Noch was von mir. Ich heule mich aus. LANG!

Hi Sebastian,

WAS WILLST DU?

DAS ist doch die wichtigste Frage…

Im Negativen sprichst du von dem, was der Schein des Seins ist.
Würde dich das glücklich machen? Geld? ne schicke Tussi? ne schicker neuer Porsche? haha!

Du erkennst ja schon das Richtige (in meinen Augen), dass es nämlich nur ein „Druck aufbauen“ der Umwelt ist, was dich fertig macht. Eine Gesellschaft, die auf ihren Normen, ihrem Materialismus aufbaut. Meinst du im Ernst, diese Leute sind glücklich? Haben einen Menschen an ihrer Seite, der sie glücklich macht und umgekehrt? Einen Menschen, den sie lieben?

Ich vermisse Menschen in dieser Gesellschaft, die einfach mal zufrieden sind. Sicherlich, ich nage nicht am Hungertuch, aber ich KÖNNTE – genauso wie du – mindestens das doppelte verdienen, wenn ich dies oder das dafür tun würde.

Tu ich aber nicht. Weil ich zufrieden bin, mit dem, was ich hab. Und vor allem glücklich bin, zum ersten Mal seit 20 Jahren. Das ist so viel wertvoller als die Villa im Schickimicki-Viertel oder das täglich Essen gehen in irgendwelchen In-Restaurants.

Es sind nicht automatisch die Guten, die Geld haben…

Du musst dich glaube ich nicht schämen. Der Druck ist an dich heran gekommen, du hast dich halt nicht mehr wehren können. In Ansätzen hatte ich solche Auseinandersetzungen auch schon mit mir. Aber dann frage ich mich letztlich:

WAS WILL ICH?

Ich will mit dem, was ich habe, glücklich sein. Und jeder, der mir so eine Scheiße, wie deine Bekannten erzählen will, wird von meiner Adressliste gestrichen. Ganz einfach.

Wenn das für dich aber ein wirklich substantielles Problem darstellt diese Auseinandersetzung „was bin ich Wert ohne ein Rieseneinkommen“, dann würde ich mich ehrlich gesagt an deiner Stelle auch nicht scheuen, mir professionelle Hilfe zu suchen. Dieser Druck kann dich letztlich völlig fertig und depressiv und krank machen.

Ich denke, Du gehörst du den Guten, ganz bestimmt!

Grüße
Demenzia

du verwechselst da was…

Ach dieses böse Schicksal, auf das die Leutchen ihr Unglück
schieben.

weder Hyltox noch Sebastian haben - in meinen Augen - gejammert. Du tust das weiter unten viel eher.

Mag ja sein, dass eine unglückliche Kindheit ein Hemmschuh für
die Entwicklung ist, aber ab spätestens 21 ist jeder für sein
Leben eigenverantwortlich.

auch davon hat niemand gesprochen…

Das vergeigte Studium hast Du Dir nur selbst zuzuschreiben,
niemand hat Dich gezwungen, übermäßig zu trinken.

Hat Hylti irgendwas anderes gesagt???

Die
psychischen Probleme hättest Du eben früher angehen müssen,
bevor sie sich verselbständigen.

uijuijui… welch Weisheit…

Ok, dann hast Du genau richtig gehandelt und Dir die Frau
gesucht, die Stabilität in Dein Leben bringt.

das ist beschämend, was du schreibst…

Wie viel Willen Du zum Willen aufbringen kannst ist Deine
private Sache und geht mich nichts an. Wer sagt, dass er
nichts erreichen will, der lügt (sich selbst an).

geh nicht von dir aus… hier schreiben andere… nicht nur du.

Das Leben besteht aus verpassten Chancen, das sagte schon
Boris Becker und der muss es ja wissen.

tolles Vorbild, was du da hast!

Ich war zu faul zum Studieren und habe heute lauter Akademiker
als Arbeitskollegen, mit dem doppelten und dreifachen meines
Gehaltes. Natürlich wurmt mich das gewaltig, aber wer ist
schuld daran, nicht das böse Schicksal sondern ich selbst.

immerhin: eine Einsicht! Aber das war ja auch gar nicht die Frage…

Gruß
Demenzia

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lol owt

Peter (der den armen Boris bedauert…)

der Wurm…
… vor allem!

Antwort - kurz

„Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?“ „Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest“, sagte die Katze.

(aus Lewis Carrol - „Alice im Wunderland“)

ich finde es eine frechheit von schmarotzen zu reden solange
er seinen lebensunterhalt selbst beschreitet.

Ich habe ausdrücklich gesagt, dass er das ja gerade tun mag, aber er sich auch mal über die Zukunft Gedanken machen sollte. Allein die Einstellung, sich über die Zukunft keine Gedanken zu machen, halte ich für sozialschmarotzend. Er macht sich ja Gedanken - ich erklärte ihm nur die Sichtweise, die mancher Bekannter, der es auch gut mit ihm meint haben wird.

deine
wertmassstäbe und erwartungen sind deine. du machst das
gleiche was seine sog. freunde machen. dabei soltle es doch
wohl darum gehen womit und wie er am glücklichsten ist.

