Nochmal-subunternehmen für wen?

wie finde ich auftraggeber???
möchte mit ca. 10 mitarbeitern arbeiten. ich dachte an tätigkeiten die noch von hand gemacht werden müssen. kenne das aus der autoindustrie wo kleinere teile von subunternehmen von hand zusammengesteckt werden.
wär toll wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

Hallo ,
na prima, scheinbar nicht ein einzigen Kunden und gleich mit 10 Mann loslegen.
Wie wärs erstmal allein anzufangen?
Scheinbar hast du auch keinen Markt, kann im Grunde nur sagen,vergiss es.
Ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber du denkst scheinbar so,Leute einstellen, (die die kohle verdienen)Füsse hochlegen und schöne Sachen kaufen.
Bei aller Liebe, ich glaube das ist der falsche Weg.

Denke Tilo wird seinen Senf noch dazu geben .und Tilo, das ist genau das was ich meine.

gruss roger

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich habe einen Bekannten, der das macht (In Holz).

Bei der momentanen Auftragslage in den Industrie-Bereichen, werden nahezu keine Sub-Aufträge mehr vergeben, weil die Industrie mit diesen Kleinarbeiten mittlerweile ihr eigenes Personal beschäftigt.

Außerdem: wenn du nicht spezialisiert bist auf zum Beispiel Kantenbearbeitung oder Feinschliff oder ä. trittst du in Konkurrenz zu Werkstätten für behinderte Menschen. und mit den Preisen kannste nicht mithalten.

Übrigens: Mein Bekannter hat 3 (drei) Mitarbeiter und kämpft jeden Monat darum, daß er die leute nicht entlassen muß. denn Geld kommt nicht genug rein, wg. der erzielbaren Preise, aber von den Abläufen bräuchte er mindestens 4 um rationell zu arbeiten.

Was willste mit 10 Leuten ohne Arbeit ohne Kunden ohne Knowhow ohne einen blassen Schimmer wen du um Arbeit bitten könntest?gruss
winkel

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Außerdem: wenn du nicht spezialisiert bist auf zum Beispiel
Kantenbearbeitung oder Feinschliff oder ä. trittst du in
Konkurrenz zu Werkstätten für behinderte Menschen. und mit den
Preisen kannste nicht mithalten.

Deren Preisniveau lag in Stuttgart (Stand 1998) bei 25 DM / Stunde inkl. Abholen und wieder bringen. Davon konnten die Auftraggeber dann noch 50% abziehen, wenn sie eine Behindertenfehlabgabe zahlen mußten, weil sie (leider) zu wenig Behinderte beschäftigen.

Übrigens: Mein Bekannter hat 3 (drei) Mitarbeiter und kämpft
jeden Monat darum, daß er die leute nicht entlassen muß. denn
Geld kommt nicht genug rein, wg. der erzielbaren Preise, aber
von den Abläufen bräuchte er mindestens 4 um rationell zu
arbeiten.

Und in strukturschwachen Gebieten machen die MA dann noch freiwillig kostenlose Überstunden, um den Job zu erhalten.

Grüsse

Sven

wie finde ich auftraggeber???
möchte mit ca. 10 mitarbeitern arbeiten. ich dachte an
tätigkeiten die noch von hand gemacht werden müssen. kenne das
aus der autoindustrie wo kleinere teile von subunternehmen von
hand zusammengesteckt werden.

Guten Morgen, Yvonne!

in beinahe jeder Serienproduktion gibt es Baugruppen, die manuell geklebt, geschraubt, gesteckt werden. Diese vermeintlich einfachen Arbeiten erfordern dennoch einiges an Ausstattung am Montageplatz. Das reicht von höhenverstellbaren Sitz-Steh-Tischen, über blendfreie Beleuchtung, evtl. Absaugung, Scherenheber für Materialcontainer. Parallel dazu ist für die komplette Infrastruktur zu sorgen, die jede Produktion braucht, also Wareneingang, Warenausgang, betriebsinterne Transportmittel, Qualitätskontrolle, Zeiterfassung und…und…

Trotz des Aufwandes bleibt die Fertigungsstätte beliebig austauschbar. Sie bringt kein eigenes Know-how ein. Der Vorteil für den Kunden liegt ausschließlich im Preis und in der eingesparten Personalbindung. Der Anbieter solcher Arbeiten muß also billiger als Wettbewerber anbieten und er muß ausreichend Kapazität zur Verfügung stehen. Wenn ein Auftrag kommt, muß er zügig abgearbeitet werden. Kommt kein Auftrag, ist das Personal natürlich trotzdem vorzuhalten.

