Hi Guido!
Also AB - demnach gibt es dann auch die Wunderkinder (zu denen
Katie - das angesprochene Mädchen - vermutlich dann gehört)?
„Die“ Intelligenz gibt es ja sowieso nicht.
Es gibt mathematisch-logische Begabung, sprachliche Begabung, musische Begabung, soziale Begabung…
Der eine hat vom einen mehr, der andere vom anderen.
Intelligenztests messen meist bevorzugt den mathematisch-logischen Teil und mit Einschränkungen auch den sprachlichen Teil (mit „mit Einschränkungen“ meine ich, dass der Umgang mit der Muttersprache in die „Bewertung“ mit einfließt, aber nicht, wie gut sich das Kind Fremdsprachen aneignen kann).
Vielleicht ist Katie ja wirklich deutlich intelligenter als dein Sohn, aber zu den Leistungen die das Mädchen zeigt, gehört ja auch eine Menge Motivation:
Wenn sie noch so musikalisch begabt wäre, aber nicht üben will, dann würde sie sicherlich eher ein Gejaule auf der Geige vollbringen 
Ein anderes Kind mit gleich hoher musikalischer Begabung, aber nunmal herzlich wenig Interesse am Lernen eines Musikinstruments, wirkt dann scheinbar nach außen hin „weniger begabt“.
Auch fallen nicht alle sehr intelligenten Menschen durch ihre Leistungen auf. Da spielen unzählige Faktoren eine Rolle.
Beispiel:
Es gibt Kinder/Jugendliche, die z.B. trotz Hochbegabung eher „faul“ sind, und sich denken: „Wozu lern ich denn zu Hause noch was für die Schule; dann pass ich eben im Unterricht so halbe-halbe auf und das reicht schon noch für eine 2 oder 3 im Zeugnis und das reicht mir!“ - während andere „voll bei der Sache“ sind , alles geben und dann eine 1 im Zeugnis stehen haben .
Denn trotz hoher Intelligenz müssen auch Hochbegabte lernen (eigentlich selbstverständlich; aber du glaubst gar nicht, wie häufig man zu hören bekommt „hochbegabte Kinder müssen nie lernen!“).
Hochbegabte benötigen nicht so viele Wiederholungen, erfassen den Stoff schneller und können das, wofür sie sich auch privat interessieren, schon bevor man es in der Schule beigebracht bekommt - das ist der Unterschied.
Aber Gedichte, historische Ereignisse, Vokabeln, Hauptstädte, Bezeichnungen der menschlichen Knochen etc. muss selbstverständlich jedes Kind lernen, egal wie intelligent. Und wenn die Motivation dann nicht so hoch ist („eine zwei oder drei reicht mir, das schaff ich auch mit kurz mal eben überfliegen“), sieht notenmäßig alles „vollkommen normal“ aus.
Bei manch einem kommt niemand (nicht mal die betreffende Person selbst) darauf, dass der- oder diejenige hochbegabt sein könnte - erst ein zufälliger Test (Einstellungstest, Test im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie, etc. etc.) bringt das unerwartete Ergebnis…
Ich meinte weniger das Spielen, als vielmehr die Fähigkeit, in
dem Alter die Noten derart problemlos lesen zu können…
Sicherlich ist es nicht normal, in diesem Alter problemlos Noten lesen zu können.
Aaaber: das hat auch sehr viel mit Interesse zu tun.
Das Mädchen spielt wohl gerne Geige (oder auch andere Instrumente), und dann ist da auch eine gewisse Motivation dahinter, weil es für sie Sinn macht, das zu können.
Manch anderes Kind könnte man nie und nimmer dafür begeistern, weil für dieses Kind eher Planeten, Automarken, Dinosaurier oder was-auch-immer hoch im Kurs stehen.
Manche besonders intelligenten Kinder fallen dadurch auf, dass sie die Marken von Autos schon im Kleinkindalter identifizieren können - und die „Fortgeschrittenen“ schaffen es dann nach einiger Zeit auch, ohne das Logo zu sehen.
Das wäre mir nie in den Sinn gekommen, und wenn ich heute ein Auto vor mir sehe und das Logo verdeckt ist, ist es für mich reinste Lotterie, diesem Auto den Hersteller anzusehen *lach*
Gekonnt hätte ich es wohl, aber ich hatte null Interesse daran.
Dafür braucht(e) man kein Biologie-Lexikon, wenn man mich in der Nähe hat(te) *g* Mal eben einem Foto eines exotischen Tieres dessen Namen und sämtliche Lebensgewohnheiten und Besonderheiten zuzuordnen, das konnte ich schon als kleines Kind.