Diese egoistische Sichtweise ist weit verbreitet. Deswegen wuerde ein Kommunismus nicht klappen und auch die Sozialdemokratie leidet darunter.

wer worin wie seine erfüllung findet, sollte doch wohl ihm
überlassen bleiben - egal welche ausbildung man hatte, egal
welche potential für was auch immer.

Überlassen wird es ihm doch! Das ist doch auch das tolle an der Freiheit, die wir haben und die ich hoch einschätze. Nur die Konsequenzen sollte er schon verstehen lernen, bevor er sich entscheidet, was er wirklich für erfüllend hält.

Eencockniedo

Hallo Patrick

Deine studentische Ansicht in allen Ehren. Mein Beitrag sollte dazu dienen, dem Fragenden zu erläutern, welche Gedankengänge manch seiner Kritiker haben könnte.

Dass es sehr extreme Ansichten geben kann, die unsere Ansichten noch weit übertreffen, kann man gut in Geschichte lernen.

siehe Rote Khmer in Kambodscha.

Du hast den Zweck des Studiums freilich gut erkannt. Er soll Dich bereichern an Wissen und die Fähigkeit entwickeln selbst Wissen zu schaffen, um diese dann fuer die Allgemeinheit anzuwenden.

Ohne Menschen mit der Bereitschaft zu studieren gäbe es keinen :kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritt. Sämtliche :Errungenschaften der Zivilisation (Techniken wie Strom, :Erhöhung der Lebenserwartung etc.) wären innerhalb weniger :Generationen vergessen.

Du sprichst jedoch nicht von einem Studenten, der studiert (selbstlos) und danach das gelernte nicht anwendet oder weitergibt.

Wo liegt der Nutzen und der Sinn darin? Die Wahrscheinlichkeit, dass er bereits beim Studium Höchstleistungen erbracht hat, die wertvoll sind, ist doch recht gering.

Eencockniedo

Hi…
ich verstehe das nicht.

Dann ist also jeder, der nach seinem Studium oder seiner Ausbildung berufsfremd arbeitet und - warum auch immer - nicht so viel verdient, dass er sich für später voll absichern kann, ein Sozialschmarotzer?

Die, die es aus Erfülltheit tun, egoistische Sozialschmarotzer und die, die es tun, weil sie nichts anderes kriegen/ finden, sind dann unorganisierte / dumme/ faule… - SozSchmarotzer?

Der Grund, warum ein Kommunismus nicht klappt, ist sicher nicht allein Dein erwähnter. Ein weiterer ist, dass manche Menschen allein schon den Gedanken nicht ertragen können, nicht mehr und mehr und mehr zu kriegen als andere, nicht besser dazustehen, sich zu beschränken, auch im Kleineren.

Im Kleinen geht es übrigens (zB die Kommune Niederkaufungen); nur dass die, bei denen es klappt, fast immer als Spinner hingestellt werden. Und - nein, diese Kommune besteht nicht aus lauter Nichtsteuerzahlern und Hartz IV Leuten, die dann behaupten „Wir finanzieren uns selbst.“

Nur die Konsequenzen sollte er schon verstehen lernen, bevor er
sich entscheidet, was er wirklich für erfüllend hält.

Das klingt ganz schön nach der freien Wahl und Angstmacherei der Kirche, nach dem, was ich eingebläut bekommen habe.

Im Sinne von:

Gott liebt uns und er lässt uns die Wahl.
Jeder hat die Freiheit zu entscheiden, ob er Gott folgen möchte oder nicht. So frei sind wir!!!

(„Nur die Konsequenzen sollte er schon verstehen lernen, bevor er sich entscheidet“ - Solltest Du Dich nämlich NICHT für Gott entscheiden, drohen ewige Verdammung oder ewiger Tod, aber Du hast die Wahl, „was Du wirklich für erfüllend hältst!“

Malna

Hallo,

Dann ist also jeder, der nach seinem Studium oder seiner
Ausbildung berufsfremd arbeitet und - warum auch immer - nicht
so viel verdient, dass er sich für später voll absichern kann,
ein Sozialschmarotzer?

Mit dem -warum auch immer- hast Du schon selbst ausgedrückt, dass man immer den Einzelfall betrachten sollte.

Die, die es aus Erfülltheit tun, egoistische Sozialschmarotzer
und die, die es tun, weil sie nichts anderes kriegen/ finden,
sind dann unorganisierte / dumme/ faule… -
SozSchmarotzer?

Auch hier stimme ich Deinem Verständnis nicht zu. Wir besprechen hier im Speziellen den Fall des Ausgangsfragestellers, der sich entschieden hat ein einfaches Leben zu führen und nicht, laut Selbstaussage, ein einfaches Leben führen muss, weil er in seinem Bereich gar keine Arbeit findet. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied! Deiner vereinfachten Darstellung, kann ich daher absolut nicht zustimmen.

Nur die Konsequenzen sollte er schon verstehen lernen, bevor er
sich entscheidet, was er wirklich für erfüllend hält.

Das klingt ganz schön nach der freien Wahl und Angstmacherei
der Kirche, nach dem, was ich eingebläut bekommen habe.

