 17 Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. 5,18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis alles geschieht.
Man kann also nicht sagen, daß Jesus die Wertvorstellungen des Judentums verlassen hat. Er hat, gerade wenn Christen ihn als Gottes Sohn und Erlöser bekennen, vielleicht das Gesetzesverständnis geändert bzw. präzisiert und vor allem einen anderen Weg zum Heil eröffnet.

Grüße,
Taju

1 „Gefällt mir“

Hallo lehitraot,

wenn die Juden die Bibel so grausam lesen würde, wie anscheinden Menschen mit christlichem Hintergrund, dann wären die Juden schon längst ausgestorben, weil sie sich zu todegesteinigt hätten.

Baruch haSchem verstehen wir die Lehre anders :smile:

Schalom,
Eli

1 „Gefällt mir“

Hallo Birgit.

Der „Leserbrief“ ist sehr ironisch gemeint (hast Du das nicht
gemerkt???) Wenn diese Deine Antwort auch ironisch ist, ist
das auch nicht 'rübergekommen. Die Angst der Männer im
Allgemeinen und bestimmter Kulturen im Besondern vor
Menstruation und Menstruationsblut hat diesen Mythos der
Unreinheit geschaffen und - fast möchte man sagen - als
Archetypus verfestigt. Bis heute findest Du es, z.B. in der
Werbung: „damit Sie sich an allen Tagen sauber fühlen…“
Und mit Hygiene hat das nichts zu tun, denn während ihrer
Menstruations wurden/werden Frauen teilweise wie Aussätzige
behandelt, da geht es um Alltag, nicht alleine um
Geschlechtsverkehr. Das war - sorry - ein Schlag daneben.

Erstaunlicherweise sehen die betreffenden „Kulturen“ dieses ganz anders. Im Judentum (zumindest in der Orthodoxie) werde diese Grundsätze immernoch praktiziert und hier macht eigentlich niemand den Fehler dieses mit körperlicher Reinheit gleichzusetzen. Dafür kommt diese Begriff in zu vielen Bereichen vor, wo dieses mit (körperlicher) Sauberkeit nichts zu tun hat.

Auch werden die betreffenden Frauen nicht wie Aussätzige behandelt, sondern sind ganz normal in der Gemeinschaft integriert, wie an allen anderen Tagen auch. Alleine in der Ehe trennen sich die Partner für eine bestimmte Zeit körperlich voneinander (was ja beide betrifft). Die Regeln sind hierbei für den Mann sogar strengen, als für die Frau. Gleichzeitig ist es aber Pflicht auch in dieser Zeit sich weiterhin „kennenzulernen“.

Schalom,
Eli

*grins* (nt)
.

Hallo Eli,

Erstaunlicherweise sehen die betreffenden „Kulturen“ dieses
ganz anders.

Natürlich, da wird es - wie auch immer - gerechtfertigt und gelebt. Und so entstehen dann kulturelle Schemen, die verinnerlicht werden und daher auch nicht mehr hinterfragt werden (können) (blinde Flecken).

Im Judentum (zumindest in der Orthodoxie) werde
diese Grundsätze immernoch praktiziert und hier macht
eigentlich niemand den Fehler dieses mit körperlicher Reinheit
gleichzusetzen. Dafür kommt diese Begriff in zu vielen
Bereichen vor, wo dieses mit (körperlicher) Sauberkeit nichts
zu tun hat.

Ich weiß, dass diese Grundsätze noch praktiziert werden. Und ich weiß, dass es nichts mit körperlicher Reinheit zu tun hat - aber das genau ist ja das Schlimme!

Auch werden die betreffenden Frauen nicht wie Aussätzige
behandelt, sondern sind ganz normal in der Gemeinschaft
integriert, wie an allen anderen Tagen auch.

Es gab/gibt immer noch Kulturen (und auch meines Wissens sehr radikale jüdische Strömungen praktizieren es), in denen menstruierende Frauen „nicht gesellschaftsfähig“ sind, was in dem Fall heißt: den (auch gesellschaftlichen) Umgang mit Männern (!) meiden, vor Wiederaufnahme in die Gesellschaft/religiöse Gemeinschaft sind rituelle Reinigungen durchzuführen etc.

Alleine in der Ehe trennen sich die Partner für eine bestimmte Zeit körperlich voneinander (was ja beide betrifft).

Es macht sicher Sinn (oder auch nicht, ist umstritten), während der Menstruation nicht miteinander zu schlafen - aber wieso dann die körperliche Trennung??

