Nochmal Frage zur Berufsrechtschutz

Liebe www’ler,
inzwischen hab ich ausführlichst im Archiv zum Thema Rechtschutz gelesen und auch die FAQ überflogen. Im Archiv wurde wohl mehrheitlich die Auxilia sehr gelobt, die mich aber ohne Selbstbeteiligung weit über 200 Euro kosten würde, was ich doch relativ teuer finde (Berufs- und Mietrechtschutz) - zudem hieß es sie läge im unteren Drittel (wieviel kosten denn die anderen?). Die inklusive Mitgliedschaft für 27 Euro ist für mich auch recht sinnlos, da ich kein Auto besitze geschweige denn einen Führerschein.
Verstehe ich den Hinweis in den FAQs richtig, daß ich lediglich in eine Gewerkschaft eintreten muß, um dann eine damit verbundene Berufsrechtschutzversicherung nutzen zu können?
Auf das Mietrecht könnte ich verzichten; mein Beweggrund eine Rechtschutzversicherung zu suchen, war die Befürchtung, daß ich in der nächsten Zeit eine solche gut brauchen könnte.
Kann ich jederzeit in eine Gewerkschaft eintreten? Vermutlich wär bei mir die IGMetall zuständig. Ich muß mich nach meiner Firma richten, ja? Sorry für die blöden Fragen, aber ich hab in dem Bereich überhaupt keine Ahnung.

Vielen Dank im voraus. Auch nehme ich gerne noch Tipps für eine „günstige“ Rechtschutzversicherung an. Soweit ich das mit der Kausaltheorie verstanden habe, kommen ja nicht viel in Frage.

Viele Grüße,
Christiane

Hallo Christiane!

die mich aber ohne :Selbstbeteiligung weit über :200 Euro kosten würde, was
ich doch relativ teuer finde

Was willst Du mit einer Versicherung ohne Selbstbeteiligung? Es kann nicht vernünftig sein, sich gegen 100 €-Risiken zu versichern. Wenn Du von einer Versicherung verlangst, daß sie Dich von jedem Kleinkram im Gegenwert einer Tankfüllung frei hält, mußt Du stets tief in die Tasche greifen.

Verstehe ich den Hinweis in :den FAQs richtig, daß ich
lediglich in eine :Gewerkschaft eintreten muß, :um dann eine damit verbundene :Berufsrechtschutzversicherung :nutzen zu können?

Dann wird Dich ein Mitarbeiter der Gewerkschaft vor Gericht vertreten. Den kannst Du Dir aber nicht aussuchen. Dich wird dann irgendein Assessor vertreten, den keine Sozietät haben wollte, dem noch die Eierschalen hinten den Ohren kleben, der seine Angestelltenpflicht erfüllt und in der Hauptsache darauf hofft, daß einem AG die Zeit zu schade ist und er deshalb lieber klein beigibt.

Ich halte eine Berufsrechtsschutzversicherung oder eine aus diesem Grund eingegangene Gewerkschaftsmitgliedschaft (zum Fenster rausgeschmissenes Geld) für so nützlich wie ein Loch im Kopf. Das Kostenrisiko und überhaupt das Risiko, als Arbeitnehmer vor einem Arbeitsgericht einen Rechtsbeistand zu brauchen, ist derart überschaubar, daß man sich für diesen seltenen Fall besser einen Rechtsanwalt sucht und bezahlt.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

mal kurz zur ersten Instanz vorm Arbeitsgericht - in der erstens Instanz besteht keine Anwaltspflicht. Da also keine Anwaltspflicht besteht, wird Dir die Gewertkschaft wahrscheinlich keinen stellen.
Oder Du must die Kosten für einen Antwalt selber tragen.

Es macht nach meiner Meinung nicht viel Sinn jetzt in eine Gewerkschaft einzutreten.

Das ist der beste Grund um einen Rechtschutz mit Berufsrechtschutz abzuschließen.

Es gibt viele gute RS-Versicherungen an dem Markt.

Damit man Leistungsansprucg aus einer Berufs-RS hat, muß man noch die 3 monatige Wartezeit erfüllen. Also solltest Du nicht mehr solange mit dem abschließen warten. Pass nur auf, das Du keinen 5 Jahresvertrag erwischt. Lieber nur ein Jahres Vertrag

Sollte innherhalb der Wartezeit dann z.B. eine Kündigung erfolgen,
wird die RS-Vers. nicht leisten.

Auch wird Sie nicht leisten wenn der Fall jetzt schon offiziell ist.

