Notwendig?

Hallo,

bisher habe ich mir die Frage nie gestellt. Heute jedoch mußte ich eine Frage formulieren, - nämlich: Ist die Zustellung notwendig? - und
da überlegte ich erstmals bewußt, in welchem Fall es „notwendig“ und wann „nötig“ heißt. Bisher habe ich das nach Gefühl gehandhabt. Wißt Ihr, wie es korrekt ist?

Gruß, Eva

Hallo Eva, „notwendig“ ist die wissenschaftlichere Ausfertigung von „nötig“. Eine Gegebenheit kann notwendig, aber nicht hinreichend sein oder notwendig und hinreichend. In beiden Fällen ließe sich nötig auch verwenden, wäre aber ungewöhnlich. Gruß, eck.

Hi,
notwendig: um die Not (d.h. Zwang, Nötigung) zu wenden (abzuwenden), die Not wendend.
nötig (kommt von nötigen: zwingen): zwingend.

Vergleiche auch:
Notdurft (notendiger Bedarf), Notbehelf (Hilfe in einer Zwangslage),
Notwehr, Notstand, Notnagel, Notzucht, Notlüge …

lg O

Hi,
notwendig: um die Not (d.h. Zwang, Nötigung) zu wenden
(abzuwenden), die Not wendend.
nötig (kommt von nötigen: zwingen): zwingend.

Vergleiche auch:
Notdurft (notendiger Bedarf), Notbehelf (Hilfe in einer
Zwangslage),
Notwehr, Notstand, Notnagel, Notzucht, Notlüge …

Hallo,
Irgendwie umgehst du damit aber die Ausgangsfrage, denn zu erklärst damit nicht, wo der Unterschied in der Verwendung der beiden Wörter liegt. Die mögliche Etymologie der Wörter mag zwar interessant sein, aber hilft eigentlich nicht weiter.

Ich denke auch nicht, dass „nötig“ von „nötigen“ abgeleitet ist, eher andersherum, das Wört „nötig“ ist nämlich älter als „nötigen“ (siehe Pfeifer).
Welcher Quelle entnimmst du denn deine Etymologien?

Grüße,

  • André

Hi

Hi,
notwendig: um die Not (d.h. Zwang, Nötigung) zu wenden
(abzuwenden), die Not wendend.
nötig (kommt von nötigen: zwingen): zwingend.

Vergleiche auch:
Notdurft (notendiger Bedarf), Notbehelf (Hilfe in einer
Zwangslage),
Notwehr, Notstand, Notnagel, Notzucht, Notlüge …

Hallo,
Irgendwie umgehst du damit aber die Ausgangsfrage, denn zu
erklärst damit nicht, wo der Unterschied in der Verwendung der
beiden Wörter liegt. Die mögliche Etymologie der Wörter mag
zwar interessant sein, aber hilft eigentlich nicht weiter.

Finde ich nicht, Sinn ist doch klar:
die Zustellung ist nötig: Zustellung ist zwingend
die Zustellung ist notwendig: Zustellung dient der Notabwehr, um die Not zu wenden.
Natürlich überlappen sich beide Begriffe, bilden große Schnittmengen.

Ich denke auch nicht, dass „nötig“ von „nötigen“ abgeleitet
ist, eher andersherum, das Wört „nötig“ ist nämlich älter als
„nötigen“ (siehe Pfeifer).

Jeder kann denken, was er will.

Welcher Quelle entnimmst du denn deine Etymologien?

Zumeist Grimms WB, Duden Bd. 7

Grüße,

  • André

lg O

Hi

Hi,
notwendig: um die Not (d.h. Zwang, Nötigung) zu wenden
(abzuwenden), die Not wendend.
nötig (kommt von nötigen: zwingen): zwingend.

Vergleiche auch:
Notdurft (notendiger Bedarf), Notbehelf (Hilfe in einer
Zwangslage),
Notwehr, Notstand, Notnagel, Notzucht, Notlüge …

Hallo,
Irgendwie umgehst du damit aber die Ausgangsfrage, denn zu
erklärst damit nicht, wo der Unterschied in der Verwendung der
beiden Wörter liegt. Die mögliche Etymologie der Wörter mag
zwar interessant sein, aber hilft eigentlich nicht weiter.

Finde ich nicht, Sinn ist doch klar:
die Zustellung ist nötig: Zustellung ist zwingend
die Zustellung ist notwendig: Zustellung dient der Notabwehr,
um die Not zu wenden.
Natürlich überlappen sich beide Begriffe, bilden große
Schnittmengen.

