Nochmal Studiengebühren

Hallo liebe Mitleser,

vor gar nicht allzu langer Zeit gab es hier schonmal eine Studiengebühren-Debatte. Damals betraf es nur die sog. „Langzeitstudenten“. Ich habe diejenigen, die meinten, „Ja, genau, diese Langzeitbummelgammelabhängstudis vom AStA sollen mal kräftig zahlen“ bereits gewarnt, dass sowohl die HRK (die bis dato eigentlich selbst stets gegen die Einführung der Gebühren war) als auch die Kultusminister der Länder bereits die Pläne für allgemeine Studiengebühren in der Schublade hätten.

Jetzt ist es also soweit. Es ist manchmal ganz schön ätzend, recht zu haben :smile:

Nun wird auf allen Seiten allerhand unseriöses Zeug verbreitet. Auf der einen Seite die totale Ökonomisierung des Gutes „Bildung“, auf der anderen Seite das unfaire aufrechnen z.B. der Lebenshaltungskosten zu den Kosten des Studiums.

Obwohl es mir schon prinzipiell gegen den Strich geht, eine rein wirtschaftliche Betrachtung eines so grundsätzlichen Gutes wie Bildung (und dazu zählt die qualifizierte Hochschulbildung ebenfalls!) vorzunehmen, will ich dennoch versuchen, die Kosten für ein Studium mal realistisch zu betrachten.

Fest steht: Es gibt in Deutschland zu wenig Akademiker und gut ausgebildete Fachkräfte. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch einmal ganz gewaltig verstärken, wenn einerseits die richtig geburtenschwachen Jahrgänge PISA-geschädigt aus den Schulen kommen und andererseits die Pensionierungs- und Rentenwelle so richtig in Schwung kommt. Es ist zwar nicht der einzige Grund, aber ganz sicher ein nicht zu unterschätzender Einwand, mit dem die Wirtschaft auf vernünftige Zuwanderungsregeln für qualifizierte Arbeitnehmer wirbt.

Fest steht ebenfalls, dass eine Preiserhöhung ohne Verbesserung der Leistung (und ohne Ausnutzung einer Monopolstellung) zunächst einmal eine geringere Nachfrage zur Folge hat (Wirtschaftswissenschaftler mögen mich korrigieren).

Bisher sind die direkten Kosten für ein Studium relativ überschaubar. ca. 150,- - 200,- EUR Semesterbeiträge (vielfach inkl. sog. Semesterticket) sowie 100,- EUR pro Monat für Verbrauchsmaterialien, Computer, Bücher, etc. Das kann bei einigen Studiengängen erheblich mehr sein (z.B. Zahnmedizin), kommt aber wohl ungefähr hin. Die Lebenshaltungskosten (Wohnen, Essen, Kino, etc.) lasse ich bewusst weg, denn die müssen alle Nichtstudenten schließlich auch bezahlen.

Bei einer realistischen Studiendauer von 5 Jahren (10 Semester) käme man so auf einen Betrag von rund 7800,- EUR. Nicht die Welt. Jetzt sollte man aber die Opportunitätskosten nicht ausser acht lassen. Zunächst einmal drei Jahre längere Schulzeit bis zum Abitur. In dieser Zeit machen unsere Nicht-Studenten eine Ausbildung, während derer sie übrigens bereits bezahlt werden (warum eigentlich??). Die Ausbildungsvergütung setze ich mal mit 500,- EUR/Monat an. Macht in drei Jahren 18.000,- EUR. Während wir uns dann in überfüllten Hörsäälen und mangelhaft ausgestatteten Bibliotheken herumlümmeln, arbeiten unsere Nicht-Studenten brav fünf Jahre lang. Ich nehme mal (ein unterdurchscnittliches) Einkommen von 2.500,- EUR/Monat an. Macht nochmal stolze 150.000,- EUR.

Jetzt hat ja die Regierung in ihrer unendlichen Weisheit beschlossen, die Ausbildungszeit überhaupt nicht mehr auf die Rente anzurechnen. Welche Kosten dadurch entstehen, vermag ich hier gar nicht abzuschätzen. Aber den einen oder anderen Rentenpunkt wird das schon ausmachen.

Wie dem auch sei. Bereits ohne Studiengebühren belaufen sich die Kosten eines Studiums derzeit auf ca.

175.800,- EUR

Setzen wir jetzt mal eine realistische Studiumgebühr von 2500,- EUR/Semester an (die symbolischen 500,- EUR werden sich mit Sicherheit keine zwei Jahre halten), dann erhöhen wir die Kosten auf

200.800,- EUR!

Während unsere Nicht-Studenten also bereits ihr Eigenheim zu großen Teilen abbezahlt haben und dabei auch noch volle Rentenpunkte bekommen haben, fangen die Akademiker da gerade mal an.

Eine höhere Studiendauer (Bummelstudenten) erhöhen diese Kosten weiterhin extrem. Schon alleine deshalb liegt es im Intersse der Studenten, möglichst schnell fertig zu werden. Mir persönlich sind zwar ein paar Langzeitstudenten bekannt, aber kein einziger macht das, weil an der Uni abhängen so cool ist, sondern weil sie Probleme haben, ihre Lebenshaltungskosten zu finanzieren oder weil sie mit schweren Krankheiten zu kämpfen hatten. Und um dieses Märchen auch mal auszuräumen, sie nehmen in der Zeit keinem jüngeren Studenten irgendwelche Labor- oder Seminarplätze weg. Sie besuchen schlicht weniger Veranstaltungen pro Semester.

