Not-Aus! Sekundär-Not-Aus?

Hallo,

da ich mich in der Elektronik nicht gut auskenne und im Internet nichts gefunden habe, versuche ich es mal hier.

Es handelt sich um folgendes, bei uns auf der Arbeit sind Förderbänder (ca.25~30m) und diese sind, auf die ganze Länge, mit einem Not-Aus ausgerüstet. (Not-Aus-Seil?) Da die Arbeiter oft gegen diese kommen, bleibt logischerweise die Anlage für mind. 15min stehen und es entstehen dabei zu hohe kosten.
Ich möchte gerne wissen, ob es eine Art „Sekundär-Not-Aus“ gibt, den man evt. 2x betätigen muss, um diesen zu Aktivieren bzw. die Anlage zum stillstand zu bringen (des Not-Aus-Seil 2x mal betätigen). Es bedeutet nicht, dass der „Haupt-Not-Aus“ abgebaut wird. Ich stellte mir das so vor; jede fünf bis zehn Meter ein Not-Aus und dazwischen diesen „Sekundären-Not-Aus-Seile“. Der zweck wurde, mit dem oben angegebenem Text, deutlich zu schau gestellt.

( welche Normen und Regeln muss ich dabei beachten? )
mfg.
Thing

Nur ein Wort: Blödsinn.

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von: anotherlife

Nur ein Wort: Blödsinn.

Eindeutig, dennoch mangelt es an der Erklärung „warum?“
Ich finde die Idee nicht so „blödsinnig“. Der Notaus wird unbewusst betätigt und richtet einen Schaden an. Zeitverlust und Materialverlust entsteht dabei.

Hallo,
in der Maschinen-Sicherheitsrichtlinie ist genau beschrieben, wie ein Not-Aus auszusehen hat und wie er zu funktionieren hat. Das hat ganz einfach den Grund, dass ihn jeder (auch jeder Laie) auch in Panik sofort erkennen und bedienen können soll.

Und nun überleg mal, was in einem Notfall passiert. Kennst Du irgendjemanden, der es gewohnt ist, Schalter zweimal zu betätigen, um eine Reaktion auszulösen?
Natürlich nicht.

Ein Not-Aus soll in Gefahrensituationen SOFORT reagieren. Und wenn jemand den Notaus betätigt, erwartet er auch sofortige Reaktion. Erst, wenn nichts passiert, wird er (vielleicht) einen zweiten Versuch machen. Bis dahin kann es schon Tote geben.

Und deshalb ist Dein Vorhaben schlicht verboten, weil zu gefährlich. Da musst Du Dir schon was anderes überlegen. Vielleicht ein Absperrgitter, damit niemand in die Nähe des Bandes (natürlich nicht in die Nähe des Notaus!) kommt?
Gruß
loderunner

Hallo:

nachfolgend ein Auszug aus DIN EN 418, Pkt. 4.4.2: Die NOT-AUS-Stellteile müssen so angeordnet sein, daß sie durch die Bedienperson und andere, für die es notwendig sein kann sie zu betätigen, leicht zu erreichen und gefahrlos zu betätigen sind. ANMERKUNG: Maßnahmen gegen unbeabsichtigtes Betätigen sollten die Zugänglichkeit nicht beeinträchtigen.

Aus Erfahrung: Aus Versehen ist manchmal auch „Arbeitseifer“, bei beiden hat es sich bei uns bewährt, das Personal deutlich (und zwar gemeinsam mit dem Betriebsrat, falls vorhanden: §87. Abs 3 BetrVG) gegen Anerkenntnis darauf hinzuweisen, dass NA zum Schutz von Leben und Gesundheit da ist, und Missbrauch arbeitsrechtlich verfolgt werden kann.

Greetinx
GIK

Dem kann ich nur zustimmen.

Bei Anlagen, die ich projektiert habe bzw. an denen ich beteiligt war (Produktionsanlagen bei VW, Opel, BMW usw) wurde zwar vom Betreiber oft der Wunsch an uns herangetragen, den Not-Aus selektiv nur auf einen Förderer wirken zu lassen, was dann Batterien von Not-Aus Tastern zur Folge gehabt hätte, bei denen keiner mehr wüsste, welchen Taster er drücken sollte (und folglich alle drückte).

Als Kompromiss zwischen der Forderung, alles still zu setzen, und der Forderung, selektiv abzuschalten, war es bei uns üblich, Not-Aus Zellen von etwa 15 x 15 Metern zu schaffen. Bei Betätigung eines Not-Aus-Tasters wurden die Maschinen in der Zelle, in der sich der Taster befand sowie in den angrenzenden Zellen, die vom Ort des Tasters einsehbar waren, stillgesetzt.

Diese Lösung ist immer als Minimallösung von den Prüfern des TÜV anerkannt worden.

Außerdem ist die vorgeschlagene „Lösung“ gar nicht realisierbar. Notauskreise sind mit Schaltgeräten mit zwangsöffnenden Kontakten ohne zwischengeschaltete Logik auszuführen und müssen nach (einmaligem) Betätigen einrasten . Sie dürfen nur von dafür autorisiertem Personal wieder entriegelt bzw. quittiert werden. Anlagen dürfen nach Aufheben des Not-Aus nicht automatisch wieder anlaufen, sondern sie müssen gezielt wieder angefahren werden.

MfG
merimies

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Liebe/r Thingmant,
muß ich meine o.g. gemachte Beurteilung auch auf dich übertragen?

acuario

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Ich möchte allen Danken, die sich hierzu geäußert haben, es hat mir sehr geholfen.

mfg.
Thing

Es handelt sich um folgendes, bei uns auf der Arbeit sind
Förderbänder (ca.25~30m) und diese sind, auf die ganze Länge,
mit einem Not-Aus ausgerüstet. (Not-Aus-Seil?) Da die Arbeiter
oft gegen diese kommen, bleibt logischerweise die Anlage für
mind. 15min stehen und es entstehen dabei zu hohe kosten.

Überprüfe, ob sich eine Konstruktion einbauen lässt, die beim mäßigen Zug (bevor der NotAus auslöst!) einen schrillen Warnton abgibt.

Stelle sicher, dass dieses Konstrukt die Funktion der vorh. Not-Aus Einrichtung keinesfalls beeinträchtigt!