Hallo!
Leider habe ich keine guten Nachrichten.
Das vermeintliche Ataxie-Pferd, über das ich vor kurzer Zeit geschrieben hatte, litt an allem, nur nicht an Ataxie.
Die Tierärzte haben verschiedene Hypothesen, u.a. Herzinsuffizienz, weil es auch eine Flüssigeitsansammlung am Bauch hatte, aber Genaues weiß keiner.
Die Symptome wurden immer schlimmer; anfangs stand es noch ein paar Stunden am Tag, wollte auch laufen, aber zuletzt stand es immer weniger, fiel einfach hin und stand nicht mehr auf.
Nachdem es letzten Samstag und Sonntag festgelegen hatte und wir es nur mithilfe eines Frontladers und einer stabilen Gummimatte „auf die Beine“ bringen konnten, wurden Montag morgen seine Leiden beendet.
Nach Recherchen im Internet bin ich (als Medizinlaie) der Meinung, es könnte sich um eine Adlerfarnvergiftung gehandelt haben. Das Zeug wächst praktisch überall; die ursprüngliche Koppel des Pferdes lag am Waldrand, es wäre also möglich, daß es an den Farn rangekommen ist. Adlerfarn enthält u.a. Blausäureglycoside und Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 abbaut; laut Blutbild hatte das Pferd einen Vitamin-B1-Mangel; da sich Enzyme nicht oder nur langsam abbauen, verblieb das Enzym wohl größtenteils im Körper. Vitamin-B-Mangel wiederum hat u.a. motorische Störungen zur Folge (daher der erste Verdacht auf Ataxie), auch massive Vitamin-B-Gaben haben diese Störung nicht beseitigen können.
Was bleibt, ist ein totes Pferd, das man eventuell hätte retten können, hätte man sich früher drum gekümmert, ein entsprechender Haß auf den Züchter (mit dem man sich leiderleider gut stellen muß, weil wir von ihm Heu und Stroh zu extrem günstigen Bedingungen bekommen und meine Freundin von ihm immer wieder Pferde zum Beritt bekommt) und die dringenden Bitte an alle Pferdebesitzer und -einsteller:
SUCHT EURE KOPPELN NACH GIFTPFLANZEN AB!!!
Verlaßt Euch nicht drauf, daß die Pferde das giftige Zeug aussortieren, sondern haltet die Koppeln (auch die Heu-Wiesen!) Giftplanzen-frei!!!
Traurige Grüßle
Regina