Meine Zahnärztin meinte kürzlich zu mir, ein älteres Keramikinlay müsse erneuert werden, da es an den Rändern bereits nicht mehr ganz abdichten würde. Das Röntgen bestätigte die Diagnose und auch, dass sich wohl noch keine Karies gebildet hat.
Da ich (38J) sehr auf den Erhalt meiner Zahnsubstanz bedacht bin, beruhigte mich die Ärztin damit, dass `heutzutage durch z.B. Laser beim Herausbohren alter Füllungen im Gegensatz zu früher nicht mehr tiefer als ursprünglich gebohrt werden müsse´.
Beim Kostenvoranschlag lese ich jetzt allerdings, dass statt eines neuen Inlays eine (teurere) Teilkrone geplant ist und bin irritiert.
Stimmt es demnach doch nicht, dass man heute nahezu verlustfrei alte durch neue Füllungen ersetzen kann ? Was ist Euer Wissensstand ?
Hallo,
ein Keramikinlay wird immer adhäsiv befestigt (verklebt) daher verbindet sich die Keramik fest mit der Zahnhartsubstanz. Wenn es an den rändern insuffizient sein soll und die Karies entfernt werden muss wird die Kavität auf jeden Fall grösser werden. Ich habe auch noch nie etwas von einer Lasertechnik gehört, die diesen Verbund lösen könnte, meines Wissens nach muss es herausgeschliffen werden. Inwiefern dann eine Teilkrone notwendig ist kann ich nicht beurteilen.
gruss
Hallo,
kann mich dem Vorschreiber nur anschliessen. Wenn das Inlay nicht mehr „dicht“ ist, MUSS es herausgeschliffen werden. Um eine saubere Oberfläche für die neue Versorgung zu schaffen, MUSS ein Teil der vorhandenen Substanz weggeschliffen werden, um auch sicher zu stellen, dass die dort vorhandenen Bakterien und ev. angegriffener Schmelz beseitigt sind. Da dadurch die Kavität (geschliffene Fläche) am Zahn grösser wird, kann man wahrscheinlich nur noch eine Teilkrone und später (?) eine Krone machen. Das hat also nichts mit Geldmacherei zu tun. Man sollte auch mal seinem Zahnarzt /Zahnärztin vertrauen, gerade wenn man schon länger dort in Behandlung ist!
Viel Erfolg!
Gruss, Kirsten
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Sie helfen mir weiter.
Hallo,
Laser in der Zahnmedizin ist Lasertherpie beim Stand der heutigen Wissenschaft nichts als Augenwischerei. Es gibt definitiv keine Behandlung, die mittels Laser schonender oder effizienter abläuft, als mit konservativen Mitteln. Auch bei einer Füllungstherapie muss ein herkömmlicher „Bohrer“ zum Einsatz kommen, da der Zahn für die Aufnahme der Füllung vorbereitet, sprich präpariert, werden muss, Gerade bei einem Inlay bedarf es einer entprechenden Genauigkeit und vor allem glatten und geraden Wänden, damit die Passung optimal wird. Dies ist mit einem Laser allein nicht zu erreichen und wird immer einen Substanzverlust nach sich ziehen. Daher gilt, Füllungen nur ausstauschen, wenn wirklich notwendig. Denn auch ein perfektes Inlay wird nicht ewig halten (Keramik im Vergleich zu Gold haben eine deutlich kürzere Lebenszeit- aber sind eben schöner und manchmal kann aufgrund der Klebebefestigung - sprich Adhäsivtechnik - mit Keramik ein Inlay gemacht werden, wogegen bei Gold doch schon eher die Teilkrone notwenig sein kann, um ein Brechen des Zahnes bei zu dünnen Wänden zu verhindern)
Wenn auf dem Kostenvoranschlag eine Teilkrone aufgeführt ist, also die GOZ Position 222 muss das nicht zwangsweise eine Teilkrone bedeuten. Es kann auch sein, dass die Kollegin ein Pinlay vorsieht, also Inlay mit einem „Stiftchen“ zum zusätzlichem Halt, das durchaus auch aus Keramik sein kann. Oder sie präpariert bewußt eine kleine Vertiefung, und berechnet dieses Inlay dann analag nach GOZ 222. Das bedeutet, um jetzt nicht zu ausführlich zu werden, unterm Strich für Dich auch nicht mehr Substanzverlust auf den gesamten Zahn gesehen als bei einem Inlay.
Aber, kannst Du Deine Zahnärztin nicht einfach fragen? Warum sie was macht?
Cu
Doc
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