Nochmal Hochbegabung

Hi!

So langsam werde ich ein wenig unsicher…
Angeregt durch den Artikel etwas tiefer bin ich mal ein wenig gesurft und habe folgendes gefunden:

Merkmale des Lernens und Denkens bei motivierten hochbegabten Kindern

  • sehr hohes Detailwissen in einzelnen Bereichen,

  • ungewöhnlich großer Wortschatz für ihr Alter,

  • ausdrucksvolle, ausgearbeitete und flüssige Sprache,

  • schnelles Merken von Fakten,

  • schnelles Durchschauen von Ursache-Wirkung-Beziehungen,

  • Suche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden,

  • schnelles Erkennen von grundlegenden Prinzipien,

  • schnelles Herstellen gültiger Verallgemeinerungen,

  • gute Beobachtungsgabe,

  • lesen viel und vor allem Bücher, die über ihre Altersstufe deutlich hinausgehen,

  • denken kritisch, unabhängig und wertend.

bis auf den vorletzten Punkt (wir müssen noch vorlesen) trifft alles auf meinen Sohn zu

Arbeitshaltung und Interessen

  • Hochbegabte gehen in Problemen völlig auf, wenn sie motiviert sind,

  • sie wollen Aufgaben immer vollständig lösen,

  • Routineaufgaben langweilen leicht,

  • sie streben nach Perfektion,

  • sie sind selbstkritisch,

  • sie arbeiten gern unabhängig, um Probleme durchdenken zu können, ***

  • sie setzen sich hohe Leistungsziele, die sie mit einem Minimum an Anleitung und Hilfe durch Erwachsene erreichen,

  • sie interessieren sich für „Erwachsenen“-Themen ( Umweltfragen, Politik, Reliegion, Philosophie, Sexualität, Gerechtigkeit u.a.).

Bis auf den markierten Punkt (er lässt sich gerne alles mögliche erklären - DANN erst macht er es alleine) trifft alles auf meinen Sohn zu

Soziales Verhalten

  • Häufige Beschäftigung mit Begriffen wie Gerechtigkeit, Gut-Böse, Recht-Unrecht,

  • ausgeprägtes Moralbewußtsein und grundsätzliche Ablehnung körperlicher Gewalt

  • Individualismus

  • prüfen Meinungen von Autoritäten, bevor sie sie akzeptieren,

  • übernehmen Verantwortung,

  • zuverlässig in Planung und Organisation,

  • bevorzugen meist ältere Spielgefährten oder Erwachsene, sind auf der Suche nach Gleichbefähigten,

  • wollen über ihre Situation selbst bestimmen,

  • können sich in andere einfühlen und sind daher für politische und soziale Probleme aufgeschlossen.

hier trifft bis auf den drittletzten Punkt alles auf meinen Sohn zu

Nur: Jetzt mein Problem: Ich kenne zwei hochbegabte Kinder - und zumindest eins ist meinem Sohn meilenweit voraus!
Das eine Mädchen konnte mit 4 Jahren lesen, sprach Deutsch und Englisch schon mit 5 fließend, spielte sehr gut Geige, wurde mit knapp 5 eingeschult und hat jetzt auf dem Gymnasium eine Klasse übersprungen…

Ich halte meinen Sohn für ein sehr cleveres (nicht zuletzt durch seine Neugier) Kind, aber hochbegabt???

Was bei ihm sehr auffällt, ist die extreme Ablehnung von körperlicher Gewalt! Er verstrickt JEDEN in eine Diskussion, die schon mal eine halbe Stunde dauern kann, reagiert aber selbst bei kleinen Schubsern äußerst gekränkt (oder auch mal sauer - das gibt dann eine laute Diskussion)

Ich habe (noch) keine Lust, ihn zum IQ-Test zu schicken. Habt Ihr einen Tipp, wie ich mich verhalten soll?
Ähm - das Thema Erzieherin befragen können wir knicken - die kennen ihn zu gut, da meine Frau im KiGa (andere Gruppe) arbeitet.

Er hat keine Probleme im Kindergarten, spielt (was evtl. dann vielleicht doch weniger auf hohe Begabung deutet) auch äußerst gern mal mit den Kleinen (denen kann er so schön helfen) - deshalb sehe ich momentan auch keinen großen Handlungsbedarf. Aber falsch machen will ich möglichst nichts!

Meine Frau ist zwar Erzieherin, allerdings fehlt ihr vermutlich auch der nötige Abstand.

Liebe Grüße
Guido

Hallo Guido,

ob dein Sohn hochbegabt ist, scheint mir zweitrangig zu sein, denn du hast bemerkt, dass er hoch begabt ist, das reicht doch, solange es keine Probleme gibt.

