NT 'überwindet' AT?

Hallo Levay,

ich ziehe das durchaus in Erwägung. Ich bin übrigens kein
Christ (im engeren Sinn) und auch kein Jude. Mir ist es im
Übrigen auch Wurscht, wer Recht hat. Aber ich finde nicht,
dass die Art, mit der meine "Diskussions"partnerin von Anfang
an hier aufgetreten ist, irgendwie begründen kann, dass ich
mich mit ihr anders auseinandersetzen sollte.

Wieso hat sie mit ihrer Auffassung Recht? Weil diese
Auffassung jüdisch ist und der fragliche Text ursprünglich
auch rein jüdisch?

Ich belege meine Auffassung und Du?
Ich hatte Dich mehrmals danach gefragt.

Aber darum geht es ja auch gar nicht. Es geht darum, dass sie
nur liest und wahrnimmt, was in ihrer vorgefertigte Meinung
passt. Wenn ich behaupte (ob nun zu Recht oder nicht), die
zitiere Stelle solle ein Höchststrafzumessungsregel sein, dann
ist es schon ein Kunststück, daraus eine antisemitische
Haltung zu formen. Und wie wurde dieses Kunststück vollbracht?
Indem kurzerhand ein weiteres Mal behauptet wurde, es handeles
sich um eine MINDESTstrafzumessungsregeln.

Die Terminologie „Mindeststrafzumessungsregel“ oder „Höchststrafzumessungsregel“ stammt von Dir.
Ich habe mich in meinen Beiträgen darauf bezogen, daß es um finanzielle Entschädigung geht.

Es geht doch gar nicht darum, ob ich Recht habe oder nicht. Es
geht nur darum, dass sie meine Worte verdreht hat. Davon, dass
ich auch als Mindeststrafzumessungsregel noch nicht von einer
antisemitischen Tendenz reden würde, wollte ich jetzt gar
nicht zu reden anfangen.

Den Antisemitismusvorwurf hast Du unterstellt.

Gruss

Iris

Hier.
Hi Iris,

zunächst vorneweg: Es liegt mir fern, hier ein Streitgespräch zu forcieren, das ausschließlich auf der Basis falscher Wortwahl und Missverständnissen beruht.

Keineswegs möchte ich Deine hohe Kompetenz in Glaubensfragen- insbesondere was das Judentum angeht- anzweifeln.

Es geht mir vor allem darum, dass man tragischerweise in diesen Brettern am Besten überhaupt nichts mehr postet, was auch nur im Entferntesten mit dem Judentum zu tun hat, da einem gleich der Schleier des Antijudaismus oder gar der gezielten Verbreitung von antijüdischer Propaganda angehaftet (/unterstellt) wird.

Und bitte im Kontext bleiben. Ursprünglich erläuterte ich die
gängige christliche Auffassung. Daraufhin schrieb die gute
Frau dann, ich hätte wohl die Vorlesung geschwänzt (!), weil
ich diese Auffassung vertrete.

Da geht’s eben schon los. Man kann Zweifel auch anmelden, ohne denjenigen Poster direkt zu beleidigen (oder im Bestfall eine Fehlverhalten seinerseits zu unterstellen). Levay ist im Forum durchaus als kompetenter Fachkundiger bekannt (insbesondere im Forum Recht). Ich denke, es geht hier um ein Grundmaß an gegenseitigem Respekt, oder nicht?

Mich wundert sehr, daß sich von den christlichen Diskutanten
niemand dazu äußert, daß dies nicht (mehr) die gängige
Auffassung - zumindest der großen christlichen Kirchen - ist.

Ich bin in keiner christlichen Kirche. Darum gelten für mich maßgeblich auch nicht deren Katechismen, sondern die Bibel und mein ethisches Grundverständnis (basierend und gefestigt aufgrund der Bibel und der derzeitg herrschenden Moral).

Sollte ich als Jüdin hier die entsprechenden Erklärungen zum
Verhältnis Christen - Juden besser kennen oder hat sich das
noch nicht auf Gemeindeebene durchgesetzt und herumgesprochen
haben.

