Sklaven, Teil 1
Hallo Robe!
Da habe ich doch tatsächlich ein Buch im Regal gefunden, das Dir (ein wenig zumindest) weiterhelfen kann. Ich tippe Dir ab, was über Sklaverei gesagt wird. Die Haltung des Christentums damals zur Sklaverei wird hier allerdings nicht behandelt.
Das Leben der Sklaven
Im täglichen Leben des alten Rom erledigten Sklaven den größten Teil der körperlichen Arbeit. Nach den republikanischen Expansionskriegen, die im 3.Jhd.v.Chr. begannen, wurden Hundertrtausende von Gefangenen aus dem Mittelmeerraum nach Italien gebracht, um als Sklaven auf Bauernhöfen, in Getreidemühlen und Bergwerken oder als Haussklaven Arbeitsdienste zu leisten. Ihre Zahl vermehrte sich noch, da verarmte Familien manchmal ihre Kinder oder sogar sich selbst in die Sklaverei verkauften. Wie Tiere wurden sie dann bei öffentlichen Versteigerungen feilgeboten, wo sie ein Plakat um den Hals trugen, das ihre Vorzüge anpries. Ihre Gesichter bedeckte man mit Schminke, um eine ungesunde Gesichtsfarbe zu verbergen. Mit der Zeit wuchs der Anteil der Sklaven an der Gesamtbevölkerung so stark, dass im 1.Jhd. ungefähr ein Viertel der Menschen in Italien und ein Drittel der Einwohner Roms aus Sklaven bestand.
Viele der unbeliebtesten Arbeiten, die im Römischen Reich anfielen, überließ man den Sklaven. So schufteten in den Bergwerken, in denen die Sterblichkeitsrate besonders hoch lag, vorwiegend Sklaven. Auch das Auflesen von Abfällen und das Drehen der schweren Mühlsteine gehörte zu ihren vielfältigen Aufgaben. Oft hatten sie unter menschenunwürdigen Bedingungen zu leiden, wie die Arbeiter in einer Getreidemühle, deren trauriges Los der römische Schriftsteller Apuleius im 2. Jhd. beklagte: „O Götter, was für magere kleine Skalven sie waren!Ihre Haut war von den vielen Schlägen über und über mit dunkelroten Striemen überzogen. Ihre Rücken, voller Narben vom Auspeitschen, wurden von der zerrissenen Flickenkleidung eher beschattet als tatsächlich bedeckt. Manche trugen nur fadenscheinige Lendenschurze. Mit diesen Lumpen herausgeputzt, trugen sie alle Brandmale auf der Stirn, hatten die Köpfe fast kahl geschoren und Ketten um die Knöchel. Ihre Gesichtsfarbe war von einem hässlichen Gelb, und die Augen waren von dem dichten, dunklen Rauch und dem Dampf so entzündet, dass sie kaum sehen konnten.“
Die unmenschliche Behandlung vieler Sklaven hatte ihren Grund teilweise darin, dass ihre Herren sich in Wirklichket vor ihnen fürchteten. „Kein Herr kann sich sicher fühlen, weil er freundlich und rücksichtsvoll ist“, schrieb Plinius der Jüngere, als er hörte, das der für seine Grausamkeit berüchtigte Senator Larcius Macedo von seinen Sklaven im Bad ermordet worden war. In einem anderen Fall, als ein städtischer Beamter namens Pedanius Secundus im Jahr 61 von einem seiner Sklaven ermordet wurde, richtete man alle seine 400 Sklaven hin. Es sind auch Beispiele von großen Sklavenaufständen bekannt. Zwei Rebellionen fanden im 2.Jhd.v.Chr. in Sizilien statt und eine dritte, an der sich 73v.Chr. unter der Führung des römischen Gladiators Spartakus rund 90 000 Sklaven beteiligten, in Italien selbst.
Ein römisches Sprichwort besagte, dass man so viele Feinde hatte, wie man Sklaven besaß. Folglich wurden diese ständig beaufsichtigt, um ihre, wie man glaubte, von Natur aus faulen und kriminellen Neigungen zu zügeln. Aufsässige Sklaven wurden in Ketten gehalten, und manche Besitzer zwangen sie sogar, eiserne Halsbänder zu tragen. Auf diesen fanden sich Anweisungen, wohin die Sklaven im Fall einer Flucht zurückgebracht werden sollten. „Ich bin weggelaufen“, lautete eine solche Inschrift. „Fange mich. Wenn du mich meinem Herrn Zoninus zurückgibst erhältst du eine Belohnung.“
Hanna
*dieihrenfingerneinepausegönnt*