Noch was von mir. Ich heule mich aus. LANG!

Hallo Menschen!

Ich habe mich hier mal eingeloggt, denn ich habe etwas, was mir schon seit x Monaten im Kopf herumgeistert und was immer stärker wird! Ich hoffe, ein paar Menschen haben die Zeit und Lust, das zu lesen, das wird sicher etwas länger… ich versuche aber, die Fakten kurz zu machen - übersichtlicher…

Bitte seid nachsichtig - es geht auch um „nicht so tolle Seiten“ von mir!

Ich bin knapp dreißig Jahre alt.

Seit einigen Jahren habe ich eine Freundin, in die ich mich sehr verliebt hatte, die ich menschlich einfach wunderbar finde. Und die ich auch schön finde.

Ich habe Chemie und Biologie studiert. Danach aber keinen Job in der Branche gesucht sondern angefangen, in einem Bioladen als Verkäufer mitzuarbeiten. Das mache ich immer noch.

Meine Wohnung ist klein, fast winzig, aber ich habe sie schön eingerichtet - also jetzt nicht teure Möbel, sondern einfach schön - mit Dingen, an denen ich hänge, Trockenblumen, Gewürzgläsern, alten Stühlen, die ich vom Vater „gerettet“ habe… etc.

Ich sage mal: Ich habe meine kleine Nische gehabt in meinem Leben. Ich war immer eher ein „Nicht - Tausendsassa“, habe nicht viel Wert auf Materielles gelegt, fand Umweltschutz und Bioläden klasse etc.
Meine Freundin ist da auch etwa auf derselben Wellenlänge.

Wir haben beide nicht viel Geld (im Gegenteil…), und sie ist aber sehr warmherzig, hilft gern und ist ziemlich gern gemocht in ihrem Umfeld.
(Wir mögen auch PL, seine Bücher, seine Ansichten emo9.gif !) Meine Eltern sind sehr! materialistisch ausgerichtet, und ich habe diese Sprüche, diese Weltanschauung, dieses profitorientierte Verhalten immer abgelehnt. Nicht gut für mich.

Und jetzt… ist alles anders. Und ich weiß nicht, warum.
Imn den letzten 4 Jahren kommt es mir vor, als müsste ich immer mehr… „Prüfungen vor anderen“ bestehen.
Ich habe natürlich sofort gesehen, damals: Meine Freundin ist nicht „schön“. Also, sie ist niemals das, was man als „normschön“ bezeichnet. Ich fand sie aber von der ersten Sekunde an wunderschön.

Mein Job ist einfach und schlecht bezahlt. Als Biologe und gerade als Chemiker hätte ich gute Chancen gehabt, mehr zu verdienen. Man weiß auch nie, wie lang der Bioladen noch geht.

Meine Wohnung ist in einem Umfeld gelegen, in dem eigentlich keiner wohnen möchte, weil es ein Stadtteil mit Problemecken ist. Ich hatte mich damals in das alte Haus verliebt und in die netten Bewohner.

Ich treffe in den letzten vier Jahren (Besuche, Klassentreffen, große Familienfeier, Zufälle etcetc) eine Menge Menschen, alte Freunde, Bekannte, Verwandte, und habe Gespräche mit ehemaligen Studenten, aber auch Reaktionen auf Ämtern etc - - - -
Stelle ich meine Freundin vor…
Erzähle ich, wo ich arbeite…
Erzähle ich , was ich verdiene…
Erzähle ich, wo meine Wohnung ist…

egal was.
Ich bekomme:
Mitleid. Verachtung. Entsetzen.
„WAS machst Du?“ „Verkäufer - DU???“
„DIE ist Deine Freundin? ACH Du Himmel!“
„WO wohnst Du? Oh Gott, so musste ich selbst als arme Studentin ja nicht hausen!!“
„Ist es schlimm, jetzt allerunterste Schublade zu sein? Das hätte ja keiner gedacht!“
„Du hast Chemie mit 1 gemacht. SO einen Hungerlohn hast Du?“
„Du bist ja jetzt arm! Arme Leute sterben schneller, hab eich gehört.“
„Du hattest SOLCHE Chancen! Jetzt fliegst Du im Alter auf die Straße!“
„Mann, so ein Mann wie Du - Du kannst ja jede haben. Was willst Du mit SO einer Frau???“

Und das immer und immer wieder - machmal von verschiedenen Leuten mehrmals am Tag, unabhängig voneinander.