Also mein Verhältnis zu Juden ist klar und deutlich definiert.
Ich sehe mich als Erbe des Judentums. Somit gehören also auch die jüdischen Mitmenschen zu meinen Brüdern und Schwestern. Seit Christi Ankunft ist in meinem Erachten nicht die Exklusivität der Juden (als auserwähltes Volk Gottes) aufgehoben worden, sondern jedem Menschen das Recht eingeräumt worden, dem auserwählten Volke Gottes beizutreten. Wir haben den gleichen Gott- einen barmherzigen, konsequenten und liebenden. Würde ich nun also dem Judentum irgendetwas unterstellen (bspw.: Ätschi bätschi, ihr habt einen hassenden Gott, wir Christen einen guten…), so würde ich damit ja auch gleichzeitig meinen Gott beleidigen. Und das sollte doch einem jeden Christen fernliegen…

Antwortet angekäst von der müßigen Diskussion und der -für sein Ermessen- ablehnenden Haltung der Diskussionspartnerin (oder etwa nicht?),

jedoch trotzdem freundlich grüßend,
Typhoon

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Hallo Typhoon,

:Es geht mir vor allem darum, dass man tragischerweise in
:diesen Brettern am Besten überhaupt nichts mehr postet, was
:auch nur im Entferntesten mit dem Judentum zu tun hat, da
:einem gleich der Schleier des Antijudaismus oder gar der
:gezielten Verbreitung von antijüdischer Propaganda angehaftet
:frowning:/unterstellt) wird.

Schüttest Du da nicht das Kind mit dem Bade aus?
Gelegentlich kommen - wenn es um jüdische Themen geht - antijudaistische Äußerungen. Muß man sich als jüdischer Poster in dem Sinn wohlverhalten, daß man das nicht benennen darf - also zum Tabu machen?

Ganz drastisch gefragt: Dürfen Juden sich nur solange zu Judentum äußern, solange sie „nett“ sind und antijüdische Äußerungen übergehen? Wem hilft diese Art von Tabu?

In den letzten Wochen gab es eine Reihe von Fragestellungen, die Judentum betroffen haben. Ich kann nicht erkennen, daß irgendjemand hier irgendwas angehaftet wurde, außer daß Levay behauptet hat, ich hätte ihm Antisemitismus unterstellt.

:smiley:a geht’s eben schon los. Man kann Zweifel auch anmelden, ohne
denjenigen Poster direkt zu beleidigen (oder im Bestfall eine
Fehlverhalten seinerseits zu unterstellen). Levay ist im Forum
durchaus als kompetenter Fachkundiger bekannt (insbesondere im
Forum Recht). Ich denke, es geht hier um ein Grundmaß an
gegenseitigem Respekt, oder nicht?

Ich hatte die Bemerkung ursprünglich flappsig gemeint. Daß sie so anders rüberkem, bedauere ich.
Erst später habe ich gelesen, daß Levay in seiner eigenen Homepage auf sein besonderes Interesse für Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie hinweist.
Von daher nehme ich inhaltlich nicht zurück, daß ich es schwach finde, wie er sich geäußert hat.
Wo übrigens blieb da der Respekt gegenüber meiner Tradition?

:Ich bin in keiner christlichen Kirche. Darum gelten für mich
maßgeblich auch nicht deren Katechismen, sondern die Bibel und
mein ethisches Grundverständnis (basierend und gefestigt
aufgrund der Bibel und der derzeitg herrschenden Moral).

Sollte ich als Jüdin hier die entsprechenden Erklärungen zum
Verhältnis Christen - Juden besser kennen oder hat sich das
noch nicht auf Gemeindeebene durchgesetzt und herumgesprochen
haben.
Also mein Verhältnis zu Juden ist klar und deutlich definiert.
Ich sehe mich als Erbe des Judentums.

Das verstehe ich nicht.