Austauschbare Massenmontage, die über den Preis angeboten wird, ist genau die Dienstleistung, die in Deutschland nicht mehr überlebensfähig ist. Aufträge, die an der unteren Preisgrenze angenommen werden müssen, sind dabei noch der optimale Fall. Bevor die Leute ohne Beschäftigung herum sitzen, nimmt man den Auftrag sogar unterhalb der Kostendeckung, rechnet gezwungenermaßen mit Kostendeckungsbeiträgen, minimiert nur noch den Verlust. Du wirst mit Behindertenwerkstätten konkurrieren, mit polnischen oder tschechischen Werkstätten - ein aussichtsloses Unterfangen.

Schon der Denkansatz „…mit 10 Mitarbeitern…“ ist wirtschaftlich selbstmörderisch. Wo kommt die Idee her? Weil so viel Platz gefüllt werden muß? Aus der Überlegung, daß der bescheidene Überschuß aus 10 Arbeitsplätzen die Inhaber überleben läßt? Es wird aber der Verlust aus 10 Arbeitsplätzen sein, der sich nur minimieren läßt, wenn man die Arbeitsplätze gar nicht erst schafft.

Der von blauäugigen Politikern gerne wiederholte Spruch, wonach jeder Existenzgründer soundsoviele Arbeitsplätze schafft, stimmt nur, wenn von genau einem geschaffenen Arbeitsplatz die Rede ist, nämlich von dem des Gründers. Ziel jeder Existenzgründung muß sein, daß der Gründer existieren kann. Für anderer Leute Altersversorgung und Krankenversicherung zu schaffen, ist nicht primäre Aufgabe eines Gründers. Wenn man eine stabile Auftragssituation hat, wenn die Arbeit nicht mehr zu schaffen ist, wenn die Vergabe als Unterauftrag nicht funktioniert, kann man an die Einstellung eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin denken. Die stabile Auftragslage mit ordentlichem Ertrag erreicht aber niemand mit beliebig austauschbarem Angebot als billiger Jakob. Man erreicht das Ziel der Existenzsicherung nicht mit schierer Masse und nicht mit der Übernahme von Risiken, die der Auftraggeber nicht selbst übernehmen kann/mag. Das Vorhalten von Personalkapazität ist so ein tödliches Risiko. Die Leute verursachen volle Personalkosten, ob sie etwas zu tun haben oder nicht, spielt keine Rolle. Ich kenne keinen Existenzgründer, der sich solches Risiko leisten kann.

Eine Geschäftsidee taugt u. a. nur dann etwas, wenn die Durchsetzung des kalkulierten Preises einschließlich angemessenen Gewinns möglich ist. Bei beliebig austauschbarer Leistung ist das aber nicht der Fall. Nimm die typischen Automobilzulieferer als Beispiel. Da gibts z. B. einen Hersteller, der nur Fensterheber produziert oder Schiebedächer oder Türschlösser. Der Anbieter ist massivem Preisdruck ausgesetzt, aber mit der Grenze, daß er leben kann, Gewinn erwirtschaftet, investieren und entwickeln kann. Vom Exitus des Anbieters hat der Kunde nichts. Der Türschloß-, Schiebedach- oder Kolbenringhersteller bietet schließlich eigenes Know-how, auf das der Kunde nicht verzichten kann. Genau solche Situation brauchst Du. Wer z. B. Dreh- und/oder Fräsarbeiten als Lohnfertiger anbietet, dafür Millionen in den Maschinenpark investierte und nur 08/15-Bearbeitungen kann, muß über den Preis kommen. Du kannst Dich daneben stellen und warten, bis Du die Maschinen billig aus der Insolvenzmasse „schießen“ kannst. Über billig ist kein Geld zu verdienen. Wenn der gleiche Hersteller aber Bearbeitungen anbietet, die nicht jeder kann, etwa besondere Oberflächengüte, ungewöhnliche Materialien oder was auch immer an Besonderheiten, dann braucht er nicht viele Leute, dann schafft er alleine oder mit einem Mitarbeiter und lebt dabei besser als der Anbieter mit seinen zig Leuten, die nur Standard können.