Mein Tipp: Unterstütze ihn einfach in seinen Interessen, in dem, was von ihm selbst kommt. Das ist das beste, was du tun kannst.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Guido,

Nur: Jetzt mein Problem: Ich kenne zwei hochbegabte Kinder -
und zumindest eins ist meinem Sohn meilenweit voraus!
Das eine Mädchen konnte mit 4 Jahren lesen, sprach Deutsch und
Englisch schon mit 5 fließend, spielte sehr gut Geige, wurde
mit knapp 5 eingeschult und hat jetzt auf dem Gymnasium eine
Klasse übersprungen…

„Hochbegabung“ kann sich sehr unterschiedlich äußern.

Erstens:
Per Definition gilt man ab einem IQ von 130 als hochbegabt - das heißt, es gibt nicht einen festen IQ-Wert, _bei_ dem man hb ist.
Man kann mit einem IQ von 130, 135, … 150 hb sein (Werte von über 150 sind mit deutschen Tests nicht messbar); also: breites Spektrum!

Zweitens:
Kinder haben bekanntlich unterschiedliche Interessen.
Wenn sich ein Kind nicht für Musik interessiert, dann wird es auch nicht (freiwillig) anfangen, Geige zu spielen - auch, wenn es prinzipiell ein guter Musiker werden könnte.
Manche Kinder sind äußerst fasziniert von Buchstaben und bringen sich selbst das Lesen bei; andere Kinder (bei gleich hoher Intelligenz) denken sich „ich lasse mir lieber was vorlesen!“, oder sie finden zeichnen, basteln, sich Geschichten ausdenken, die Natur entdecken… spannender.
Das eine Kind kennt sämtliche Automarken, weiß die KFZ-Kennzeichen sämtlicher Leute auswendig, ein anderes Kind könnte man für ein wandelndes Bio-Lexikon halten und das nächste macht nichts so gerne, wie dir zum Thema „Flugzeuge“ Löcher in den Bauch zu fragen.

Wie auch schon Thomas schrieb:
Unterstütze ihn einfach darin, was ihm Spaß macht.
Biete ihm verschiedene Dinge an, und lass ihn einfach machen.
Wie man das eben bei anderen Kindern auch macht :wink:

Was bei ihm sehr auffällt, ist die extreme Ablehnung von
körperlicher Gewalt! Er verstrickt JEDEN in eine Diskussion,
die schon mal eine halbe Stunde dauern kann, reagiert aber
selbst bei kleinen Schubsern äußerst gekränkt (oder auch mal
sauer - das gibt dann eine laute Diskussion)

Das ist typisch für viele hochbegabte Kinder - aber natürlich noch kein eindeutiges Indiz. Aber, wie gesagt, ein häufiges

Ich habe (noch) keine Lust, ihn zum IQ-Test zu schicken. Habt
Ihr einen Tipp, wie ich mich verhalten soll?

Würdest du mit deinem Sohn anders umgehen, wenn du eine „offizielle Bestätigung“ seiner Hochbegabung (oder Nicht-Hochbegabung) hättest?
Wahrscheinlich (hoffentlich) nein.

IQ-Test „einfach mal so“, dazu würde ich dir nicht raten.
Wenn es mal zu Problemen kommen sollte (bzw. du konkret Probleme befürchtest) und du ein Gutachten benötigst, dann lasse ihn testen.
Wenn du den Test in der Schule brauchst (Klasse überspringen, Kurse… kann ja mal sein), dann lasse ihn zum gegebenen Zeitpunkt testen.

Außerdem sind Tests bei so jungen Kindern wie deinem Sohn noch ziemlich unzuverlässig.
Deutlich zuverlässiger werden die Tests, wenn sie bei einem Kind im Schulalter durchgeführt werden.

Er hat keine Probleme im Kindergarten, spielt (was evtl. dann
vielleicht doch weniger auf hohe Begabung deutet) auch äußerst
gern mal mit den Kleinen (denen kann er so schön helfen) -
deshalb sehe ich momentan auch keinen großen Handlungsbedarf.