Gruß Raumpilot

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Hallo Zusammen,

Hallo Christiane!

die mich aber ohne :Selbstbeteiligung weit über :200 Euro kosten würde, was
ich doch relativ teuer finde

Was willst Du mit einer Versicherung ohne Selbstbeteiligung?
Es kann nicht vernünftig sein, sich gegen 100 €-Risiken zu
versichern. Wenn Du von einer Versicherung verlangst, daß sie
Dich von jedem Kleinkram im Gegenwert einer Tankfüllung frei
hält, mußt Du stets tief in die Tasche greifen.

Kommt immer auf den Preisunterschied ab. Wenn sích der SB erst nach 6 oder 7 Jahren ohne Versicherungsfall bezahlt macht, halte ich einen Tarif ohne SB sinnvoller.

Verstehe ich den Hinweis in :den FAQs richtig, daß ich
lediglich in eine :Gewerkschaft eintreten muß, :um dann eine damit verbundene :Berufsrechtschutzversicherung :nutzen zu können?

Dann wird Dich ein Mitarbeiter der Gewerkschaft vor Gericht
vertreten. Den kannst Du Dir aber nicht aussuchen. Dich wird
dann irgendein Assessor vertreten, den keine Sozietät haben
wollte, dem noch die Eierschalen hinten den Ohren kleben, der
seine Angestelltenpflicht erfüllt und in der Hauptsache darauf
hofft, daß einem AG die Zeit zu schade ist und er deshalb
lieber klein beigibt.

Zustimmung

Ich halte eine Berufsrechtsschutzversicherung oder eine aus
diesem Grund eingegangene Gewerkschaftsmitgliedschaft (zum
Fenster rausgeschmissenes Geld) für so nützlich wie ein Loch
im Kopf. Das Kostenrisiko und überhaupt das Risiko, als
Arbeitnehmer vor einem Arbeitsgericht einen Rechtsbeistand zu
brauchen, ist derart überschaubar, daß man sich für diesen
seltenen Fall besser einen Rechtsanwalt sucht und bezahlt.

Da ich selbst als Vermittler in einem der IG Metall angehörenden Unternehmen arbeite muß ich hier widersprechen. Ohne die Hilfe eines qualifizierten Anwaltes wäre viele Kollegen über den Tisch gezogen worden. Und bei Streitwerten in 6stelliger Höhe sind auch die Anwaltskosten nicht zu vernachlässigen.

Gruß
Wolfgang

Auch Gruß
Michael

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Hallo Raumpilot,
danke für Deine Antwort!

Es macht nach meiner Meinung nicht viel Sinn jetzt in eine
Gewerkschaft einzutreten.

Gut, daß war auch nur eine Meinung, die ich des öfteren beim Lesen in irgendwelchen Foren gelesen habe.

Es gibt viele gute RS-Versicherungen an dem Markt.

Da ich hier im Archiv gelernt habe, daß es wichtig ist auf diese Kausaltheorie zu achen, hab ich lediglich 5 zur Auswahl: WGV, Medienvers., Itzehoher, Auxilia und Deurag. Die einzige ohne Selbstbeteiligung scheint die Auxilia zu sein.

Lieber nur ein Jahres Vertrag

O.K., das hatte ich eh vor.

Sollte innherhalb der Wartezeit dann z.B. eine Kündigung
erfolgen,
wird die RS-Vers. nicht leisten.

Vermutlich ist da evtl. was zu erwarten für Februar. Das heißt es ist Eile geboten. Angekündigt ist natürlich nichts.

Auch wird Sie nicht leisten wenn der Fall jetzt schon
offiziell ist.

Das nicht, aber ich habe von anderen Fällen gehört und gleiches könnte mir passieren.

Viele Grüße,
Christiane

Hallo Wolfgang,

auch Dir vielen Dank für Deine Ratschläge.

Was willst Du mit einer Versicherung ohne Selbstbeteiligung?
Es kann nicht vernünftig sein, sich gegen 100 €-Risiken zu
versichern. Wenn Du von einer Versicherung verlangst, daß sie
Dich von jedem Kleinkram im Gegenwert einer Tankfüllung frei
hält, mußt Du stets tief in die Tasche greifen.

Nein, nein, es geht mir wirklich um das Thema Berufsrecht, weil ich da haarsträubende Sachen in meiner Firma gehört habe. Z. B. werden da Mütter im Mutterschutz bzw. in der Elternzeit so quasi auf Umwegen gekündigt (was ja EIGENTLICH nicht sein darf) und genau vor so etwas möcht ich mich schützen bzw. zumindest angemessen reagieren könne.