Die Regeln sind hierbei für den Mann sogar strengen, als für die Frau.

Bingo. Denn die Frau ist „unrein“ und „unwert“ und darf den von Haus aus „reinen“ und „wertvollen“ Mann nicht beflecken! Das das verteidigt wird, das ist z.B. einer der zitierten blinden Flecken.

Gleichzeitig ist es aber Pflicht auch in dieser Zeit sich
weiterhin „kennenzulernen“.

???

Nun:
Es ist für Männer und auch für viele Frauen (hier macht sich die männlich orientierte Sozialisation in Gesellschaften bemerkbar; Stichwort: Identifikation mit dem Agressor) schwer nachzuvollziehen, aber wissenschaftliche Studien (nein, ich kann hier keine benennen, aber Feministische Wissenschaft war einer meiner Schwerpunkte auf der Uni) zeigen immer wieder, dass das Ablehnen (wie auch immer praktiziert oder subtil vermittelt) eines naturlichen Vorganges, der nochdazu ihre Geschlechtsidentität betrifft, sehr negativ prägend für Frauen sind. Das Schwierige daran ist, dass sie es nicht so empfinden (verdrängt), dass sich diese „Verletzung“, dieser „Unwert“, der damit ausgedrückt wird, auf andere Weise im Körper und der Psyche seinen Weg bahnt.

Ich will religiöse Vorschriften nicht in Frage stellen, Religion hat ihre eigenen Gesetze, welcher Couleur sie auch ist. Ich will auch nicht die Gesellschaft in Frage stellen, die diese subtilen Unterdrückungsmechanismen (Werbung, Witze, abwertende Bemerkungen…) noch immer pflegt. Paradigmenwechsel sind lange und sehr zäh, wie wir wissen.
Was ich will, ist, wenigsten im Kleinen, zur Bewußtseinsbildung beitragen, welche Auswirkungen sowas haben kann.
Und modern oder nicht: Blut und alles was mit Geschlechtlichkeit (egal ob weiblich oder männlich) zu tun hat, ist noch immer ein sehr sehr starker Archetypus, der unbewußt mit den unglaublichsten Phantasien behaftet ist.

Dies zur Erklärung!
Schalom retour und liebe Grüße#
Birgit

Hallo Taju

Ich war an der letzten nicht beteiligt, hoffe aber, daß trotz
Deines UNwillens, eine Diskussion zu führen, es Dich nicht
stört, daß ich auf etwas eingehen möchte:wink:

Ups, falsch interpretiert: kein Unwillen, nur wollte ich nicht virtuell gelyncht werden, da die Diskussion zur Homosexualität in Verbindung mit der Bibel schon ziemlich breitgetreten wurde!

Das NT ist für den Christen die Erfüllung der Prophezeiungen
des AT, aber bestimmt keine Erlösung von ihm. Jesus Christus
hat das, was wir AT nennen, als seine heilige Schrift
bezeichnet und seine andauernde Gültigkeit (Bergpredigt, s.u.)
bestätigt. Vieles wäre theologisch einfacher, wenn wir das AT
inhaltlich über Bord werfen könnten, aber die Frage ist, ob es
legitim ist. ME ist es das weder inhaltlich noch historisch
noch theologisch…

Nö was ich mit „Erlösung“ gemeint hab, war im Sinne von „Erlösungsreligion“.

Was ich allerdings interessant finde, ist Deine These von der
Selbstbestimmung. Wo steht das in der Bibel/NT. Ich verstehe
das NT eigentlich eher so, […]

Nö angegriffen fühle ich mich nicht. Ich hab schon im Posting erwähnt, dass ich nicht bibelfest bin, daher kann ich Dir auch keine Stellen nennen. Ich beziehe mich u.a. auf das Buch
„Was Jesus wirklich sagte. Wie man „Tote“ lebendig macht“ von Schwarz Gerhard ISBN: 3851671066 Buch anschauen
Und sehr viele seiner Vorlesungen zu diesem und ähnlichen Themen. Er hat sämtliche religiöse Texte (kanonisiert oder nicht) soweit habhaft im Originaltext gelesen und ist auf viele Übersetzungs- und Interpretationsfehler draufgekommen, die übrigens auch von der katholischen Kirche anerkannt (aber nicht bereinigt) wurden - er bekam dafür den Kardinal-Innitzer-Preis.
Vielleicht interessiert es Dich ja auch? Du scheinst Dich extrem gut auszukennen mit der Materie, da ist es sicher zu empfehlen.