In diesem Sinne sind wir hier in dem Forum schon richtig. Der Druck des Erwachsenensein auf einige/viele scheint so gross, dass manche darunter zerbrechen.

Ich gehe davon aus, dass der grosse Unterschied zu Deinem Kirchenbeispiel darin liegt, dass Dir dieses in der Kindheit widerfahren ist und es sich hier um einen jungen Mann im „besten“ Alter handelt, der im Normalfall schon ertragen kann zu hören, dass Handlungen Konsequenzen tragen, positive und negative. Es mag sich so anhören, als ob ich eher an die negativen dachte. Mitnichten.
Es mag absolut bestens für ihn sein so zu leben, wie er es gerade tut.

Eencockniedo

Eine Fabel
Hallo Leonora

wenn ich so an das Verhalten gewisser Zeitgenossen gegenüber weniger wohlhabenden Leuten und meine fehlende Altersvorsorge denke, fällt mir Franz Kafkas Fabel ein:

„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger von Tag zu Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte; ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ - „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

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Hi Dahinden
… ich bin nicht so gebildet - -

Die Maus sind die ärmeren Zeitgenossen und die Katze die anderen? Und dann?

Nicht lachen! Bitte erklären!

Kassandra

Die Maus ist auch jemand und hat ein Recht dazu
Hallo Kassandra

Man wird so oder so umkommen - und kann vielleicht noch das Beste herausholen oder sogar den Zwängen einige Schnippchen schlagen und wenigstens im letzten Augenblick, wenn es denn wirklich vorbei sein soll, noch dem Schicksal die Zunge herausstrecken, was um Welten besser ist als Nichtstun.

Es geht in der kleinen Fabel um drei Dinge: eine Maus, eine Rede der Maus über eine mit Mauern umgebene seltsame Falle und eine Katze. Die Handlung hat zwei Teile: Zuerst erzählt eine Maus, dass sie auf eine Falle zu läuft, die vielleicht wirklich in der Welt ist und vielleicht nicht. Sie hat aber auf jeden Fall Angst, und dass sie Angst hat, ist gut begründet, wenn es auch vielleicht Angst vor dem falschen Ding ist. Ob sie einen Ausweg hätte, oder wann, wird nicht erzählt.
Nachher redet die Katze mit ihr und macht die Frage überflüssig, ob die Angst gegen Sorgen helfen könne oder nicht; die Katze ist es also, welche „aufräumt“, sie steht für Ereignisse, mit denen wir ja doch nicht rechnen können, wenn wir unsere Entscheidungen fällen. Solche Ereignisse geschehen im Leben, und das kann uns beruhigen bei unseren Entscheidungen: Wir haben das, was wir vorausahnen, ja doch kaum je ganz in der Hand, also ist die Verantwortung trotz der schlimmen Ahnungen nicht so riesengross. Sebastian mag ein moralisch äusserst hochstehender Mensch sein, der an Zusammenhänge denkt, er verlangt aber möglicherweise zu viel von sich, nur weil auch er ein Mensch mit Ängsten ist. Alles kann er nie vorausplanen, und untergehen muss jeder einmal.

Nicht, weil die Entscheidungen für ihn grosse Folgen zeitigen würden, ist Sebastians Zögern und Nachdenken hoch zu achten, sondern weil er die besseren Entscheidungen trifft, wenn er nachdenkt. Sie sind aber nicht deswegen besser, weil sie ihn vor sehr schweren Folgen behüten würden - die Raubkatze, die kommt dann vielleicht unvorhersehbar -, sondern sie sind deswegen besser, weil er sie verantwortlich fällt. Er denkt auch an seine Freundin, wenn es vordergründig eher um eine berufliche Entscheidung zu gehen scheint oder denkt an seinen Begriff des Guten, wenn es um die Darstellung nach aussen geht. Somit betrachtet er sich als Ganzen, nicht nur eine Ecke von sich. Nichts hat die Welt nötiger als verantwortungsvolle Menschen.

Die Falle - das kann das erträumte reiche Leben sein, an welches Sebastian häufig denkt, und die Mauern werden ihm von reichen Bekannten vor Augen geführt. Seiner Meinung nach gibt es dort Gefahren, bspw. Identitätsverlust, Schwierigkeiten mit dem eigenen Gewissen, Verlust der vertrauten Liebe, und diese Gefahren kennt er in ihren Auswirkungen nicht genau, was ihn beunruhigt, und seine Ängste sind zwar unter Umständen falsch bezeichnet, aber doch gut begründet, weil Sebastian sonst sein jetziges Leben samt seiner Entscheidungslast womöglich viel zu leichtfertig aufgeben würde für etwas, was vielleicht schlechter ist, sicher aber ebenfalls nicht perfekt.

Nun, Sebastian könnte also die Richtung ändern. Statt auf die „Falle“ des reichen Lebens mit plötzlicher Leere zuzulaufen, könnte er bei seinem jetzigen Leben bleiben. Dann kommt die Katze - seine fehlende Altersvorsorge, sein fehlendes Geld, seine fehlende Anerkennung in mancherlei Gesellschaft - und frisst seine Ausgeglichenheit, weil er die verdiente Geltung nicht zu spüren bekommt.
Man sieht, wie nahe Geld und Geltung einander sind. Leider gilt nicht immer der etwas, welcher etwas gelten sollte.