Das mit der Selbstbeteiligung hab ich auch wieder aus dem Archiv, wo öfter darauf hingewiesen wurde, daß die Tatsache eine relativ hohe Selbstbeteiligung zu haben doch öfter darauf führt erst gar nicht vor Gericht zu gehen (aus sog. Geiz natürlich). Und ein Typ für die oben erwähnte Kleinkram-Klägerei bin ich nicht, eher das Gegenteil, ich laß viel zu oft „5 gerade sein“…

Ich halte eine Berufsrechtsschutzversicherung oder eine aus
diesem Grund eingegangene Gewerkschaftsmitgliedschaft (zum
Fenster rausgeschmissenes Geld) für so nützlich wie ein Loch
im Kopf. Das Kostenrisiko und überhaupt das Risiko, als
Arbeitnehmer vor einem Arbeitsgericht einen Rechtsbeistand zu
brauchen, ist derart überschaubar,

Hmm, na ja, ich würde sagen momentan nicht ganz so überschaubar. Meine Firma entläßt wieder einmal Tausende von Mitarbeitern und in solch einer Zeit muß man mit allem rechnen (siehe o.g. „Schweinereien“).

Viele Grüße,
Christiane

Hallo Michael,

auch Dir Danke für die Antwort!

Kommt immer auf den Preisunterschied ab. Wenn sích der SB erst
nach 6 oder 7 Jahren ohne Versicherungsfall bezahlt macht,
halte ich einen Tarif ohne SB sinnvoller.

Der Preisunterschied ist immens. Und wenn tatsächlich in den nächsten Monaten bzw. 1-2 Jahren ein Fall zu erwarten ist, ist es vielleicht doch nicht so schlecht einen Tarif ohne SB zu nehmen.

Da ich selbst als Vermittler in einem der IG Metall
angehörenden Unternehmen arbeite muß ich hier widersprechen.
Ohne die Hilfe eines qualifizierten Anwaltes wäre viele
Kollegen über den Tisch gezogen worden. Und bei Streitwerten
in 6stelliger Höhe sind auch die Anwaltskosten nicht zu
vernachlässigen.

Tja, was mach ich jetzt? Reicht nun doch lediglich eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, die mich ja gerade in der anstehenden Elternzeit kaum etwas kosten würde? Mir ist eben immer noch nicht klar, ob man überhaupt die Leistungen einer RV mit den „Leistungen“ einer Gewerkschaft vergleichen kann.

Viele Grüße,
Christiane

Hallo Christiane,

erlaube mir eine kleine Anmerkung:

Da ich hier im Archiv gelernt habe, daß es wichtig ist auf
diese Kausaltheorie zu achen, hab ich lediglich 5 zur Auswahl:
WGV, Medienvers., Itzehoher, Auxilia und Deurag. Die einzige
ohne Selbstbeteiligung scheint die Auxilia zu sein.

Damit es zu keinen Missverständnissen kommt: die (Folge-)Ereignistheorie ist der Kausaltheorie stets vorzuziehen (nicht umgekehrt).
Und es gibt (min.) einen weiteren Anbieter: D.A.S., München (lt. deren eigener Aussage ebenfalls ein RS-Versicherer nach Ereignistheorie). Damit möchte ich aber keine Wertung dieses noch der anderen Anbieter verbunden wissen.
Umgekehrt habe ich bei der Itzehoer eine gegenteilige Aussage, wonach die nach Kausaltheorie versichern. Bitte sicherheitshalber überprüfen, falls dieser Versicherer doch in die engere Wahl kommt.

Viele Grüße
Frank Hackenbruch

Folgende Rechtsschutzversicherer legen bei der Versicherungsfallprüfung im Schadenersatzrechtsschutz die Folgeereignistheorie zugrunde:

-ARAG
-Concordia
-D.A.S.
-Deurag
-HUK
-KS-Auxilia
-NRV
-Rechtsschutz-Union
-Roland

Diese Liste ist mein derzeitiger Kenntnisstand. Es kann aber durchaus sein, dass es mittlerweile noch mehr Versicherer gibt.

MfG
Guido

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Hallo Christina,

Tja, was mach ich jetzt? Reicht nun doch lediglich eine
Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, die mich ja gerade in
der anstehenden Elternzeit kaum etwas kosten würde? Mir ist
eben immer noch nicht klar, ob man überhaupt die Leistungen
einer RV mit den „Leistungen“ einer Gewerkschaft vergleichen
kann.

Die Antwort auf deise Frage wurde bereits zu Beginn gegeben. Die Leistung der gewerkschaft ist nicht mit der der RS-Versicherung vergleichbar. M.E. bietet die Gewerkschaft auch nur Schutz in der ersten Instanz. Der Rechtsschutz bis zu letzten Instanz und du kannst dir deinen Anwalt selbst wählen.

Mail mir gerne mal.

Viele Grüße,
Christiane

Auch Grüße

Michael