Auch im Musterland der Studiengebühren sieht es derzeit nicht besonders rosig aus. Während dort nämlich ein enormes Problem mit in breiten Massen total unterqualifiziertem Personal gekämpft wird, bluten die „Elite“ Hochschulen Harvard & Co. akademisch aus, weil seit 09/11 die Einreisebestimmungen für ausländische Studierende extrem verschärft wurden. Ein Großteil der Studenten dort rekrutiert sich nämlich aus dem Ausland. Und das ist nicht unbedingt so, weil die Amerikaner alle dämlich sind … es hat schlicht mit den extremen Kosten zu tun, die ein Studium an diesen Hochschulen nunmal mit sich bringt. Und das, obwohl es dort ein extrem ausgefeiltes und breites Stipendienwesen gibt!

Ich halte es jedenfalls nicht für erstrebenswert, den Akademikern neben den sehr hohen Opportunitätskosten auch noch große Kredite aufzubürden, die bei Beginn der beruflichen Laufbahn abzuzahlen wären.

Gruß

Fritze

Hallo Du unermüdlicher Fritze.

genau, diese Langzeitbummelgammelabhängstudis vom AStA sollen

Aha, das ASTA auch Arbeit macht, deren Menge auch von der pro Kopf Anzahl der daran Teilnehmenden abhängt, hast Du auch beachtet ?

Jetzt ist es also soweit. Es ist manchmal ganz schön ätzend,
recht zu haben :smile:

FALSCH: Du interpretierst die gemessenen Zahlen nur anders

Nun wird auf allen Seiten allerhand unseriöses Zeug
verbreitet. Auf der einen Seite die totale Ökonomisierung des
Gutes „Bildung“, auf der anderen Seite das unfaire aufrechnen
z.B. der Lebenshaltungskosten zu den Kosten des Studiums.

Obwohl es mir schon prinzipiell gegen den Strich geht, eine
rein wirtschaftliche Betrachtung eines so grundsätzlichen
Gutes wie Bildung (und dazu zählt die qualifizierte
Hochschulbildung ebenfalls!) vorzunehmen, will ich dennoch
versuchen, die Kosten für ein Studium mal realistisch zu
betrachten.

Umgekehrt gesehen: die Masse der Studenten bestimmt, welcher Studiengang am beliebtesten ist. Das da Jura, BWL, Medizin u.a. gerade so besonders beliebt sind hängt aber teilweise auch von der zu erwartenden Perspektive ab. Aber auch hier gilt: „Was die Mehrheit macht, ist immer falsch“. Stichwort: Juristenschwemme
Oder profan gesagt: Wenn BWL total uncool wäre, wären andere Studiengänge beliebter…

Fest steht: Es gibt in Deutschland zu wenig Akademiker und gut
ausgebildete Fachkräfte. Dieser Trend wird sich in den
nächsten Jahren noch einmal ganz gewaltig verstärken, wenn
einerseits die richtig geburtenschwachen Jahrgänge
PISA-geschädigt aus den Schulen kommen und andererseits die
Pensionierungs- und Rentenwelle so richtig in Schwung kommt.

Es gilt auch zu beachten, dass Leute mit Ihrem KnowHow Arbeitsplätze schaffen/halten, die ansonsten nie zustande kommen. Z.B braucht eine Firma den starken Mann an der Spitze (=Geschäftsführer) und noch ein paar Leute mehr, damit der Laden überhaupt läuft und Gewinn abwirft.

Es ist zwar nicht der einzige Grund, aber ganz sicher ein
nicht zu unterschätzender Einwand, mit dem die Wirtschaft auf
vernünftige Zuwanderungsregeln für qualifizierte Arbeitnehmer
wirbt.

Stimmt.

Fest steht ebenfalls, dass eine Preiserhöhung ohne
Verbesserung der Leistung (und ohne Ausnutzung einer
Monopolstellung) zunächst einmal eine geringere Nachfrage zur
Folge hat (Wirtschaftswissenschaftler mögen mich korrigieren).

Stimmt auch :smile:

Bisher sind die direkten Kosten für ein Studium relativ
überschaubar. ca. 150,- - 200,- EUR Semesterbeiträge (vielfach
inkl. sog. Semesterticket) sowie 100,- EUR pro Monat für
Verbrauchsmaterialien, Computer, Bücher, etc. Das kann bei
einigen Studiengängen erheblich mehr sein (z.B. Zahnmedizin),
kommt aber wohl ungefähr hin. Die Lebenshaltungskosten
(Wohnen, Essen, Kino, etc.) lasse ich bewusst weg, denn die
müssen alle Nichtstudenten schließlich auch bezahlen.

Bei einer realistischen Studiendauer von 5 Jahren (10
Semester) käme man so auf einen Betrag von rund 7800,- EUR.
Nicht die Welt. Jetzt sollte man aber die Opportunitätskosten
nicht ausser acht lassen. Zunächst einmal drei Jahre längere
Schulzeit bis zum Abitur. In dieser Zeit machen unsere
Nicht-Studenten eine Ausbildung, während derer sie übrigens
bereits bezahlt werden (warum eigentlich??). Die

DU willst für DEINE Ausbildung ja auch nicht zahlen…

Ausbildungsvergütung setze ich mal mit 500,- EUR/Monat an.
Macht in drei Jahren 18.000,- EUR. Während wir uns dann in
überfüllten Hörsäälen und mangelhaft ausgestatteten
Bibliotheken herumlümmeln, arbeiten unsere Nicht-Studenten
brav fünf Jahre lang. Ich nehme mal (ein
unterdurchscnittliches) Einkommen von 2.500,- EUR/Monat an.
Macht nochmal stolze 150.000,- EUR.

