Hallo
Deutsche Sprache, schwere Sprache.
Was mache ich, wenn ein Nomen im Adjektiv ist?
Schreibe ich:
dämonenbezwingender Buddha
Dämonenbezwingender Buddha oder
Dämonen-bezwingender Buddha?
Ich weiß gar nicht, wodrunter ich da suchen soll, wäre schön, wenn mir jemand sagen könnte, was richtig ist und warum.
lg
Kate
Hallo, Kate!
Die zweite und die dritte Variante sind falsch, schon weil Adjektive im Allgemeinen kleingeschrieben werden - und eine Eigennamen-Funktion liegt nicht vor.
Die erste Variante erscheint mir nur bedingt vertretbar, da ein kombiniertes Adjektiv „dämonenbezwingend“ ungewöhnlich eng zu verstehen ist, eigentlich den Charakter eines Neologismus hat. Dies gilt für die neue Rechtschreibung noch mehr als früher. Persönlich hätte ich gegen diese Variante nichts einzuwenden.
Der Normalfall ist es wohl, das adjektivisch verwendete Präsenspartizip und seine doch recht spezifische Ergänzung im Satzkontext zu trennen: also „Dämonen bezwingend“.
Gruß, Wolfgang
Hallo Wolfgang
Danke dir vielmals
die getrennte Version nehme ich dann.
lg
Kate
Hi,
alles soweit gut, aber dämonenbezwingend ist tatsächlich die einzig gültige Variante. Dass ein Wort ein Neologismus ist, ist kein Grund, etwas getrennt zu schreiben. Außerdem hat das Deutsche für vieles ein zusammengesetztes Wort, wo andere Sprachen Nebensätze brauchen - das Deutsche kann also ganz kreativ und je ach situation neue Zusammensetzungen bilden.
siehe dazu auch hier http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/…
dämonenbezwingend = die Dämonen bezwingend
Das funktioniert also wie den Abend füllend (die Dämonen steht im Akkusativ)
Die Franzi
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Hi, Franzi!
Abgesehen davon, dass ich die Variante „dämonenbezwingend“ nicht ungern sehe, glaube ich nicht, dass Deine Argumentation zwingend ist. Sie wird auch durch die angegebene Webseite nicht zwingend belegt - und sie wird durch analoge DUDEN-Beispiele widerlegt.
Alle bei canoo angegebenen Beispiele einer entsprechenden Zusammenschreibung finden sich im Singular. Singularformen verlangen aber einen bestimmten oder unbestimmten Artikel, soweit es sich nicht um Eigennamen handelt. Von daher konnte - und kann - ich zweifellos nicht sagen „Das Konzert war Abend füllend“. Dies gilt aber nicht für Pluralformen.
Ich habe soeben in meinem aktuellen Rechtschreib-DUDEN von 2006 „Menschen verachtend“ neben „menschenverachtend“ gefunden. Letzteres wird als zu bevorzugen empfohlen,dem schließe ich mich gerne an. Ersteres gibt aber den quasi alten Stand der neuen Rechtschreibung wieder; falsch ist es also sicher nicht, war es meines Erachtens auch früher nicht, eventuell wurde dann nur das Bestimmungsglied „Menschen“ stärker betont.
Beste Grüße, Wolfgang
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Hi,
Menschen verachtend / Dämonen bezwingend waren nach der ganz alten Rechtschreibung falsch. Damals durfte man nur menschenverachtend / dämonenbezwingend schreiben.
Nach der neuen Rechtschreibung hieß es dann zunächst, dass Menschen verachtend / Dämonen bezwingend heißen muss und die Zusammenschreibung falsch ist. Dann wurde die Reform reformiert. Bastian Sick sagt: „Die neuen amtlichen Regeln schreiben vor: Fügungen mit Partizip als zweitem Bestandteil werden getrennt geschrieben, wenn sie auch in der Grundform getrennt geschrieben werden.Länder, die Erdöl fördern, sind somit Erdöl fördernde Länder. …“
Und er führt die Ausnahmen an, die die Reform der Reform eingeführt hat: „…Ausnahmen, bei denen dann doch die gute alte Zusammenschreibung gilt. Dies ist vor allem immer dann der Fall, wenn der erste Bestandteil der Fügung für eine Wortgruppe steht. Als Beispiel wird dann gerne der Begriff „angsterfüllt“ genannt. In der Grundform heißt es nämlich „von Angst erfüllt“, daher steht „angst-“ für eine verkürzte Wortgruppe, folglich muss die Fügung zusammengeschrieben werden.“ Ergo, Er bezwingt die Dämonen -> dämonenbezwingend.