Man kann das Ganze aber auch umgekehrt lesen: Seine jetzige Lage bildet Mauern, welche ihm von Tag zu Tag näher kommen, und die ihn in einer Armutsfalle zu erdrücken drohen. Dann, wenn er doch Möglichkeiten des Vorgehens erkennt, werden seine Pläne womöglich von der „Katze“ eines Liebesverlustes verschluckt, sodass er seine neue Laufbahn bereut. Er hat ja Geltung, er kann sie nur nicht umsetzen. Andere können ihr Geld, ihre Freundin, ihren Wagen vorzeigen - er kann nur irgendwie dumpf hoffen, dass seine Beziehung, seine Verankerung und seine Arbeit auch etwas wert sind, aber vorzeigen kann er nichts.

Ich vermute, dass Sebastian sehr wohl eine Veränderung braucht, dass diese ihm aber höchstwahrscheinlich zu seiner eigenen Verwunderung weder einen Luxuswagen und einen Riesenlohn noch eine neue Freundin einbringen wird, sondern vor allem Selbsterkenntnis, umsichtige Einschätzung der Unterschiede, die zwischen seiner jetzigen Lage und seiner Lage vor zehn Jahren bestehen, und endlich wahrscheinlich berufliche Verbesserungen, welche seine früheren Studien etwas, aber eben nur etwas, besser berücksichtigen als seine gegenwärtige berufliche Situation.

Er wird sich jedenfalls selber einschätzen müssen, und da finde ich die Bewusstmachung und Abwägung der Verbesserungen, Vorteile, Gefahren oder Nachteile wichtig, insbesondere soll er sich vor Enttäuschungen in Acht nehmen, die aus Selbstüberschätzung herrühren könnten - „ich bin grosser Biologe, Chemiker, usw., habe stets tiefgestapelt, also kann ich alles haben, und wenn’s mit der Kohle haut, laufen mir auch noch die Frauen scharenweise hinterher“ - und er soll auch die Schritte, die er vielleicht tut, nicht als Abkehr von allem wahrnehmen, was seine Wurzeln und sein Gewissen ausmacht; gewisse berufliche Veränderungen z. B. würden ihm ja nicht unbedingt schaden, er könnte sich ja immer noch die Frage stellen, ob seine neue Lage ebenso zum Besten der Menschheit ist wie die jetzige, auch wenn er etwas mehr verdient - ich sage etwas mehr, nicht viel mehr. Die Frage ist, ob er wirklich so leicht eine bessere Erwerbsmöglichkeit kriegt, aber die kann er sich selber beantworten.

Er kann sich fragen, wie er seine wohlverdiente Geltung zu spüren bekommen kann - ob mit mehr Prunk, mit höherer eigener Einschätzung dessen, was er ist und hat, oder mit einer Forderung, die er klar und offen vor seinen jetzigen Mitmenschen auf den Tisch legt: vor seiner Freundin, vor seinen Mitarbeitern, vor einem möglichen neuen Arbeitgeber.

Die Maus hätte ohne ihr Zögern vielleicht eine letzte Chance gehabt. So sollte auch Sebastian das Beste aus dem machen, was er jetzt ist und hat, und das wird wohl in Richtung einer nur leichteren, aber doch spürbaren beruflichen Veränderung gehen, gepaart mit höherer Selbstachtung.

Gruss
Mike

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Hallo Menschen!

Hallo Sebastiann,

vielleicht liest Du den Thread gar nicht mehr, nachdem jetzt schon so viele geantwortet haben. Aber spontan dachte ich mir eben „das ist sympathisch was der schreibt, schreib ihm doch auch mal deine Gedanken…“

Bitte seid nachsichtig - es geht auch um „nicht so tolle
Seiten“ von mir!

Hmm, ich würd mich eher wundern, wenn Du Dir nicht auch mal „solche“ Fragen gestellt hättest. Klar, zu einer Lebenskrise sollte das natürlich nicht führen:wink:

Seit einigen Jahren habe ich eine Freundin, in die ich mich
sehr verliebt hatte, die ich menschlich einfach wunderbar
finde. Und die ich auch schön finde.

Wie schön, daß Du das nach einigen Jahren genau so sagen kannst.

Ich habe Chemie und Biologie studiert. Danach aber keinen Job
in der Branche gesucht

Hier würde mich das „warum?“ interessieren.

sondern angefangen, in einem Bioladen
als Verkäufer mitzuarbeiten. Das mache ich immer noch.

Letzte Woche traf ich auf unserem Markt am Biostand einen Juristen, in Deinem Alter. Der steht da auch schon seit 5 Jahren:wink:

Meine Wohnung ist klein, fast winzig, aber ich habe sie schön
eingerichtet …, sondern einfach
schön - mit Dingen, an denen ich hänge, Trockenblumen,
Gewürzgläsern, alten Stühlen, die ich vom Vater „gerettet“
habe… etc.