Dass er gerne mit jüngeren Kindern spielt, deutet gar nicht darauf hin, dass er deshalb eher nicht hochbegabt sein könnte.
Wie du schon gesagt hast, „denen kann er so schön helfen“. Es gibt auch eine soziale Komponente der Intelligenz, und das äußert sich oft dadurch.
Wie ich aus deiner Formulierung „denen kann er so schön helfen“ herauslese, spielt er ja nicht „auf dem gleichen Level“ wie die jüngeren Kinder mit ihnen, sondern sieht sich quasi als eine Art „Lehrer“ für sie. Finde ich gut :smile:

Es stimmt, es kommt häufig vor, dass sich sehr intelligente Kinder ältere Spielkameraden suchen. Spielkameraden, die auf seinem Level sind.
Aber das hat eben auch etwas damit zu tun, WAS das Kind gerne mit anderen macht. Vielleicht hat er ja andere, ältere Spielkameraden, die auf seinem Level sind; oder er ist eben damit zufrieden, sich den nötigen geistigen Input bei euch zu verschaffen.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Guido,

ein Stück meiner Erfahrung mit meinem jüngeren (hochgebabten) Sohn: zum Ende des zweiten KiGa-Jahres hin drängten die Erzieherinnen auf vorzeitige Einschulung (er ist Mitte September geboren). Ich bin selbst mit fünf Jahren in die Schule gekommen und das hatte nicht immer Vorteile, also habe ich ihn in einer Schulberatungsstelle vorgestellt und um deren Einschätzung gebeten. Nach mehreren Besuchen und diversen Tests wurde eine wahrscheinliche HB vermutet und zur Einschulung geraten. Er hat bedingt durch einen Umzug nach der ersten Klasse die Grundschule wechseln müssen und das ohne ein Absacken in den Leistungen gut geschafft. Die ganze Grundschulzeit hindurch habe ich weder mit Lehrern über die vermutete HB gesprochen noch ihn besonders fördern lassen - was er wissen und lernen wollte haben wir daheim gemacht.

Aber: als es um die weiterführende Schule ging, wurde die Empfehlung für’s Gymnasium mit der Begründung abgelehnt, er sei ja ein Jahr jünger und daher noch verspielter als seine Klassenkameraden, es käme daher nur eine Gesamt- oder eine Realschule in Betracht. Das war der Zeitpunkt, zu dem ich einen HB-Test im ICBF (Internationales Centrum für Begabungsforschung Münster) habe machen lassen. (Welcher auch wie erwartet sehr hoch ausfiel.) Mit Hilfe des Testergebnisses hat Lauritz den Sprung ins Gymnasium geschafft, wo er jetzt an einem sog. Drehtürmodell teilnimmt (neben dem regulären Unterricht hat er noch zwei bis drei Stunden Astronomie in der Woche) und ein durchschnittlicher Schüler ist.

Was ich damit sagen will:

  • Tests sind in meinen Augen dann notwendig, wenn eine Förderung/eine Einschulung/ein Schulwechsel nötig erscheinen, aber eben nur mit der nachgewiesenen HB möglich werden. Nur um eine „Hausnummer“ im IQ-Bereich zu haben, halte ich sie für überflüssig.

  • Auch ein nachgewiesen hochbegabtes Kind kann u.U. „nur“ durchschnittliche Leistungen bringen. (Kann unterschiedliche Ursachen haben.) Der Schluß, daß ein hb-Kind unbedingt zu den Klassenersten gehörten muß, ist nicht richtig. Die umgekehrte Situation allerdings, daß nicht geförderte hb-Kinder schulisch beinahe versagen, ist weit häufiger.

  • Gebt eurem Sohn die Möglichkeit, eigene Interessen zu verfolgen und auszuleben. Auch wenn einzelne Themen mitunter nervig werden können, wenn immer mehr Detailwissen „abgefragt“ wird von den Zwergen. (Lauritz mußte mit vier Jahren unbedingt alle Arten von Walen wissen. Er kann sie bis heute auswendig. *g*) Bremst ihn nicht mit dem Gedanken: „Das ist (noch) nichts für ihn.“ „Das lernt er noch früh genug.“ Kinder fragen - und wenn man sie ermuntert und ihnen den nötigen Freiraum läßt, lernen sie bereitwillig auch die unmöglichsten Dinge (und wenn’s die Nummern irgendwelcher japanischen Zeichentrickmonster sind *seufz*).

Zu guter Letzt: alle diese Tests oder Listen (wie dein angeführter oder auch „Sind sie Alkoholiker“ etc.) können nur Anhaltspunkte liefern. Sie sind niemals so zu verstehen, daß wenn man alle Fragen positiv (bzw. negativ) beantwortet, ein sicheres Ergebnis dabei herauskommt.

Viel Glück für euch -

Sams

Wenn es denn soo einfach ist…
Hi Thomas

ob dein Sohn hochbegabt ist, scheint mir zweitrangig zu
sein, denn du hast bemerkt, dass er hoch begabt ist,
das reicht doch, solange es keine Probleme gibt.

Ob ich bemerkt habe, dass er hoch begabt ist, weiß ich nicht! Er macht auf mich halt einen sehr cleveren (kein Wunder, bei dem Vater :wink: *räusper*) Eindruck, aber ich kenne ihn halt sehr gut und she das als für ihn normal.

