Nützen Leberschutztabletten was?

Hallo,

eine vielleicht etwas blöde Frage.
Eines vorab, es geht um einen Hund, nicht um einen Menschen. Aber ich denke, dass mir im Forum Gesundheit besser geholfen werden kann.

Also: Unser Hund leidet unter einer Autoimmunhämolitischen Anämie. Um die Krankheit im Griff zu behalten wird sie mit Imurek=Azatiophin (ich hoffe das schreibt man so) und Cortison behandelt. Um den Leberschaden einzuschränken, oder so gering wie möglich zu halten soll sie zusätzlich Lebertabletten nehmen.

Aber: Im Beipackzettel steht,"ersetzt nicht die Vermeidung der Leberschädigenden Ursachen (z.B. Alkohol).

Das gilt dann doch auch für Medikamente die die Leber schädigen. Oder nicht?

Bringt denn dann das Medikament überhaupt was, wenn sie gleichzeitig doch die „Leberschädigenden Medikamente“ weiterhin und wohl lebenslänglich nehmen muss. Oder kann ich mir diese Ausgabe sparen?

Danke Ute

Hi Ute,

welcher Wirkstoff ist denn in den Tabletten enthalten?
Das würde weiterhelfen

viele Grüße
Susanne

Hallo,

es handelt sich in der Hauptsache um Mariendistel, Ehrenpreis, Löwenzahn, Natrium sulfuricum und Schöllkraut. Also so wie es aussieht lauter Homöopathie.

Grüße und danke schonmal

Ute

Hallo!

es handelt sich in der Hauptsache um Mariendistel, Ehrenpreis,
Löwenzahn, Natrium sulfuricum und Schöllkraut. Also so wie es
aussieht lauter Homöopathie.

Viele Leute verstehen unter Homöopathie etwas anderes als gemeint ist.
Wirklich homöopathisch ist es eigentlich nur, wenn es durch Verdünnung extrem gering dosiert ist.
Also praktisch kein Wirkstoff mehr enthalten ist.
Ob Du das in dem Fall kaufen solltest, das… naja, ist wohl eine Glaubensfrage.
Schaden würde es in dem Fall wohl zumindest nicht der Gesundheit des Hundes.
Wenn da jedoch wirkliche Substanzmengen enthalten sind,
wäre ich zumindest sehr vorsichtig.
In Cocktails aus Naturstoffen hat man oft Sachen drin, die so nicht unbedingt gewünscht sind. „Natur“ meint nicht ungefährlich.
Azathioprin und Cortisonderivate sind sehr potente Immunsupressiva, können aber eben entsprechende Nebenwirkungen haben. Azathioprin wird zB auch als Zytostatikum in der Krebstherapie eingesetzt.
Wenn in den „Leberschutztabletten“ etwas drin ist, was Leberenzyme inhibiert, die bei der Verstoffwechselung der Medikamente wichtig sind, dann kann das zu bösen Nebenwirkungen führen.
Also… wenn es hier zB um meine eigene Gesundheit ginge, ich würde sowas in dem Fall nur bei positiven Wirksamkeitsstudien der Tabletten machen lassen und wenn sich das ein erfahrener Pharmakologe/Toxikologe vorher genau angeschaut hat, bzw. wenn die Konzentrationen der einzelnen Stoffwechselprodukte eng beobachtet werden. Also Kontrolle der Plasma- und Urinspiegel etc.

„Ein Arzneimittel, von dem behauptet wird, dass es keine Nebenwirkungen habe,
steht im dringenden Verdacht, auch keine Hauptwirkung zu besitzen.“

Gruß, Stefan

Hallo,
also es geht ja um ein Pflanzliches Mittel, oder evtl auch ein Homöopathisches, dass die Therapie unterstützen soll und von einem Tier-Arzt verschrieben wurde. Demnach scheint dieser dese Unterstützung der Leber durchaus für sinnvoll halten, da sie von den anderen Arzneien angegriffen wird.