Und mein Sohn macht mir die Hölle heiß, weil ich den Namen des
vor kurzem neu entdeckten Planeten in unserem Sonnensystem
nicht kenne - muss gleich mal surfen und suchen…
[Offtopic]
Der heißt „Sedna“, und ist eigentlich gar kein „Planet“, denn Himmelskörper unseres Sonnensystems die kleiner als Pluto sind, rechnen die Astronomen dem sog. „Kuiper-Gürtel“ (woher auch Asteroiden stammen) zu; manche Astronomen zählen sogar Pluto nicht mehr wirklich zu den Planeten.
Meine Befürchtung ist halt, dass ich versäume, ihn
entsprechend zu „fördern“! OK, solange es - wie bislang -
keine Probleme gibt und er nicht zum Außenseiter o.ä. wird,
ist es gut so, wie es ist…
Ja, wie gesagt:
Wenn er etwas wissen, erlernen etc. möchte, dann erkläre/zeige es ihm.
Solange man Kinder nicht ausbremst („dafür bist du noch viel zu klein“, „das lernst du schon noch in der Schule“, „frag nicht immer so viel“), nehmen sie sich schon, was sie brauchen.
Blödsinn! Natürlich nicht! Deshalb lehne ich einen Test ja
auch (noch) ab - wozu?
Zumal mir unser Kinderarzt (und Kinderpsychologe) mal im
Gespräch sagte, er halte von Vorschultest so rein gar nichts!
Genau, das wollte ich damit auch ausdrücken 
OK - meine Befürchtung ist halt nur, dass es unter Umständen
zu spät sein könnte… aber er ist ja alles andere als ein
Problemkind!
Wichtig ist ja schon mal, dass du dir Gedanken darüber gemacht hast und dass dir aufgefallen ist, dass dein Kind weiter ist als viele Gleichaltrige.
Hört sich jetzt banal an, aber:
Es gibt Eltern, denen so etwas gar nicht auffällt!
Und das passiert nicht etwa (nur) bei Eltern, die sich wenig um ihre Kinder kümmern, sondern auch bei denen, die sie fördern, ihnen viel beibringen etc.
Eltern kennen ihr Kind nunmal nur so, wie es ist; und wenn es dann keine „Vergleichs-Kinder“ (egal ob hb oder nicht-hb) in der Verwandt- und Bekanntschaft gibt, nehmen sie an, das Verhalten des Kindes sei „vollkommen normal“ oder es wäre „einfach ein kleines bisschen schlauer, da wir so viel mit unserem Kind machen“. Sogar Fähigkeiten wie Lesen-Lernen mit 3 Jahren und ein weit überdurchschnittliches Allgemeinwissen fällt den Eltern dann gar nicht mehr als „außergewöhnlich“ auf.
Ich bin mir gar nicht sicher, ob er damit einverstanden wäre!
Er ist furchtbar gerne der Beste (woher er den Ehrgeiz hat,
weiß ich nicht!) und glänzt vor seinen Freunden.
Da seine Freunde mit ihm eingeschult werden, bin ich mir nicht
sicher, ob er auf diese verzichten würde!!!
Für viele Kinder ist das mit dem Überspringen aus diesem Grund auch nicht so einfach, und wenn sie in der Klasse beliebt sind und dort Freunde haben, verzichten sie lieber auf das Überspringen (oder den Wechsel auf ein besonders anspruchsvolles Gymnasium, etc. - eben Dinge, die das Kind aus dem Klassenverband herausreißen würden), da ihnen die Klassengemeinschaft wichtiger ist.
Vielleicht wäre es sinnvoll, hier mal bildungspolitisch in die
Staaten zu schauen, wo Tests mit allen Kindern ab und zu mal
durchgeführt werden - aber das ist ein anderes Thema…
Hätte durchaus auch einen Sinn; siehe oben, unerkannte Hochbegabte.
Naja - alles, was man bislang so über hb lesen kann (auch in
den Links hier in den FAQ) deutet auf das Gegenteil hin! Aber
deshalb habe ich ja auch hier nochmal gefragt…
Wenn es darum geht, Spielkameraden _auf dem selben Level_ zu finden, dann halten sie sich eher an Ältere. Darum haben hochbegabte Kinder häufig (deutlich) ältere Kinder.
Bei den meisten „nicht-hb“-Kindern ist es ja auch so, dass die Mehrheit ihrer Freunde auf dem selben Level (bedeutet dann meist: gleiches Alter) ist.
Aber gerade Kinder, die ein super Sozialverhalten und viel Gerechtigkeitssinn haben, beschäftigen sich auch sehr gerne mit jüngeren (bzw. allgemein mit Leuten, denen sie noch was beibringen können).
Viele Grüße,
Nina *selber-hb-aber-lange-nicht-erkannt-da-meine-eltern-eine-lesende-dreijährige-für-normal-hielten*