Und dann diese „Unterschicht“, die jetzt durch die Medien geistert.
Ich gehöre dazu, finanziell - und von den verächtlichen Blicken der Leute her erst recht. Ich wurde schon auf der Straße kurz mal aufgegriffen: Polizei, Drogenrazzia. Nur, weil ich in diesem Viertel wohne.

Ich habe mir das sicher zwei Jahre lang lachend angehört und dachte: Ich liebe mein Leben so. Ihr oberflächlichen Leute… aber die ganzen letzten vier Jahre lang habe ich es dann doch nicht so geschafft.

Steter Tropfen höhlt mich.
Immer wieder sehe ich Angebote in der Chemie und hadere mit mir. Hätte ich doch… wäre ich jetzt nicht so arm. Scheiß Bio. Scheiß Umwelt.
Und manchmal hasse ich meine Freundin.
Es gibt zwei Frauen, die gern mit mir zusammen wären. Sie sind umwerfend. Ich könnte sie nie lieben - aber sie entsprächen dem, was ich haben müsste, um mich wieder toll zu fühlen.

Ich weiss, es ist kindisch. Aber es dringt in mich ein und ist, wenn kindisch, dadurch nicht weniger da. Was ich hätte haben und sein können. Was ich immer noch machen und realisieren könnte. Ich könnte noch in die Chemie einsteigen, mir eine normtolle Frau nehmen, Geld machen, eine große Wohnung… nicht mehr diese Verachtung, dieser Hohn und Spott in meiner Familie, keine Verwechslung mit Junkies mehr… ein tolles Wohnviertel. Nicht mehr diese immer größer werdende Scham bei allem, was ich über mich sage. Ich fühle mich immer wertloser.

Wenn ich sage: SEI erwachsen! Dann ist diese Zerrissenheit immer noch da.

Ich denke: Mein Gott - meine Ideale, meine Überzeugungen, meine Liebe zu dieser Frau, zur Natur, zum einfachen, besonnenen Leben - ich fühle mich langsam durch den Druck von außen, den ich mir jetzt auch selber mache, so weichgekocht, dass ich auch noch - schnell noch - zu den GUTEN gehören möchte - die mit Stil, Geld, Ansehen!!! Auf die nicht mit den Augen gespuckt und über die nicht gelacht wird und die sich nicht dauernd Sorgen machen müssen - um Geld heute und vor allem - im Alter??!!

Ich schäme mich vor mir selbst (von meiner Freundin gar nicht zu reden). Das verbessert mein Gefühl von Wertlosigkeit auch nicht gerade.

Bitte - ich bitte euch um einige Gedanken. Ich leide sehr unter diesen beiden Seiten in mir.

Sebastian

Antwort nicht so arg lang
Hallo Sebastian
Im Gegensatz zu Dir mach ichs jetzt mal n bißchen kürzer:
Kurz umrissen (Ferndiagnose hin, Ferndiagnose her) klingt das sehr nach einer Identitätsprolematik.
Da hilft es wenig, wenn Du an den dich umgebenden „Objekten“ und Personen herumhanstierst. Ich halte es für weit sinnvoller , wenn du dich wegen dieser Identitätsproblematik einfach in eine Psychotherapie begibst. Schaden wird es dir kaum, nützen höchst wahrscheinlich sehr.
Gruß,
Branden

Hallo Sebastian.
Vielleicht hast du nur die falschen Freunde!
Leb doch so, wie du es möchtest, ob reich oder arm! Mit Sicherheit gefällt dir das "reiche"Leben nicht.
Und was spricht dagegen, deinen alten Beruf wieder zu machen? Such dir da etwas richtiges!
Und deine Freundin ist schön-auch wenn nur für dich!
Es gibt eh kein schön oder hässlich-eher interessnt oder uninteressant!
Und es ist Dein Leben, nicht das der anderen!