Wenn’s denn hinhaut mit der Arbeit. Facharbeiter werden tendenziell zwar weniger gekündigt als Studierte, aber dafür finden letztere wg. ihrer breiteren Ausbildung auch leichter eine neue Beschäftigung.

Jetzt hat ja die Regierung in ihrer unendlichen Weisheit
beschlossen, die Ausbildungszeit überhaupt nicht mehr auf die
Rente anzurechnen. Welche Kosten dadurch entstehen, vermag ich
hier gar nicht abzuschätzen. Aber den einen oder anderen
Rentenpunkt wird das schon ausmachen.

Siehe oben: die Menge der Rentenempfänger steigt ohnehin. Von daher sollte man auf die staatliche Rente ‚keinen Pfifferling‘ mehr setzen.

Wie dem auch sei. Bereits ohne Studiengebühren belaufen sich
die Kosten eines Studiums derzeit auf ca.

175.800,- EUR

[…]die Opportunitätskosten eines […]

Setzen wir jetzt mal eine realistische Studiumgebühr von
2500,- EUR/Semester an (die symbolischen 500,- EUR werden sich
mit Sicherheit keine zwei Jahre halten), dann erhöhen wir die
Kosten auf

200.800,- EUR!

Wer wird denn da Äpfel und Birnen vergleichen ? Das eine sind reale Kosten, das andere sind Einkommen…

Während unsere Nicht-Studenten also bereits ihr Eigenheim zu
großen Teilen abbezahlt haben und dabei auch noch volle
Rentenpunkte bekommen haben, fangen die Akademiker da gerade
mal an.

Dafür verdienen Akademiker im Durchschnitt aber auch 50% mehr als Nicht-Studierte…

Eine höhere Studiendauer (Bummelstudenten) erhöhen diese
Kosten weiterhin extrem. Schon alleine deshalb liegt es im
Interesse der Studenten, möglichst schnell fertig zu werden.

Stimmt nur zum Teil. Wenn man wg. eines zu absolvierenden BPS nicht gerade auf’s M*** fällt und NUR deswegen schon ein Semester dranhängen muss. Oder ein regulär absolviertes Mathestudium mangels Qualifikation geradewegs in die stumpfsinnige Aussichtslosigkeit führt… Und mangelnde Motivation werden sich die wenigsten Studi’s vorwerfen lassen. Dann kann man seine Zeit gleich sinnvoller investieren…

Mir persönlich sind zwar ein paar Langzeitstudenten bekannt,
aber kein einziger macht das, weil an der Uni abhängen so cool
ist, sondern weil sie Probleme haben, ihre
Lebenshaltungskosten zu finanzieren oder weil sie mit schweren
Krankheiten zu kämpfen hatten. Und um dieses Märchen auch mal
auszuräumen, sie nehmen in der Zeit keinem jüngeren Studenten
irgendwelche Labor- oder Seminarplätze weg. Sie besuchen
schlicht weniger Veranstaltungen pro Semester.

Vorsicht: ob ein Professor seine Weisheiten 100 oder 500 Studenten kundtut ändert bestenfalls den Faktor der Qualität der Betreuung. Die Fixkosten (Lohn, Material) bleiben dagegen gleich

Auch im Musterland der Studiengebühren sieht es derzeit nicht
besonders rosig aus. Während dort nämlich ein enormes Problem
mit in breiten Massen total unterqualifiziertem Personal
gekämpft wird, bluten die „Elite“ Hochschulen Harvard & Co.
akademisch aus, weil seit 09/11 die Einreisebestimmungen für
ausländische Studierende extrem verschärft wurden. Ein
Großteil der Studenten dort rekrutiert sich nämlich aus dem
Ausland. Und das ist nicht unbedingt so, weil die Amerikaner
alle dämlich sind … es hat schlicht mit den extremen Kosten
zu tun, die ein Studium an diesen Hochschulen nunmal mit sich
bringt. Und das, obwohl es dort ein extrem ausgefeiltes und
breites Stipendienwesen gibt!

*g* Deren Problem. Ausserdem werden bei nicht-USA’lern nur die aussichtsreichsten Kandidaten in die Fremde geschickt

Ich halte es jedenfalls nicht für erstrebenswert, den
Akademikern neben den sehr hohen Opportunitätskosten auch noch
große Kredite aufzubürden, die bei Beginn der beruflichen
Laufbahn abzuzahlen wären.

Hierzu ein Link: http://de.news.yahoo.com/050127/286/4e2ff.html Sowie mein Kommentar von weiter oben…

mfg M.L.

Hallo,

genau, diese Langzeitbummelgammelabhängstudis vom AStA sollen

Aha, das ASTA auch Arbeit macht, deren Menge auch von der pro
Kopf Anzahl der daran Teilnehmenden abhängt, hast Du auch
beachtet ?

