Nochmal Optik: Ferngläser

Hi nochmal,

meine letzte Frage brachte mich auf Ferngläser.
Ich habe viele Ferngläser gesehen, die eine Kombination von Sammellinse vor einer Plankonkavlinse im vorderen Teil besitzen. Könnte man nicht auch einfach eine umgedrehte Plankonkavlinse (Plane Fläche aussen) nehmen oder liege ich da total falsch?

Gruss - lutz

Eine Konkavlinse, egal wie rum, ist eine Streulinse und nicht zur Bildumkehrung geeignet. In direkter Verbindung mit einer Konvexlinse wird sie verwendet, um bei hochwertigen Optiken die unterschiedliche Lichtbrechung der Spektralfarben zu korrigieren. Das Ergebnis dieser Kombination ist dann aber meistens eine Sammellinse, da normalerweise die Brechkraft der Sammellinse größer ist als die der Konkavlinse. In einfachen Ferngläsern wird eine Konvexlinse als Objektiv und eine Konkavlinse als Okular verwendet. Das Bild wird dann garnicht erst umgekehrt und das Umkehrprisma wird auch nicht benötigt.

nochmal Jörg

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Hi Jörg!

Bei den Ferngläsern, die ich gesehen habe, existierte als vordere Optik eine Konvexlinke vor einer Plankonkavlinse. Dahinter kam dann ein Umkehrprisma, dann folgten eine bestimmte Anzahl von Linsen, die aber wohl irgendwie das Bild „nur noch“ von Bildfehlern beseitigen sollen.
Also war mit der Konkavlinse, die ich ansprach, eigentlich keine Bildumkehrung zu bewirken, sondern einfach das „Auffangen“ des Bildes, damit es dann das Umkehrprisma durchläuft.
Ausserdem: Eine Konkavlinse streut das Licht doch nicht immer, wenn ich das auf einer Abbildung richtig sehe oder liege ich da mal wieder falsch?
Eigentlich habe ich immernoch dieselbe Frage wie vorher.

Sorry, falls ich mit meiner laienhaften Beschreibung jemandem auf die Nerven gehe. :smile:
Gruss - lutz

Eine Konkavlinse, egal wie rum, ist eine
Streulinse und nicht zur Bildumkehrung
geeignet. In direkter Verbindung mit
einer Konvexlinse wird sie verwendet, um
bei hochwertigen Optiken die
unterschiedliche Lichtbrechung der
Spektralfarben zu korrigieren. Das
Ergebnis dieser Kombination ist dann aber
meistens eine Sammellinse, da
normalerweise die Brechkraft der
Sammellinse größer ist als die der
Konkavlinse. In einfachen Ferngläsern
wird eine Konvexlinse als Objektiv und
eine Konkavlinse als Okular verwendet.
Das Bild wird dann garnicht erst
umgekehrt und das Umkehrprisma wird auch
nicht benötigt.

nochmal Jörg

Hallo Lutz,
ein paralleles Strahlenbündel wird von einer Konkavlinse immer gestreut, deshalb nennt man sie ja Streulinse. Die eigentliche Frage war doch, soweit ich weis, schon beim ersten Beitrag beantwortet ( Umkehrprisma u. Konvexlinsen ) oder ?

Jörg

Kombination von Sammellinse vor
einer Plankonkavlinse

Naja, es ist eben nicht einfach eine Kombination.

Allgemein ist ede Linse abberationsbehaftet, d.h. sie ist die ursache für abbildungsfehler, ein fehler ist z.B. die chromatische Abberation, wie der Name sagt, handelt es sich hier um einen Farbfehler, blaues und rotes Licht (als jeweils extremste Farben im Spektrum) werden unterschiedlich gebrochen (die anderen farben dazwischen natürlich auch).

Um diesen Fehler möglichst zu beheben werden solche kombinationen von Linsen verwendet, dabei bestehen die beiden Linsen dann nicht aus dem gleichen Material, sondern sind so berechnet, dass sich die beiden effekte gerade aufheben (theoretisch).