Klingt als würdest Du Dich dort sehr wohl fühlen. Und darauf kommt’s doch an.

  • also jetzt nicht teure Möbel

Teure Möbel sind nicht immer schön!

Ich sage mal: Ich habe meine kleine Nische gehabt in meinem
Leben. Ich war immer eher ein „Nicht - Tausendsassa“, habe
nicht viel Wert auf Materielles gelegt, fand Umweltschutz und
Bioläden klasse etc.
Meine Freundin ist da auch etwa auf derselben Wellenlänge.

Hier kommt’s auch wieder darauf an wie man Tausendsassa definiert. In meiner Def. ist’s eben nicht der promovierte, coole Porschefahrer mit Topmodel-Freundin.

(Wir mögen auch PL, seine Bücher, seine Ansichten emo9.gif !)

Reine Neugier: wer ist PL?

Meine Eltern sind sehr! materialistisch ausgerichtet, und ich
habe diese Sprüche, diese Weltanschauung, dieses
profitorientierte Verhalten immer abgelehnt. Nicht gut für
mich.

Klar ist Dein Leben jetzt auch eine Reaktion auf Deine Erziehung, Deine Eltern etc.

Ich habe natürlich sofort gesehen, damals: Meine Freundin ist
nicht „schön“. Also, sie ist niemals das, was man als
„normschön“ bezeichnet.

Normschön? So diese Barbiepuppenmodel??

Ich fand sie aber von der ersten
Sekunde an wunderschön.

Das wichtigst an dieser Aussage ist hier „von der ersten Sekunde an“!

Mein Job ist einfach und schlecht bezahlt.

Nichtdestotrotz scheint er Dir Spaß zu machen! - Sehr viel wert heutzutage!

Als Biologe und
gerade als Chemiker hätte ich gute Chancen gehabt, mehr zu
verdienen. Man weiß auch nie, wie lang der Bioladen noch geht.

Nö, aber das weiß man nie. Aber gerade als Biologe und Chemiker könntest Du nach dem eventuellen Untergang des Ladens doch in dieser Ecke bleiben. Sprich im Bereich Bio-/Ökozeug, Umwelt etc. Da gibt es bestimmt auch andere (auch schlecht bezahlte:wink:) Möglichkeiten, die Deiner Anschauung entsprächen.

Meine Wohnung ist in einem Umfeld gelegen, in dem eigentlich
keiner wohnen möchte, weil es ein Stadtteil mit Problemecken
ist
Ich hatte mich damals in das alte Haus verliebt und in
die netten Bewohner.

Ich wünschte ich könnte das von meinem Haus und dessen Bewohner sagen!

Ich treffe in den letzten vier Jahren (Besuche,
Klassentreffen, große Familienfeier, Zufälle etcetc) eine
Menge Menschen, alte Freunde, Bekannte, Verwandte, und habe
Gespräche mit ehemaligen Studenten, aber auch Reaktionen auf
Ämtern etc - - - -

Die Menschen, die Du aufzählst sind alles keine AKTUELLEN Freunde. Was sagen selbige denn? Die finden Dich o. K., oder?

Ich bekomme:
Mitleid. Verachtung. Entsetzen.

Beim Klassentreffen: klar, kann ich nachvollziehen. Üblicherweise kommen die als erste und bleiben am längsten, die so richtig was auf der Erfolgsseite zu verbuchen haben:wink:)

Große Familienfeier: auch klar, die alten Verwandten möchten immer gerne hören, daß der Nachwuchs es zu etwas „gebracht“ hat.

Ehemalige Mitstudenten: auch klar, denn die meisten sind wohl jetzt Chemiker und Biologen (hmm, zweiteres wohl etwas weniger) und fragen sich warum Du nicht.

Reaktionen auf Ämtern: auch wieder klar, aber das kann Dir doch so was von wurscht sein!

„Du bist ja jetzt arm! Arme Leute sterben schneller, hab eich
gehört.“

Hi, hi, und Reiche gehen zu Aldi und Tchibo weil’s in ist!? Na Hauptsache im Bioladen fällt genug Essen für Dich ab:wink:

„Mann, so ein Mann wie Du - Du kannst ja jede haben. Was
willst Du mit SO einer Frau???“

Diesen Satz empfand ich als den übelsten. Spricht wirklich nicht für die Leute, die dies sagten.

Ich gehöre dazu, finanziell - und von den verächtlichen
Blicken der Leute her erst recht. Ich wurde schon auf der
Straße kurz mal aufgegriffen: Polizei, Drogenrazzia. Nur, weil
ich in diesem Viertel wohne.

Du erwähnst zum zweiten Mal das Viertel und ich denke jetzt zum zweiten Mal, daß ich Leute kannte, die es sogar cool fanden (allerdings als Gutverdienende) in solch einem Viertel zu wohnen. Wobei es natürlich „miese Viertel“ und „miese Viertel“ gibt…

Ich habe mir das sicher zwei Jahre lang lachend angehört und
dachte: Ich liebe mein Leben so. Ihr oberflächlichen Leute…
aber die ganzen letzten vier Jahre lang habe ich es dann doch
nicht so geschafft.