Somit gehören also auch
die jüdischen Mitmenschen zu meinen Brüdern und Schwestern.
Seit Christi Ankunft ist in meinem Erachten nicht die
Exklusivität der Juden (als auserwähltes Volk Gottes)
aufgehoben worden, sondern jedem Menschen das Recht eingeräumt
worden, dem auserwählten Volke Gottes beizutreten.

Die Auserwählung besteht darin, daß das jüdische Volk die Verpflichtung hat 613 Gebote zu befolgen. Diese gelten - außer der sieben noachidischen Gebote - für Nichtjuden nicht.
Paulus bezeichnet im Galaterbrief Christen, die die Gebote befolgen wollen, als „Geißel“.

Der Beitritt zum jüdischen Volk läuft über einen ziemlich langwierigen Übertrittsprozeß. Du schreibst, daß Du als Christ leben willst. Was meinst Du also mit diesem „beitreten“.

wir haben
den gleichen Gott- einen barmherzigen, konsequenten und
liebenden. Würde ich nun also dem Judentum irgendetwas
unterstellen (bspw.: Ätschi bätschi, ihr habt einen hassenden
Gott, wir Christen einen guten…), so würde ich damit ja auch
gleichzeitig meinen Gott beleidigen. Und das sollte doch einem
jeden Christen fernliegen…

schön wär`s - aber im Alltag schaut es gelegentlich anders aus.

Antwortet angekäst von der müßigen Diskussion und der -für
sein Ermessen- ablehnenden Haltung der Diskussionspartnerin
(oder etwa nicht?),

Worauf bezieht sich die Ablehnung?

Viele Grüße

Iris

Hallo Iris,

wir bewegen uns da auf schwierigem „Gelände“ :wink:

Die Beziehungen zwischen Christen und Juden sind noch nicht in allen Gemeinden so, wie sie sein sollten.

Sollte ich als Jüdin hier die entsprechenden Erklärungen zum
Verhältnis Christen - Juden besser kennen oder hat sich das
noch nicht auf Gemeindeebene durchgesetzt und
herumgesprochen haben.

Also mein Verhältnis zu Juden ist klar und deutlich
definiert.
Ich sehe mich als Erbe des Judentums.

Das verstehe ich nicht.

Erbe ist vielleicht auch nicht das richtige Wort.
Paulus beschreibt das so:
"11 Darum denkt daran, daß ihr, die ihr von Geburt einst Heiden wart und Unbeschnittene genannt wurdet von denen, die äußerlich beschnitten sind,
12 dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.
13 Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi.

19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.
" (Eph.2,11-19)

Wir sehen uns also nicht als Erben des Judentums, sondern als Miterben des Reiches Gottes.

Die Auserwählung besteht darin, daß das jüdische Volk die
Verpflichtung hat 613 Gebote zu befolgen.

Nu ja, die Befolgung dieser Gebote hat aber auch gewaltigen Segen zur Folge. Ist ja nicht nur Mühsal. :wink:

Diese gelten - außer
der sieben noachidischen Gebote - für Nichtjuden nicht.
Paulus bezeichnet im Galaterbrief Christen, die die Gebote
befolgen wollen, als „Geißel“.

Vor allem betont Paulus, dass uns das Befolgen der jüdischen Gebote nichts nützt.

Der Beitritt zum jüdischen Volk läuft über einen ziemlich
langwierigen Übertrittsprozeß. Du schreibst, daß Du als Christ
leben willst. Was meinst Du also mit diesem „beitreten“.

Hier ist ein „beitreten“ zur weltweiten Gemeinde Gottes gemeint.

wir haben
den gleichen Gott- einen barmherzigen, konsequenten und
liebenden. Würde ich nun also dem Judentum irgendetwas
unterstellen (bspw.: Ätschi bätschi, ihr habt einen hassenden
Gott, wir Christen einen guten…), so würde ich damit ja auch
gleichzeitig meinen Gott beleidigen. Und das sollte doch
einem jeden Christen fernliegen…

schön wär`s - aber im Alltag schaut es gelegentlich anders
aus.

Ja, leider. Die Beziehung ist eben noch nicht ganz in Ordnung.
Aber die Christen arbeiten daran.

Gruss Harald

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