Aber: Im Beipackzettel steht,"ersetzt nicht die Vermeidung der
Leberschädigenden Ursachen (z.B. Alkohol).

(achtung Humor:smile:
Das heißt, dass du deinem Hund ab sofort trotzdem das abendliche Bier verbieten solltest, wenn er die Mittel zur Therapie seiner alkoholbedingten Leber-Schädigung einnimmt. Nicht dass er auf die Idee kommt, dass er jetz ne Pille schluckt und weiterhin auf Sauftour gehen kann.
Damit es der Leber besser eghen kann muss er schon die schädigende Ursache abstellen, sofern möglich.
In eurem Fall ist es nicht möglich, die schädigenden Medis abzusetzen, aber vielleicht kann man auch durch andere Massnahmen unterstützen, zB. magere Kost. Fett schädigt auch die Leber. Und eben kein Bier mehr für den Hund :wink:

Das gilt dann doch auch für Medikamente die die Leber
schädigen. Oder nicht?

Ja normalerweise sagt die Packungsbeilage dieses Medikamentes, dass der Hund die schädigenden Ursachen abstellen muss, also andere Medis absetzen, was in diesem FAll natürlich nicht geht, bei Bier wäre es schon eher möglich.

Bringt denn dann das Medikament überhaupt was, wenn sie
gleichzeitig doch die „Leberschädigenden Medikamente“
weiterhin und wohl lebenslänglich nehmen muss. Oder kann ich
mir diese Ausgabe sparen?

Vermutlich ja, sonst hätte es der TA nicht unbedingt verschrieben. Als Phytotherapeutika (also direkte Zubereitung aus Pflanzen, nicht homöopathisch verdünnt) sind da durchaus wirksame Mittel drin, also solche die vom Bfarm überprüft wurden, die Berichte kannst du im Bundesanzeiger nachlesen, wenn du willst: http://www.bfarm.de/cln_029/nn_1198640/SharedDocs/Pu…

Es ist vermutlich als Therapieunterstützendes Mittel gedacht, damit die unweigerlich wegen der anderen Medis einsetzende Schädigung der Leber nicht so schlimm ausfällt, wie ohne dieses Leberschützende Mittel. Also ein Pflanzliches Mittel dass die Nebenwirkungen der Chemotherapie auffängt.

So würde ich es verstehen, wobei ich zur speziellen Therpie in diesem Fall nichts sagen kann, da ich die anderen Medis nicht kenn. Notfalls fragst du nochmal den Arzt oder besser den Apotheker, ob es wirklich unbedenklich ist, die Mittel zu kombinieren.
Gruß Susanne

Hallo Susanne,

herzlichen Dank für deine Tipps, also werde ich Ronja die Mittel mal weiter geben. Wir können ja eh nicht untersuchen wie es mit oder ohne sich ändert mit den Leberwerten, sondern nur messen wie es mit ist. Ihr eigentlicher Problemwert ist der GLDH der unter 9 sein sollte aber bei 27,1 ist. Die anderen Werte sind laut unserer TÄ bei ihrer Erkrankung durchaus im Rahmen.

Auch zum Spass,

auf das abendliche Bier verzichtet sie lieber, sie sagt ihr wird es schlecht in Verbindung mit den Medikamenten die sie bekommt :smile:))

Grüße Ute

Hallo Stefan,

vielen Dank für deine Tipps, das Problem ist wohl, dass es kaum Studien gibt die da auf den Hund abzielen. Wie ich schon oben geschrieben haben ist ihr Problemwert der GLDH Wert. Ich werde ihr die Tabletten nun mal weiter geben ich sehe es dann ja auch am nächsten Bluttest, ob die Werte sich verändern. So teuer sind sie ja nun auch nicht, im Verhältniss dazu was uns das Imurek kostet.

Viele Grüße Ute