Nonenakkord

Guten Tag alle Experten
Kleine Unsicherheit:
In Lehrbüchern heisst es ausdrücklich, dass beim Nonenakkord X9 - anscheinend dasselbe wie Xadd9 - die Septime nicht vorkommen darf.
F9 wäre dann f a c g
Bei Gitarrengriffen wird dagegen F9 immer mit der Septime es angegeben, zum Beispiel als f a es g.
Wo mag der Unterschied herkommen?
Ich bedanke mich für jeden Hinweis.
Zsolt

In Lehrbüchern heisst es ausdrücklich, dass beim Nonenakkord
X9 - anscheinend dasselbe wie Xadd9 - die Septime nicht
vorkommen darf.

Hallo Zsolt,
das würde mich doch mal interessieren: Welche Lehrbücher schreiben so einen Quatsch? Was für einen Sinn sollte eine solche „Regel“ haben?
Freundliche Grüße
Thomas

Hallo Zsolt,

zunächst mal: X9 und Xadd9 sind nicht dasselbe. Im Prinzip ist der Begriff „Nonenakkord“ ein Oberbegriff für alle Akkordarten, die eine None enthalten.

Xadd9 enthält in der Tat keine Sept; einen eigenen Namen für diesen Akkord habe ich aber nicht gefunden. Schon möglich, dass es Lehrbücher gibt, die dafür den Namen „Nonenakkord“ zur Unterscheidung vom „(Sept-)Nonenakkord“ vorschlagen; aber diese Bezeichnung ist keinesfalls Standard.

Kleine Übersicht (nach W. Ziegenrücker ISBN: 3765103098 Buch anschauen):

C9 (C7/9) c-e-g-b-d großer Nonenakkord
C9- (C7/9b) c-e-g-b-des kleiner Nonenakkord
C10- (C9+) c-e-g-b-es (=dis) Durdreiklang mit blue notes
Cadd9 c-e-g-d (ohne 7) add = hinzugefügt

Grüße
Wolfgang

Welche Lehrbücher
schreiben so einen Quatsch? Was für einen Sinn sollte eine
solche „Regel“ haben?
Freundliche Grüße
Thomas

eiei
Hallo Thomas
Dass 9 und add9 dasselbe sein könnten, dass war meine eigene Mutmassung. Dass der 9er-Akkord keine Septime enthält, dass steht im Kapitel Vierklänge in der ‚neuen Harmonielehre‘ von Haunschild - das bestätigt ja auch Wolfgang im anderen Posting. Also: für die Verwirrung bin ich selbst verantwortlich…
Grüsse
Zsolt

Hallo Wolfgang

zunächst mal: X9 und Xadd9 sind
nicht dasselbe. Im Prinzip ist der Begriff
„Nonenakkord“ ein Oberbegriff für alle Akkordarten, die eine
None enthalten.

das wars: das hat mir zum Verständnis gefehlt.
Ich bin dabei, die gängigen Vierklänge des Jazz als Patterns auf dem Gitarrengriffbrett zu lernen. Und als Autodidakt stolpere ich da immer wieder über solche Unklarheiten.

Vielen Dank für die Hilfe
Zsolt

Dass 9 und add9 dasselbe sein könnten, das war meine eigene
Mutmassung.

Hallo Zsolt,

  • Mißverständnis, meine Zuschrift war kein „Angriff“ auf Dich. :wink: Es tut mir leid, wenn Du das so verstanden hast, dafür bitte ich um Entschuldigung.
    Den „Quatsch“ habe ich auf die „fehlen müssende“ Septime bezogen. Es will mir nicht in den Kopf, daß das im Lehrbuch eine „Regel“ sein soll.
    Viele Grüße
    Thomas
  • Mißverständnis, meine Zuschrift war kein „Angriff“ auf Dich.

Das hab ich auch nicht so aufgefasst

Es will mir nicht in den Kopf, daß das im Lehrbuch
eine „Regel“ sein soll.

So stehts im Haunschild:
„add9“ bedeutet, dass neben der grossen None keine Septime vorkommen darf. Die None wird dem DREIklang hinzugefügt (add).
Beim „normalen“ Nonenakkord ist die Sept hingegen dann dabei, dann ist es ein Fünfklang: f g a c es oder f a c es g.

So hab ich es verstanden. Geht das durch? : )

Grüsse aus Basel

Zsolt

Ergänzung
Hallo Zsolt,

noch was zur Ergänzung:

"Der Dominantseptakkord kann durch Hinzufügen einer weiteren charakteristischen Zusatzdissonanz in seiner Wirkung als Dominante gesteigert werden.
Es entstehen:

  • in Dur der große Dominantnonenakkord durch Hinzufügen der (leitereigenen) großen None,
  • in Moll der kleine Dominantnonenakkord durch Hinzufügen der (leitereigenen) kleinen None.
    Da beide Nonenakkorde stets mit der Septime als spezifischem Klanggebilde auftreten, entfällt die Ziffer 7 in der Funktionsbezeichnung."
    (aus: Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, S. 88, ISBN 376510261X Buch anschauen]

"Der Nonakkord ist ein Fünfklang. Er besteht aus Grundton, Terz, Quint, Sept und Non. Wichtig ist nur der Dominantnonakkord auf der V. Stufe. Er ist in Dur und Moll verschieden: in Dur hat er eine große Non, in Moll eine kleine. Daher unterscheidet man einen großen und kleinen Nonakkord.

Die Non muß vom Grundton mindestens eine wirkliche Non entfernt sein. Wenn der charakteristische Nonabstand zur Sekunde verengt wird, oder wenn durch Intervallumkehrung die Non zu einer Sept sich wandelt, dann entstehen neue klangliche Gebilde, die mit dem Nonakkord nichts mehr zu tun haben […].

Bei der vierstimmigen Darstellung des Nonakkords bleibt meist die Quint weg; denn die Terz kann als Leitton nicht wegfallen, ebensowenig die Sept und Non, die beide in dissonanter Spannung zum Grundton stehen."
(aus: Dachs/Söhner, Harmonielehre I, S. 137 , ISBN 3466300134 Buch anschauen)

Wenn man diese strengere Definition anlegt, ist der Xadd9 überhaupt kein Nonenakkord.

Grüße
Wolfgang

Sali Wolfgang

Vielen Dank für die ausführlich Hilfe. Das hab ich mir gleich rauskopiert.
Du scheinst Dich auszukennen… Naja, ich hab auch die Websites gesehen. Ich hätte da noch etwas grundsätzlichere Fragen, auf die ich als Autodidakt noch keine Antwort gefunden habe.
Darf ich Dich nochmal bemühn?

In Lehrbüchern kommen oft nach den Vierklängen und noch vor dem melodischen Moll und den Alterierungen die Kirchentonarten. Ich habe nicht durchschaut, wofür das gut ist, wenn ich mich damit eingehend auseinandersetze.

Und: Wie komme ich mit Hilfe von Lehrbüchern am rationellsten in die Lage, gegebene Melodien zu harmonisieren, ohne gleich den vierstimmigen Satz können zu müssen?

Hintergrund: Ich hab 20 j. lang klassische Gitarre gespielt und kam mir irgendwann ein wenig einseitig vor. Bin dabei die Vierklänge, wie sie im Jazz verwendet werden, als Patterns zu lernen um damit improvisieren zu können. Das macht durchaus Horizonte auf.

Kurze Hinweise würden mir schon genügen - freue mich auf eine Antwort.

Grüsse aus Basel
Zsolt

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