Hallo Wissende,
z. Z. schreibe ich meine Diplomarbeit mit dem Titel Corporate Governance bei öffentlichen Ver- und Entsorgern. Und da (in diesem Titel) liegen schon die Probleme. Ich habe gerade Probleme bei der Formatierung von verschiedenen Begriffen:
1a) comply or explain; 1b) Comply or Explain; 1c) Comply-or-Explain; 1d) comply-or-explain
2a) Public-Private-Partnership, 2b) Public Private Partnership, 2c) Public-Private Partnership
3a)Principal-Agent-Problematik, 3b) Prinzipal-Agent-Problematik; 3c) Prinzipal Agent Problematik, 3d) Principal Agent Problematik, 3e)Principal-Agent Problematik, 3f) Prinzipal-Agent Problematik (und die ganzen Versionen klein geschrieben, außer Problematik)
4a) Best-Practice-Ansatz, 4b) Best Practice Ansätze, 4c) Best-Practice-Ansätze,
5a) Soft law, 5b) Soft Law.
Wie Ihr seht machen mir gerade die Angilzismen gerade gehörigen Ärger. Leider ist meine Fachliteratur sehr uneinheitlich in der Formatierung der o. g. Fachbegriffe. Gibt es nach Eurem Wissen deutsche Regeln für das eindeutschen von (engl.) Fachbegriffen? Wenn ja wo (Duden?) kann ich die finden?
Hoffe ihr helft mir weiter. Dank vorab.
Mike
Hallo Mike,
ich kann Dir auch nicht bis ins Detail weiterhelfen,
aber einige Regeln könntest Du beachten:
Wann immer möglich, verwende deutsche Begriffe
(u.U. die EN-Begriffe in Klammern dahinter)
Wenn sich die EN-Begriffe nicht vermeiden lassen:
- Eigennamen und feststehende Begriffe beginnen mit Großbuchstaben
- Überschriften können bei Bedarf einheitlich mit Großbuchstaben
geschrieben werden (außer Artikeln dann alle Begriffe groß)
Ebenso kann man aber einheitlich auch alle Überschriften mit
normaler Groß- und Kleinschreibung schreiben
- Bei Zusammensetzung englischer Begriffe gibt es keine doppelten
Bindestriche (z.B. Public-Private-Partnership geht nicht)
- Mehrgliedrige Begriffe sollte man generell versuchen zu vermeiden;
wenn das nicht möglich ist, dann sollte man sich bei dem Begriff
auf eine Sprache einigen (z.B. Prinzipal-Agent Problematik ist
komisch, da man „Agent“ eher als EN-Wort begreift).
Generell gilt ganz einfach: Was ist für den Leser verständlich?
Ein Prof von mir meinte mal: „Ziel des Studiums ist es, schwierige
Texte für sich selbst in verständliche Sprache zu setzen, und sie
wieder unverständlich zu machen, um als gelehrt zu gelten“. Anders
ausgedrückt: nur, wer den Mut hat, sich verständlich auszudrücken,
weiß, wovon er redet.
Anders ausgedrückt: Versuche doch, so viel wie möglich in DE in
normaler Schreibweise zu schreiben - und füge ein Glossar ein,
das die EN-Termini in den von Dir erläuterten deutschen Begriffen
enthält. Ebenso ist ein Stichwortverzeichnis immer ganz sinnvoll.
Wenn sich die EN-Begriffe nicht vermeiden lassen, dann achte darauf,
dass sie immer einheitlich (wenn möglich in EN) geschrieben sind
und beim ersten Auftreten erläutert werden.
Viele Grüße
Tanja
Hallo Tanja,
und vielen Dank für Deine Antworten. Ich werd mal schauen wie ich das hinbekomme… Aber ich denke Deine Anmerkungen werden mir helfen.
Mike