Hi coco,
Wie lange werden die im Schnitt genommen? Habe mal gelesen,
man sollte sie mind. 6 Monate nehmen, damit sie langfristig
wirken.
Nach mehreren (Selbst-)Versuchen, in Hochphasen meine Antidepressiva einfach abzusetzen (mit der Folge, nach ein paar Tagen wieder in psych. Abgründe zu stürzen), habe ich nun eingesehen, dass ich diese Medikamente ggf. über Jahre, wenn nicht sogar mein Leben lang nehmen werden muss.
Halt ne Statistik. Andere Leute jedoch sagen, dass man
nicht zu viel Chemie in sich stopfen sollte und deshalb nur
moeglichst kurz einnehmen sollte.
Von mal eben ein paar Monate halte ich nichts - es sei denn es ist eine reaktive Depression (aufgrund irgendeines Verlustes), da macht das vielleicht Sinn. Bei endogenen Depressionen handelt es sich um einen genetischen Defekt, der durch die Pillen nur in Schach gehalten werden kann, den sie aber nicht endgültig heilen. Zutreffend ist allerdings, dass nach einer gewissen Zeit der Einnahme die positive Stimmung mehr und mehr „geübt“ und bejaht wird, d.h. es erfolgt so etwas wie eine psychische Konditionierung dafür, dass eine Alternative zur Depression erkannt und aus der neuen Erfahrung heraus gelebt werden kann.
Das mit der Chemie ist mir offengestanden schnurzegal. Mein Leben ist mit den Pillen auf jeden Fall ein besseres Leben, und ich hab’ auch nur eines, warum soll ich mich da durchleiden, wenn es auch anders geht? Abgesehen sind bei den „modernen“ Antidepressiva nach der Zeit der Eingewöhnung keinerlei unmittelbaren Nebenwirkungen mehr spürbar, d.h. das Bewusstsein wird in keinster Weise getrübt - und die Seele eben auch nicht mehr.
Hat hier jemand positive oder negative Erfahrungen?
S.o.
Auf was sollte man achten bei der Laenge der Einnahme?
Da es sich ja um eine Ersttherapie handelt würde ich erst einmal abwarten, um das Antidepressivum überhaupt „anschlägt“, wenn nicht, wird ein anderer Wirkungsstoff ausprobiert werden. Schon diese Phase kann man mit einem Vierteljahr veranschlagen, d.h. ein halbes Jahr macht durchaus Sinn. Und dann werden Arzt und Patient eine Reduzierung in Erwägung ziehen. Wenn das gut ausgeht, kann man an ein langsames Ausschleichen in Erwägung ziehen, also pauschal kann man über die Einnahmedauer hier fernanalytisch gar nichts sagen.
Gruß,
Anja
PS @ Branden und Oliver Walter: Falls ich hier medizinischen Unsinn geschrieben habe, bitte ich um Korrektur. Ich habe hier nur die subjektive Erfahrung einer Betroffenen beschrieben.