Ähm, man sollte doch niemals davon ausgehen, dass Leser in Onlineforen Ironie ohne „Tags“ erkennen können. Nochmal ganz deutlich: Ich kenne keine Langzeitbummelgammelabhängstudis. Und klarerweise macht Gremienarbeit Arbeit. Meines Wissens bekommen Professoren dafür Vorlesungsstunden erlassen, so anstrengend ist das :smile:

Jetzt ist es also soweit. Es ist manchmal ganz schön ätzend,
recht zu haben :smile:

FALSCH: Du interpretierst die gemessenen Zahlen nur anders

Nein. Bei der Aussage ging es alleine darum, dass Studiengebühren eben nicht nur für Langzeitstudenten, sondern für alle Studenten kommen.

[…]

Wenn’s denn hinhaut mit der Arbeit. Facharbeiter werden
tendenziell zwar weniger gekündigt als Studierte, aber dafür
finden letztere wg. ihrer breiteren Ausbildung auch leichter
eine neue Beschäftigung.

Im Moment sieht es ja für keine der Parteien besonders gut aus. Natürlich kann man nur von dem Fall ausgehen, dass die Menschen in Lohn und Brot sind. Wenn wir hier arbeitslose Facharbeiter/Kaufleute/Handwerker mit arbeitslosen Akademikern verglichen, dann sähe die ganze Rechnung anders aus.

Siehe oben: die Menge der Rentenempfänger steigt ohnehin. Von
daher sollte man auf die staatliche Rente ‚keinen Pfifferling‘
mehr setzen.

Trotzdem ist es ein Nachteil für die Akademiker, wieviel auch immer ein „Rentenpunkt“ am Ende noch wert sein wird.

Wie dem auch sei. Bereits ohne Studiengebühren belaufen sich
die Kosten eines Studiums derzeit auf ca.

175.800,- EUR

[…]die Opportunitätskosten eines […]

Nein, Opportunitäts- plus Realkosten :smile:

Setzen wir jetzt mal eine realistische Studiumgebühr von
2500,- EUR/Semester an (die symbolischen 500,- EUR werden sich
mit Sicherheit keine zwei Jahre halten), dann erhöhen wir die
Kosten auf

200.800,- EUR!

Wer wird denn da Äpfel und Birnen vergleichen ? Das eine sind
reale Kosten, das andere sind Einkommen…

Was ich sagen will: Ein Studium bedeutet nicht automatisch den ganz großen Reibach. Einstiegsgehälter für Akademiker sind derzeit ca. 40.000,- EUR/Jahr. Das sind rund 1/3 mehr, als das Einkommen der Nicht-Akademiker. Wie kommst Du auf 50%? So dauert es ca. 12 Jahre (Einkommenssteigerung mit einberechnet) bis ein Akademiker einen Nicht-Akademiker Einkommensmäßig überhaupt „eingeholt“ hat. Wenn jetzt noch Tilgung von größeren Krediten mit hinzukommt, dann dauert es nochmal erheblich länger.

Eine höhere Studiendauer (Bummelstudenten) erhöhen diese
Kosten weiterhin extrem. Schon alleine deshalb liegt es im
Interesse der Studenten, möglichst schnell fertig zu werden.

Stimmt nur zum Teil. Wenn man wg. eines zu absolvierenden BPS
nicht gerade auf’s M*** fällt und NUR deswegen schon ein
Semester dranhängen muss.

Was ist denn ein BPS?

Oder ein regulär absolviertes
Mathestudium mangels Qualifikation geradewegs in die
stumpfsinnige Aussichtslosigkeit führt… Und mangelnde
Motivation werden sich die wenigsten Studi’s vorwerfen lassen.
Dann kann man seine Zeit gleich sinnvoller investieren…

Ich verstehe diesen Einwand nicht ganz. Die Studenten werden nicht schnell fertig, weil sie nicht wissen, was sie sonst mit ihrer Zeit anfangen sollen?

Und um dieses Märchen auch mal
auszuräumen, sie nehmen in der Zeit keinem jüngeren Studenten
irgendwelche Labor- oder Seminarplätze weg. Sie besuchen
schlicht weniger Veranstaltungen pro Semester.

Vorsicht: ob ein Professor seine Weisheiten 100 oder 500
Studenten kundtut ändert bestenfalls den Faktor der Qualität
der Betreuung. Die Fixkosten (Lohn, Material) bleiben dagegen
gleich

Na, das ist doch noch ein Argument mehr dafür, dass Langzeitstudenten vollkommen unschädlich sind :smile: Ich meinte auch Seminar- oder Laborplätze, die eben begrenzt sind. Hörsääle sind (meistens) groß genug für ein paar Leutchen mehr.

Gruß

Fritze

Wieso eigentlich?
Hallo

Also, WENN Studiengebühren, dann aber direkt an die Uni.
Ich hege so einen ganz leisen Verdacht, dass damit nur irgendwelche Haushaltslöcher gestopft werden sollen.

Die Ausbildungsvergütung setze ich mal mit 500,- EUR/Monat an.

Wieso können eigentlich Lehrlinge die (staatlichen) Berufsschulen kostenlos nutzen?
„Lehrgeld“ hat früher der Lehrling dem Lehrmeister gezahlt …

Ratz

Hallo,

Also, WENN Studiengebühren, dann aber direkt an die Uni.

