Nochmal Taufpaten (diesmal ev.)

Hallo Ihr Lieben,

angeregt durch Francescos Frage unten kam ich mit meinem Freund auf eine (übrigens noch rein theoretische *g*) Diskussion.

Darf man nur zwei oder auch drei Taufpaten bestimmen? Mein Freund kennt ein Kind, das drei Paten hat.

Und müssen es unbedingt ein Mann und eine Frau sein? Versteht mich nicht falsch - ich weiß schon, warum das üblich und sinnvoll ist… aber wir haben spaßeshalber hin- und her überlegt, und uns fielen im Freundeskreis zwar drei sehr adequate Frauen, aber kein einziger Mann ein, den wir beide hätten haben wollen…

Also, wie schaut das aus bei den Evangelen?

Liebe Grüße,
Nike

Hollahi.

Darf man nur zwei oder auch drei Taufpaten bestimmen? Mein
Freund kennt ein Kind, das drei Paten hat.

Ich kenne einen, der das auch hat, den sehe ich jeden Morgen beim Rasieren.

Und müssen es unbedingt ein Mann und eine Frau sein?

Nöö. Geht ja auch nicht, weils drei sind :wink: : eine Frau, zwei Mann. Davon zwei ev., ein kath. Schön chaotisch, wa?

Den dritten Paten (der eine Godel ist) habe ich, soviel ich weiß, wegen des Konfessionsunterschiedes.

Gruß kw

Here am I!
Tach again Nike

Meine „medizinische“ Frage war ernst gemeint, unglaublich nicht wahr.

Dies nur zur Klarstellung.

Weitere Diskussion bringt nix, da ich überzeugt davon bin, dass da oben oder wo auch immer keiner sitzt, schon gar nicht einer der aussieht die der Rowohlt in der Lindenstrasse.

Tschönen Tag ErBi

Hallo,

mal eine Frage aus eigenem Interesse, warum ist das denn so üblich (ein Mann, eine Frau?) und welche Funktionen haben eigentlich Paten?

Danke
Jens

Halle Nike,
ich bin zwar nicht mehr evangelisch, aber das hat andere Gründe.
Also:
Wieviele Paten Du für das Kind bestimmst und ob Männlein oder Weiblein ist völlig egal. Wenn ein Pastor hier knurrt (eher wegen der Menge der Paten denn wegen des Geschlechts), dann nur weil es nicht üblich ist, kirchenrechtlich gibt es da keine Einwände.
Wie ich auch schon im Posting bei Francesco schrieb liegt es auch im Ermessen des Pfarrers einen Paten zu akzeptieren, wenn jemand nicht mehr der Kirche angehört (so wie ich) oder katholisch ist; generell ist es so, dass hier die evangelischen (A.B.) tendenziell toleranter sind als die katholischen Kollegen.
Also - nehmt soviele Paten wie ihr mögt, das Kind freut sich später mal sicher drüber *gggg*
Liebe Grüße#
Birgit

Der Sinn von Paten
Hallo Jens,

tja, gute Frage. :smile:

Generell kann man sagen: Die Paten sind dazu da, um sich, abgesehen von den Eltern, um das Kind zu kümmern. Taufpaten sollen zusammen mit den Eltern Helfer und Partner bei der religiösen Orientierung des Kindes und Jugendlichen sein. Sie sprechen bei der Taufe stellvertretend das Glaubensbekenntnis und sind so auch Zeugen der Taufe. Im Englischen heißen Patentanten und -Onkel viel schöner und treffender „Godfather“ und „Godmother“, also die Eltern in Gott, die neben den leiblichen Eltern für das Kind da sein müssen.

Kirchlich wird damit oft das Begleiten der spirituellen Entwicklung des Kindes gemeint. Ein gutes Beispiel dafür gibt der Text, der Paten und Eltern bei einer Taufe vorgelesen wird (folgender ist einer evangelischen Schrift entnommen):

Liebe Eltern und Paten,
Sie wollen, daß Ihre Kinder getauft werden.
Damit übernehmen Sie die Aufgabe,
ihre Kinder im christlichen Glauben zu erziehen
und ihnen durch Wort und Beispiel zu helfen,
Gott und die Menschen zu lieben.
Sind Sie dazu bereit,
dann antworten Sie mit ‘Ja’!

