Hallo RaRo,
in der Diskussion um Kohls Aussage zu Thierse ist dessen
Meinung, dass es seit Ende 1945 noch nie einen Präsidenten
gab, der sich derart parteipolitisch betätigt und sein Amt
missbraucht hat, richtig.
entschuldige, aber diese Kohl-Verteidigung ist dann wohl doch
etwas an den Haaren herbeigezogen.
Ich glaube, dass sich Kohl selbst verteidigen kann. Nur ird er es nicht tun, weil er Thierse weder in die Gruppe der NS eingestuft hat, noch ins Dritte Reich. Er hat lediglich - wobei wir alle nicht wissen - ob die Darstellung des Spiegel zutrifft – die Feststellung trifft, dass seit jenem Herrn im Dritten Reich kein Bundestagspräsident mehr derart parteipolitisch handeln würde. Wenn Thierse der seit 1945 demagogisch und parteipolitisch einseitigste Bundestagspräsident ist, der sich in alles einmischt, wenn es nicht die SPD ist, ist die Aussage richtig, selbst dann, wenn sie nicht von Kohl sein sollte.
Fakt bleibt doch, daß ein in der Öffentlichkeit stehender und
zudem historisch geschulter (möge man meinen) Mitbürger einen
Vergleich bemüht, der schlicht und ergreifend inakzeptabel
ist.
Er hat Thierse nicht mit dem Mann verglichen. Laut Spiegel soll er erklärt haben, dass seit dem 3. Reich kein Bundestagspräsident sein Ant derart parteipolitisch betrieben hat. Jeder Bürger, der sich für Politik interessiert wird zugeben müssen, dass die Bonusmeilenaffäre nur eines der Beispiele ist, wie Thierse Vergehen in der Regierung verniedlicht und vertuschen sucht, vor allem wie er versucht, diesen Vorgang mit Vorgängen in der CDU zu neutralisieren. Und das ist nur ein Beispiel. Um ehrlich zu sein, dieser Mann ist mir zu unwichtig, um mich über den zu ärgern. Wer sein Gesicht vor der Camera hinter einem Bart versteckt, versteckt noch mehr.
Ich sehe Dir ja nach, daß Du im Wahlkampf versuchst zu retten,
was zu retten ist,
Meine Meinung hängt nicht vom Wahlkampf ab. Zu Kohl ein Wort, auch zu Schmid. Altbundeskanzler sollten grundsätzlich ihren Schnabel halten. Dieser Affenstall, dass jeder meint, er müsste seinem Nachfolger Ratschläge erteilen oder in die Politik eingreifen, habe ich ohnehin satt. Oft hat man hier das Gefühl, wie in manchen Vereinen, frühere Vorsitzende motzen gegen die Neuen, weil sie bis heute nicht überwinden können, dass sie abgesetzt wurden wegen „Untauglichkeit“ oder weil einfach eine neue Generation mit neuen Ideen da ist.
Gruss Günter