Aber da muß etwas anderes passiert sein. Es kann nicht an der Zeitdauer liegen. Zwei Jahre hast Du gelacht darüber und weitere zwei Jahre und das ganze macht Dir so zu schaffen? Bist Du selbst mit Deinem Leben noch genauso zufrieden wie vor 4 Jahren?

Immer wieder sehe ich Angebote in der Chemie und hadere mit
mir. Hätte ich doch… wäre ich jetzt nicht so arm. Scheiß
Bio. Scheiß Umwelt.

Versteh ich nicht. Nur weil Du Chemie studiert hast mußt Du nicht zwingend als „Schwein“ in der Chemieindustrie arbeiten. … scheiß Bio, scheiß Umwelt… - die suchen auch Chemiker! Und weniger als jetzt verdienst Du in diesem Bereich bestimmt nicht. Aber natürlich weniger als eben erwähntes „Schwein“:wink:

Und manchmal hasse ich meine Freundin.

Klingt so als scheinst Du manchmal Dich selbst zu hassen und da ist es natürlich leichter Du richtest das auf Deine Freundin.

Es gibt zwei Frauen, die gern mit mir zusammen wären.

Und dies trotz Deiner mißlichen Lage??

Sie sind
umwerfend. Ich könnte sie nie lieben - aber sie entsprächen
dem, was ich haben müsste, um mich wieder toll zu fühlen.

Um Dich wieder toll zu fühlen? Nö, damit Dich andere wieder toll finden! Die anderen, die Du oben erwähnt hattest. Doch nicht Deine richtigen aktuellen Freunde??

Ich weiss, es ist kindisch. Aber es dringt in mich ein und
ist, wenn kindisch, dadurch nicht weniger da. Was ich hätte
haben und sein können. Was ich immer noch machen und
realisieren könnte.

Das empfinde ich nicht als kindisch. Eher normal. Geht fast jedem mal so. Das darüber nachdenken „was wäre wenn…“.

Ich könnte noch in die Chemie einsteigen,
mir eine normtolle Frau nehmen, Geld machen, eine große
Wohnung…

Und dann wärst Du glücklich?

Ich denke: Mein Gott - meine Ideale, meine Überzeugungen,
meine Liebe zu dieser Frau, zur Natur, zum einfachen,
besonnenen Leben - ich fühle mich langsam durch den Druck von
außen, den ich mir jetzt auch selber mache, so weichgekocht,
dass ich auch noch - schnell noch - zu den GUTEN gehören
möchte -

Zu den GUTEN? Das war dann wohl die falsche Wortwahl?! Dachte immer die GUTmenschen sind die mit „solchen“ Idealen, Überzeugungen, eben die, die wie Du oben, ein einfaches, besonnenes Leben führen möchten?

die mit Stil, Geld, Ansehen!!! Auf die nicht mit den
Augen gespuckt und über die nicht gelacht wird und die sich
nicht dauernd Sorgen machen müssen - um Geld heute und vor
allem - im Alter??!!

Das letzte scheint mir hier eher das Problem zu sein. Zukunftsangst. Ohne jetzt weiter darauf eingehen zu wollen (was nicht heißen soll, daß ich das nicht sehr, sehr ernst nehme).

Ich schäme mich vor mir selbst (von meiner Freundin gar nicht
zu reden).

Hast Du auch mit ihr das Thema besprochen?

Das verbessert mein Gefühl von Wertlosigkeit auch

nicht gerade.

Mir scheint wirklich Deine Wertvorstellungen sind im Augenblick ziemlich durcheinander geraten. Die guten, wertvollen Menschen sind die mit teuren Möbeln, einem Eigenheim in ner teueren Wohngegend und ner Barbiepuppe (einem Barbiejüngling:wink: im Arm?? (Ich muß gerade an meinen Ex-Chefchef denken, der 38 Autos hat und jeden Tag mit einem anderen auf seinen Stammparkplatz vorfährt:wink:))

Bitte - ich bitte euch um einige Gedanken.

Das waren jetzt meine ganz spontanen Gedanken beim Lesen Deines Textes.

Ich leide sehr
unter diesen beiden Seiten in mir.

Daß Du diese beiden Seiten in Dir hast ist o. K., aber ich wünsche Dir, daß Du aufhörst darunter so zu leiden. Geh auf kein Klassentreffen mehr (waren da nur Idioten bei euch?) und hol Dir Feedback bei Deinem aktuellen Freundeskreis. Nehme an, das sind nicht nur Junkies:wink:)))

Alles Gute - und engagier Dich ruhig mal ein bißchen „umweltmäßig“!