Mein Tipp: Unterstütze ihn einfach in seinen Interessen, in
dem, was von ihm selbst kommt. Das ist das beste, was du tun
kannst.

OK - das machen wir eh! Wenn es denn so einfach ist…

Danke und liebe Grüße
Guido

Hi Nina!

Erstens:
Per Definition gilt man ab einem IQ von 130 als hochbegabt -
das heißt, es gibt nicht einen festen IQ-Wert, _bei_ dem man
hb ist.
Man kann mit einem IQ von 130, 135, … 150 hb sein (Werte
von über 150 sind mit deutschen Tests nicht messbar); also:
breites Spektrum!

Also AB - demnach gibt es dann auch die Wunderkinder (zu denen Katie - das angesprochene Mädchen - vermutlich dann gehört)?

Zweitens:
Kinder haben bekanntlich unterschiedliche Interessen.
Wenn sich ein Kind nicht für Musik interessiert, dann wird es
auch nicht (freiwillig) anfangen, Geige zu spielen - auch,
wenn es prinzipiell ein guter Musiker werden könnte.

Ich meinte weniger das Spielen, als vielmehr die Fähigkeit, in dem Alter die Noten derart problemlos lesen zu können…

Manche Kinder sind äußerst fasziniert von Buchstaben und
bringen sich selbst das Lesen bei; andere Kinder (bei gleich
hoher Intelligenz) denken sich „ich lasse mir lieber was
vorlesen!“, oder sie finden zeichnen, basteln, sich
Geschichten ausdenken, die Natur entdecken… spannender.
Das eine Kind kennt sämtliche Automarken, weiß die
KFZ-Kennzeichen sämtlicher Leute auswendig, ein anderes Kind
könnte man für ein wandelndes Bio-Lexikon halten und das
nächste macht nichts so gerne, wie dir zum Thema „Flugzeuge“
Löcher in den Bauch zu fragen.

Und mein Sohn macht mir die Hölle heiß, weil ich den Namen des vor kurzem neu entdeckten Planeten in unserem Sonnensystem nicht kenne - muss gleich mal surfen und suchen…

Wie auch schon Thomas schrieb:
Unterstütze ihn einfach darin, was ihm Spaß macht.
Biete ihm verschiedene Dinge an, und lass ihn einfach machen.
Wie man das eben bei anderen Kindern auch macht :wink:

Meine Befürchtung ist halt, dass ich versäume, ihn entsprechend zu „fördern“! OK, solange es - wie bislang - keine Probleme gibt und er nicht zum Außenseiter o.ä. wird, ist es gut so, wie es ist…
Dass er von ganz alleine seine Interessen entwickelt, und wir ihn darin so gut es geht unterstützen, ist klar (sollte eigentlich immer klar sein).

Das ist typisch für viele hochbegabte Kinder - aber natürlich
noch kein eindeutiges Indiz. Aber, wie gesagt, ein häufiges

Vielleicht hängt das auch ganz einfach mit dem Vorleben zusammen! Da sowohl meine frau als auch ich Gewalt in jeder Form verabscheuen, mag sich das vielleicht ganz einfach auf den Zwerg übertragen haben…

Würdest du mit deinem Sohn anders umgehen, wenn du eine
„offizielle Bestätigung“ seiner Hochbegabung (oder
Nicht-Hochbegabung) hättest?
Wahrscheinlich (hoffentlich) nein.

Blödsinn! Natürlich nicht! Deshalb lehne ich einen Test ja auch (noch) ab - wozu?
Zumal mir unser Kinderarzt (und Kinderpsychologe) mal im Gespräch sagte, er halte von Vorschultest so rein gar nichts!

IQ-Test „einfach mal so“, dazu würde ich dir nicht raten.
Wenn es mal zu Problemen kommen sollte (bzw. du konkret
Probleme befürchtest) und du ein Gutachten benötigst, dann
lasse ihn testen.

OK - meine Befürchtung ist halt nur, dass es unter Umständen zu spät sein könnte… aber er ist ja alles andere als ein Problemkind!

Wenn du den Test in der Schule brauchst (Klasse überspringen,
Kurse… kann ja mal sein), dann lasse ihn zum gegebenen
Zeitpunkt testen.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob er damit einverstanden wäre! Er ist furchtbar gerne der Beste (woher er den Ehrgeiz hat, weiß ich nicht!) und glänzt vor seinen Freunden.
Da seine Freunde mit ihm eingeschult werden, bin ich mir nicht sicher, ob er auf diese verzichten würde!!!