Also WENN Studiengebühren, dann erstmal die Bedingungen auf Dienstleistungsniveau bringen und DANN kassieren. Nicht „Zahlt mal schön, vielleicht wird die Uni dann in 10 Jahren besser“.

Ich hege so einen ganz leisen Verdacht, dass damit nur
irgendwelche Haushaltslöcher gestopft werden sollen.

Der Verdacht ist eine Tatsache (zumindest in NRW und Hamburg). Selbst wenn die Gebühren komplett an die Hochschulen gingen, so würden andere Mittel eben entsprechend gekürzt („Ihr habt doch jetzt die tollen Gebühren“).

Die Ausbildungsvergütung setze ich mal mit 500,- EUR/Monat an.

Wieso können eigentlich Lehrlinge die (staatlichen)
Berufsschulen kostenlos nutzen?
„Lehrgeld“ hat früher der Lehrling dem Lehrmeister gezahlt

So isses. Darum wird es höchste Zeit, bei der Standortdebatte mal die Abschaffung der Ausbildungsvergütung sowie die Zahlung von Schulgeld an den Berufsschulen zu diskutieren! Nicht einzusehen, dass die Allgemeinheit mit hohen Joghurtpreisen die Ausbildung von irgendwelchen Bummelazubis bei Müller Milch bezahlt! Von den vielen Steuergeldern für die Berufsschulen mal ganz zu schweigen!

Gruß

Fritze

Dozentenmisere
Hi,

da ich medizin studiere, kann ich natürlich nur über diesen studiengang aussagen machen…

Die ganze gebührensache hat natürlich, wie alles, zwei seiten.
Natürlich könnte so die lehre verbessert werden, da zweifle ich aber noch, weil ein paar bücher mehr in der bibliothek nicht den begriff lehre definieren (mal sehn was kommt).
Vielleicht bekommt man wirklich eine bildungselite (im postiven sinn), die nicht abbricht und ihr studuim schnell über die runden bekommt (wird auch schwer).

Wenn die herren politiker schon lauthals propagieren, daß das in andern ländern ja auch funktioniert sollten sie auch mal bedenken, daß nich jedes land seinen dozenten lebenslang den hintern küsst (per beamtenstatus).
Die sache ist die, wenn ich bezahlen soll, seh ich das mal, wie mit den privaten KV.
Dann will ich auch jeden studentenkurs auf ner station von einem oberarzt geleitet haben (und nicht von irgendwelchen assis oder dritmittel-angestelten die eh, und mit recht, nicht einsehen, warum sie lehren sollten), der auch persönlich meine klausuren kontrolliert und mich jeden tag fragt, was er denn für mich tun könne.
Das ist natürlich überspitzt, aber ich glaube noch nichtdaran, daß sich an den unis irgendetwas ändert.
Jetzt haben die ja ihre gebühren, dann kann man ja auch zuschüsse kürzen, was bedeuten wirdm daß die gebühren auch bald steigen werden.

Ich habe schon des öfteren (in diversen kursevaluationen) angemerkt, daß ich beim heutigen stand unserer lehre, keinerlei verantwortungen für etwaige spätere inkompetenzen übernehme…

LG Alex:smile:

Hallo!

Fest steht: Es gibt in Deutschland zu wenig Akademiker und gut
ausgebildete Fachkräfte. Dieser Trend wird sich in den
nächsten Jahren noch einmal ganz gewaltig verstärken, wenn
einerseits die richtig geburtenschwachen Jahrgänge
PISA-geschädigt aus den Schulen kommen und andererseits die
Pensionierungs- und Rentenwelle so richtig in Schwung kommt.
Es ist zwar nicht der einzige Grund, aber ganz sicher ein
nicht zu unterschätzender Einwand, mit dem die Wirtschaft auf
vernünftige Zuwanderungsregeln für qualifizierte Arbeitnehmer
wirbt.

Leider ist die „Minderqualifizierung“ teilweise gewollt bzw. wird hingenommen.
Auf Nachfrage beim Gesundheitsausschuss des Bundestages wann denn endlich die Physiotherapie komplett auf ein Hochschulstudium umgestellt wird (um die Qualität zu erhöhen und damit dem Gesundheitswesen viel Geld zu sparen) kam die Antwort: „…wird nicht vorgenommen damit dieser Ausbildungsgang weiterhin mit Realschul- oder gleichwertigem Abschluss begonnen werden kann“.
Irgendwie muss man die Leute ja schliesslich im Arbeitsmarkt unterkriegen.

Schulzeit bis zum Abitur. In dieser Zeit machen unsere
Nicht-Studenten eine Ausbildung, während derer sie übrigens
bereits bezahlt werden (warum eigentlich??). Die
Ausbildungsvergütung setze ich mal mit 500,- EUR/Monat an.

Ähem. Dann mach mal eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Woher kommt das monatliche Schulgeld von ca. 400 Euro? Und das 3 Jahre lang? Oder Logopädie? Die müssen ca. 700 Euro pro Monat bezahlen - nur damit die Schule bezahlt ist. Da ist noch kein Buch, keine Wohnung, etc. bezahlt.
Ausserdem arbeiten Auszubildende in anderen Berufen ja auch.

Macht in drei Jahren 18.000,- EUR. Während wir uns dann in
überfüllten Hörsäälen und mangelhaft ausgestatteten
Bibliotheken herumlümmeln, arbeiten unsere Nicht-Studenten
brav fünf Jahre lang. Ich nehme mal (ein
unterdurchscnittliches) Einkommen von 2.500,- EUR/Monat an.
Macht nochmal stolze 150.000,- EUR.