MAnu

Hallo Sebastian,

wenn uns Dinge gehäuft begegnen, dann hat das etwas mit uns selbst zu tun: vielleicht ist ein Teil Deiner selbst doch nicht so zufrieden wie Du immer dachtest. - Wenn Du es wärst, würden Dich Sprüche von anderen wohl kaum so verunsichern.
Vielleicht hast Du noch ungelebte Wünsche, die jetzt zur Unzufriedenheit führen, vielleicht ist es auch einfach eine Gelegenheit, Dein Leben auf den Prüfstand zu stellen und festzustellen: es ist genau das was Du willst oder: Du willst etwas ändern. - Es ist übrigens nicht verwerflich, ein bisschen Geld haben zu wollen und sich über die Altersvorsorge Gedanken zu machen. - Ich stecke leider permanent im Zwispalt entweder ein sicheres Einkommen zu haben oder das arbeiten zu können, was ich machen möchte. Ich hoffe, dass es mir eines Tages gelingen wird, beides zu vereinbaren…

  • Es wird Dir bestimmt nicht helfen, von anderen zu hören „Dein Leben ist doch o.k.“, denn das kannst Du nur selbst herausfinden.
    Dabei wünsche ich Dir alles Gute!
    Viele Grüße,
    Matuja

PS: Wer ist PL?

Hallo Mensch :smile:

ich erlaube mir, dir auch zu antworten.

Spontan fiel mir ein, dass deine „Freunde“ ja ganz schön anmaßend sind. In meinem Umfeld fiele es keinem im Traum ein meinen Partner aufgrund seiner äußeren Erscheiung Kritik zu äußern, schon gar nicht so plump. Du musst dich eher fragen, was für Menschen du als deine Freunde bezeichnest und was die sich eigentlich anmaßen.

DU musst dich in erster Linie wohlfühlen und sonst niemand!
Solange du alle Rechnungen begleichen kannst, ist es eigentlich egal in welcher Berufssparte du gelandet bist SOLANGE DU damit klarkommst.

Ansonsten ist es nie ein Fehler nach Veränderungen im Berufsleben zu streben, wenn man nicht zufrieden ist und finanzielle Sorgen quälen.

Du kannst dich glücklch schätzen Jemanden zu haben den du liebst und deine Liebe erwidert wird. Alles Andere ist unwichtig.

Schönheit liegt sowieso im Auge des Betrachters. Lass dir da nicht reinreden.

Wieviele Menschen sind reich, haben tolle Designerklamotten/möbeln, große Häuser, schöne Partner und sind TROTZDEM NICHT glücklich? Willst du wirklich mit denen tauschen?

lg

nina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ganz einfach…
Hallo Sebastian,
wieso sagst Du, dass Du zwei Seiten hast? Ich sehe nur eine Seite.
Du hattest ein glückliches Leben, in einem Haus, welches Du Dir selbst ausgesucht hast – weil Du es magst. Du hast eine Freundin, die Du Dir selber ausgesucht hast - die Du liebst. Du hast Arbeit, die Du Dir ausgesucht hast – die Du magst. Alles scheint zu Dir zu passen und Du hast Dir Dein Leben so gestaltet, wie Du Dich wohl fühlst.
Was allerdings nicht zu Dir passt, sind Menschen die alles madig machen, was Dir wichtig ist.
Du willst doch nicht wirklich Deine schöne Welt gegen das Geschwafel von Wohlstand, gutem Aussehen der Partnerin etc. tauschen, nur weil die Wahl Deines Lebens von einigen anderen schlecht gemacht wird, oder???
Wenn Du den innerlichen Abstand zu Ihnen nicht schaffst, halte Dich doch erst mal von ihnen fern – irgendwann wirst Du sehen, wer im Leben glücklicher geworden ist. :smile:

Viele Grüße, Jose

Hallo Mensch!

Ich greife jetzt mal nur ein paar Dinge raus die mich beschäftigen würden.

Bitte seid nachsichtig - es geht auch um „nicht so tolle
Seiten“ von mir!

Damit bewertest du diese Seite an dir schon als „negativ“ und die Frage ist, ist das Deine Wertung oder die anderer?

Ich sage mal: Ich habe meine kleine Nische gehabt in meinem
Leben. Ich war immer eher ein „Nicht - Tausendsassa“, habe
nicht viel Wert auf Materielles gelegt, fand Umweltschutz und
Bioläden klasse etc.
Meine Freundin ist da auch etwa auf derselben Wellenlänge.

Meine Eltern sind sehr! materialistisch ausgerichtet, und ich
habe diese Sprüche, diese Weltanschauung, dieses
profitorientierte Verhalten immer abgelehnt. Nicht gut für
mich.