Außerdem sind Tests bei so jungen Kindern wie deinem Sohn noch
ziemlich unzuverlässig.

Das sagte ja auch unser Kinderarzt…

Deutlich zuverlässiger werden die Tests, wenn sie bei einem
Kind im Schulalter durchgeführt werden.

Vielleicht wäre es sinnvoll, hier mal bildungspolitisch in die Staaten zu schauen, wo Tests mit allen Kindern ab und zu mal durchgeführt werden - aber das ist ein anderes Thema…

Dass er gerne mit jüngeren Kindern spielt, deutet gar nicht
darauf hin, dass er deshalb eher nicht hochbegabt sein könnte.
Wie du schon gesagt hast, „denen kann er so schön helfen“. Es
gibt auch eine soziale Komponente der Intelligenz, und das
äußert sich oft dadurch.

Naja - alles, was man bislang so über hb lesen kann (auch in den Links hier in den FAQ) deutet auf das Gegenteil hin! Aber deshalb habe ich ja auch hier nochmal gefragt…

Wie ich aus deiner Formulierung „denen kann er so schön
helfen“ herauslese, spielt er ja nicht „auf dem gleichen
Level“ wie die jüngeren Kinder mit ihnen, sondern sieht sich
quasi als eine Art „Lehrer“ für sie. Finde ich gut :smile:

Das wird auch von den Erzieherinnen seiner Gruppe toll unterstützt: Kannst Du da mal helfen?

Vielen Dank und liebe Grüße
guido

Hi Sams!

Was ich damit sagen will:

  • Tests sind in meinen Augen dann notwendig, wenn eine
    Förderung/eine Einschulung/ein Schulwechsel nötig erscheinen,
    aber eben nur mit der nachgewiesenen HB möglich werden. Nur um
    eine „Hausnummer“ im IQ-Bereich zu haben, halte ich sie für
    überflüssig.

Eben! Ich mache mir halt nur meine Gedanken, dass wir den richtigen Zeitpunkt - wenn es ihn denn geben sollte - verpassen

  • Auch ein nachgewiesen hochbegabtes Kind kann u.U. „nur“
    durchschnittliche Leistungen bringen. (Kann unterschiedliche
    Ursachen haben.) Der Schluß, daß ein hb-Kind unbedingt zu den
    Klassenersten gehörten muß, ist nicht richtig. Die umgekehrte
    Situation allerdings, daß nicht geförderte hb-Kinder schulisch
    beinahe versagen, ist weit häufiger.

Deshalb meine (vielleicht unbegründeten) Sorgen.

  • Gebt eurem Sohn die Möglichkeit, eigene Interessen zu
    verfolgen und auszuleben. Auch wenn einzelne Themen mitunter
    nervig werden können, wenn immer mehr Detailwissen „abgefragt“
    wird von den Zwergen. (Lauritz mußte mit vier Jahren unbedingt
    alle Arten von Walen wissen. Er kann sie bis heute auswendig.
    *g*) Bremst ihn nicht mit dem Gedanken: „Das ist (noch) nichts
    für ihn.“ „Das lernt er noch früh genug.“ Kinder fragen - und
    wenn man sie ermuntert und ihnen den nötigen Freiraum läßt,
    lernen sie bereitwillig auch die unmöglichsten Dinge (und
    wenn’s die Nummern irgendwelcher japanischen
    Zeichentrickmonster sind *seufz*).

Was er wissen will, erklären wir ihm! Und wenn wir nicht weiter wissen, dann fragen wir jemanden, der es tut!

Zu guter Letzt: alle diese Tests oder Listen (wie dein
angeführter oder auch „Sind sie Alkoholiker“ etc.) können nur
Anhaltspunkte liefern. Sie sind niemals so zu verstehen, daß
wenn man alle Fragen positiv (bzw. negativ) beantwortet, ein
sicheres Ergebnis dabei herauskommt.

Das ist der Grund, warum ich hier nochmal nachfrage!

Vielen lieben Dank und liebe Grüße
Guido

nochmal kurz
Hallo Guido,

ich wollte andeuten, dass Hochbegabtheit ein Bürde ist bzw. sein kann, und dass es besser ist, Kinder nicht zu früh mit einer solchen Etikettierung zu belasten. Wenn es sich herausstellen sollte, wirst du es früh genug merken, denke ich.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hi Guido!

Also AB - demnach gibt es dann auch die Wunderkinder (zu denen
Katie - das angesprochene Mädchen - vermutlich dann gehört)?

„Die“ Intelligenz gibt es ja sowieso nicht.
Es gibt mathematisch-logische Begabung, sprachliche Begabung, musische Begabung, soziale Begabung…
Der eine hat vom einen mehr, der andere vom anderen.