Liebe Grüße#
Birgit

hallo,
ich misch mich mal ein.

Ich weiß, dass diese Grundsätze noch praktiziert werden. Und
ich weiß, dass es nichts mit körperlicher Reinheit zu tun hat

  • aber das genau ist ja das Schlimme!

wieso? vielleicht hast du reinheit hier falsch verstanden…

vor Wiederaufnahme in die
Gesellschaft/religiöse Gemeinschaft sind rituelle Reinigungen
durchzuführen etc.

dies betrifft aber alle menschen, ob mann oder frau, die mit blut in berührung kamen, oder geblutet haben.

Es macht sicher Sinn (oder auch nicht, ist umstritten),
während der Menstruation nicht miteinander zu schlafen - aber
wieso dann die körperliche Trennung??

mit körperlicher trennung ist ja enthaltsamkeit gemeint… und vielleicht sicherheitsvorkehrungen, wenn nötig, damit einen die lust nicht überkommt (soll schon mal vorkommen in einer gesunden beziehung *g*).

Bingo. Denn die Frau ist „unrein“ und „unwert“ und darf den
von Haus aus „reinen“ und „wertvollen“ Mann nicht beflecken!

blödsinn. in wirklichkeit das blut das wertvolle, weil es der lebenssaft ist. es darf auch nicht gegessen werden, nicht mal von tieren.

Und modern oder nicht: Blut und alles was mit
Geschlechtlichkeit (egal ob weiblich oder männlich) zu tun
hat, ist noch immer ein sehr sehr starker Archetypus, der
unbewußt mit den unglaublichsten Phantasien behaftet ist.

klingt eher katholisch *grins*… denk mal ans zölibat und das blut christi… naja… das gehört nicht hierher.

erschreckend, der Fanatismus
Hallo Birgit,

heute las ich als einer der ersten Deinen Beitrag:

Dr.Laura erteilte den Ratschlag, daß Homosexualität ein Greuel sei, weil ein Hinweis in einer der heiligen Schriften dies so bezeichnet.

Daraufhin veröffentlichte ein gewisser Jake einen ironischen Text, der sich auch mit Hinweisen in der theologischen Literatur auseinandersetzt.

Ich habe nicht nur geschmunzelt, sondern auch gelacht.

Später sah ich nochmals in diesen thread und mir schien, als ob mehrere der antwortenden w-w-w Mitglieder recht böse über diesen offenen Brief wären. Ich wollte dies besser verstehen und holte mir den Ur-Artikel aus dem Archiv. Dort fand ich eigentlich eine (meiner Meinung nach) vernünftige Diskussion vor, ohne besonderen Fanatismus. (Verstehen tue ich davon nichts, ich beurteile also nicht den Inhalt, sondern den Umgangsstil).

Warum also im derzeitigen thread diese fanatischen Angriffe? Warum bezeichnet man Dr.Laura als Jüdin und deutet an, der Jake sei ein Christ?

Das wollte ich nur sagen (interessiert hätte mich auch das mit den Kanadiern und den Mexikanern, die meisten anderen Fragen wurden ja in den Antworten behandelt (jetzt ducken))

Grüße Rudolf

Doch, da im Brett ‚Stories‘ gepostet (nur Link)
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Re^4: da muß ich wohl mal:wink:
Hallo Birgit!
MIr ist gerade aufgefallen, daß wir uns nun schon zum zweiten Mal in einem ähnlichen Themenbereich begegnen:wink:

Was ich allerdings interessant finde, ist Deine These von der
Selbstbestimmung. Wo steht das in der Bibel/NT. Ich verstehe
das NT eigentlich eher so, […]

Nö angegriffen fühle ich mich nicht.

Mich würde trotzdem, ernsthaft interessieren, was Du unter „Selbstbestimmung“ verstehst.

„Was Jesus wirklich sagte. Wie man „Tote“ lebendig macht“ von
Schwarz Gerhard ISBN: 3851671066 Buch anschauen
Und sehr viele seiner Vorlesungen zu diesem und ähnlichen
Themen. Er hat sämtliche religiöse Texte (kanonisiert oder
nicht) soweit habhaft im Originaltext gelesen und ist auf
viele Übersetzungs- und Interpretationsfehler draufgekommen,
die übrigens auch von der katholischen Kirche anerkannt (aber
nicht bereinigt) wurden - er bekam dafür den
Kardinal-Innitzer-Preis.
Vielleicht interessiert es Dich ja auch?