Das birgt große Verantwortung. Weiter heißt es in diesem kirchlichen Infoblatt:
Das bedeutet die Bereitschaft, für den Täufling in allen Lebenslagen da zu sein und ihn auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten.

Soviel zur offiziellen Definition. Nun zu meiner persönlichen Meinung.

Patenschaft wird in unserer Gesellschaft lächerlich wenig ernst genommen. Mal ein Fuffi zum Geburtstag, mal eine Karte, selten mehr, oft keinen Kontak mehr, wenn das Kind erwachsen ist.

ich bin Patentante eines mittlerweile dreijährigen Jungen. Für mich heißt das: Verantwortung übernehmen. Bedingungslos. Und das bedeutet:

  • Ich kümmere mich um die Erziehung. Ich telefoniere mit der Mutter oder dem Vater, erkundige mich. Wenn ich etwas, was die Eltern entscheiden, für falsch halte, diskutiere ich mit ihnen darüber. Ich schreibe ihnen nichts vor, aber ich sage meine Meinung.
  • Ich sorge für das Kind. Mein Kleiner lebt in Kanada, also recht weit weg. Aber ich bin mindestens alle zwei Jahre da, telefoniere regelmäßig mit ihm, schicke Päckchen - meistens deutsche Bilderbücher.
  • Ich bin verantwortlich in jeder Hinsicht. Das heißt: Kürzlich erzählte mir die Mutter, sie würde den Kleinen gerne in einen Montessori-Kindergarten schicken, aber der sei teuer, 3700 kanadische Dollar im Jahr. Ich ließ mir erklären, warum sie Montessori für Marcus für geeignet hielt, erkundigte mich im Internet… und jetzt werde ich die Hälfte des Kindergartenplatzes bezahlen (mehr kann ich selbst nicht).
  • Und, in letzter Konsequenz: Sollte den Eltern des Kindes etwas zustoßen, werde ich mein Patenkind - und seine Schwester - bei mir aufnehmen und für sie sorgen.

Derlei Gedanken machen sich die meisten Paten leider nicht. Und das finde ich sehr schade. Paten werden, das bedeutet Eltern werden, auf eine geistige Art und Weise. Und das sollte sich jeder überlegen, der so ein „Amt“ übernimmt.

Hoffe, das war informativ für Dich. :smile:

Liebe Grüße, Nike

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Hallo!

Da läuft es mir ja gar kalt den rücken runter! Soviel Verantwortung mit diesem Amt - das finde ich klasse von dir, dass du diese Einstellung hast!

Allerdings möchte ich noch hinzufügen:

Muß die Kirche denn dieses Amt bei der Taufe unbedingt unter Ihre Obhut stellen?! Christliche Erziehung? Könnte ich das Amt als Pate auch annehmen, wenn ich keiner Kirche angehöre? Im Buche wird es dann wohl nicht stehen, oder?

Warum aber Mann und Frau? Diesbzgl. hattest du da was geschrieben!?

Jens

There you are…
Auch Tach

Meine „medizinische“ Frage war ernst gemeint, unglaublich
nicht wahr.

Ja, schwer zu fassen. :wink:

Weitere Diskussion bringt nix, da ich überzeugt davon bin,
dass da oben oder wo auch immer keiner sitzt, schon gar nicht
einer der aussieht die der Rowohlt in der Lindenstrasse.

Tja. Willst Du es nun wissen oder nicht? Die Frage, ob ich an Gott glaube, kann ich nämlich nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Und „Diskussion“ bringt natürlich nichts: IMHO hat jeder das Recht auf seine eigene Wahrheit. Und (ebenso IMHO) ist jede persönliche Wahrheit auf ihre Weise wahr.

Das war jetzt wenigstens der Ansatz einer Antwort, nicht wahr? *g*

Liebe grüße, Nike

Nochmal Hallo,

Muß die Kirche denn dieses Amt bei der Taufe unbedingt unter
Ihre Obhut stellen?! Christliche Erziehung? Könnte ich das Amt
als Pate auch annehmen, wenn ich keiner Kirche angehöre? Im
Buche wird es dann wohl nicht stehen, oder?

Stimmt. Die Taufrichtlinien besagen, daß der Taufpate einer (christlichen) Kirche angehören muß. Das dürfen die, weil die die Patenschaft ja gewissermaßen erfunden haben… sehr vereinfacht ausgedrückt.
Wenn Du keiner Konfession angehört, obliegt es heutzutage dem Ermessen des Pfarrers… aber ich glaube, dazu wurde unten schon was geschrieben. Im Zweifelsfall wirst Du dann „Taufzeuge“, kein Taufpate… und stehst auch nicht im Buch.