Intelligenztests messen meist bevorzugt den mathematisch-logischen Teil und mit Einschränkungen auch den sprachlichen Teil (mit „mit Einschränkungen“ meine ich, dass der Umgang mit der Muttersprache in die „Bewertung“ mit einfließt, aber nicht, wie gut sich das Kind Fremdsprachen aneignen kann).
Vielleicht ist Katie ja wirklich deutlich intelligenter als dein Sohn, aber zu den Leistungen die das Mädchen zeigt, gehört ja auch eine Menge Motivation:
Wenn sie noch so musikalisch begabt wäre, aber nicht üben will, dann würde sie sicherlich eher ein Gejaule auf der Geige vollbringen :wink:
Ein anderes Kind mit gleich hoher musikalischer Begabung, aber nunmal herzlich wenig Interesse am Lernen eines Musikinstruments, wirkt dann scheinbar nach außen hin „weniger begabt“.

Auch fallen nicht alle sehr intelligenten Menschen durch ihre Leistungen auf. Da spielen unzählige Faktoren eine Rolle.
Beispiel:
Es gibt Kinder/Jugendliche, die z.B. trotz Hochbegabung eher „faul“ sind, und sich denken: „Wozu lern ich denn zu Hause noch was für die Schule; dann pass ich eben im Unterricht so halbe-halbe auf und das reicht schon noch für eine 2 oder 3 im Zeugnis und das reicht mir!“ - während andere „voll bei der Sache“ sind , alles geben und dann eine 1 im Zeugnis stehen haben .
Denn trotz hoher Intelligenz müssen auch Hochbegabte lernen (eigentlich selbstverständlich; aber du glaubst gar nicht, wie häufig man zu hören bekommt „hochbegabte Kinder müssen nie lernen!“).
Hochbegabte benötigen nicht so viele Wiederholungen, erfassen den Stoff schneller und können das, wofür sie sich auch privat interessieren, schon bevor man es in der Schule beigebracht bekommt - das ist der Unterschied.
Aber Gedichte, historische Ereignisse, Vokabeln, Hauptstädte, Bezeichnungen der menschlichen Knochen etc. muss selbstverständlich jedes Kind lernen, egal wie intelligent. Und wenn die Motivation dann nicht so hoch ist („eine zwei oder drei reicht mir, das schaff ich auch mit kurz mal eben überfliegen“), sieht notenmäßig alles „vollkommen normal“ aus.

Bei manch einem kommt niemand (nicht mal die betreffende Person selbst) darauf, dass der- oder diejenige hochbegabt sein könnte - erst ein zufälliger Test (Einstellungstest, Test im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie, etc. etc.) bringt das unerwartete Ergebnis…

Ich meinte weniger das Spielen, als vielmehr die Fähigkeit, in
dem Alter die Noten derart problemlos lesen zu können…

Sicherlich ist es nicht normal, in diesem Alter problemlos Noten lesen zu können.
Aaaber: das hat auch sehr viel mit Interesse zu tun.
Das Mädchen spielt wohl gerne Geige (oder auch andere Instrumente), und dann ist da auch eine gewisse Motivation dahinter, weil es für sie Sinn macht, das zu können.
Manch anderes Kind könnte man nie und nimmer dafür begeistern, weil für dieses Kind eher Planeten, Automarken, Dinosaurier oder was-auch-immer hoch im Kurs stehen.
Manche besonders intelligenten Kinder fallen dadurch auf, dass sie die Marken von Autos schon im Kleinkindalter identifizieren können - und die „Fortgeschrittenen“ schaffen es dann nach einiger Zeit auch, ohne das Logo zu sehen.
Das wäre mir nie in den Sinn gekommen, und wenn ich heute ein Auto vor mir sehe und das Logo verdeckt ist, ist es für mich reinste Lotterie, diesem Auto den Hersteller anzusehen *lach*
Gekonnt hätte ich es wohl, aber ich hatte null Interesse daran.
Dafür braucht(e) man kein Biologie-Lexikon, wenn man mich in der Nähe hat(te) *g* Mal eben einem Foto eines exotischen Tieres dessen Namen und sämtliche Lebensgewohnheiten und Besonderheiten zuzuordnen, das konnte ich schon als kleines Kind.

Und mein Sohn macht mir die Hölle heiß, weil ich den Namen des
vor kurzem neu entdeckten Planeten in unserem Sonnensystem
nicht kenne - muss gleich mal surfen und suchen…

[Offtopic]
Der heißt „Sedna“, und ist eigentlich gar kein „Planet“, denn Himmelskörper unseres Sonnensystems die kleiner als Pluto sind, rechnen die Astronomen dem sog. „Kuiper-Gürtel“ (woher auch Asteroiden stammen) zu; manche Astronomen zählen sogar Pluto nicht mehr wirklich zu den Planeten.