Eine solche kombination nennt man dann „Achromat“. Im Übrigen gibt es natürlich auch Achromate aus mehr als zwei linsen.

Ich hoffe die Antwort war nicht zu lang, aber ich denke mit den Fachbegriffen kannst du auch selbst noch weitersuchen.

Servus

Könnte man nicht auch einfach
eine umgedrehte Plankonkavlinse (Plane
Fläche aussen) nehmen oder liege ich da
total falsch?

Könnte man im Prinzip auch, macht man aber nicht. Ursache ist tatsächlich die Vermeidung von Abbildungsfehlern, also eine Frage der Qualität. Das ändert zwar nichts am grossen Prinzip, aber wenn man ins Detail geht, spielt es schon eine
Rolle, auf welche Art eine gewünschte Brennweite eingestellt wird: bikonkav, plankonkav, oder sogar als Linse mit einer konkaven und einer kovexen Seite.

Danke Jörg!

Gruss - lutz

Danke!!
Danke an alle freundlichen Antworter!

Gruss - lutz

Wieso wird bei Ferngläsern, denn überhaupt eine Umkehrung vorgenommen, wenn es gar nicht sein muss?

Gruss - lutz

Eine Konkavlinse, egal wie rum, ist eine Streulinse und nicht
zur Bildumkehrung geeignet. In direkter Verbindung mit einer
Konvexlinse wird sie verwendet, um bei hochwertigen Optiken
die unterschiedliche Lichtbrechung der Spektralfarben zu
korrigieren. Das Ergebnis dieser Kombination ist dann aber
meistens eine Sammellinse, da normalerweise die Brechkraft der
Sammellinse größer ist als die der Konkavlinse. In einfachen
Ferngläsern wird eine Konvexlinse als Objektiv und eine
Konkavlinse als Okular verwendet. Das Bild wird dann garnicht
erst umgekehrt und das Umkehrprisma wird auch nicht benötigt.

nochmal Jörg

Wieso wird bei Ferngläsern, denn überhaupt eine Umkehrung
vorgenommen, wenn es gar nicht sein muss?

Es muß schon sein, wenn man eine vernünftige Vergrößerung erreichen will. Das geht nähmlich nur mit einem konvexem Okular.

Jörg

Durch ein konvexes Okular wird das Bild ansich umgekehrt und damit man nicht alles falsch herum sieht, muss eine nochmalige Umkehrung erfolgen? Ich dachte als Okular wird eine Linse bezeichnet, wenn sie zur Vergroesserung hinter einer anderen Linse angebracht ist. Bitte korrigieren, wenn ich falsch liege. Danke!

Gruss - lutz

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Könnte man denn z.B. für eine Weitwinkelobjektiv nicht mit einer Plankonkavlinse (Plane Fläche aussen) beginnen und die resultierenden Abbildungsfehler dann durch andere Linsen beseitigen? Abbildungsfehler scheinen ja so oder so immer aufzutreten und muessen daher immer irgendwie beseitigt werden.
Kann eine Konvexlinse mehr Licht auffangen (auch von den Seiten) als eine Plankonkavlinse deren plane Fläche zum Umfeld gerichtet ist?

Gruss - lutz

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Nein, nicht das Okular, sondern das Objektiv dreht das Bild herum, allerdings nur, wenn sich das Okular hinter der Brennebene befindet. Bei einfachen Ferngläsern befindet sich die Konkavlinse vor der Brennebene. Dabei wird nur der Sehwinkel ein bischen vergrößert. Das konvexe Okular befindet sich hinter der Brennebene, in der ja ein reales Bild um 180° gedreht projeziert wird. Das Okular dient der Verkürzung der Brennweite der Augenlinse, damit man sich das Bild aus nächster Nähe ansehen kann und es deshalb auch wesentlich größer erscheint.

Jörg

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