Hallo Typhoon,
:Es geht mir vor allem darum, dass man tragischerweise in
:diesen Brettern am Besten überhaupt nichts mehr postet, was
:auch nur im Entferntesten mit dem Judentum zu tun hat, da
:einem gleich der Schleier des Antijudaismus oder gar der
:gezielten Verbreitung von antijüdischer Propaganda angehaftet
/unterstellt) wird.
Schüttest Du da nicht das Kind mit dem Bade aus?
Gelegentlich kommen - wenn es um jüdische Themen geht - antijudaistische Äußerungen. Muß man sich als jüdischer Poster in dem Sinn wohlverhalten, daß man das nicht benennen darf - also zum Tabu machen?
Ganz drastisch gefragt: Dürfen Juden sich nur solange zu Judentum äußern, solange sie „nett“ sind und antijüdische Äußerungen übergehen? Wem hilft diese Art von Tabu?
In den letzten Wochen gab es eine Reihe von Fragestellungen, die Judentum betroffen haben. Ich kann nicht erkennen, daß irgendjemand hier irgendwas angehaftet wurde, außer daß Levay behauptet hat, ich hätte ihm Antisemitismus unterstellt.
a geht’s eben schon los. Man kann Zweifel auch anmelden, ohne
denjenigen Poster direkt zu beleidigen (oder im Bestfall eine
Fehlverhalten seinerseits zu unterstellen). Levay ist im Forum
durchaus als kompetenter Fachkundiger bekannt (insbesondere im
Forum Recht). Ich denke, es geht hier um ein Grundmaß an
gegenseitigem Respekt, oder nicht?
Ich hatte die Bemerkung ursprünglich flappsig gemeint. Daß sie so anders rüberkem, bedauere ich.
Erst später habe ich gelesen, daß Levay in seiner eigenen Homepage auf sein besonderes Interesse für Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie hinweist.
Von daher nehme ich inhaltlich nicht zurück, daß ich es schwach finde, wie er sich geäußert hat.
Wo übrigens blieb da der Respekt gegenüber meiner Tradition?
:Ich bin in keiner christlichen Kirche. Darum gelten für mich
maßgeblich auch nicht deren Katechismen, sondern die Bibel und
mein ethisches Grundverständnis (basierend und gefestigt
aufgrund der Bibel und der derzeitg herrschenden Moral).
Sollte ich als Jüdin hier die entsprechenden Erklärungen zum
Verhältnis Christen - Juden besser kennen oder hat sich das
noch nicht auf Gemeindeebene durchgesetzt und herumgesprochen
haben.
Also mein Verhältnis zu Juden ist klar und deutlich definiert.
Ich sehe mich als Erbe des Judentums.
Das verstehe ich nicht.
Somit gehören also auch
die jüdischen Mitmenschen zu meinen Brüdern und Schwestern.
Seit Christi Ankunft ist in meinem Erachten nicht die
Exklusivität der Juden (als auserwähltes Volk Gottes)
aufgehoben worden, sondern jedem Menschen das Recht eingeräumt
worden, dem auserwählten Volke Gottes beizutreten.
Die Auserwählung besteht darin, daß das jüdische Volk die Verpflichtung hat 613 Gebote zu befolgen. Diese gelten - außer der sieben noachidischen Gebote - für Nichtjuden nicht.
Paulus bezeichnet im Galaterbrief Christen, die die Gebote befolgen wollen, als „Geißel“.
Der Beitritt zum jüdischen Volk läuft über einen ziemlich langwierigen Übertrittsprozeß. Du schreibst, daß Du als Christ leben willst. Was meinst Du also mit diesem „beitreten“.
wir haben
den gleichen Gott- einen barmherzigen, konsequenten und
liebenden. Würde ich nun also dem Judentum irgendetwas
unterstellen (bspw.: Ätschi bätschi, ihr habt einen hassenden
Gott, wir Christen einen guten…), so würde ich damit ja auch
gleichzeitig meinen Gott beleidigen. Und das sollte doch einem
jeden Christen fernliegen…
schön wär`s - aber im Alltag schaut es gelegentlich anders aus.
Antwortet angekäst von der müßigen Diskussion und der -für
sein Ermessen- ablehnenden Haltung der Diskussionspartnerin
(oder etwa nicht?),
Worauf bezieht sich die Ablehnung?
Viele Grüße
Iris