Meine Befürchtung ist halt, dass ich versäume, ihn
entsprechend zu „fördern“! OK, solange es - wie bislang -
keine Probleme gibt und er nicht zum Außenseiter o.ä. wird,
ist es gut so, wie es ist…

Ja, wie gesagt:
Wenn er etwas wissen, erlernen etc. möchte, dann erkläre/zeige es ihm.
Solange man Kinder nicht ausbremst („dafür bist du noch viel zu klein“, „das lernst du schon noch in der Schule“, „frag nicht immer so viel“), nehmen sie sich schon, was sie brauchen.

Blödsinn! Natürlich nicht! Deshalb lehne ich einen Test ja
auch (noch) ab - wozu?
Zumal mir unser Kinderarzt (und Kinderpsychologe) mal im
Gespräch sagte, er halte von Vorschultest so rein gar nichts!

Genau, das wollte ich damit auch ausdrücken :smile:

OK - meine Befürchtung ist halt nur, dass es unter Umständen
zu spät sein könnte… aber er ist ja alles andere als ein
Problemkind!

Wichtig ist ja schon mal, dass du dir Gedanken darüber gemacht hast und dass dir aufgefallen ist, dass dein Kind weiter ist als viele Gleichaltrige.
Hört sich jetzt banal an, aber:
Es gibt Eltern, denen so etwas gar nicht auffällt!
Und das passiert nicht etwa (nur) bei Eltern, die sich wenig um ihre Kinder kümmern, sondern auch bei denen, die sie fördern, ihnen viel beibringen etc.
Eltern kennen ihr Kind nunmal nur so, wie es ist; und wenn es dann keine „Vergleichs-Kinder“ (egal ob hb oder nicht-hb) in der Verwandt- und Bekanntschaft gibt, nehmen sie an, das Verhalten des Kindes sei „vollkommen normal“ oder es wäre „einfach ein kleines bisschen schlauer, da wir so viel mit unserem Kind machen“. Sogar Fähigkeiten wie Lesen-Lernen mit 3 Jahren und ein weit überdurchschnittliches Allgemeinwissen fällt den Eltern dann gar nicht mehr als „außergewöhnlich“ auf.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob er damit einverstanden wäre!
Er ist furchtbar gerne der Beste (woher er den Ehrgeiz hat,
weiß ich nicht!) und glänzt vor seinen Freunden.
Da seine Freunde mit ihm eingeschult werden, bin ich mir nicht
sicher, ob er auf diese verzichten würde!!!

Für viele Kinder ist das mit dem Überspringen aus diesem Grund auch nicht so einfach, und wenn sie in der Klasse beliebt sind und dort Freunde haben, verzichten sie lieber auf das Überspringen (oder den Wechsel auf ein besonders anspruchsvolles Gymnasium, etc. - eben Dinge, die das Kind aus dem Klassenverband herausreißen würden), da ihnen die Klassengemeinschaft wichtiger ist.

Vielleicht wäre es sinnvoll, hier mal bildungspolitisch in die
Staaten zu schauen, wo Tests mit allen Kindern ab und zu mal
durchgeführt werden - aber das ist ein anderes Thema…

Hätte durchaus auch einen Sinn; siehe oben, unerkannte Hochbegabte.

Naja - alles, was man bislang so über hb lesen kann (auch in
den Links hier in den FAQ) deutet auf das Gegenteil hin! Aber
deshalb habe ich ja auch hier nochmal gefragt…

Wenn es darum geht, Spielkameraden _auf dem selben Level_ zu finden, dann halten sie sich eher an Ältere. Darum haben hochbegabte Kinder häufig (deutlich) ältere Kinder.
Bei den meisten „nicht-hb“-Kindern ist es ja auch so, dass die Mehrheit ihrer Freunde auf dem selben Level (bedeutet dann meist: gleiches Alter) ist.
Aber gerade Kinder, die ein super Sozialverhalten und viel Gerechtigkeitssinn haben, beschäftigen sich auch sehr gerne mit jüngeren (bzw. allgemein mit Leuten, denen sie noch was beibringen können).

