Hallo
„Logik“ und „Sprache“ passen nicht zusammen. Eine Sprache ist selten logisch (außer Programmiersprachen und Plansprachen). Was man als richtig bzw. falsch empfindet (!) ergibt sich ausschließlich aus Gewohnheit, d.h. durch Hören und Lesen.
Natürlich verändern sich Sprachen, aber immer langsam und von selbst, d.h. von unten nach oben: Ein neuer Ausdruck entsteht, setzt sich fest, und gelangt irgendwann in das Wörterbuch. Von oben nach unten kann man Veränderungen nicht so einfach durchsetzen. Ist die Sprache erstmal in freier Wildbahn, gehört sie den Menschen! Wer das nicht will, soll sich mit Latein beschäftigen.
Wenn man dazu fähig ist, in seiner Muttersprache bis auf seltene Fallen fehlerfrei zu schreiben (gehört für mich zur Intelligenz dazu), ist eine Rechtschreibreform eine einzige Katastrophe. Alles was man seit Jahrzehnten (!) als richtig gelesen hat, ist jetzt auf einmal falsch. Und das Falsche ist richtig. Es stört und sticht heraus wie falsche Akkorde in einem Musikstück, wie ein rosa Halstuch zum roten Pullover, wie schiefe Töne. Es ist häßlich und abstoßend, dieses dass, Gräuel und Albtraum usw. - für mich unterträglich. Ich schrieb nie so und werde es auch nicht. Punkt.
Nieder mit der Reform!
Gruß
d.
Wenn man dazu fähig ist, in seiner Muttersprache
bis auf
seltene Fallen fehlerfrei zu schreiben
(gehört für mich zur
Intelligenz dazu), ist eine Rechtschreibreform
eine einzige
Katastrophe.
ich nehme an, dann ist die „reform“ fuer die meisten keine katastrophe.
Hallo,
der Neuschrieb wollte den bildungsfernen Depperln das Schreiben erleichtern (dieses Ziel hat er nicht erreicht), und den „Hochwohlgeborenen“ (zit. Müntefering), also den Lesern, schaden (das ist grandios gelungen).
Doch immer noch erscheinen Bücher, Zeitschriften und Artikel in Internetforen in korrektem Deutsch, und das ist auch ein wichtiges Indiz für die Qualität des Inhalts. Gedruckten Neuschrieb lese ich nur, wenn es sein muß, oder ich Geld dafür bekomme.
Neulich aber, das muß ich Euch noch kurz erzählen, habe ich ein Buch bekommen, das in Neuschrieb ist, einschließlich sinnentstellender Zerlegung zusammengesetzter Zeitwörter. Es ist von Ernst Machek, heißt „VERRÜCKTE NEUE WELT“, ist erschienen 1943 im „Walter Titz Verlag“ und ist ein Propaganda-Machwerk der Nazis.
Ich weiß noch nicht, wie ich das einordnen soll. Offenbar hat es bereits unter Hitler Bestrebungen gegeben, so etwas wie den heutigen Neuschrieb durchzusetzen…
Grüße
Anny
Hi Gudrun,
… und keiner hat’s bemerkt!?!
doch, sogar beide. Aber mein angebohrtes angeborenes Feingefühl hat mich abgehalten, darauf hinzuweisen
))
Gruß Ralf
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Offenbar hat
es bereits unter Hitler Bestrebungen gegeben, so etwas wie den
heutigen Neuschrieb durchzusetzen…
Das würde mich nicht wundern, wo die Nazis ja auch das deutsche Volk insgesamt reformieren wollten.
Gruß,
Acrocephalus
Ist die Sprache erstmal in freier Wildbahn,
gehört sie den Menschen! Wer das nicht will, soll sich mit
Latein beschäftigen.
Gesetzlich ins Korsett eingeschnürt wie eine Moulin Rouge-Tänzerin ist auch das Französische. Und dennoch hoch volatil. Auch vermeintlich tote Sprachen können demnach Flexibilität verlangen.
Wenn man dazu fähig ist, in seiner Muttersprache bis auf
seltene Fallen fehlerfrei zu schreiben (gehört für mich zur
Intelligenz dazu), ist eine Rechtschreibreform eine einzige
Katastrophe. Alles was man seit Jahrzehnten (!) als richtig
gelesen hat, ist jetzt auf einmal falsch. Und das Falsche ist
richtig. Es stört und sticht heraus wie falsche Akkorde in
einem Musikstück, wie ein rosa Halstuch zum roten Pullover,
wie schiefe Töne. Es ist häßlich und abstoßend, dieses dass,
Gräuel und Albtraum usw. - für mich unterträglich. Ich schrieb
nie so und werde es auch nicht. Punkt.
Vor zwei Jahren wurde mir ein gestempeltes sieben Jahre altes Schriftstück vorgelegt, in welchem ich angeblich gegenüber den Zollbehörden bestimmte Verfahrensweisen garantiert hätte. Es ging um die Verwendung von Stärke, welche nur unter sehr detailliert bestimmten, im gegebenen Fall offenkundig nicht eingehaltenen Bedingungen durch die EU subventioniert wurde.
Allein schon die grafische Gestaltung wies auf einen hochintelligenten Verfasser hin; elaborierte Wortwahl, Grammatik und Sprachduktus liessen zunächst keine Zweifel aufkommen. Dass ein offenkundig Sprachkonservativer aber auch 1997 nie ‚aufwändig‘ mit e statt ä geschrieben hätte, hat den Richter von meiner Unschuld überzeugt.
