Sind beim Philosophieren an Silvester auf folgende nicht zu klärende Frage gestoßen: Wie war das eigentlich mit den Nummernschildern in der BRD vor der Wiedervereinigung? Folgendes Problembeispiel:
Meine Heimatstadt Gera hatte zu DDR-Zeiten ein N, weil die Bezirke wohl durchbuchstabiert waren. Nach der Wiedervereinigung gab es das „G“. Warum aber hat nicht Gelsenkirchen das „G“ bekommen? Oder hatten die das „G“ vorher und mussten es für die wunderschöne Stadt in Thüringen abgeben? Das kann ich mir aber nicht vorstellen, denn das hätte ja Unmengen Geld gekostet.
Ich dachte nämlich bisher immer, dass die großen Städte den einzelnen Buchstaben bekommen (Dortmund anstatt Dresden, Frankfurt a.M. anstatt Frankrfut a.d.O., Berlind anstatt Bielefeld).
die Kennzeichen wurden nach Größe und Wichtigkeit vergeben, deshalb D für Düsseldorf und DO für Dortmung, GE für Gelsenkirchen, weil das nicht groß genug war, R für Regensburg als Sitz einer Bezirksregierung usw. usf. Das Einsortieren hat ja nach der Wiederveinigung prima geklappt, bloß das L war zunächst verunglückt: Im Zuge einer Verwaltungsreform waren Gießen und Siegen zum Lahnkreis zusammengefasst worden, so dass das L für Leipzig erstmal futsch war. Das ist aber inzwischen korrigiert worden, und selbst Zwickau wurde mit dem Z geadelt, weil ZK zu blöd ausgesehen hätte. Gott sei Dank, sonst hätten die Zwiggauer umlernen müssen. Pech hatten allerdings die Rostocker: HRO sieht aus wie ein Kuhdorf, aber HR war halt schon weg. An die Hanse hatte natürlich niemand gedacht.
Die ursprünglichen Kennzeichen sind von einem Ministerialbeamten entwickelt worden (nach dem Name suche ich noch), der ein Genie auf dem Gebiet der Mnemotechnik gewssen sein muss. SLS und OTW, SMÜ und MOD - das waren noch Kürzel! So ein Murks wie OA neben OAL wäre dem nicht passiert, das haben erst die Verwaltungsreformer 1972 verbrochen.
Sind beim Philosophieren an Silvester auf folgende nicht zu
klärende Frage gestoßen: Wie war das eigentlich mit den
Nummernschildern in der BRD vor der Wiedervereinigung?
Die Wiedervereinigung wurde bei der Etablierung des Systems mit einkalkuliert. Die entsprechenden Buchstaben/-kombinationen für die DDR-Städte/Landkreise wurden nicht an westdeutsche Komunen vergeben. Die einzige prominente fehlvergabe hat drambeltier ganz korrekt erläutert.
Hallo,
Der Kreis Siegen wurde mit dem Kreis Wiigenstein zusammengelegt und behielt SI. Wilde Zone wurde mit Dillenburg zu L zusammengelegt. Giessen ist heute wieder eigener Kreis.
Wie hiess es bei der Fahrschule BW? Fürchte Dich vor Eis und Schnee, vor SLS und OTW.
Gruss
Rainer
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Re^2: da fehlen aber noch drei
Servus!
Moin, Moin!
HST = Stralsund
ich war felsenfest davon überzeugt, Stralsund läge in Schweden
und Wismar bei Reval. Aber wie passen Greifswald und Hanse
zusammen?
So:
1278: Handelspolitische Aktivitäten Greifswalds im Zusammenwirken mit den wendischen Seestädten von Lübeck bis Stettin, die in der Folge den Kern des Städtebundes der Hanse bilden. Greifswalds Entwicklung wird bis zum 15. Jh. geprägt von seiner Zugehörigkeit zur Hanse.
(Quelle: http://www.greifswald.de/modules.php?op=modload&name…)
Pech hatten
allerdings die Rostocker: HRO sieht aus wie ein Kuhdorf, aber
HR war halt schon weg. An die Hanse hatte natürlich niemand
gedacht.
die Rostocker Autos teilen ihr „Schicksal“ mit denen aus
HST = Stralsund
HGW = Greifswald
HWI = Wismar
an die Du nicht gedacht hast (oder noch nie gesehen hast).
Allerdings sind diese Städte ein Stückchen kleiner und auch keine ehem. bezirksstädte, so dass eine dreibuchstabige kennzeichnung nachvollziehbar ist. Rostock hätte demgegenüber eigentlich wie Kiel und Lübeck eine zweibuchstabige Kennzeichnung verdient gehabt.
schönen Dank - das ist eine ziemliche Erleuchtung.
Wegen Größe und Wichtigkeit frag ich mich jetzt allerdings: Der belangloseste Landkreis der gebrauchten Bundesländer, der der Legende nach den Anstoß zur ersten großen Flurbereinigung gab, nämlich TT: Wie kam wohl der zu der Ehre, keine drei Buchstaben führen zu müssen, obwohl er sich mit ernst zu nehmenden Warnschildern wie z.B. STO, EHI und SLG nicht viel genommen hat? Hat das mit dem Geschlecht derer zu Montfort zu tun?
wurden Gießen und Wetzlar zu Lahnstadt, mit dem Kennzeichen L. Dieses ging dann nach der Wende an Leipzig.
Gießen und Siegen zum Lahnkreis zusammengefasst worden, so
dass das L für Leipzig erstmal futsch war.
Siegen scheidet schon aus dem einfachen Grund aus; weil es in NRW und Gießen in Hessen liegt
Wetzlar ist Kreissitz des heutigen Lahn-Dill-Kreises (LDK).