Notendurschnitt mit Kopfnoten?

hi!

Habe nur kurz folgende Frage:

Seit kurzem gibt es ja die Kopfnoten.

Werden diese mit ihm Durchschnitt berechnet oder nicht??

mfG

Niki555

Hallo niklas,

Kopfnoten gibt es in manchen Bundesländern schon länger oder schon länger wieder mal.
Von daher würde es helfen, zu wissen von welchem du sprichst.

In keinem Bundesland von dem ich weiss, werden die Kopfnoten mit Fachnoten verrechnet, schon allein deswegen, weil oft die Skala eine andere ist.
Ich denke also das wird bei Dir nicht anders sein.

Gruß
Werner

Huhu^^

Also ich wohne in NRW und hab vor kurzem mein Abi bekommen - zwar noch nicht das offizielle Zeugnis, aber mein Durchschnitt steht schon drauf. :wink:
Und Kopfnoten waren nirgends zu sehen :smiley:
Also hier wir des wohl nicht gelten :smiley:

Also hier wir des wohl nicht gelten :smiley:

Hallo, SaeKato,
wird auch gar nicht gehen.
Die Kopfnoten sind vierstufig (1-4), die Fachnoten sechstufig.
Schon aus diesem Grund läßt sich da ein mathematischer Schnitt nicht ohne Krampf errechnen.

Gruß
Eckard

Hallo,

Die Kopfnoten sind vierstufig (1-4), die Fachnoten sechstufig.
Schon aus diesem Grund läßt sich da ein mathematischer Schnitt
nicht ohne Krampf errechnen.

das arithmetische Mittel ist auch bei der Verrechnung von zwei Noten mit gleicher Skala mathematisch nicht wohldefiniert. Nur weil Noten in einer weit verbreiteten Darstellung so aussehen wie Zahlen, heißt das noch lange nicht, dass es Zahlen sind.


PHvL

Hallo,

in Niedersachsen sind die Kopfnoten fünfstufig!

Gruß
Werner

in Niedersachsen sind die Kopfnoten fünfstufig!

Schon klar, Werner,
der Fragesteller wohnt in NRW, daher…

Und ebenfalls d’accord mit Philipps Einwand. Eine Quersumme über die Noten zu bilden und durch die Anzahl zu teilen ist ungefähr so sinnvoll wie festzustellen, dass 5 Äpfel, 4 Birnen, 3 Zwetschgen und 2 Erdbeeren im Schnitt 3,5 von jeder Sorte sind.

Grüße
Eckard

Hallo,

Und ebenfalls d’accord mit Philipps Einwand. Eine Quersumme
über die Noten zu bilden und durch die Anzahl zu teilen ist
ungefähr so sinnvoll wie festzustellen, dass 5 Äpfel, 4
Birnen, 3 Zwetschgen und 2 Erdbeeren im Schnitt 3,5 von jeder
Sorte sind.

Die Noten bilden immerhin noch eine Ordinalskala was verschiedene Früchte nicht tun, da hinkt der Vergleich.
Rechenoperatinen können hier daher zwar zu sinnvollen Ergebnissen führen, das hat dann aber nichts mit mathematischer Exaktheit zu tun.

Grüße
Werner

Hallo,

Die Noten bilden immerhin noch eine Ordinalskala was
verschiedene Früchte nicht tun, da hinkt der Vergleich.

die Anzahl an Äpfeln ist sogar intervallskaliert. Um die Situation mit Noten zu vergleichen, müsste man fragen, was das Mittel aus vielen Äpfeln, einigen Birnen und wenigen Erdbeeren ist - ist das viel, etwas oder wenig Obstkuchen - oder vielleicht doch garkeiner?

Rechenoperatinen können hier daher zwar zu sinnvollen
Ergebnissen führen, das hat dann aber nichts mit
mathematischer Exaktheit zu tun.

An welche Rechenoperation mit „sinnvollem“ Ergebnis denkst du denn, die du mit zwei lediglich ordinalskalierten Noten, sagen wir „mangelhaft“ und „befriedigend“ durchführen möchtest?


PHvL

Hallo,
also Korrekterweise könnte man ja den Median bestimmen, tatsächlich liegt aber das arithmetische Mittel davon nicht weit entfernt, wenn die Abstände in den Leistungsanforderungen die durch die Notenstufen ausgedrückt werden nicht extrem differieren.

Ich würde das dann vielleicht eine rechnerische Abschätzung nennen.
Was allerdings völliger Unsinn ist, ist das Berechnen auf mehrere Kommastellen nachdem man vorher am besten noch Einzelnoten rechnerisch Gewichtet hat.