Wenn man etwas ablehnt, möchte man es ja dann unter allen Umständen nicht genauso machen, sonst müßte man sich ja selber ablehnen.
Und das zwingt einen in eine extrem andere Richtung, vielleicht sogar ohne wirklich drüber nachgedacht zu haben ob diese Richtung einen dann glücklich macht.
Ablehnung ist oft auch Auflehnung gegenüber Dingen oder Menschen und wie kann man sich besser auflehnen als genau das Gegenteil zu tun was sie wünschen um sie zum nachdenken zu zwingen was dir vielleicht gefehlt hat? Ist nur ein Gedanke.

Und jetzt… ist alles anders. Und ich weiß nicht, warum.

Genau das ist die Frage die du für dich klären solltest.
Warum empfindest du dich und dein Leben auf einmal nicht mehr so ok wie du immer angenommen hast?
Liegt es wirklich nur an den Äußerungen anderer oder ist da im Herzen vielleicht doch ein kleines bischen sehnen nach Anerkennung und Wohlstand? Auch wenn du das nach außen hin immer abgelehnt hast und du Angst hast dich zu verraten wenn du das wünschst? Oder vielleicht deinen Eltern Recht geben zu müssen durch deinen Sinneswandel?
Da stehen viele Fragen die du dir selber ganz ehrlich beantworten mußt.

Ich bekomme:
Mitleid. Verachtung. Entsetzen.

Sind das vielleicht auch deine Gefühle in Bezug auf die „oberflächigen“ Menschen, die sich nur über Status und Geld definieren?
Nur jetzt eben umgekehrt?

Ich habe mir das sicher zwei Jahre lang lachend angehört und
dachte: Ich liebe mein Leben so. Ihr oberflächlichen Leute…
aber die ganzen letzten vier Jahre lang habe ich es dann doch
nicht so geschafft.

Steter Tropfen höhlt mich.

Vielleicht fragst du dich auch, welche Verachtung leichter zu ertragen ist?
Die Verachtung KEIN Geld und Status zu haben, oder die Verachtung Geld und Status zu haben, was ja deine eigenen Gefühle widerspiegelt?

Das waren jetzt die Gedanken die mir dabei durch den Kopf schossen, vielleicht ist da ja ein Aufhänger für dich drin.

Sebastian

Gruß
Schiwa

Hallo Sebastian,

in vielen, ziemlich anspruchsvollen Büchern ist das beschrieben, was Dich unzufrieden macht: Das Gefühl von Umtriebigkeit und Undankbarkeit, obwohl man eigentlich zufrieden sein müßte. Da bist du in bester Gesellschaft.

Du könntest dir diese Romane suchen und sie lesen, um zu sehen, wie kluge Dichter ihre Helden sich aus ihren Plagen herauswursteln ließen. Und alle Helden haben das Gleiche durchlebt: Lebensunzufriedenheiten haben ihre Prozesse und können dauern.

Manchmal sind schmerzhafte Phasen notwendig, um zu seinen persönlichen Erkenntnissen zu kommen. So sind meiner Ansicht nach nicht die Leute in deinem Umfeld für dein Unbehagen verantwortlich (bestenfalls der höchst überfällige Auslöser), sondern die Frage an dich selbst, ob mit wem und womit du dich beschäftigst, dich zufrieden macht. Selbst die Zweifel können unzufrieden machen.
Sehe dein Unbehagen als eine willkommene Voraussetzung für deine Bereitschaft offen für neue Möglichkeiten zu sein. Ich denke, dass gehört zum Lebensinn dazu.

Vielleicht stehst du als Bioprodukteverkäufer auf einer Stufe, die dich zu dem Sektor hinlotst, worüber du bisher nie nachgedacht hast. Es heißt ja, dass hinter jedem Ereignis im Leben ein Sinn steckt, den man vorher nicht erkennen konnte. Vielleicht ist es aber auch nur höchste Zeit für dich, darüber nachzudenken, ob du weiter (wohin auch immer) willst oder Fuß fassen möchtest.

Sei froh über deine Unzufriedenheit. Dazu gehören Talente, über die nicht jeder verfügt. Wie geschrieben, du bist da in bester Gesellschaft.

