Nur für Träumer und Besserverdiener

Hi,

Nein, Raimund. Hier wird versucht, auf Kosten der
einkommensbehinderten das nicht funktionierende System
aufrecht zu erhalten. Entweder SoHi oder ordentlich bezahlte
Arbeit, keinen Job zu Dumpingpreisen!

Du verwechselst die Arbeiten: es sollen keine
Facharbeiterarbeiten damit ausgeführt werden. Es geht um
Aufräumarbeiten u. ä.

Ja und? Weshalb sollen diese Dreckarbeiten schlecht bezahlt werden? Es gibt keinerlei Grund dafür. Frag mal Tanja, was man so in ner Putzfirma verdient.

Auch der vor kurzem hier erwähnte Einsatz zur Kranken- und
Altenpflege ist nicht möglich. diese Leute müssen speziell
ausgebildet werden. Das ist aber hier fehl am Platz.

Tja, die verdienen hier im Osten ca. 820 Euro netto für diese Spezialausbildung. Dafür nimmt man aber auch 59-jährige, die anderweitig sonst noch tiefer absacken würden (macht ein Bekannter, eigentlich Fachingenieur).

Nein, ich komme immer mehr zu der Meinung, dass diese 1 € -
Jobs gar nicht so dumm sind.
Das Problem ist nur, dass man einen vor Gicht gebeugten nicht
zum Unkrautjäten einsetzt! Also hier keine Willkür anwendet.

Das funktioniert bei älteren schon rein körperlich nicht. Du bist selbst nicht mehr der jüngste. Wenn du nicht täglich konstant deine Ausarbeitung hast, bringen dich körperlich anstrengende Arbeiten schnell ins Krankenhaus. Also mal so fix einen oberhalb 45 zum Spargelstechen einsetzen für vier Wochen kannste getrost vergessen z.B.
Überdies haben hier viele eine gute Ausbildung aber dennoch keinen Job. Was macht ein Meister im Tiefbau heute, der 22 Jahre im Tagebau gearbeitet und 120 Leute dirigieren mußte mit 52? Diese Jobs sind ne Zumutung, um dieses faulen Staat weiter aufrecht zu erhalten, mehr nicht. Entweder asuch für Aufräumarbeiten Minimum 1200 Euro brutto oder keine Arbeit erledigen. Die Dumpinglöhne sind nur Beschiß.

Gruß
Frank

Was für ein Widerspruch

aufrecht zu erhalten, mehr nicht. Entweder asuch für
Aufräumarbeiten Minimum 1200 Euro brutto oder keine Arbeit
erledigen. Die Dumpinglöhne sind nur Beschiß.

ALGII, mit allen Zuschüssen ca. 700 Euro NETTO, 8h/d, 4d/woche = 160h/Monat, macht zusammen 860 Euro NETTO. Kommt doch mit den 1200 Euro brutto gut hin. Wozu die Aufregung also?

520 € Alhi zzgl. 54 Euro Mitzuschuß bei 290 Euro Warmmiete
Dem bleiben satte 100 Euro abzüglich der Fixkosten zum leben.

Strom, Telefon, GEZ, Örtliche Müllabgabe (Jahresgebühr), …
Halt das nötigste, was einem teils von aussen auferlegt wird.

520 + 54 - 290 - 100 = 184 EUR konkrete Fixkosten

Strom: 15 EUR
(bei mir sind es 26 EUR alle 2 Monate; 1 Personenhaushalt -
kleine Wohnung)

Telefon: 20 EUR
analoger Anschluß + paar Gespräche (überwiegens
Ortsgespräche); wenn das Geld knapp ist, würde _ich_ das
Telefon abmelden und auf ein Prepaid-Handy umsteigen.

GEZ: 15 EUR (IIRC)

Müll: ich denke, es ist eine Warmmiete?

ÖRTLICHE Müllabgabe und Feuerwehrabgabe.

in Summe 50 EUR.

Wenn wir von etwa weiteren 50 EUR für diverse Versicherungen
ausgehen (Privat-HV, UV, ggf. Hausrat; Rest in dieser
Situation mutmaßlich unnötig oder beitragsfrei zu stellen),
wären noch 84 EUR Differenz.

Nun wird jeder unterschiedliche Prioritäten bei seinen Kosten
haben - der eine wird Zigaratten als absolut notwendig anehen,
der andere einen ISDN+DSL-Anschluß, der dritte will unbedingt
seine Kapitallebensversicherung weiter besparen oder was auch
immer. Das ist letztlich auch nicht das Problem bzw. sollte
gar nicht gewertet werden. Nur muß man sich dann halt bewusst
machen, daß man seine Prioritäten in einer bestimmten Art
gesetzt hat.

Was willst du mir jetzt erzählen? Dass man selbst von 6 euro am Tag wie die Made im Speck lebt? Schonmal daran gedacht, dass da evtl noch 2 Kinder sein könnten, um die man sich auch kümmern möchte, die aber ne Busfahrt weit weg wohnen (4,40 hin und zurück)?
Muß er nicht. Ein altes Auto hat dieser Verbrecher auch noch. Verkaufen? Lohnt nicht - Bus wäre teurer. Da gibts noch tausend andere Kleinigkeiten, die so anfallen. Selbst sich um nen Job zu kümmern verursacht Kosten, die das AA lange nicht übernimmt. Und wenn es nur die Fahrt zu einem Papierladen ist.

