was kann man zu folgendem Fall sagen: Herr X ist ein hilfsbereiter Mensch und hilft ab und an auch mal bei PC-Problemen. So hat er vor einigen Wochen Frau Y geholfen und ein paar sinnvolle Einstellungen am Notebook gemacht. So wurde u.A. ein zweiter Benutzer angelegt, der keine Admin-Rechte hat und der z.B. beim Surfen genutzt werden soll (so, wie es auch allgemein empfohlen wird). Beide Accounts waren ohne Kennwort, da das Notebook nur privat zu Hause genutzt wird.
Nun kam es wie es manchmal kommt, die Kurzzeitbeziehung ging nach ein paar Wochen zu Ende. Soweit kein Problem. Doch eine Woche später flattert Herrn X eine Mail ins Haus, dass man doch bitte das Admin-Passwort herausrücken soll. Wahrheitsgemäß wird geantwortet, dass beide Benutzer kein Kennwort haben. In der nächsten Mail werden dann scharfe Geschütze aufgefahren. Man möge doch das KW rausrücken sonst erfolgt eine Anzeige und es wird unangenehm, was natürlich erstmal verunsichert. Fakt ist, dass Herr X sich keiner Schuld bewusst ist und kein Kennwort nennen kann. Trotzdem fragt Herr X nach, was denn genau das Problem ist, aber es kommt nur ein Bild einer Meldung, dass sich eine Systemdatei nicht löschen lässt und man dazu Adminrechte benötigt (was aber keine Aussage darüber zulässt, ob der Admin ein Kennwort hat, es kann ja auch sein, dass man über den normalen Account reingegangen ist).
Sämtliche weiteren Mails wurden nur mit Drohgebärden beantwortet (und dabei wurde nichtmal auf eventuelle Lösungsansätze wie z.B. falscher Benutzer, prüfen, ob man sich als Admin einloggen kann usw. eingegangen) und auf Telefonanrufe und SMS wurde nicht geantwortet. Persönliches Erscheinen, um das Problem zu beleuchten brachte auch nichts, da niemand vor Ort war. Der Versuch, über einen Nachbarn anzurufen um das Problem zu klären schlug ebenfalls fehl, Frau Y ging zwar ans Telefon, aber sowie sie erkannte, dass Herr X am Hörer war, wurde kommentarlos aufgelegt.
Was hat Herr X schlimmstenfalls zu befürchten, falls man sich hier nicht vernünftig einigen kann. Der Drohung mit der Polizei hat Herr X insofern schon ein wenig den Wind aus den Segeln genommen, indem er selbst im örtlichen Polizeirevier vorstellig wurde und das Problem schilderte. Das Ganze auch in der Hoffnung, dass es einen Zeugen gibt, der bezeugen kann, dass man aktiv an einer Problemlösung arbeiten will, aber seitens Frau Y keinerlei Kommunikation möglich ist (evtl. Anruf von der Polizeidienststelle aus). Allerdings fühlte sich dort niemand zuständig, da in diesem Fall wohl kein Straftatbestand erkennbar ist und das Problem wenn überhaupt zivilrechtlicher Natur ist. Man muss auch bedenken, dass Herr X das Notebook fast eine Woche lang nicht in den Fingern hatte, so dass es durchaus genug Gelegenheit gab, auch ohne die Hilfe von Herrn X ein Kennwort zu setzen. Zugang zum Notebook hatte mindestens Frau Y und ein Sohn von Frau Y. Und spekulativ vermutet Herr X, dass es einen Herrn X 2.0 gibt, der seine „Fähigkeiten“ beweisen will, denn solch eine Systemmeldung erwartet man eigentlich nicht von einem unbedarften User, der das Notebook nur zum Surfen und Mailen verwendet.
Zunächst mal sollte Herr X das machen, was Frau Y wohl unterlassen hat:
Gelassen bleiben, tief durchatmen, sich nicht in die Sache herein steigern.
Herr X sollte in einem Brief letztmalig erläutern, dass er kein Admin Kennwort vergeben habe.
Mehr nicht zur Sache sagen!
Herr X möge dann weiterhin freundlich, aber bestimmt, darum bitten, dass Frau Y keine weiteren Anschuldigungen gegen ihn erheben möge und auch von Drohungen Abstand nehmen solle.
Alle weiteren Briefe ließe ich unbeantwortet - schließlich wäre die Sache aus meiner Sicht abschließend geklärt.