Grüße
Ricarda

hallo sebastian,

mir scheint, du hast deinen weg verloren oder dein alter weg ist nicht mehr ganz das wahre, aber einen neuen eigenen weg hast du noch nicht gefunden. kein wunder wenn du dann so leicht angreifbar bist und die bewertungen anderer dir zu eigen machst.
es ist sicher kein zufall, dass du mit den erwartungen anderer so derbe konfroniert wirst, sie nicht in ihre schranken weisst, dich nicht gegen dieses verhalten zur wehr setzt. es ist aber auch sicher kein zufall, dass sie kein gutes haar an dir zu lassen scheinen.

nun kann man über die motive der anderen spekulieren, der eine ist neidisch darauf, dass du nicht der norm entsprechend lebst, freiwillig und gewollt und sogar glücklich bist,der nächste vermag sich nicht vorstellen zu können, dass das was ihm die grösste angst bereitet, dich erfüllt - etc. pp…es geht also nie nur um die erwartungen die menschen vorgeben, es geht auch immer um etwas, was du hast, sie aber nicht.

dennoch halte ich mich hier an branden - mein rat wäre mir hilfe zu suchen in dieser phase - denn sonst läufst du gefahr deinen eigenen weg nicht zu finden und entweder das zu tun was andere dich glauben machen, was der vermeindlich richtige weg wäre, oder du lässt alles wie es ist und evtl ists das aber in teilbereichen so auch nimmer.

diese sogenannten freunde und bekannte sind eines sicher nicht - gute ratgeber - ich würde mir einen profi suchen der nur eines im auge hat - dein wohl - dir zu helfen deine eigenen ziele zu entwickeln, mit dir gemeinsam zu hinterfragen damit du DEINE antworten selbst findest.
damit wirst du weit kommen und finden wonach du im grunde suchst - wie es sich dann in deinem leben ausdrücken wird, wird sich zeigen.

aber sicher wäre es u.a. möglich dich von den meinungen sog. freunde unabhängier zu machen und/oder diese besser zu durchschauen.
und irgendwann wirst du vielleicht gar nicht mehr mit derartigen dingen konfrontiert - weil du deinen weg gehst und das ausstrahlst - also keine angriffsfläche bietest, da verlieren bestimmte menschen jedes interesse einem ihren stempel aufzudrücken.

ich wünsche dir den mut den du evtl brauchst dir einen profi zu suchen und das wagnis einzugehen bei dem du nur gewinnen kannst wie branden zu recht schreibt so ich meine.

LG
nina

Drei wichtige Entscheidungen
Hallo Sebastian

Du hast etwas ganz Entscheidendes vergessen:
Wie denkt eigentlich Deine Freundin darüber?

Schade finde ich, dass Du mit Deinem Studium nicht mehr aus Deinem Leben gemacht hast (das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung).

Du stehst vor drei wichtigen Entscheidungen:

  1. Entscheidung
    Entweder setzt Du Dich gegen Deinen profilneurotischen Bekanntenkreis durch oder Du flüchtest vor ihm in eine andere Stadt.
    Allerdings: Bei jedem Neuanfang (in einer neuen Stadt) hast Du auch das Risiko in alte Denkmuster zurückzufallen und Dir einen neuen üblen Bekanntenkreis zu schaffen.

Außer Diskussion steht wohl, sich den Vorstellungen deines Bekanntenkreises zu beugen.

  1. Entscheidung
    Bist Du zufrieden mit dem was Du erreicht hast (Wohnsituation, Gehalt), dann belasse Dein Leben so wie es ist und nehme dafür freiwillig ein paar Nachteile in Kauf.
    Du bist unzufrieden, dann musst Du Dich nach der Decke strecken, was Anstrengung und Kampf bedeutet, ggf musst Du ein paar liebgewordene Sachen loslassen.

  2. Entscheidung
    Entscheide Dich ob Deine Freundin die Frau fürs Leben ist, zu der Du voll stehst.

Alle Entscheidungen sind richtig, so lange Du glücklich bist damit, niemand hat Dir vorzuschreiben, was richtig ist.

Viel Glück und Freude
wünscht Dir
Gerold

Hallo gerold,

Schade finde ich, dass Du mit Deinem Studium nicht mehr aus
Deinem Leben gemacht hast (das ist kein Vorwurf, sondern eine
Feststellung).

Diese Frage stelle ich mir auch manchmal. Aber was heißt das: „Aus Deinem Leben gemacht“?

