Ich habe eine Frage zu meinem (gebraucht gekauften) Toshiba Notebook Satellite CS 100:
Wenn ich den wohl schon etwas altersschwachen Original-Akku (2600MA) auflade und dann boote und nicht wieder herunterfahre, reicht er für ungefähr 1 Stunde.
Fahre ich dagegen (auch schon nach 15 Minuten) Windows95 herunter, dann ist ein erneutes Booten nicht mehr möglich, der Akku blinkt nur noch und muss erneut geladen werden.
Hat jemand eine Ahnung, was nicht stimmt? Ist nur der Akku altersschwach oder vielleicht am Notebook selbst etwas nicht in Ordnung? Wieso kann man das Notebook ca. 1 Stunde lang nutzen, aber nach dem vorzeitigen Herunterfahren nicht wieder erneut booten?
Ich muss das, was ich in meinem Ursprungsposting geschrieben habe, etwas korrigieren:
Wenn ich, nachdem der Akku voll geladen wurde, mehrmals hintereinander boote, klappt es.
Wenn ich aber den voll geladenen Akku eine Zeit lang nicht benutze, dann klappt es nicht mehr. Irgendwie scheint sich das Ding also auch bei Nichtbenutzung zu entladen, und das recht schnell. Liegt das wohl nur am Akku oder entlädt das Notebook das Ding auch im ausgeschalteten Zustand?
muß es nicht unbedint sein, aber hast Du schon mal geschaut,
ob es evtl. mit dem „Autoresume“-Modus zu tun haben könnte (im
BIOS einzustellen)?
Gute Frage. Ich muss gestehen, dass ich als Notebook-Rookie nicht einmal weiss, wie ich ins Bios komme.
Wenn es am Akku liegt, bin ich ja halbwegs beruhigt. Einen
neuen kaufe ich mir aber nicht, weil der so teuer wäre wie das
ganze Notebook. )
Naja. Im Akku finden chemische Reaktionen statt, die größtenteils reversibel sind. Dies bedeutet, daß die spannungserzeugende chemische Reaktion beim Entladen durch das Laden umgekehrt wird. An den Elektroden sind die Reaktionen besonders heftig. Normales Arbeiten ist ohne weiteres möglich. Jetzt fährst Du den Rechner herunter. Im Akku liegen die „Substanzen“ nun nicht homogen verteilt vor, sondern je nach ihrer Ladung an den Elektroden verdichtet, was u. a. zu einem höheren Innenwiderstand führt. Schaltest Du jetzt den Rechner ein, wobei übrigens besonders viel Strom gebraucht wird, geht die Spannung des Akkus zunächst mal in die Knie. Die Elektronik des Notebooks erkennt dies als zu niedrigen Ladestand des Akkus und beendet das Hochfahren. Ohne Belastung vermischen sich die Substanzen nach und nach miteinander, das Gemisch wird nach und nach homogener. So kann es durchaus sein, daß Du Dein Notebook am nächsten Tag hochfahren kannst, ohne den Akku zwischenzeitlich geladen zu haben.
Soweit dazu, was da prinzipiell abläuft. Nun hat jeder Akku ein „Gedächtnis“. So verändern sich die Oberflächen der Elektroden und die Reaktionen beim schnellen Laden erzeugen wieder eine inhomogene Verteilung, so daß die theoretisch maximale Ladung praktisch nie erreicht wird. Weiterhin wird ein Akku durch die Schaltung im Notebook eigentlich nie tiefentladen. So wird der Bereich (die Kapazität) des Akkus zwischen geladenem und entladenen Zustand im Laufe der Zeit immer kleiner.
Um einen solchen Akku wieder etwas „fitter“ zu machen, entlädt man ihn kontrolliert und relativ langsam, bis eine bestimmte Minimalspannung unterschritten wird. Dann läßt man ihn ein paar Stunden lang ruhen und lädt ihn langsam auf. Nach einigen solcher Lade- und Entladezyklen wirst Du eine deutliche Besserung feststellen.
Dies gilt für NiCd- und Ni-MH-Akkus. Das Ganze ist natürlich stark vereinfacht beschrieben und läßt sich mit chemischen Formeln und Reaktionsgleichungen hinterlegen.
Das Entladen und Laden sollte nicht im Notebook stattfinden, hier wird für das gewünschte Ergebnis i. d. R. zu schnell ent- und geladen.
Obiges ist meine persönliche Meinung, die keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit erhebt.
Das Entladen und Laden sollte nicht im Notebook stattfinden,
hier wird für das gewünschte Ergebnis i. d. R. zu schnell ent-
und geladen.
Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort!!
Wenn das Laden und Entladen zum „Auffrischen“ des Akkus nun nicht im Notebook stattfinden soll: wo bzw. womit wird dies dann am besten gemacht?
(Ich bin leider absoluter Technik-Rookie, aber vielleicht besitzt ein Bekannter ja entsprechende Gerätschaften.)
Wenn das Laden und Entladen zum „Auffrischen“ des Akkus nun
nicht im Notebook stattfinden soll: wo bzw. womit wird dies
dann am besten gemacht?
Idealerweise mit einem Akkuladegerät, daß auch über eine Entladefunktion verfügt. Es geht aber auch mit einem simplen Widerstand, allerdings muß dann die Spannung mit einem Meßgerät überwacht werden. Die Entladezeit würde ich etwa auf 10 Stunden festlegen. Bei einem 12V/3Ah-Akku berechnest Du den Widerstand wie folgt: 3Ah/10h=0,3A, 12V/0,3A=40 Ohm, 12V*0,3A=3,6W.
Es müßte also ein Hochlast-Widerstand mit 40 Ohm und 5W (sicherheitshalber) her. Stattdessen kannst Du auch eine 12V/3,6W-Glühlampe nehmen. 12V/2,5W tut’s auch. Da gibt’s ja so einiges, was beispielsweise in Autos eingebaut ist.
Mit einem Spannungsmeßgerät überwachst Du die Spannung des Akkus, sie sollte nicht unter etwa 11,5V fallen. Ist der Akku so weit entladen, laß’ ihn ein paar Stunden liegen und lade ihn idealerweise mit einem Ladegerät auf. Dabei sagt man, der Ladestrom solle etwa 1/10 der Kapazität in A betragen, also am Beispiel des 3AH-Akkus 3A.