Falls dann doch ein Brief von einem Anwalt käme (auch Ex-Freundinnen können sich manchmal schlechte Anwälte leisten [es gibt schlechte Anwälte. Ehrlich. Zwar nicht hier, aber irgendwo gibt es sie!]), dann wird man wohl selber anwaltliche Hilfe benötigen.
Umso wichtiger ist es, jetzt erst mal keinen Dampf abzulassen und nicht durch irgendwelche unbedachten Äußerungen sich in eine unnötig schlechte Position zu stellen.
Aber da nur vorsätzliches Handeln bestraft wird, weil fahrlässiges Handeln hier nicht ausdrücklich unter Strafe gestellt ist, greift auch hier das Strafrecht nicht.
Dass das vorsätzliche Verändern und Sobotieren von Daten strafbar ist, ist klar.
Aaaaber: Wie beweist man Vorsatz? Wie beweist man, dass ein Kennwort (falls eins gesetzt wurde und das Problem nicht einfach nur ein simpeler Bedienungsfehler ist, selbst da ist sich Herr X nicht sicher, da keinerlei Kontakt hergestellt werden kann) von Herrn X gesetzt wurde, da ja auch andere Leute Zugriff auf das Teil hatten?
Ein professioneller Reparaturdienst schießt das Passwort in 1 Minute ab. Habe selbst letzte Woche dafür mit Virusüberprüfung ganz offiziell mit Rechnung und allem drum und dran ganze 25,- € bezahlt.
Aaaaber: Wie beweist man Vorsatz? Wie beweist man, dass ein
Kennwort (falls eins gesetzt wurde und das Problem nicht
einfach nur ein simpeler Bedienungsfehler ist, selbst da ist
sich Herr X nicht sicher, da keinerlei Kontakt hergestellt
werden kann) von Herrn X gesetzt wurde, da ja auch andere
Leute Zugriff auf das Teil hatten?
Du hast es genau erkannt: Das dürfte alles sehr schwer bis gar nicht beweisbar sein (jetzt mal davon abgesehen, dass es im geschilderten Fall ja auch nicht stimmt) - und daher kann sich Herr X auch ganz entspannt zurücklehnen.
Wenn Herr X in gnädiger Stimmung ist (ist ja gerade Ostern), kann er so verfahren, wie weiter unten beschrieben. Wenn nicht, dann ignoriert er weitere Querelen. Wenn sich tatsächlich ein dödeliger Anwalt finden sollte, der hier noch weiter nachbohrt - gleich Beschwerde bei der Rechtsanwaltskammer einreichen und mit Klage wegen übler Nachrede drohen (die ist zwar normalerweise im Rechtsstreit ausgenommen, da es sich hier aber um gar keinen echten Rechtsstreit handelt, eben nicht).
Ein professioneller Reparaturdienst schießt das Passwort in 1
Minute ab.
Es gibt kein Passwort. Was es gibt, ist die Meldung von Windows, daß man Administratorrechte benötigt, wenn man eine Systemdatei löschen will. Auch wenn man sich über das Administrator-Konto angemeldet hat, hat man nicht die notwendigen Rechte, was zur Verwirrung der Notebook-Eigentümerin geführt haben dürfte.
Die Rechte kann man sich verschaffen aber wie das geht, ist einem aufgebrachten und mißtrauischen PC-Laien nicht ohne weiteres zu vermitteln. Ich bin mir auch ziemlich sicher, daß das nicht jeder Feld-, Wald- und Wiesen-PC-Retter nicht aus dem Stegreif hinbekommt.
die Frau soll die Finger von den Systemdateien lassen. Windows 7 erschwert diese Vorgänge nicht ohne Grund. Wenn sie sich ihr System partout zerschießen will, dann schreib ihr, daß sie mit rechts au die betreffende Datei klicken und Eigenschaften auswählen soll.
Dann geht es weiter über den Reiter Sicherheit; dort auf erweitert klicken, Reiter Besitzer auswählen dann mit Bearbeiten die Besitzrechte auf den aktuell angemeldeten Benutzer übertragen. Anschließend im Reiter Berechtigungen ebenfalls diesem Benutzer die nötigen Rechte (Vollzugriff) zuweisen und schon kann sie sich mit dem Löschen der Datei ihr System zerlegen (wenn ich nicht irgendetwas vergessen habe).
Die rechtliche Bewertung ist auch ganz einfach: Du hast nichts gemacht und sie hat ein Problem identifiziert, das keines ist (außer, daß sie blöd genug ist, um eine Systemdatei löschen zu wollen).
Wenn es Passwörter gäbe, dann müßten diese beim Start des Systems eingegeben werden. Das wird sicher auch einem Richter zu vermitteln sein.