Das Problem ist nur, dass gerade wenn es drauf ankommt, dieser Unsinn gerichtsbewehrt gefordert wird. In Zeugnissen und Prüfungen ist das Gewichten, Dividieren, Multiplizieren und Durchschnittsbilden zwingend vorgeschrieben. Bemerkenswerterweise, nach meinem Eindruck, mit größter Unerbittlichkeit von mathematisch gebildeten Menschen durchgezogen. Man betrachte nur die mathematischen Fakultäten der Universitäten, wie dort mit Leistungsnachweisen umgegangen wird.

Das rechnen mit Noten scheint ein konstitutives Ritual unser Bildungswirklichkeit zu sein. Jeder will glauben, dass so gerechte Noten entstehen.

Gruß
Werner

Hallo,

also Korrekterweise könnte man ja den Median bestimmen,
tatsächlich liegt aber das arithmetische Mittel davon nicht
weit entfernt, wenn die Abstände in den Leistungsanforderungen
die durch die Notenstufen ausgedrückt werden nicht extrem
differieren.

…das ist aber ein sehr großes „Wenn“ - insbesondere bei der Ermittlung einer Endnote, die sich aus vollkommen unterschiedlichen Bereichen zusammensetzt.

Das Problem ist nur, dass gerade wenn es drauf ankommt, dieser
Unsinn gerichtsbewehrt gefordert wird. In Zeugnissen und
Prüfungen ist das Gewichten, Dividieren, Multiplizieren und
Durchschnittsbilden zwingend vorgeschrieben.

Dass in vielen Schulordnungen dümmliches Anwenden nicht-anwendbarer Rechenoperationen vorgeschrieben ist, ändert nichts daran, dass das Ergebnis mathematisch nicht fundiert ist. Strenge „mathematische“ Regeln versuchen die Tatsache, dass Leistungsbewertung ein subjektives Geschehen ist, hinter scheinbar objektiven Formeln zu verstecken. Dabei wird in Kauf genommen, dass eine gerechte, weil subjektive, Bewertung durch eine ungerechte, weil willkürliche, ersetzt wird.

Bemerkenswerterweise, nach meinem Eindruck, mit größter
Unerbittlichkeit von mathematisch gebildeten Menschen
durchgezogen.

Ich hätte jetzt eher Juristen als treibende Kraft im Verdacht, welche sich ja teilweise sogar damit brüsten, von Mathematik noch nie sehr viel verstanden zu haben.

Mathematiker haben dagegen selten Lust, sich mit etwas so unwichtigem wie der Ermittlung von Endnoten zu beschäftigen. Ist die Vorschrift dann definiert, hält man sich den Ärger am besten vom Hals, wenn man sich (zumindest oberflächlich) Wort für Wort daran hält.

Man betrachte nur die mathematischen Fakultäten der
Universitäten, wie dort mit Leistungsnachweisen umgegangen
wird.

Zunehmend versuchen Universitäten die Zulassung zum Studium von dem - aus den genannten Gründen ziemlich wertlosen - Abiturschnitt zu lösen und führen Eignungsfeststellungsverfahren ein.

Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Wandlung des Studiums vom Humboldtschen Ideal zur Bologneser Punkte-Sammel-Rallye, von Seiten der mathematischen Fakultäten vorangetrieben worden wäre.

Das rechnen mit Noten scheint ein konstitutives Ritual unser
Bildungswirklichkeit zu sein. Jeder will glauben, dass so
gerechte Noten entstehen.

Ich habe den Eindruck, es geht weniger um Gerechtigkeit als darum, dass man mit der Rechtfertigung der Bewertung weniger Mühe haben will.


PHvL

Hallo,
ich sehe wir sind uns im Wesentlichen einig.

…das ist aber ein sehr großes „Wenn“ - insbesondere bei der
Ermittlung einer Endnote, die sich aus vollkommen
unterschiedlichen Bereichen zusammensetzt.

Ich hatte mich hier mehr auf dein Beispiel bezogen. Innerhalb eines Faches und bei Anwendung eines dort gleichbleibenden Leistungsanspruches kommt man m. E. auch mit einem Durchschnitt zu sinnvollen Ergebnissen. Ehrlich gesagt habe ich aber die Formel zur Medianberechnung auch nicht verstanden.

Das Problem ist nur, dass gerade wenn es drauf ankommt, dieser
Unsinn gerichtsbewehrt gefordert wird. In Zeugnissen und
Prüfungen ist das Gewichten, Dividieren, Multiplizieren und
Durchschnittsbilden zwingend vorgeschrieben.

Dass in vielen Schulordnungen dümmliches Anwenden
nicht-anwendbarer Rechenoperationen vorgeschrieben ist, ändert
nichts daran, dass das Ergebnis mathematisch nicht fundiert
ist.