Auch als Spezialitätenanbieter muß man manchmal Dinge machen, die normaler Branchenstandard sind, um dem Kunden eine komplette Dienstleistung bieten zu können. Dafür baut man aber keine Kapazitäten auf und bindet Personal, sondern vergibt diese Dinge als Unterauftrag. Man hält sich die Risiken schlecht ausgelasteter Kapazitäten so weit irgend möglich vom Hals. Ein nicht ausgelasteter Mitarbeiter kostet so viel Geld, daß man mehrere Mannmonate braucht, um die an einem einzigen Platz entstehenden Verluste zu verdienen.

Es ist eigentlich ganz egal, was man macht, ob man einen Copyshop betreibt oder einen Gravurservice, on man Kunststoffverarbeitung anbietet oder elektronische Leiterplatten bestückt - das Standardangebot eignet sich allenfalls als Füller. Als Geschäftsbasis führt es zur Kümmerexistenz. Wer aber nicht A4 für Studenten kopiert, sondern A0 und größer und das auch noch von abenteuerlichen Vorlagen, ist heraus aus dem Preisdruck. Der Graveur, der Namensschilder macht, muß mit jedem Cent rechnen. Der Graveur, der aus besonderem Material spiegelbildlich von hinten beleuchtete Frontplatten für Flufzeug-Cockpits in Einzelstücken herstellt, kann davon auskömmlich leben. Wer Leiterplatten bestückt, die hinterher bei Conrad an der Verkaufsgondel hängen, konkurriert mit Heimarbeitern und kommt auf keinen grünen Zweig. Wer aber Leiterplatten bestückt, die danach alle möglichen Prüfungen aushalten müssen, geröntgt und vorgealtert werden, die 100 bar Druck aushalten sollen oder im Vakuum nichts ausgasen, der baut zwar keine großen Stückzahlen mit angelernten Leuten, sondern lebt vom Einzelstück, das eben nicht an jeder Ecke preislich unterboten wird.

Du kennst bestimmt auch die Sprüche mancher älteren Leute, die so gerne von früher erzählen: „Wir haben damals mit Nichts angefangen und haben produziert“. Das waren aber Verkäufermärkte. Man konnte praktisch alles verkaufen, weil es nichts gab und die Menschen nach Waren hungerten. Aus dieser Zeit vor 50 Jahren stammen auch die Ideen, mit einem Haufen niedrig entlohnter Leute irgendetwas zu produzieren. Der Bedarf nach „Irgendetwas“ ist aber längst befriedigt. Heute brauchst Du die geeignete Geschäftsidee. Das ist die Lücke, die spezielle Nische, das ist für einen Existenzgründer aber nicht die Massenproduktion mit niedriger Qualifikation. Wenn man so ein Produkt hat, das jeder zusammenstecken kann, baut man dafür keine eigene Kapazität auf, sondern bedient sich der überall reichlich vorhandenen Überkapazitäten.

Langer Rede, kurzer Sinn: Du brauchst eine neue Geschäftsidee!

Gruß
Wolfgang

War absolut nicht meine Idee und würde mich da auch nicht rantrauen, weil ich davon keine Ahnung hab.
Mein Vater (hat ne kfz-werkstatt und hat das wohl schon mal irgendwo mal gesehen)meinte sowas müßten wir machen.
Ich wollte mich jetzt nur mal schlau machen wie und was und wer?
Mach lieber mein geplantes fachgeschäft auf, von dem ich ahnung hab.
Trotzdem besten Dank