Der Sinn war dem Ausgangsfragesteller eben nicht klar, und das, was du beschreibst, gilt für die heutige Sprache längst nicht mehr, wenn es denn jemals gegolten hat: Du führst die heutige Bedeutung nämlich auf die Etymologie zurück — das ist ein Fehler, den leider viele machen.
Die Etymologie hilft für die Ausgangsfrage gar nicht weiter; interessant ist sie natürlich allemal.

Ich denke auch nicht, dass „nötig“ von „nötigen“ abgeleitet
ist, eher andersherum, das Wört „nötig“ ist nämlich älter als
„nötigen“ (siehe Pfeifer).

Jeder kann denken, was er will.

Klar. Nur verleiten falsche Prämissen zu Fehleinschätzungen. Etymologie ≠ heutige Bedeutung.

Grüße,

  • André

Hi Andre´ (Franzose?)

Der Sinn war dem Ausgangsfragesteller eben nicht klar,
und das, was du beschreibst, gilt für die heutige Sprache
längst nicht mehr, wenn es denn jemals gegolten hat: Du führst
die heutige Bedeutung nämlich auf die Etymologie zurück — das
ist ein Fehler, den leider viele machen.
Die Etymologie hilft für die Ausgangsfrage gar nicht weiter;
interessant ist sie natürlich allemal.

Findest Du nicht, daß die Fragestellerin Eva selbst schon „groß“ genug ist und Antworten selbst hinterfragen kann, so sie daran interessiert sei?
Oder bist Du sehr gut befreundet mit ihr, evtl. gar ihr Vormund, daß Du an ihrer Stelle meine Antwort für sie hinterfragst?
Oder wie soll ich Deine „Intervention“ sonst noch interpretieren?

Klar. Nur verleiten falsche Prämissen zu Fehleinschätzungen.
Etymologie ≠ heutige Bedeutung.

Du meinst also als Beispiel, „komisch“ heißt ab sofort „seltsam“ (das kommt mir aber komisch vor) und nicht mehr „lustig, lächerlich“?
Nur, weil manche nicht mehr den Ursprung eines Wortes kennen? Da bin ich leicht etwas anderer Ansicht.
Natürlich ist mir klar, daß jedes Wort eine Hülse ist, in der eine Bedeutung (der Wortsinn) steckt.
Im Laufe der Zeit kann sich der Hülseninhalt etwas ändern, „ausleiern“ (sei es durch Unwissenheit, Gewöhnung, Verallgemeinerung, Euphemisierung, Absicht o. ä.).
Nur sollte man dann (noch) wissen, was in etwa die urspr. Bedeutung mal war.
Sonst meinen noch viele mehr, das Gegenstück zu „Mann“ sei korrekterweise „Frau“ (statt „Weib“).
Du siehst die Problematik?

Beispiel für Bedeutungsänderungen über die Zeitläufte bis jetzt:
geil
-aufschäumend, heftig
-stattlich, üppig,
-stolz
-geschlechtlich erregt, lüstern
-attraktiv (sexuell)
-toll, klasse (allgemein attraktiv)

Und damit will ich unseren kleinen Dialog vorerst beenden, führt ja zu nichts.

lg O

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Hi Andre´ (Franzose?)

Der Sinn war dem Ausgangsfragesteller eben nicht klar,
und das, was du beschreibst, gilt für die heutige Sprache
längst nicht mehr, wenn es denn jemals gegolten hat: Du führst
die heutige Bedeutung nämlich auf die Etymologie zurück — das
ist ein Fehler, den leider viele machen.
Die Etymologie hilft für die Ausgangsfrage gar nicht weiter;
interessant ist sie natürlich allemal.

Findest Du nicht, daß die Fragestellerin Eva selbst schon
„groß“ genug ist und Antworten selbst hinterfragen kann, so
sie daran interessiert sei?
Oder bist Du sehr gut befreundet mit ihr, evtl. gar ihr
Vormund, daß Du an ihrer Stelle meine Antwort für sie
hinterfragst?
Oder wie soll ich Deine „Intervention“ sonst noch
interpretieren?

Entschuldigung, ja, ich wollte nicht für sie sprechen. Streich einfach meinen ersten Satz.

Klar. Nur verleiten falsche Prämissen zu Fehleinschätzungen.
Etymologie ≠ heutige Bedeutung.

Du meinst also als Beispiel, „komisch“ heißt ab sofort
„seltsam“ (das kommt mir aber komisch vor) und nicht mehr
„lustig, lächerlich“?

