Nochmal: Brennwert - Gasheizung

Hallo Heizungsexperten,
ich habe mir für unseren Neubau Angebote für die Heizung eingeholt. Nachdem was ich hier und in anderen Foren gelesen habe (ja, ich gehe schon mal fremd) wollte ich eigentlich einen atmosphärischen Brenner. Nun ist es aber so das unterm Strich ein Brennwertgerät billiger kommt, liegt am Kamin. Angeboten, bei einem geschätzten Bedarf von 15kW wurde Weihaupt Thermo Condens WTC-A mit 25kW, die nächst kleinere hat 15 kW.
Wie seht Ihr das:

  • Nun doch Brennwert weil günstigere Anschaffung und dafür die hochwertigere Technik?

  • Ist die kleiner Variante besser weil zu Befürchten steht das die größere nur am modellieren ist. Anderst gesagt ist es besser für die Heizung wenn sie mehr Vollastzeiten fährt?

  • Taugt die angesprochene Weishaupt-Therme was oder gibt es bessere Alternativen?

Als atmosphärische Alternative wurde ein Weihaupt Spezialheizkessel angeboten. Was hat das „spezial“ zu bedeuten?

Danke für Eure Antworten
Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

ich habe mir für unseren Neubau Angebote für die Heizung
eingeholt. Nachdem was ich hier und in anderen Foren gelesen
habe (ja, ich gehe schon mal fremd) wollte ich eigentlich
einen atmosphärischen Brenner. Nun ist es aber so das unterm
Strich ein Brennwertgerät billiger kommt, liegt am Kamin.
Angeboten, bei einem geschätzten Bedarf von 15kW wurde
Weihaupt Thermo Condens WTC-A mit 25kW, die nächst kleinere
hat 15 kW.

Selbst wenn Brennwert teurer käme, wäre es die bessere Wahl. Übrigens kommt bei Brennwert auch Schornsteinfeger nur alle zwei Jahre messen.

Wie seht Ihr das:

  • Nun doch Brennwert weil günstigere Anschaffung und dafür die
    hochwertigere Technik?

Ein klares Ja.

  • Ist die kleiner Variante besser weil zu Befürchten steht das
    die größere nur am modellieren ist. Anderst gesagt ist es
    besser für die Heizung wenn sie mehr Vollastzeiten fährt?

Modellieren bedeutet hier nichts anderes als stufenlose Brennerregelung. Der größere Wärmetauscher mit einem heruntergeregelten Brenner ergibt den höchsten Wirkungsgrad. Die Unterschiede sind bei Brennwertgeräten aber vernachlässigbar gering. Das Warmwasser wird beim größeren Gerät etwas schneller nachgeheizt (nacheinander Baden), aber nur dann, wenn der Warmwasserbereiter auch eine entsprechend leistungsfähige Heizschlange hat, was meistens nicht der Fall ist (zu teuer). Das kleinere Gerät hat den Vorteil, in der Übergangszeit (wann sind es schon mal -15 Grad) die Brennerleistung weiter herunterfahren zu können, ohne an- und abschalten zu müssen. Ich würde die kleinere Variante bevorzugen. Meist gibt es sowieso auch weniger beheizte Räume (Schlafzimmer), so dass trotzdem Reserven vorhanden sind. Wie wurde eigentlich der Wärmebedarf ermittelt? Über den Daumen oder mit einer ordentlichen Wärmebedarfsberechnung nach DIN? Bestehe auf einer Wärmebedarfsberechnung nach DIN und auf einer Rohrnetzberechnung mit Ventilvoreinstellung für alle Heizkörper bzw. Fußbodenheizungskreise. Lass dir das auch schriftlich aushändigen. Damit sparst du Heizenergie und Pumpenstrom und die Heizung läuft geräuschlos und komfortabel. Wenn das der Heizungsbauer nicht bringt, nimm einen anderen. Nicht das billigste Angebot ist das Beste.

  • Taugt die angesprochene Weishaupt-Therme was oder gibt es
    bessere Alternativen?

Ich kenne das Gerät nicht, aber Weishaupt ist ein Markengerät. Ich bevorzuge Remeha, Vaillant und Buderus. Grundsätzlich ist es immer günstig eine Marke zu wählen, die dein örtlicher Heizungsbauer auch führt, wegen der Wartung und wegen Ersatzteilen. Die Geräte pflegen an Sonn- und Feiertagen bei extremer Kälte kaputt zu gehen. Manche Hersteller bieten ein Premium und ein Classic-Gerät an. Immer das Premium-gerät wählen. Die Classic-Geräte sind billig-Schrott um die Verkaufszahlen anzuheizen.

Als atmosphärische Alternative wurde ein Weihaupt
Spezialheizkessel angeboten. Was hat das „spezial“ zu
bedeuten?

Der ist speziell für Gas. Es gibt auch Öl-Spezialheizkessel, die sind danmn speziell für Öl. Ist nur eine hochtrabende Bezeichnung um den Kunden zu beeindrucken.

Gruß
Tilo

Hi Stefan,

Heizungsexperte bin ich keiner, sondern nur interessierter Laie, aber ein Bischen Senf will ich trotzdem absondern.

Bei einer Neuanschaffung würde ich mir immer ein Gas-Brennwert Gerät kaufen.

Wenn die Wärmebedarfermittlung ordentlich gemacht wurde, sollte das kleinere Gerät völlig ausreichen.

Die von Dir genannte Marke kenn ich nicht, aber wenn Dein Installateur sie empfiehlt, solltest DU die nehmen.
Ich hab eine Therme von Vissmann und bin bisher sehr zufrieden damit, kann die Marke also empfehlen.

Die Stiftung Warentest hat vor einiger Zeit Brennwertgeräte getestet. Schau Dir doch mal die Ergebnisse an. Die Hefte kannst Du in jeder Verbraucherzentrale einsehen und kopieren, außerdem haben viele Stadt/Gemeindebibliotheken die Hefte ausliegen.

Gandalf

Hallo Gandalf,

Bei einer Neuanschaffung würde ich mir immer ein Gas-Brennwert
Gerät kaufen.

Zumindest wenn man sich für Gas sowieso entschieden hat, ansonsten Öl-Brennwert, wenn man Öl will, oder Wärempumpe (hab ich, mit Leistungszahl = 7) hinterm Haus.

Gruß
Tilo

Hallo Stephan

Deine Entscheidung zum Brennwert ist sinnvoll, ökonomisch und teils auch ökologisch.
Was mich aber bei deiner Beschreibung stört ist die Verbindung Neubau und geschätzter Wärmebedarf . Gerade im Neubau ist ein Bedarf sauber in kurzer Zeit zu ermitteln und braucht nicht geschätzt zu werden. Der Heizungsbauer, der Schätzungen vorgibt, sollte weder das jetzige noch das zu errrichtende jemals betreten. Seine Kostenberechnung ist dann wohl eher eine Schätzung , zumal ich schätze, dass es dich dann am Ende doch sehr teuer zu stehen kommt, egal für welche Variante du dich bei diesem Handwerker entschieden hast.
Bei dem Brennwertkessel solltest du auf den Modulationsgrad achten. Er sollte unter 20 % der Maximalleistung liegen. In Zahlen : du bräuchtest 15 KW Nennwärmeleistung = 100 % , unterhalb von 20 %