Ich schreibe mal kurz von mir:
Abi mit 2.0 (hatte in der Oberstufe keine Lust mehr Hausaufgaben zu machen, zu lernen oder sonstwie mein Abi „besser“ zu machen).
Studium 1 abgebrochen (Alkoholmißbrauch - keine Lust irgendetwas zu tun. Klausuren, für die ich lernte und mitschrieb bestand ich fast alle mit sehr gut, die anderen meist garnicht oder „grade so“).
Zwischenzeitlich (neben dem Studium) habe ich in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Streß und guter Verdienst (naja für meine Verhältnisse)
Nach Therapie wieder ein Studium angefangen, das mußte ich aber wegen psychosomatischer Probleme abbrechen.
Jetzt habe ich einen kleinen Nebenjob (Will ich das aus meinem Leben gemacht haben?

Nur zum Nachdenken!

Grüße
HylTox

7 „Gefällt mir“

Finanzplanung
Hallo,

Ich denke: Mein Gott - meine Ideale, meine Überzeugungen,
meine Liebe zu dieser Frau, zur Natur, zum einfachen,
besonnenen Leben - ich fühle mich langsam durch den Druck von
außen, den ich mir jetzt auch selber mache, so weichgekocht,
dass ich auch noch - schnell noch - zu den GUTEN gehören
möchte - die mit Stil, Geld, Ansehen!!! Auf die nicht mit den
Augen gespuckt und über die nicht gelacht wird und die sich
nicht dauernd Sorgen machen müssen - um Geld heute und vor
allem - im Alter??!!

Es gibt Notwendigkeiten und Extras. Ich persönlich verliere schnell die Geduld mit Menschen, die meinen, dass sie ein einfaches Leben bevorzugen, aber gleichzeitig Ansprüche an die Gesellschaft stellen, vielleicht auch gar nicht mal so bewusst.

  1. Problem

Du hast eine sehr gute Ausbildung genossen. Du hast Universitätsresourcen genutzt um zu studieren. Diese Leistungen, die durch die Steuern Deiner Eltern finanziert wurden, bzw. der Allgemeinheit, sind also in Deinem Fall derzeit ohne „Frucht“ geblieben.

Leistungen, die Du in Zukunft erhälst, z.B. Gesundheit, Rente, Ausbildung Deiner Kinder? sind bei Deinem jetzigen Einkommen höchstwahrscheinlich nicht voll selbstfinanziert (durch Steuern und Beiträge).

Allein dieser Fakt, dass Du derzeit mit Deinem Potential quasi so lebst wie Du lebst, ist schmarotzend.

Immerhin hast Du einen Job etc. So schlimm ist es nicht, aber sicherlich ärgerlich für viele, die Dich gut kennen.

  1. Das Problem mit Deiner Freundin ist nur ein Nebenschauplatz.
    Meine Frau ist viel hübscher als ich, das macht auch nicht gerade immer Spass. Es gab auch andere Probleme als wir noch nicht „verheiratet“ waren. Da dachten wohl manche, dass wir uns eh trennen, und einer von uns sich das schon anders überlegt. Das hat dann mit der Hochzeit schlagartig aufgehört.

Wenn es keine Hochzeit sein soll, dann gibt es doch sicher etwas anderes, dass der Aussenwelt verdeutlicht, wie wichtig Dir diese Frau ist.

Ich schäme mich vor mir selbst (von meiner Freundin gar nicht
zu reden). Das verbessert mein Gefühl von Wertlosigkeit auch
nicht gerade.

Wenn Du Deinen Wert auch über die Einschätzung der Gesellschaft von Dir misst, dann wird sich an dem Gefühl auch nichts ändern. Es sei denn, dass Du Dich anderweitig gesellschaftlich hervortust und jede Andeutung von schmarotzendem Eigenbrötlertum so zurückweisen kannst.

Bitte - ich bitte euch um einige Gedanken. Ich leide sehr
unter diesen beiden Seiten in mir.

Die meisten Menschen, die ich kenne, sind nicht materialistisch. Sie schuften und malochen so viel, damit sie möglichst bald in Ihrem Leben finanziell unabhängig sind. Um einen normalen Lebensstandard in einer kleinen Wohnung etc. zu finanzieren sind trotzdem mehrere hundert Tausend Euro (Brutto) nötig.

Vielleicht schreibst Du Dir mal Deine persönlichen Ziele für die Zukunft auf und triffst Dich mit einem Finanzberater!