Liebe Grüße,
Christiane

Soziale Anerkennung
Hallo Sebastiann

Die meisten Menschen spüren in sich das (Grund)Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. Der Rat „Lass die anderen doch reden! Lebe dein eigenes Leben!“ ist unrealistisch.
Wenn so mancher die Kritik und den Spott vieler anscheinend leicht hinnimmt, so braucht er fast immer mindestens einen, der auf seiner Seite steht. Dass dessen Meinung ihm wichtiger ist, als die der Schar der Kritiker, liegt darin begründet, dass es ihm gelingt, diesen Menschen als wichtiger als alle anderen zu bewerten.
Diese Bewertung kann aber nicht willkürlich geschehen, sondern es muss etwas außer dieser Meinung geben, das seine Meinung wertvoller macht, z.B. eine lange Freundschaft.
Dein Wunsch nach mehr Geld, besserer Wohnung, hübscherer Freundin ist meines Erachtens die Konkretisierung des abstrakten Wunsches nach sozialer Anerkennung. Es geht dir also eigentlich gar nicht darum, diese Dinge zu besitzen, wie du ja selbst schon ahnst, sondern du wünschst dir Menschen um dich, die dich in deinem jetzigen Leben gut finden.
Mein Rat wäre: „Umgib dich mit anderen Menschen“. Das ist natürlich nicht so leicht, aber um einen Ökoladen herum gibt es ja meistens auch eine Art Gemeinde derer, die einen alternativen Lebensstil pflegen. Vielleicht findest du dort Anschluss.
Es kann aber auch sein, dass ein Wandel in deinen Ansichten vor sich geht und dass du die Stimmen der anderen selektiv wahrnimmst, nämlich so, dass sie deine heimlich entstandenen und noch nicht eingestandenen neuen Wünsche zu bekräftigen scheinen. Dann solltest du dir tatsächlich einen „richtigen“ Job suchen und dein Leben revolutionieren.
In einigen Monaten wirst du klüger sein.

Gruß, Tychi

Hi Mitmensch Sebastiann,

sehr sympathisch geschrieben hast Du, finde ich.

Der Mensch als „soziales“ Wesen muss natürlich in einem gewissen Rahmen auch auf die Gemeinschaft Rücksicht nehmen, doch die darf keineswegs soweit gehen, dass es auf Kosten des eigenen Selbst geht.

Sind Dir in den ersten zwei Jahren der letzten vier Jahre die Meinungen Deines sozialen Umfeldes gleich gewesen, hast Du sie gar nicht gehört oder meinst Du, Dein Umfeld äußerst erst seit Du selbst Zweifel über Deine Lebenssituation bekommen, Negatives?

Wieso hast Du nichts Berufliches Deinem Studiengang entsprechend gemacht? Was ist Dir beruflich wichtig? Und gäbe es eine dritte berufliche Möglichkeit, in der Du die Qualitäten aus Deinem Biologie- und Chemie-Studium mit dem was Du im Bioladen gern machst, verbinden könntest, wie könnte solch eine Tätigkeit aussehen?

Scheinbar gefällt Dir Deine Wohnung sehr gut bis auf dass Du sie als klein bzw. zu klein empfindest? Bist Du in Deine Freundin noch verliebt? Wie wäre es mit einer gemeinsamen und größeren Wohnung? Du kannst Dir wieder eine schöne Wohnung mit den Dingen einrichten an denen Du hängst, nur in einem etwas größeren Rahmen?

Ist Materielles zu mögen zwingend im Widerspruch zu Umweltschutz und Bioläden zu sehen? Also, mit Hartz IV leistet man sich nicht so leicht was aus dem Bioladen und um die Umwelt schützen zu können bedarf es auch finanzieller Güter. Findest Du nun Umweltschutz und Bioläden nicht mehr klasse? Was ist hier für Dich der Widerspruch Geld zu haben und auch in Bioläden einzukaufen und auch aktiv Umweltschutz zu betreiben? Wie wäre es Biobauer zu werden und dann Dein selbst angebautes Gemüse im angrenzenden Bioladen zu verkaufen? Oder arbeite halbtags im Bioladen und halbtags mach was worin Du Deine Kenntnisse aus dem Studium in Verbindung mit Umweltschutz einbringen kannst?.. Lass’ Deiner Phantasie mal freien Lauf.

Da Du Deine Eltern als sehr materiell erlebt hast und dieses proftiorientierte Denken für Dich ablehntest, hast Du möglicherweise auch erstmal eine Antihaltung dazu entwickelt und wolltest vielleicht keinesfalls so werden wie sie, lieber kein Geld und dafür, das was möglicherweise bei Euch zu Hause zu kurz kam, mehr zu er-leben: z.B. Warmherzigkeit. Entschuldige bitte, sollte ich völlig daneben liegen.

Ich könnte mir vorstellen, dass wenn Du erstmal eine Antihaltung zu Deinen Eltern eingenommen hattest, Du vielleicht auch nicht die positiven Seiten sehen konntest, die Materielles bzw. Geld mit sich bringen kann. Wenn Deine Eltern sehr materiell denken, vielleicht haben sie auch die Gabe entsprechend Materielles zu erwirtschaften. Und vielleicht hast auch Du dieses Talent vererbt bekommen.

Unter Umständen könnte es Deine Aufgabe sein, das was Dir in Deinem Elternhaus gefehlt hat, eventuell u.a. Herzlichkeit mit dem Geld verdienen zu verbinden, und durchaus Dich auch an Geld haben auch erfreuen zu können. Das was Du bei dem Streben nach Materiellen bei Deinen Eltern ablehnst, kannst Du für Dich ja modifizieren und das was Dir hier fehlte integrieren.