Wie meinst du das? Das Wort „komisch“ hat doch die beiden Bedeutungen „lustig“ und „seltsam“. Es ist keineswegs falsch, zu sagen, dass einem etwas komisch vorkommt. Oder bezweifelst du das? Früher mag das anders gewesen sein, heute hat „komisch“ eindeutig diese beiden Bedeutungen.

Nur, weil manche nicht mehr den Ursprung eines Wortes kennen?
Da bin ich leicht etwas anderer Ansicht.
Natürlich ist mir klar, daß jedes Wort eine Hülse ist, in der
eine Bedeutung (der Wortsinn) steckt.
Im Laufe der Zeit kann sich der Hülseninhalt etwas ändern,
„ausleiern“ (sei es durch Unwissenheit, Gewöhnung,
Verallgemeinerung, Euphemisierung, Absicht o. ä.).
Nur sollte man dann (noch) wissen, was in etwa die urspr.
Bedeutung mal war.

Weißt du denn die ursprüngliche Bedeutung von Wörtern wie „Hammer“? Wohl kaum. Die wenigsten Menschen (eigentlich nur Etymologen und Leute, die sich wirklich für sowas interessieren) kennen die Etymologien der Wörter, die sie benutzen. Trotzdem muss ein Hammer für mich nicht zwangsläufig aus Stein sein. Die Etymologie ist interessant, aber für die Wortbedeutung heutzutage völlig nebensächlich.

Sonst meinen noch viele mehr, das Gegenstück zu „Mann“ sei
korrekterweise „Frau“ (statt „Weib“).
Du siehst die Problematik?

Das Gegenstück zu „Mann“ ist"Frau". Es mag mal „Weib“ gewesen sein, sicherlich… aber heute ist das nicht mehr der Fall, da Mann von der Konnotation her neutral ist, Frau auch, nicht aber Weib. Das ist zu einem Schimpfwort geworden.

„Dumm“ bedeutete doch auch mal ‚stumm‘, ist für dich das Gegenteil dieses Wortes also heute noch „hörend“? Ist jemand, der nichts hören kann, bei dir dumm? Wohl kaum.
Wie du siehst, kann man die Etymologie von Wörtern nicht für die heutige Bedeutung heranziehen, die Bedeutung erschließt sich nämlich ausschließlich aus der Verwendung. Verwende ich ein Wort anders, hat’s eine andere Bedeutung, völlig klar.

Beispiel für Bedeutungsänderungen über die Zeitläufte bis
jetzt:
geil
-aufschäumend, heftig
-stattlich, üppig,
-stolz
-geschlechtlich erregt, lüstern
-attraktiv (sexuell)
-toll, klasse (allgemein attraktiv)

Hieß „geil“ nicht auch mal ‚schneller wachsend als normal‘ (bei Pflanzen)? Naja, ja, das Wort hat sich sehr oft und relativ schnell geändert, heute heißt’s bei der Jugend nur noch „toll“, wie du sagst. Die anderen Bedeutungen gibt’s z.T. immer noch, sie treten aber in den Hintergrund. Vielleicht verliert „geil“ irgendwann alle anderen Bedeutungen, dann ist’s gleichzusetzen mit „toll“. Übrigens hieß doch auch „toll“ mal ‚verrückt‘, oder? Und bedeutete „verrückt“ nicht einst nur, dass etwas verschoben war?

Wenn’s um die heutige Bedeutung eines Wortes kommt, spielt die Etymologie keine Rolle, Wörter sind arbiträre Zeichen. Mit Etymologie kommt man dem Bedeutungs- und Lautwandel auf die Spur, nicht aber heutiger Bedeutung.
Sonst wären ja Semantiker, Lexikographen und Semiologen heute arbeitslos, wenn man bei der heutigen Bedeutung einfach nach der Etymologie gehen könnte.

Ich hoffe, du verstehst, wie ich das meine, und dass ich nicht gegen dich persönlich Stellung beziehe, sondern gegen den leider sehr verbreiteten Irrtum, Etymologie würde uns die Bedeutung von Wörtern irgendwie näherlegen. Das ist nicht der Fall.

Liebe Grüße,

  • André
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Wörter sind arbiträre Zeichen.

Vorlesung zur Einführung in die allgemeine und romanische Sprachwissenschaft lässt grüßen. Hach, was war das schön!

Liebe Grüße
Nadine

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Hallo Andre,
immer wieder ein Vergnügen, dich zu lesen. :smile:
Gruß,
Max

Danke! owT
.

Dank Euch …
Hallo,

ich danke Euch sehr für Eure Ausführungen!
Da vergebe ich gerne Sternchen - auch an Nadine, die mir aus
dem Herzen spricht.

Viele Grüße,
Eva