Ehrlich gesagt: Ich bekomme schon Stehhaare, wenn ich schon lese, daß irgendjemand meint zu wissen, was Jesus wirklich sagte. Schau mal nach bei amazon, wieviel ihr Buch so nennen! Oft wird da viel Geld mit gemacht. Das ist jedenfalls dann nicht legitim, wenn jemand behauptet, er hätte jetzt die historisch letztgültige Wahrheit entdeckt. IN einem ähnlichen Verfahren (also nicht nur die neutestamentlich-griechischen Quellen, sondern auch außerkanonisch und anders sprachige, z.B. Thomasevangelium) habe ich in meinem Studium gelernt, unter welchen Bedingungen man ein Jesuswort als historisch echt annehmen darf - das würde niemals für ein Buch reichen. Etwas anderes ist es, wenn jemand aufgrund kritischer Quellensichtung theologische (und theologische Aussagen bedeuten immer verläßliche Aussagen) Aussagen über Jesus Christus und seine Botschaft machen möchte. Da muß ich dem von Dir empfohlenen Buch zugute halten, daß es offensichtlich vor dieser Jesusbuchschwemme entstanden ist und ich mich deswegen nicht vom Titel sofort abschrecken lassen sollte. Ich werde mal schauen, ob es das hier in der UB gibt. Allerdings habe ich erst noch anderes auf Eis liegen.

Grüße,
Taju

Feministische Theologie und Antisemitismus
Hallo Birgit,

deine Sicht der Bibel und dein theologisch-feministisches Verständnis finde ich hier problematisch. Nicht nur - aber auch in der feministische Theologie wird das Judentum gerne als patriarchaler schwarzer Spiegel genommen, gegen den sich der frauenfreundliche Jesus und das Christentum wohltuend abhebt. Ich hatte dazu vor längerer Zeit einiges von Susanna Heschel und Leonore Siegele Wenschkewitz gelesen.

Ein Ausschnitt, der besser zeigt, was ich meine:

—Zitat----
"Danach zeigt Susannah Heschel auf, daß feministisch-christliche Theologinnen und auch postchristliche Feministinnen diese Motive reproduzieren, sie dabei allerdings mit neuen, feministischen Inhalten füllen. „Jesus, der erste Feminist“ Beginnen möchte ich mit antijudaistischen Tendenzen in christlich-feministischen Konzepten.

In diesem Zusammenhang kann jedoch nicht auf alle Spielarten antijudaistischer Argumentation aus diesem Spektrum eingegangen werden. Von Seiten einiger christlich-feministischer Theologinnen wird eine Aufwertung des Christentums vorgenommen, indem es in direkten Gegensatz zum Judentum gesetzt wird. Vom Judentum wird das Bild einer von Grund auf patriarchalen Religion gezeichnet, von der sich das Christentum als in seinem
Wesenskern frauenfreundlich abgrenzt. Durch das Aufkommen des Christentums sei das Judentum überholt und es gebe keinen logischen Grund für die weitere Existenz des jüdischen Glaubens, da nun ja die wesentlich fortschrittlichere Religion des Christentums entstanden sei (Substitionsthese). Auch in der Frage des Gottesbildes wird dieses Prinzip des Ausspielens des Christentums gegen das Judentum verwendet: Dem „christlichen Gott der Liebe“ wird der „jüdische Gott des Zorns“ gegenüber gestellt. Feministinnen haben diese Substitutionsthese
insbesondere anhand ihrer Interpretation der Jesusgestalt reproduziert: Er wird als die Person gesehen, die sich
erstmals gegen die Unterdrückung der Frau durch das Judentum gewandt und eine ganz und gar frauenbefreiende
Theologie gepredigt habe. Die hebräische Bibel wird mit Frauenfeindlichkeit, das Neue Testament dagegen mit
Frauenbefreiung gleichgesetzt. Noch vereinfachter ausgedrückt, hat man vielfach den Eindruck, daß das sog. Erste
Testament für das „Männliche“(als Begriff mit rein negativer Konnotation), das Neue Testament für das „Weibliche“ (das Positive) stehe.

aus: http://www.uni-bonn.de/religionswissenschaft/ss7a6.htm

--------------Zitat Ende---------------

(Der Artikel ist nicht sehr lang und es lohnt sich trotz des grauenhaften Webdesigns ihn zu lesen)

Beste Grüße,

barbara

Hallo Eli,

da hast du wohl recht.

