„Hätte ich Rivaldo gesagt, daß er in Brasilien bleiben soll!“
Dann paßt das eher zusammen.
Klingt logisch aber müßte es dann nicht „le habría dicho a
Rivaldo…“ (statt le hubiera dicho) heißen, weil man in dem
Nebensatz, den man hier geschlabbert hat, normalerweise
subjuntivo verwendet hätte (Si lo hubiera sabido…)? Oder
verändert sich die eigentliche Satzstruktur, wenn man den
Nebensatz (Si lo hubiera sabido…) wie hier schlabbert?
Das ist es, was ich neulich im anderen Posting geschrieben hatte: Generell ist eine Tendenz da, subjuntivo anstatt indicativo zu verwenden.
Vielleicht versuche ich das ausführlicher mit einem Beispiel:
In einem Konditionalsatz (ich hoffe, der heißt so - also in einm Wenn-Dann-Konstrukt mit Haupt-und Nebensatz) mußt Du beide verwenden; beim Wenn-Satz wird subjuntivo benutzt, beim Dann-Satz der indicativo.
Manchmal gibt es Situationen, bei denen man aus diesem Kostrukt nur die Hälfte zitiert:
Hätte ich meinen Schirm mitgenommen! (Wenn ich meinen Schirm mitgenommen hätte, dann wäre ich wohl trocken geblieben)
Oder:
Ich wäre gern gekommen. (Wenn du mich eingeladen hättest, dann wäre ich gern gekommen).
Hier passiert es: wenn eben nur die Hälfte ausgesprochen wird, wird im Spanischen sehr häufig für beide Fälle der subjuntivo verwendet, obwohl im zweiten Fall indicativo angebracht wäre.
Nun ist es so, daß man beide Fälle nicht verwechseln kann, wenn sie zusammen auftreten - es klingt sofort „falsch“. Stell Dir den Rivaldo-Satz so vor (Achtung falsch!):
„Si habría sabido cómo estaba Rivaldo, le hubiera dicho que se quedase en Brasil.“ Daß das nicht richtig ist, erkennt ein Muttersprachler sofort.
Deswegen meine Behauptung neulich, und deswegen hat der Trainer das wohl anders ausgedrückt: weil es ihm sonst auch falsch vorgekommen wäre.
Hoffentlich reden wir nicht zu sehr über Zeitungssprache.
Ich glaube, das passiert seeeehr häufig und nicht nur ín der Zeitung (ich kann mich über Diskussionen diesbezüglich erinnern, als ich noch in der Schule war).
Das beruhigt, manchmal bekommt man als Lernender einen dicken
Hals, weil das Gelernte nicht mit dem Zeitungsstil
übereinzustimmen scheint.
Hmmm… Stell Dir meine Verzweiflung vor, als ich frisch in Deutschland war, die Sprache vermeintlich gut konnte und noch nicht mal die Straßenbahnansagen verstand.
Mit dieser Erkenntnis habe ich so meine Schwierigkeiten.
Einmal verwendest Du (und „el marca“) im besagten Satzteil
subjuntivo:
Jaja - hier habe ich gepennt (siehe Titel). Dieser Satz ist aus La Marca zitiert:
„de saber cómo estaba Rivaldo, le hubiese dicho que se : quedase en Brasil.“
und einmal indicativo:
„Si hubiera sabido cómo estaba Rivaldo, le habría dicho
que se quedase en Brasil.“
Und das ist meine Übersetzung. Hier hätte ich ausführlicher werden müssen. Nach meinen Ausführungen oben erkennst Du, daß der zitierte Satz nicht richtig ist.
Handelt es sich hier wirklich einmal um einen Nebensatz (der
subjuntivo „will“) und einmal um einen Hauptsatz (der nach
indicativo verlangt) und wenn ja, was macht den Unterschied
zwischen Deinen beiden o.g. Sätzen aus?
Nein, wie gesagt. Der Unterschied ist nur zwischen dem -uh- Kausal- und dem Konditionalsatz ? also Wenn- und Dann-Satz; hier greife bitte jemand ein, der weiß, wie die Dinger heißen! gegeben, der eine ist fiktiv und verlangt subjuntivo, der andere ist die Konsequenz davon und verlangt indicativo.
Und meine These, daß spanische Zeitungen beim Lernen
verwirren, bestätigt
.
Ach wo! Ich behaupte, im Deutschen gibt es genau die gleiche Verwirrung zwischen Konjunktiv I und II.
Andererseits - lies El País, die Sprache ist dort meist stimmig und liest sich gut…
Gruß
J.