Viele Grüße,
Nina *selber-hb-aber-lange-nicht-erkannt-da-meine-eltern-eine-lesende-dreijährige-für-normal-hielten*

Hallo Guido,

den richtigen Zeitpunkt für einen HB-Test gibt es wohl nicht. Nicht zuletzt deshalb, weil eben kein Kind wie das andere ist. Aber einen Tipp noch in dem Zusammenhang: wenn ihr ernsthaft über einen Test nachdenkt, dann wendet euch an eine Institution/eine Praxis oder wie auch immer, die mit diesem Thema vertraut sind und genügend Erfahrung mitbringen. Seit das Thema HB zu einem Dauerbrenner in Presse etc. geworden ist, nehmen immer mehr Beratungsstellen/Psychologen und Co. für sich in Anspruch, HB-Tests durchführen und vor allem genau auswerten zu können. Ein guter Test ist nicht in einer halben Stunde gemacht und die Auswertung sollte mit einem ausführlichen Beratungsgespräch der Eltern einhergehen. Leider sind diese Tests meist nicht billig (ich kenne bislang keine Adresse, wo man einen guten(!) und kostenlosen Test machen könnte).

Grund zur Sorge besteht - wenn ich das nehme, was du von eurem Sohn schreibst - wohl nicht. Und wenn er in irgendeiner Weise auffällig wird, dann schätze ich euch durchaus so ein, daß ihr nach Ursachen und Hilfsmöglichkeiten sucht.

Gruß vom
Sams

P.S. Disclaimer: ich möchte mit obigen beispielhaften Aussagen weder Psychologen, Beratungsstellen, Kinderärzten oder wem auch immer zu nahe treten.

Hallo Guido,

ergänzend zu den bisherigen Tipps noch ein Hinweis aus der „Praxis“, nämlich mit bisher 2 HB-Kindern, deren Schullaufbahn unüblich verlief:

Bei Tochter Nr. 1 fiel uns bis zum letzten Kindergartenjahr nichts auf. Es war wie bei Nina, wir hatten keinen Vergleich, sie war eben recht fit, das war nett, sie war eine anstrengende, wißbegierige Dauerquasslerin, aber wir dachten, das ist eben so in einem Haushalt mit vielen Büchern und einer Mutter, die das Kind ständig mit in die Bücherei schleppt *g*.

Allerdings kam dann sehr schnell ein totaler Einbruch, als das Vorschulprogramm des Kindergartens, welches sehr altmodisch durchgeführt wurde, nicht ihren Erwartungen entsprach. Da hatte sie 2 Jahre lang darauf gewartet, und nun sollte sie sich mit den FORMEN beschäftigen und ähnlichem „Babykram“ ? Sie bockte, die Erzieherin, die ich persönlich durchaus mochte, eine sehr erfahrene, ältere Frau, meinte, das sei nur eine Kraftprobe mit mir, sie müsse da durch, müsse eben auch Langeweile aushalten.

Damals war Hochbegabung noch kein Medienthema, ich hatte noch nie davon gehört…

Aus dem fröhlichen, unkomplizierten, kontaktfreudigen Sonnenschein, Deinem Sohn sehr ähnlich, wurde ein mißmutiges Kind, das nicht mehr in den einst geliebten Kindergarten gehen wollte, sondern sofort zur Schule. Komisches Kind, dachten wir…

Um es abzukürzen: irgendwann stießen wir auf das Thema Hochbegabung, bei der Einschulungsuntersuchung meinte der Arzt, warum uns nie etwas aufgefallen sei, das Kind hätte vorzeitig in die Schule gehört, die Lehrerin dann veranlasste sofortiges Springen - ohne unser Zutun, wohlgemerkt, sie hatte sich nämlich - ein Glücksgriff - mit Hochbegabung auseinandergesetzt.

ABER: Es gab riesengroße Probleme mit der aufnehmenden Lehrerin, denn inzwischen war das Thema langsam in Mode, und sie nannte mich Eislaufmutter. Nun, ich konnte ja auch nichts vorweisen … (Manche) Lehrer und Schulen brauchen einfach einen amtlichen Wisch *grmpf*.

ALLES lief dann anders mit Tochter Nr. 2: Als sie mit 4 Jahren die Hausaufgaben der Schwester (damals 2. Klasse) erledigte *Augenreibt*, ließen wir sie testen. Schulische Maßnahmen wurden uns dann bei Vorlage des Gutachtens fast schon aufgedrängt *ggg*, wobei eventuell die Erfahrungen mit ihrer Schwester mit eine Rolle gespielt haben.

Daher möchte ich Dir ergänzend nahelegen, im Zweifelsfall spätestens ein halbes Jahr vor der Einschulung oder aber bei auftretenden Problemen einen Test anzustreben. Die Wartezeiten sind nämlich enorm. Wenn dann Hochbegabung vorliegt, musst Du es ja niemandem sagen, aber im Zweifelsfall verstummen alle Kritiker, wenn man sagen kann „an der Uni soundso wurde das auch eindeutig bestätigt“.

Alles Gute für Deinen Sohn,

Inselchen