B2

Hallo Birgit,

ich versuche es mal, alles weiß ich auch nicht. mal schauen wie weit wir kommen.

Der Hintergrund zu folgendem Text:
Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten,
die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte
sie, als achtsame Christin, daß Homosexualität unter keinen
Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus
18:22 ein Greuel wäre.

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an
Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

************************************************************************
Liebe Dr. Laura ,

Vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen
die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch
Ihre Sendung gelernt und versuche, das Wissen mit so vielen
anderen wie nur möglich zu teilen.

Wenn etwa jemand versucht , seinen homosexuellen Lebenswandel
zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3,
Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um
ein Greuel handelt. Ende der Debatte.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im
Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu
befolgen sind,

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß
ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt
(Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten,
der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie
niederstrecken?

hier muß man bei lev 1, 3 beginnen. dort ist die rede von „wenn“ und nicht muß

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen,
wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung
nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

dieses kapitel ist eine verordnung zum schutze der sklaven. man muß das ganze kapitel lesen, um es zu verstehen

c) Ich weiß, daß ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf,
wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet
(Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich
habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren
darauf pikiert.

dies ist das gesetzt über die unreinheit von mann und frau.
die menstruation ist eine reinigung der frau. diese dauert durchschnittlich 7 tage. der kontakt bezieht sich nicht auf das reden sondern auf alles andere

d) Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf,
sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von
benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das
würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können
Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

hier versuche ich noch zu verstehen

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet.
Exodus 35:2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß.
Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu
töten?

hier ebenfalls

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von
Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt
(Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität.
Ich stimme dem nicht zu. Können Sie das klarstellen?

nun, dies ist auch nicht ganz verständlich für mich. ich als christ sage: es ist nicht so sehr von bedeutung was in den mund reingeht, sondern was rauskommt.

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes
nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit
befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß
meine Sehkraft perfekt sein oder gibts hier ein wenig
Spielraum?

hier werden die nachkommen aarons angesprochen. muß mich erst einlesen.

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre
Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer
Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird.
Wie sollen sie sterben?

die frage verstehe ich nicht.

i) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, daß das Berühren der Haut eines
toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch
Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

die frage verstehe ich auch nicht

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev.
19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben
Feld anpflanzt. Darüberhinaus trägt seine Frau Kleider, die
aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind
(Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht
oft. Ist es wirklich notwendig, daß wir den ganzen Aufwand
betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu
steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in
einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja
auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern
schlafen? (Lev. 20:14)

sehr spannend. suche lösung

Ich weiß, daß Sie sich mit diesen Dingen ausführlich
beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, daß Sie
uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür,
daß Sie uns daran erinnern, daß Gottes Wort ewig und
unabänderlich ist.

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan
Jake

zum schluß folgendes: die hier gestellten fragen haben aus mener sicht wirklich einen provozierenden charakter. aber wir sollten die fragen ernst nehmen. ich beschäftige mich seit geraumer zeit mit den worten der schrift, habe aber auch probleme alles zu verstehen. was ich nicht gut finde ist die tatsache, das man sich über die schrift lustig macht, da bin ich doch lieber so ehrlich und gebe zu, das ich einige dinge auch noch nicht verstehe. nochwas: gläubige akzeptiren nichtgläubige, so sollte es sein. und umgekehrt?

B2

Warum also im derzeitigen thread diese fanatischen Angriffe?

wo war wer fanatisch?

Warum bezeichnet man Dr.Laura als Jüdin

weil sie das nunmal ist. oder ist das schon eine beleidigung?

und deutet an, der
Jake sei ein Christ?

naja wenn er jude wäre, würde er keine so dummen fragen stellen, sondern einfach sagen: ich glaub halt nicht dran.

Das wollte ich nur sagen (interessiert hätte mich auch das mit
den Kanadiern und den Mexikanern, die meisten anderen Fragen
wurden ja in den Antworten behandelt

mexikaner? kommen in der bibel nicht vor.

Vom Judentum wird das Bild einer
von Grund auf patriarchalen Religion gezeichnet, von der sich
das Christentum als in seinem
Wesenskern frauenfreundlich abgrenzt.

daß vergewaltigung in der ehe in christlichen ländern bis vor gar nicht allzulanger zeit erlaubt war, wurde anscheinend vergessen.