2500 Euro pro Monat?
Wieder als Beispiel meine Sparte - Einstiegsgehalt ca. 1600 Euro.
Und dann muss man innerhalb der ersten 5 Jahre noch diverse Fortbildungen absolvieren - macht pro Jahr jeweils die Hälfte der Urlaubstage und ca. 2000 Euro aus eigener Tasche.

Wie dem auch sei. Bereits ohne Studiengebühren belaufen sich
die Kosten eines Studiums derzeit auf ca.

175.800,- EUR

Und die der Ausbildung auf 35.000 Euro.
Dafür hat der Akademiker i.R. ein höheres Gehalt, höheres Ansehen, ausländische Anerkennung seines Abschlusses, …
Wie gesagt - sehr sehr viele Berufe kommen mit dem beschriebenen Modell seit Jahren zurecht/müssen zurechtkommen.

Tschüss

Matthias

Hallo,

Leider ist die „Minderqualifizierung“ teilweise gewollt bzw.
wird hingenommen.
Auf Nachfrage beim Gesundheitsausschuss des Bundestages wann
denn endlich die Physiotherapie komplett auf ein
Hochschulstudium umgestellt wird (um die Qualität zu erhöhen
und damit dem Gesundheitswesen viel Geld zu sparen) kam die
Antwort: „…wird nicht vorgenommen damit dieser
Ausbildungsgang weiterhin mit Realschul- oder gleichwertigem
Abschluss begonnen werden kann“.

Hmm … ich würde ja lieber auch Zahnmedizin als Studiengang abschaffen und daraus einen Ausbildungsberuf machen. Sind überbezahlte Handwerker :smile:

Irgendwie muss man die Leute ja schliesslich im Arbeitsmarkt
unterkriegen.

Das stimmt allerdings.

Ähem. Dann mach mal eine Ausbildung zum Physiotherapeuten.
Woher kommt das monatliche Schulgeld von ca. 400 Euro? Und das
3 Jahre lang? Oder Logopädie? Die müssen ca. 700 Euro pro
Monat bezahlen - nur damit die Schule bezahlt ist. Da ist noch
kein Buch, keine Wohnung, etc. bezahlt.

Es gibt aber auch da Betriebe (z.B. Krankenhäuser oder Reha-Kliniken), die diese Ausbildung bzw. deren Kosten übernehmen. Du kannst ja auch heute schon an einer Privatuni Studieren und 1000,- EUR/Monat zahlen, wenn Du willst.

Ausserdem arbeiten Auszubildende in anderen Berufen ja auch.

Eher ein schlechter Witz. Auszubildende sind nicht ernsthaft zu gebrauchen und verursachen bei den Firmen weit über ihre Löhne hinausgehende Kosten. Warum das nicht ein wenig reduzieren, indem man die Vergütung für Azubis streicht und ein mildes Schulgeld für die Berufsschulen einführt? Fair is fair.

2500 Euro pro Monat?

Ja. Schau mal hier:

http://www.destatis.de/themen/d/thm_loehne.php

tut mir echt Leid, dass Du am unteren Ende der Skala verdienst. Aber Deinen Job hast Du Dir schließlich auch ausgesucht. Meiner Meinung nach bist Du aber unterbezahlt :smile:

Und die der Ausbildung auf 35.000 Euro.

Ja, in einigen wenigen Berufen und auch nur, wenn man es „auf selbstständiger Basis“ machen will/muss. Wie gesagt, Du kannst Dich auch ganz offiziell ohne was zu bezahlen zum Physio/Ergotherapeuten ausbilden lassen. Allerdings findet da wohl eine gewisse Auswahl statt. D.h. es gibt mehr Interessenten, als Ausbildungsplätze.

Dafür hat der Akademiker i.R. ein höheres Gehalt, höheres
Ansehen, ausländische Anerkennung seines Abschlusses, …

Was das höhere Gehalt angeht habe ich es Dir doch gerade vorgerechnet. Mindestens 12 Jahre, bis ein Akademiker einen Nicht-Akademiker eingeholt hat. Wohlgemerkt, „im Durchschnitt“. Es soll auch immer mal wieder einen Akademiker geben, der mit 80.000,- EUR pro Jahr einsteigt und Nicht-Akademiker, die weniger als 2.500,- EUR pro Monat verdienen.

Wie gesagt - sehr sehr viele Berufe kommen mit dem
beschriebenen Modell seit Jahren zurecht/müssen zurechtkommen.

Und? Findest Du das gut?

Gruß

Fritze

Hallo

Also, WENN Studiengebühren, dann aber direkt an die Uni.
Ich hege so einen ganz leisen Verdacht, dass damit nur
irgendwelche Haushaltslöcher gestopft werden sollen.

Dann sollten aber auch keine Mittel aus staatlicher Hand mehr in die Unis fließen. Es ist ein Geben und nehmen. Solange es staatliche Unis gibt, gehört das Geld auch dem Staat.