Dann wird sich schnell klären, ob Du mit Deiner derzeitigen Situation zufrieden sein kannst.

Eencockniedo

Das ewige Gejammer über das böse Schicksal
Ach dieses böse Schicksal, auf das die Leutchen ihr Unglück schieben.
Mag ja sein, dass eine unglückliche Kindheit ein Hemmschuh für die Entwicklung ist, aber ab spätestens 21 ist jeder für sein Leben eigenverantwortlich.

Das vergeigte Studium hast Du Dir nur selbst zuzuschreiben, niemand hat Dich gezwungen, übermäßig zu trinken. Die psychischen Probleme hättest Du eben früher angehen müssen, bevor sie sich verselbständigen.
Ok, dann hast Du genau richtig gehandelt und Dir die Frau gesucht, die Stabilität in Dein Leben bringt.

Wie viel Willen Du zum Willen aufbringen kannst ist Deine private Sache und geht mich nichts an. Wer sagt, dass er nichts erreichen will, der lügt (sich selbst an).

Das Leben besteht aus verpassten Chancen, das sagte schon Boris Becker und der muss es ja wissen.

Ich war zu faul zum Studieren und habe heute lauter Akademiker als Arbeitskollegen, mit dem doppelten und dreifachen meines Gehaltes. Natürlich wurmt mich das gewaltig, aber wer ist schuld daran, nicht das böse Schicksal sondern ich selbst.

Gruß
Gerold

Hi,

hä, wieso schmarotzend? Ich habe genauso wenig Geld wie jeder andere Verkäufer; zahle Steuern etc, alles eben im Kleinen. Und?

Mein Studium musste ich - davon ab ich das Glück hatte, bei den Eltern wohnen zu können - selber finanzieren, Kostgeld, Fahrgeld etc.

Wenn Du Deinen Wert auch über die Einschätzung der
Gesellschaft von Dir misst, dann wird sich an dem Gefühl auch
nichts ändern. Es sei denn, dass Du Dich anderweitig
gesellschaftlich hervortust und jede Andeutung von
schmarotzendem Eigenbrötlertum so zurückweisen kannst.

? Das ist mir nicht vorgeworfen worden.

Vielleicht schreibst Du Dir mal Deine persönlichen Ziele für
die Zukunft auf und triffst Dich mit einem Finanzberater!

Nicht wirklich…
Sebastiann

1 „Gefällt mir“

ich finde es eine frechheit von schmarotzen zu reden solange er seinen lebensunterhalt selbst beschreitet. deine wertmassstäbe und erwartungen sind deine. du machst das gleiche was seine sog. freunde machen. dabei soltle es doch wohl darum gehen womit und wie er am glücklichsten ist.
wer worin wie seine erfüllung findet, sollte doch wohl ihm überlassen bleiben - egal welche ausbildung man hatte, egal welche potential für was auch immer.

gruss
nina

2 „Gefällt mir“

hier an manu anknüpfend fällt mir noch was dazu ein:

wenn du so sein willst wie andere es von dir erwarten, wirst du 1. nie so sein wie du sein willst und es werden sich dann wieder andere finden, die z.b etwas an deinem anderen leben auszusetzen hätten - also wenn du so leben würdest wie deine jetzigen kritiker meinen wie es sein sollte.

und so ists am einfachsten herauszufinden was einen selbst wichtig ist und guttut - veränderungen eingeschlossen. das kann sehr schwer sein, vor allem bei dauerbeschuss von aussen - doch hier schliesst sich wieder der kreis zur aussage von branden.

aber man kann das lernen :smile:

LG
nina

Alles von euch
Hallo -

mir hat es total gut getan, eure Antworten zu lesen. Vielen, vielen Dank. An alle. Die, die gemeckert haben, die vielen tollen ermutigenden Antworten und die total offene von HylTox.

Mir haben eure Antworten ein (klein - aber - immerhin) wenig klarer gemacht, wo mein Lebens - Pfad weitergehen soll.

Ich muss mir den Thread mal ausdrucken.

Gute Nacht euch allen!

Sebastian

Hallo!?!

Ach dieses böse Schicksal, auf das die Leutchen ihr Unglück
schieben.
Mag ja sein, dass eine unglückliche Kindheit ein Hemmschuh für
die Entwicklung ist, aber ab spätestens 21 ist jeder für sein
Leben eigenverantwortlich.