Nieder mit der Reform!
Danke, Reform
Schorsch
Bleiben wir mal lieber beim Thema.
Es gibt also Anzeichen dafür, daß die hitleristische Gewaltherrschaft die „Rechtschreibreform“ entwickelt, aber vorerst nur ganz begrenzt eingesetzt hat. Erst in den 90er-Jahren war die Obrigkeit stark und entschlossen genug, dieses Nazi-Projekt gegen den Widerstand der Menschen durchzudrücken.
Donnerlittchen, denke ich mir da, total interessante Chose, das.
Grüße
Anny
Hallo Anna,
Ich weiss ja nicht wie es euch
geht , ich für meinen Teil kann nur sagen , dass mir die
neuen Rechtsschreibregeln in vielen Fällen logischer
vorkommen wie die Alten.Vermutlich ging es nicht nur mir so
und man hat die Regeln reformiert?
))
Im ersten Anlauf hat man zwar die Regeln vereinfacht, aber dafür viel mehr über Ausnahmen geregelt, was dann im Endeffekt komplizierter wird.
Und im zweiten Schritt kamen dann die ganzen AUsnahmen von den AUsnahmen (beides darf man) hinzu, was einfach noch mehr Verwirrung stiftet.
MfG Peter(TOO)
Aber den Rechtschreibfanatikern zum Trost:
http://www.wer-weiß-was.de ist als Adresszeile im Browser
mittlerweile durchaus erlaubt und gültig.
Seltsam, Schorsch, wenn ich den Link anklicke, kommt eine „error“-Meldung,
Fritz
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ich für meinen Teil kann nur sagen , dass mir die
neuen Rechtsschreibregeln in vielen Fällen logischer
vorkommen wie die Alten.
Wie du schon sagst, Anna, in VIELEN FÄLLEN. Ich würde sagen: in EINIGEN oder sogar nur in WENIGEN Fällen.
Man hätte meines Erachtens nicht so einen Riesen-Rundumschlag veranstalten müssen, der ja, wie sich alsbald zeigte, Millionen Menschen stark irritiert hat. Dieses Ausmaß an Verunsicherung muss man einfach mal ernst nehmen, finde ich. Wenn schon Veränderungen, dann nur ein paar, die absolut sinnvoll sind/waren, wie z.B. „dass“ statt „daß“ und ähnliche sinnvolle Vereinfachungen.
Die orthografischen Veränderungen von Worten hingegen halte ich für weithin überflüssig und irritierend, da schließe ich mich den Ausführungen von datafox an.
Gruß,
Branden
Hallo mitnand!
Über die Rechtschreibreform ist längst schon alles gesagt,
aber anscheinend noch nicht von allen. 
Gruß!
H.
Moin, Ralf,
du fragst mich da Sacvhen.
womit braust (brausest?) Du?
Das kann ich dir nicht sagen. Ich weiß es nicht.
Gruß Fritz
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Ich bin für die Linksschreibreform.
ich für meinen Teil kann nur sagen , dass mir die
neuen Rechtsschreibregeln in vielen Fällen logischer
vorkommen wie die Alten.
So waren sie ja auch angelegt. Es ist letztlich egal, was nun der einzelne davon hält. Der Duden ist schließlich kein Gesetzeswerk sondern die Dokumentation eines Zustandes. Wenn man unseren Kindern ss statt ß beibringt, tut ihnen das nicht weh und macht das ss zum aktuellen Stand unserer Sprache.
Erwachsene Menschen können schreiben wie sie wollen bzw. werden im Zweifelsfall dieselbe Schreibweise wählen, wie ihr zuständiger Personalleiter.
Das Verteufeln der Rechtschreibreform ist zum pseudo-intellektuellen Volkssport geworden. Die albernste Vorstellung liefern dabei einige Print-Medien ab, die versuchen, sich durch überholte Schreibweise am eigenen Schopf wieder auf längst vergangenes journalistisches Niveau zu hieven.
Aber den Rechtschreibfanatikern zum Trost:
http://www.wer-weiß-was.de ist als Adresszeile im Browser
mittlerweile durchaus erlaubt und gültig.
Seltsam, Schorsch, wenn ich den Link anklicke, kommt eine
„error“-Meldung,
Deshalb meine Einschränkung: _ mittlerweile durchaus erlaubt_ … Sollte dein Browser noch aus der Zeit vor der neuen IDN-Regelung stammen (IDN: International domain names), verhält er sich genauso korrekt, wie der vergessene Zigarettenautomat um die Ecke, der immer noch auf vier Mark besteht, Spielgeld wie die Euro-Münzen hingegen nach seinem Wissens- und Installationsstand vollkommen korrekt ablehnt.
Der alte Zigarettenautomat ist offenkundig untauglich.
Gruß
Schorsch
Hallo lieber Fritz und der Rest der schlauen Gemeinschaft.
Auch wenn ihr an den paar Sätzen ,die ich geschrieben habe,kein gutes Haar gelassen habt, so danke ich euch trotzdem .Ein Besuch in diesem Forum ist für mich immer sehr lehrreich und immer ein Genuss.
Einen schönen Tag wünsche ich euch allen noch.Bis zum nächsten Mal
Grüße Anna
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