Was ist denn das wieder für ein Blech? Es geht darum, dass die Unis sich zu großen Teilen über eine Unterfinanzierung beklagen. Die Länder sagen „Mehr Geld gibts nur, wenn wir Studiengebühren einführen“. Die HRK nickt ab. Anschließend werden Studiengebühren (für die Hochschulen) erhoben und in nahezu gleicher Höhe vom bisherigen Budget abgezogen. Mit andren Worten: Bei den Hochschulen kommt nicht mehr Geld an, trotz der Gebühren. Den Studenten hilft das natürlich am allerwenigsten. Alles bleibt beim alten, nur kostet es jetzt was.

Mein Rat: Studiert im Ausland! In etlichen Ländern kostet es nichts (Skandinavien, Benelux, …). Wenn es was kostet, dann muss auch was geboten werden (Oxford, Cambridge, Harvard, Berkeley, …)

Lasst euch nicht Verarschen :smile:

Gruß

Fritze

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Hmm … ich würde ja lieber auch Zahnmedizin als Studiengang
abschaffen und daraus einen Ausbildungsberuf machen. Sind
überbezahlte Handwerker :smile:

Es gibt schon Bemühungen die Studienzeiten in diesen Bereichen zu verkürzen bzw. bestimmte „kleine“ Operationen an andere Berufsgruppen auszulagern - z.B. Krankenschwestern. Natürlich nicht in Deutschland.

Ähem. Dann mach mal eine Ausbildung zum Physiotherapeuten.
Woher kommt das monatliche Schulgeld von ca. 400 Euro? Und das
3 Jahre lang? Oder Logopädie? Die müssen ca. 700 Euro pro
Monat bezahlen - nur damit die Schule bezahlt ist. Da ist noch
kein Buch, keine Wohnung, etc. bezahlt.

Es gibt aber auch da Betriebe (z.B. Krankenhäuser oder
Reha-Kliniken), die diese Ausbildung bzw. deren Kosten
übernehmen. Du kannst ja auch heute schon an einer Privatuni
Studieren und 1000,- EUR/Monat zahlen, wenn Du willst.

Dann lässt sich aber der vorhandene Bedarf an Arbeitskräften nicht decken. Hat da „der Staat“ versagt?!

Ausserdem arbeiten Auszubildende in anderen Berufen ja auch.

Eher ein schlechter Witz. Auszubildende sind nicht ernsthaft
zu gebrauchen und verursachen bei den Firmen weit über ihre
Löhne hinausgehende Kosten. Warum das nicht ein wenig
reduzieren, indem man die Vergütung für Azubis streicht und
ein mildes Schulgeld für die Berufsschulen einführt? Fair is
fair.

Kommt auf die Branche an.
Sicher - alleine der Ausfall durch die Zeit in der Berufsschule kostet einiges.
Schulgeld für die Berufsschule fände ich sehr gut - könnte die Motivation derer steigern die es selbst zahlen müssen.

2500 Euro pro Monat?

Ja. Schau mal hier:

http://www.destatis.de/themen/d/thm_loehne.php

tut mir echt Leid, dass Du am unteren Ende der Skala
verdienst. Aber Deinen Job hast Du Dir schließlich auch
ausgesucht. Meiner Meinung nach bist Du aber unterbezahlt :smile:

Ich kenn die Statistik und wundere mich schon seit Jahren über diese Zahl.
Danke für`s Beileid. :wink:

Wie gesagt - sehr sehr viele Berufe kommen mit dem
beschriebenen Modell seit Jahren zurecht/müssen zurechtkommen.

Und? Findest Du das gut?

Schwierig mit ja/nein zu beantworten.
Wenn der erlernte Beruf nach der Ausbildung entsprechend bezahlt wird und die Ausbildung z.B. über günstige Darlehen finanziert werden kann finde ich es OK.
Beides trifft in Deutschland nicht zu.
Ich habe einige Bekannte in Australien, Kanada, USA, … bei denen das Studium (4 Jahre) auf Kredit finanziert wird und die entsprechende Einstiegsgehälter haben.

Ob sich hier wirklich nur Wohlhabende Bildung leisten können kann ich nicht sagen; allerdings ist es für viele ja jetzt schon nicht mehr möglich den Besuch z.B. eines Gymnasiums zu bezahlen.

Die Einführung von Studiengebühren alleine reicht nicht aus - es müssen noch andere Anpassungen (wie die Darlehen) zur gleichen Zeit vorgenommen werden.

Tschüss

Matthias

Was ist denn das wieder für ein Blech? Es geht darum, dass die
Unis sich zu großen Teilen über eine Unterfinanzierung
beklagen. Die Länder sagen „Mehr Geld gibts nur, wenn wir
Studiengebühren einführen“. Die HRK nickt ab. Anschließend

Die Unis leiden an notorischer Unterfinanzierung. Wie ich schon sagte, wurden in den letzen Jahren in Regensburg zwei neue Gebäude errichtet, für ca. 50 Mio EUR. Wo kam das Geld her? Es steht ein Topf für die Finanzierug bereit, der ist nicht beliebig groß. ZUerst bekommen die KLiniken Geld, dann die angesehen Unis, dannn die restlichen Unis und die letzen paar Euronen bleiben an den FHs hängen. Glaubst du, da wird gerecht verteilt?

Mein Rat: Studiert im Ausland! In etlichen Ländern kostet es
nichts (Skandinavien, Benelux, …). Wenn es was kostet, dann
muss auch was geboten werden (Oxford, Cambridge, Harvard,
Berkeley, …)

Warum vergleichst du renomierte Unis mit ein paar unbekannten? In Amerika musst du m.E. für alle Unis bezahlen, nicht nur für Harvard.