Warum aber Mann und Frau? Diesbzgl. hattest du da was
geschrieben!?

Nee, vergessen. :smile:
Ich habe da jetzt nichts nachgelesen, aber meiner Meinung nach macht es Sinn, einen Mann und eine Frau als Paten zu haben (sofern es adäquate gibt): Kinder, Mädchen wie Jungen, entwickeln sich durch Identifizierungs- und Distanzierungsphasen hindurch. Darum haben sie auch zu ihren Eltern immer wieder Phasen, wo sie sich mit dem Elternteil ihres Geschlechts besonders identifizieren - um sich dann wieder von ihm abzugrenzen. Das ist wichtig, um in jeder Hinsicht eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Darum macht es Sinn, genau wie bei den Eltern auch zwei geschlechter als Paten zur Verfügung zu haben. Je nach Entwicklungsphase werden sich die Kinder dann eher an den einen oder eher an den anderen Paten wenden.

Liebe Grüße, Nike

Klarstellung
Tach zum x-ten Nike

Tja. Willst Du es nun wissen oder nicht? Die Frage, ob
ich an Gott glaube, kann ich nämlich nicht einfach mit ja oder
nein beantworten. Und „Diskussion“ bringt natürlich nichts:
IMHO hat jeder das Recht auf seine eigene Wahrheit. Und
(ebenso IMHO) ist jede persönliche Wahrheit auf ihre Weise
wahr.

Stimmt! (Jubel wir haben die gleiche Meinung) Wenn jemand an was auch immer für Götter glaubt, dann muss man das akzeptieren, genauso wie aber umgekehrt die Gläubigen auch akzeptieren müssen, dass es Anders- bzw. Nichtgläubige gibt. Und da liegt wohl eher das Problem. Wenn ich mir so überlege, was in den letzten Jahrhunderten für Untaten im Namen irgend eines Gotts geschehen sind, dann zuckt mir gerade die Gallenblase.

Na ja im Moment haben wir andere, persönlichere Probleme.

Tschö ErBi

prima - Danke!!

Auch noch mal für die Liste :smile: *grins*

Jens

Tach zum XI-ten ErBi

Und (ebenso IMHO) ist jede persönliche Wahrheit auf ihre Weise
wahr.

Stimmt! (Jubel wir haben die gleiche Meinung)

Ja… wer hätte das gedacht! Ich werde mir den tag im Kalender anstreichen. *fg*

Wenn jemand an
was auch immer für Götter glaubt, dann muss man das
akzeptieren, genauso wie aber umgekehrt die Gläubigen auch
akzeptieren müssen, dass es Anders- bzw. Nichtgläubige gibt.
Und da liegt wohl eher das Problem.

Das ist wohl wahr. Mein Problem war es allerdings nie - zumindest nicht von mir ausgehend. Ich glaube nämlich (zu dem, was ich nun wirklich glaube) nicht nur, daß jeder das Recht hat, zu glauben, was er will. Ich glaube, daß jeder damit Recht hat, auf seine Weise. Also versuche ich, den Glauben (oder, in einigen Fällen, Nichtglauben) meiner Mitmenschen nicht nur zu tolerieren, sondern ihn als für denjenigen geltend als gut und richtig anzusehen.

Wenn ich mir so überlege,
was in den letzten Jahrhunderten für Untaten im Namen irgend
eines Gotts geschehen sind, dann zuckt mir gerade die
Gallenblase.

Dito.

Na ja im Moment haben wir andere, persönlichere Probleme.

Das ist wohl wahr - zumindest was mich betrifft. Aber ich stelle Dir frei, die gleiche Frage demnächst nochmal in einem eigenen Thread zu posten… oder sie mir per Email zu stellen, as you like. Dann beantworte ich sie Dir gerne. Aufgeschoben ist ja sicherlich auch in der Schweiz nicht aufgehoben. :smile:

Grüßchen,
Nike

Mein Sohn hat drei Paten owT

-)

…also ich bin aus der Kirche ausgetreten (war katholisch) und meine Patentochter ist evangelisch.
Ich stehe auch im Taufbuch.

Zauberm@us