Das vergeigte Studium hast Du Dir nur selbst zuzuschreiben,

Habe ich geschrieben, daß ich jemanden anders dafür verantwortlich mache?

niemand hat Dich gezwungen, übermäßig zu trinken.

Habe ich was anderes geschrieben?

Die
psychischen Probleme hättest Du eben früher angehen müssen,
bevor sie sich verselbständigen.
Ok, dann hast Du genau richtig gehandelt und Dir die Frau
gesucht, die Stabilität in Dein Leben bringt.

Die hatte ich schon vorher!

Wie viel Willen Du zum Willen aufbringen kannst ist Deine
private Sache und geht mich nichts an. Wer sagt, dass er
nichts erreichen will, der lügt (sich selbst an).

Ich will ja Dinge erreichen, aber finanzielles Wohlergehen ist nicht alles. Klar ist es besser „reich“ zu sein. Aber mit welchen Mitteln?
Die Frage ist doch: will ich noch „reicher“ sein oder ist es der „Mehrreichtum“ nicht wert, meine Gesundheit kaputt zu machen?

Ich war zu faul zum Studieren und habe heute lauter Akademiker
als Arbeitskollegen, mit dem doppelten und dreifachen meines
Gehaltes. Natürlich wurmt mich das gewaltig, aber wer ist
schuld daran, nicht das böse Schicksal sondern ich selbst.

Dann lies mal meinen Artikel und deute nicht das hinein, was Du lesen willst!

Viele Grüße
HylTox

Verpasste Chancen OT
Hi…

Das Leben besteht aus verpassten Chancen, das sagte schon
Boris Becker und der muss es ja wissen.

Na so was - da hat er ein wahres Wort gesprochen, der Boris. Er hat ja wirklich die vielen Chancen seines Lebens verpasst, der arme Wurm :smile:))) - was hätt nicht aus ihm werden können!

Malna

Dein Ernst?
Huhu!

Du hast eine sehr gute Ausbildung genossen. Du hast
Universitätsresourcen genutzt um zu studieren. Diese
Leistungen, die durch die Steuern Deiner Eltern finanziert
wurden, bzw. der Allgemeinheit, sind also in Deinem Fall
derzeit ohne „Frucht“ geblieben.

Allein dieser Fakt, dass Du derzeit mit Deinem Potential quasi
so lebst wie Du lebst, ist schmarotzend.

Universitäten bringen mehr ein (materiell als auch ideell), als wie sie kosten.

Universitäten können sich nur durch die BEREITSCHAFT von Menschen, dort zu lernen, aufrechterhalten.

Ihr Produkt ist die Weitergabe, Pflege, Bewahrung & Vermehrung von Wissen.

Die meisten Studiengänge sind von großen Entbehrungen seitens des Studierenden gekennzeichnet; sein mentaler Aufwand ist über Jahre hinweg konstant groß.

Dies erfordert ein höheres Maß an Selbstdisziplin (zum Nulltarif), als wie ein normaler Arbeitnehmer zur Erfüllung seines Jobs aufwenden muss - bei gleichzeitig geforderter maximaler geistiger Plastizität.

Ohne Menschen mit der Bereitschaft zu studieren gäbe es keinen kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritt. Sämtliche Errungenschaften der Zivilisation (Techniken wie Strom, Erhöhung der Lebenserwartung etc.) wären innerhalb weniger Generationen vergessen.

Ein bisschen mehr Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber wäre der Gesellschaft insgesamt anzuraten, anstelle das Studium künftig auch noch zu besteuern.

Dabei stehen Aufwand für eine akademische Laufbahn und Ausbeute im späteren Job nicht selten in keinerlei vernünftigen Kosten/Nutzen Verhältnis zueinander. Nur weil es Menschen gibt, denen das egal ist, wird Fortschritt langfristig gesichert.

Ich denke also, man kann hier auch einen anderen Standpunkt vertreten:

Als normaler Bürger verkonsumiert man wissenschaftliche Leistungen tagtäglich, und im Vergleich zu den aufzuwendenden Ressourcen quasi zum Nulltarif.

Aber manche Leute glauben auch, für den Euro im Einkaufswagen haben sie den gesamten Supermarkt gekauft, incl. Anspruch auf Füsseküssen vom Marktleiter.

In nicht diesem,
sondern einem anderem Sinne,
besten Gruß
Patrick