Hallo,

Die Unis leiden an notorischer Unterfinanzierung.

Genau. Das ist zwar nicht der einzige Grund, warum man als Student in Deutschland meistens die Arschkarte hat, aber ein nicht unerheblicher.

Wie ich
schon sagte, wurden in den letzen Jahren in Regensburg zwei
neue Gebäude errichtet, für ca. 50 Mio EUR.

Ja. In Hamburg wurde für die Fachhochschule ein gigantischer Neubau errichtet (zu bewundern am Berliner Tor). Doch die Planungen dafür fanden bereits in den 80’er Jahren statt. Die Durchführung hat also lediglich schlappe 23 Jahre gedauert. Natürlich waren die Kosten nicht mehr zu halten. So gab es statt der geplanten modernen Glasbrücke zwischen den Gebäudeteilen so eine art Schüttrinne aus Blech. Innen sieht das Gebäude auch genau so aus, wie man in den 80’ern so geplant hat. Nackter Beton mit der düsteren Atmosphäre einer Tiefgarage. Ich gehe da manchmal in die Mensa zum Mittagessen (unsere Kantine ist wirklich unter aller Sau), aber auf dem Weg durch diese Hallen gruselts mich regelmäßig.

Wo kam das Geld
her? Es steht ein Topf für die Finanzierug bereit, der ist
nicht beliebig groß. ZUerst bekommen die KLiniken Geld, dann
die angesehen Unis, dannn die restlichen Unis und die letzen
paar Euronen bleiben an den FHs hängen. Glaubst du, da wird
gerecht verteilt?

Und glaubst Du, durch die Gebühren wird es gerechter? Guter Witz.

Mein Rat: Studiert im Ausland! In etlichen Ländern kostet es
nichts (Skandinavien, Benelux, …). Wenn es was kostet, dann
muss auch was geboten werden (Oxford, Cambridge, Harvard,
Berkeley, …)

Warum vergleichst du renomierte Unis mit ein paar unbekannten?
In Amerika musst du m.E. für alle Unis bezahlen, nicht nur für
Harvard.

Ja, aber für die Dorfuni in Hacknsack, TX würde ich mich als Ausländer eben nicht bewerben. Dafür gibts ja den Wettbewerb.

Übrigens geben die USA prozentual erheblich mehr Steuergelder für ihre Universitäten aus, als Deutschland (direkt und indirekt z.B. durch > 44.000.000.000 EUR Darlehen und Stipendien). Das wird auch gerne übersehen.

Gruß

Fritze

Wie ich
schon sagte, wurden in den letzen Jahren in Regensburg zwei
neue Gebäude errichtet, für ca. 50 Mio EUR.

Ja. In Hamburg wurde für die Fachhochschule ein gigantischer
Neubau errichtet (zu bewundern am Berliner Tor). Doch die

Naja, in Regensburg wurde dafür edle Teile hingesetzt. Da kann sich manche Uni ein Auge ausweinen.

http://www.fh-regensburg.de/fachbereich/maschinenbau…

Hallo

2500 Euro pro Monat?
Wieder als Beispiel meine Sparte - Einstiegsgehalt ca. 1600
Euro.

Die Realität vieler Akademiker sieht doch aber auch nicht besser aus. Ich bekomme z.B nach 5 Jahren Regelstudienzeit ein Stipendium in Höhe von 850 Euro (Netto), und da bin ich verdammt glücklich, dass ich überhaupt eine Doktorandenstelle habe. Das übrigens nicht, weil es mir um den Titel ginge, sondern weil „richtige“ Stellen erst recht nicht zu bekommen sind. Rentenbeitrag gibt’s davon natürlich nicht, und die reele Arbeitszeit liegt deutlich über 40 Stunden pro Woche. Am Ende der 3 Jahre Förderung sind die wenigsten fertig (Unwägbarkeiten bergen Versuche eben immer), und dann heisst es, den Rest selbst finanzieren. Man pendelt dann zwischen Verträgen über durchschnittlich 5 Monate und zwischenzeitlich Sozialhilfe/Erspartes. Bei anderen Drittmitteldoktoranden sieht’s auch nicht viel besser aus, zwar mit Rentenversicherung aber 20 Stunden bezahlt, 40-60 gearbeitet. Von der großen Arbeitslosigkeit ganz zu schweigen, die auch Akademiker in erheblichem Maße trifft.

Ich denke, bevor man die Studenten zur Finanzierung heranzieht, sollte man den Unis lieber mehr Freiraum und Luft zum Atmen geben. Warum müssen hochbezahlte Wissenschaftler einen Großteil ihrer Zeit mit Verwaltung verbringen, warum entscheiden Verwaltungsvorschriften, welcher Teil des Budgets einer Arbeitsgruppe in Großgeräte, Kleingeräte bzw. Verbrauchsmaterial gesteckt werden soll? Warum kann man nicht z.B. auf eine größere Anschaffung sparen, weil der Haushalt am Jahresende verfällt? Warum dürfen Unis aus ihrer Forschung keinen Gewinn ziehen, so das denn möglich ist, der dann selbstverständlich wieder der Uni zugute kommen müsste?

Die Studenten zur Finanzierung heranziehen löst die strukturellen Probleme der Hochschulen doch gar nicht.

Viele Grüße

Bianca

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