Aber es heißt Asyl suchend: „Das Asyl der Asyl suchenden Flüchtlinge hingegen geht nicht auf eine Wortgruppe zurück, daher sind sie nicht länger asylsuchend.“ Demnach könnte man sagen: Er bezwingt Dämonen -> Dämonen bezwingend. Aber das kann wohl nur die Verfasserin des Textes entscheiden, denke ich.
Die gesamte Quelle hier: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,287…
Ich denke, damit ist das Problem gelöst. Aber du bist herzlich eingeladen, mir zu widersprechen, denn dafür gibt es automatisch ein Sternchen.
Die Franzi
Aber
Hi,
Hi, Franzi!
Deine Ausführungen widersprechen den meinigen ja nicht und somit muss ich Dir auch nicht widersprechen. Zugegebenermaßen kann ich allerdings dem Zusammenhang, den Du im zweiten Absatz mit der Konjunktion „ergo“ zwischen „angsterfüllt“ und „dämonenbezwingend“ herstellst, nicht ganz folgen. Da erscheint mir mein Konzept einleuchtender.
Das Ganze zeigt aber einmal mehr die Sinnhaftigkeit dessen, was in den letzten zehn Jahren unter dem Stichwort „Rechtschreibereform“ gelaufen ist und jetzt beispielsweise dazu geführt hat, dass der DUDEN gehäuft zwei Varianten angibt und diese bewertet - und bei Wahrig ist es vielleicht ganz anders …
Besten Gruß, Wolfgang
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Hi,
dem Zusammenhang, den Du im zweiten Absatz
mit der Konjunktion „ergo“ zwischen „angsterfüllt“ und
„dämonenbezwingend“ herstellst, nicht ganz folgen. Da
erscheint mir mein Konzept einleuchtender.
Eine Kombination aus Nomen + Partizip wird zusammengeschrieben, wenn das Nomen eine verkürzte Wortgruppe darstellt. Dabei ist es egal, ob das Nomen im Singular oder im Plural steht. Auch die Kombination Artikel + Nomen gilt schon als Wortgruppe. Also wird aus dem Satz „Er ist von Angst erfüllt“ der Satz „Er ist angsterfüllt“. Oder eben aus „Er bezwingt die Dämonen“ - „Er ist dämonenbezwingend“: Bastian Sick führt noch an „Er ist mit Muskeln bepackt“ - „Er ist muskelbepackt“. Nach wie vor korrekt.
Eine Kombination aus Nomen + Partizip wird getrennt und das Nomen groß geschrieben, wenn das Nomen alleine steht, wenn man den Ausdruck auflöst. So wird aus „Sie suchen Asyl“ der Satz „Sie sind Asyl suchend“. Und aus „Er bezwingt Dämonen“ wird „Er ist Dämonen bezwingend.“
Das Ganze zeigt aber einmal mehr die Sinnhaftigkeit dessen,
was in den letzten zehn Jahren unter dem Stichwort
„Rechtschreibereform“ gelaufen ist
Ich würde die Sinnhaftigkeit in Anführungszeichen setzen und zustimmen. Habe gerade ein Zitat bei german-bash.org gelesen:
sagmal jetzt mal ganz hypotetisch hm? würdest du wenn ich dir sagen würde das ich dich lieben würde mit mir zusammen kommen??? was heisst hypotetisch ?
Früher, als der unterschied im Schriftbild zwischen zusammen kommen und zusammenkommen noch den Unterschied in der Bedeutung (und Betonung!) widerspiegelte, wäre dsa noch heiter gewesen …
Die Franzi
Hi,
Das Ganze zeigt aber einmal mehr die Sinnhaftigkeit dessen,
was in den letzten zehn Jahren unter dem Stichwort
„Rechtschreibereform“ gelaufen ist
Ich würde die Sinnhaftigkeit in Anführungszeichen setzen und
zustimmen.
Die Anführungszeichen wollte ich mir schenken. Wenn die Ironie so richtig zum Himmel stinkt …
sagmal jetzt mal ganz hypotetisch
hm? würdest du wenn ich
dir sagen würde das ich dich lieben würde mit mir zusammen
kommen??? was heisst hypotetisch ?
Früher, als der unterschied im Schriftbild zwischen zusammen
kommen und zusammenkommen noch den Unterschied in der
Bedeutung (und Betonung!) widerspiegelte, wäre dsa noch heiter
gewesen …

Die Franzi
Besten Gruß, Wolfgang
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