Hallo, liebe Leute,
heute im Lokal stellte sich uns die Frage, woher eigentlich der Begriff 00 = Null-Null für das kleine Örtchen kommt, zu dem selbst der Kaiser von China angeblich zu Fuß hingehen muß. Keiner wußte es und man war der Meinung, das sei im Internet leicht zu erfahren. Ich Habs versucht, es will mir nicht gelingen. Weiß jemand von euch, wie es zu dieser Bezeichnung kam, woher sie stammt, wie alt sie ist etc. ?
Danke schon im voraus.
Magritte
‚Null-Null‘: bedeutet die Toilette (als Raum, der im Hotel nicht als Zimmer gilt, daher keine Nummer hat, sondern’00’).
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: null, S. 2. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 4385 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 3, S. 1102) © Verlag Herder]
Darüber hinaus auch ganz interessant:
null
Das Adjektiv null, aus lateinisch ‚nullus‘ = keiner, für die arabische Ziffer 0 gebraucht, ist in vielen Redensarten zu finden; seit dem 16. Jahrhundert ist es in der deutschen Rechtssprache belegt. Sehr bekannt ist heute noch die stabreimende Formel Null und nichtig: völlig ungültig, außer Kraft; vgl. ‚Lehens- und Besitzurkunden Schlesiens‘ (1883, II,365, vom Jahre 1522): »wofern einige brief und privilegien weren auszbracht und ertheilt worden, so thuen wir dieses alles … für null und nichtig erklären«. Kant (V,90): »Ein Vertrag, der in sich selbst null und nichtig ist«; Schiller (‚Wallensteins Tod‘ V,2): »Das Jurament ist Null«; vgl. französisch ‚C’est nul et d’aucune valeur‘; auch: ‚Nul et non avenu‘; englisch ‚that is null and void‘. Zu null werden: zu nichts werden, aufhören zu existieren; Goethe in der ‚Farbenlehre‘: »Ein brechend Mittel, in welchem die Farberscheinungen … völlig zu null werden könnten«. Null Komma nischt: gar nichts, ist eine junge, wohl vom Berlinischen ausgegangene Redensart, die aus der Schreibung 0,0 für ‚nichts‘ abgeleitet worden ist. In Zeit von null Komma nichts: in sehr kurzer Zeit. Null für Null aufgehen: genau aufgehen, so daß nichts übrigbleibt. Ein unbedeutender Mensch ist ‚Eine Null‘, ‚Ein Nichts‘; rheinisch ‚He ös de Null fier de Ziffer‘.
Von lauter Nullen regiert werden: von inkompetenten Leuten, auch: Da oben sitzen doch nur lauter Nullen, heißt es heute kritisch oder resignierend von Politikern und Managern, wenn Mißstände offenbar werden, wenn keine Abhilfe geschaffen wird, die dringend nötig erscheint.
In einem Kirchenlied von E. Neumeister (1671-1756) heißt es, jedoch in anderer, nicht übertragener Bedeutung: »Mein Jesus kann addieren und kann multiplizieren, auch da, wo lauter Nullen sind«.
Rheinisch ‚nulle maken‘, aufschneiden, ‚Wind machen‘; ‚sin Alter nullt‘ sagt man, wenn jemand glatte 20, 30, 40 usw. Jahre alt wird; ‚dat nollt sich‘ (bei einer Rechnung), das summiert sich; auch viele kleine Beträge können eine große Rechnung ergeben.
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: null, S. 2. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 4385 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 3, S. 1101-1102) © Verlag Herder]
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