Was soll man also machen? Wird es gerechter, wenn ich die gesetzlichen Vorgaben missachte, und was mache?
Tatsächlich wissen die meisten Lehrer auch gar nichts von dem Problem. Notengebung ist im Studium oft nämlich gar kein Thema und im Referendariat geht es dann zum einen darum, wie man es ganz praktisch am besten hinbekommt Noten überhaupt zu erheben und zum Anderen welche Vorschriften es zu beachten gilt. Die Grundlagen werden nicht hinterfragt.

Strenge „mathematische“ Regeln versuchen die Tatsache,
dass Leistungsbewertung ein subjektives Geschehen ist, hinter
scheinbar objektiven Formeln zu verstecken. Dabei wird in Kauf
genommen, dass eine gerechte, weil
subjektive, Bewertung durch eine ungerechte, weil
willkürliche, ersetzt wird.

Da bekommst du von mir keinen Widerspruch. Nur steht es nicht in Schulordnungen, sondern in Schulgesetzen und ist durch Gerichte auch vielfach bestätigt worden.

Bemerkenswerterweise, nach meinem Eindruck, mit größter
Unerbittlichkeit von mathematisch gebildeten Menschen
durchgezogen.

Ich hätte jetzt eher Juristen als treibende Kraft im Verdacht,
welche sich ja teilweise sogar damit brüsten, von Mathematik
noch nie sehr viel verstanden zu haben.

Ich weiß nicht, wie diese Regeln in das Gesetz gekommen sind, ich beobachte nur unter den Kollegen, dass es vor allem Mathematiker sind, die Ihre Punkte und Noten auf mehrere Stellen hinter dem Komma ausrechnen und bei unklaren Leistungen (also zwischen zwei Notenstufen) dann gerne damit argumentieren, das es nunmal nur eine 4,47 sei und damit eine mangelhafte Leistung = kein Abschluss, da könne man nichts machen.

Mathematiker haben dagegen selten Lust, sich mit etwas so
unwichtigem wie der Ermittlung von Endnoten zu beschäftigen.
Ist die Vorschrift dann definiert, hält man sich den Ärger am
besten vom Hals, wenn man sich (zumindest oberflächlich) Wort
für Wort daran hält.

Da hältst du die Mathematiker wohl für die besseren Menschen, oder die Schlechteren, weil sie wieder besseres Wissen handeln?
Tatsächlich wissen aber viele Mathematikkollegen anscheinend nichts vom Problem der Rechnung mit Ordinalzahlen. Ich hab schon welche darauf angesprochen und nur erstaunte Blicke kassiert.

Man betrachte nur die mathematischen Fakultäten der
Universitäten, wie dort mit Leistungsnachweisen umgegangen
wird.

Zunehmend versuchen Universitäten die Zulassung zum Studium
von dem - aus den genannten Gründen ziemlich wertlosen -
Abiturschnitt zu lösen und führen
Eignungsfeststellungsverfahren ein.

Ich bezweifle, dass die Probleme der Berechnung, die Begründung für den Rückzug des NC sind, denn die Leistungsbewertung der Universitäten selbst - incl. mathematischer Fakultäten - geschieht dann genau so rigoros mathematisch unsinnig nach Durchschnitsberechungen und Faktorisierung mit allem drum und dran Oder irre ich da? Ich hab ja keine Mathematik studiert.

Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Wandlung des
Studiums vom Humboldtschen Ideal zur Bologneser
Punkte-Sammel-Rallye, von Seiten der mathematischen Fakultäten
vorangetrieben worden wäre.

Zur aktuellen Umgestaltung der Unis kann ich nichts fundiertes sagen. Ich habe aber den außeneindruck, dass das so etwas wie eine Stampede geworden ist. Jeder will noch schneller noch weiter kommen, nur das Ziel ist unklar.

Das rechnen mit Noten scheint ein konstitutives Ritual unser
Bildungswirklichkeit zu sein. Jeder will glauben, dass so
gerechte Noten entstehen.

Ich habe den Eindruck, es geht weniger um Gerechtigkeit als
darum, dass man mit der Rechtfertigung der Bewertung weniger
Mühe haben will.

Nur stößt man dabei auch an eine absolute Grenze. Am Ende handelt es sich um eine persönliche Einschätzung der Leistung. Kriteriengestützt, aber im Kern nicht objektivierbar, weil die Zuordnung von gewähltem Kriterium und Leistung individuell ist. Aber ich schrieb an anderer Stelle ja auch schon, dass man sich hinter dem Taschenrechner auch verstecken kann.

Gruß
Werner