PL: immer diese Aküfis… Polen ist ja wohl kaum gemeint. :smile:

Ich denke, man muss nur vor sich selbst bestehen und Du musst nur Dir selbst etwas beweisen, wenn Du das magst.

Und wenn Du Deine Freundin wunderschön vom ersten Augenblick an fandest und das echt und nicht aufgesetzt war, dann ist das doch okay. Du kannst es nicht allen Menschen recht machen, also mache es erstmal Dir selbst recht. Schönheit liegt im Auge des Betrachters und schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.

Bei allem was Du weiter schreibst, könnte ich mich nur wiederholen. Gerade wenn Du Zukunftsängste auch hast, gleich wie begründet, überlege Dir eine berufliche Brücke aus dem zu bauen was Du im Bioladen hast und dem was Du im Studium gelernt hast. Hattest Du mal ein ursprüngliches Ziel, und falls ja, welches? Und hast Du Dich auch deshalb in den Stadtteil und das Haus verliebt, weil Deine Eltern da nie wohnen wollen würden? Wie gesagt, vielleicht basierte diese Entscheidung auf einer Antihaltung Deinen Eltern gegenüber. Wie frei Du bist und wo Du wirklich am liebsten wohnen möchtest, in welchem Stadtteil und welcher Wohnung, wirst Du wohl rausfinden können, indem Du Dir andere Wohnungen ansiehst, z.B. von Freunden, Bekannten. Oder gehe mal spasseshalber auf Wohnungssuche.

Die von Dir geschilderten Reaktionen von Mitleid, Verachtung und Entsetzen empfinde ich schon sehr extrem. Kommt das tatsächlich so hart? Wie fühlst Du Dich denn selbst dabei, was denkst Du, erzählst Du von Deiner Freundin, Wohnung oder Deinem Job?

Was hat sich geändert, dass Du mit Deinem Leben nicht mehr zufrieden bist? Und das was Du von außen gesagt bekommst, entspricht das auch Aussagen, die Du schon von Deinen Eltern her kanntest? Ich finde teils die Aussagen sehr überzogen, wieso sollte ein Wenigverdiener deshalb im Alter auf die Straße fliegen?

Wenn Du immer wieder Angebote in der Chemie siehst, dann doch nicht zufällig, sondern weil Du auch guckst. Also, Du liebäugelst ja offenbar auch teils Dich beruflich zu verändern oder zu erweitern? Siehe weiter oben. Weder ist Bio noch Umwelt Scheiß. Und man braucht nicht zwingend Geld für Umweltschutz, doch es ist von Vorteil.

Die Aussage zu Deiner Freundin, sie manchmal zu hassen, und was Du haben müsstest, um Dich wieder toll fühlen zu können, finde ich übel. Eine Frau „haben“? Kein Mensch ist Besitz und an dieser Stelle lese ich nichts mehr von Deiner oben erwähnten Warmherzigkeit. Lasse Deine Gefühle nicht außer acht.

Nicht andere geben Dir den Wert, sondern Du Dir selbst. Doch um zu wissen, was Du Dir wert bist, müsstest Du vielleicht soweit als möglich einges gedanklich durchspielen oder auch ausprobieren, z.B. Jobalternativen, eventuell auch selbst Dir einen Job kreiieren, verschiedene Wohnungsstile und Wohnungen in unterschiedlichen Stadtteilen Dir anschauen, Deine Beziehung zu Deiner Freundin hinterfragen, ob es noch Liebe ist…

Man kann ja Geld haben ohne es zeigen zu müssen. Scheiß auf Ansehen, Du musst Dir selbst in die Augen sehen können.

Angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Ungewissheit was uns morgen unsere Politiker an Geldklau auftischen, kann ich Deine Unsicherheiten hinsichtlich finanzieller Absicherung im Alter verstehen. Dabei geht es nicht nur darum was Du selbst verdienst, sondern wem Du mal alles die Rente finanzieren sollst.

Doch ich finde, Du solltest möglichst in der Gegenwart leben und Dein Leben so einrichten, dass Du es wieder gerne und gut lebst. Man kann ohnedies nicht alles absichern. Staatliche Grundrente mit der Verfplichtung selbst vorsorgen zu müssen, ist vielleicht das Modell der Zukunft. Doch womit Du Deine Brötchen verdienst, ist erstmal vorrangig wichtig. Denn wenn Du immerhin ein Drittel Deines Tages oder länger in der Arbeit verbringst, sollte diese Dir auch Freude und Sinn nach Möglichkeit geben, finde ich.

Prägnante Antworten sind nicht gerade meine Stärke. :smile: Ja, vielleicht gibt es noch zwischen Dir und Deinen Eltern Klärungsbedarf, und falls nicht mit ihnen direkt, dann vielleicht mit einem Profi (Coach, Therapeut…)

Und wenn ich auch vielleicht voll daneben liege, ich fände es überlegenswert mal zu schauen, ob Du einen Job er-finden kannst, der die für Dich positven Elemente des Studiums mit denes des Bioladens verbindet.

Ciao,
Romana