Deine Kostenaufrechnung ist auch zu niedrig. Wer 26 Euro Strom alle zwei Monate zahlt, isst bei Mutti und lässt da die Wäsche waschen. Telefon: 17 Eu Grundgebühr. Setze mal 30 an.
Egal wohin due willst: alles kostet, und teils nicht wenig. Was macht ein Mensch in dieser Situation? Das ist offener Strafvollzug, mehr nicht.
Wer da noch Neid gegenüber denen aufkommen lässt, hat sie imho nicht mehr alle. Auch wenn es einige toll finden - das ist aber sicher die Ausnahme.

OK, zahlst du eben seine Sozialabgaben mit.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ÖRTLICHE Müllabgabe und Feuerwehrabgabe.

Ich weiß nicht, was Du mit einer örtlichen Müllabgabe meinst. Müllabfuhr wird von der Gemeinde zusammen mit der Grundsteuer erhoben und ist in den Nebenkosten enthalten.

Feuerwehrabgabe gibts in keinem Ort, den ich kenne. Was nichts heissen muß; nur ist es mir halt unbekannt.

nen Job zu kümmern verursacht Kosten, die das AA lange nicht
übernimmt. Und wenn es nur die Fahrt zu einem Papierladen ist.

In jedem nennenswerten Supermarkt (abgesehen vielleicht von Aldi oder Lidl) gibts Papierwaren. Deswegen fährt keiner extra in der Gegend rum.

Deine Kostenaufrechnung ist auch zu niedrig. Wer 26 Euro Strom
alle zwei Monate zahlt, isst bei Mutti und lässt da die Wäsche
waschen.

Hast Recht. Müssten ca. 26 EUR monatlich sein.

Telefon: 17 Eu Grundgebühr. Setze mal 30 an.

Ferngespräche sind mittlerweile ab 1,5 Cent / Minute zu haben. Wenn ich kein Geld habe, telefoniere ich nicht 10 oder 15 Stunden im Monat.

Wer da noch Neid gegenüber denen aufkommen lässt, hat sie imho
nicht mehr alle. Auch wenn es einige toll finden - das ist
aber sicher die Ausnahme.

Eine Sozialleistung kann nichts anderes als Wohnung + Essen + absolute Grundbedürfnisse ermöglichen.

ÖRTLICHE Müllabgabe und Feuerwehrabgabe.

Ich weiß nicht, was Du mit einer örtlichen Müllabgabe meinst.
Müllabfuhr wird von der Gemeinde zusammen mit der Grundsteuer
erhoben und ist in den Nebenkosten enthalten.

Feuerwehrabgabe gibts in keinem Ort, den ich kenne. Was nichts
heissen muß; nur ist es mir halt unbekannt.

Ich müßte nachsehen, wie das genau heißt. Wird für Sperrmüll u.ä. erhoben. Ist regional unterschiedlich.

nen Job zu kümmern verursacht Kosten, die das AA lange nicht
übernimmt. Und wenn es nur die Fahrt zu einem Papierladen ist.

In jedem nennenswerten Supermarkt (abgesehen vielleicht von
Aldi oder Lidl) gibts Papierwaren. Deswegen fährt keiner extra
in der Gegend rum.

Erzähle das einerm auf dem Dorf. Soll der fliegen statt fahren? Hier gibts tatsächlich Orte ohne Markt.

Deine Kostenaufrechnung ist auch zu niedrig. Wer 26 Euro Strom
alle zwei Monate zahlt, isst bei Mutti und lässt da die Wäsche
waschen.

Hast Recht. Müssten ca. 26 EUR monatlich sein.

Telefon: 17 Eu Grundgebühr. Setze mal 30 an.

Ferngespräche sind mittlerweile ab 1,5 Cent / Minute zu haben.
Wenn ich kein Geld habe, telefoniere ich nicht 10 oder 15
Stunden im Monat.

Handy vergessen? Wer ist heute noch per Normalanschluß zu erreichen?

Wer da noch Neid gegenüber denen aufkommen lässt, hat sie imho
nicht mehr alle. Auch wenn es einige toll finden - das ist
aber sicher die Ausnahme.

Eine Sozialleistung kann nichts anderes als Wohnung + Essen +
absolute Grundbedürfnisse ermöglichen.

Was sind „absolute Grundbedürfnisse“? Geht es Schimpansen im Zoo dann wenigstens besser? Sicher, die sind gottseidank zu dumm um dieses Elend zu erleben.
Auch etwas Kultur gehört für mich zu den Grundbedürfnissen. Das ermöglicht erst einmal ein soziales Zusammenleben. Und diese können sich erwerbsverhinderte mit Sicherheit nicht leisten.
So zu leben ist noch weit unter DDR-Niveau. Ich verstehe nicht, was ein „Wessi“ daran so toll findet?

Ich müßte nachsehen, wie das genau heißt. Wird für Sperrmüll
u.ä. erhoben. Ist regional unterschiedlich.

Ja, mag sein. Andere Städte - andere Sitten. Soll ja auch Städte mit Zweitwohnsitzsteuer geben.

Erzähle das einerm auf dem Dorf. Soll der fliegen statt
fahren? Hier gibts tatsächlich Orte ohne Markt.

Nun, aber man wird ja wohl irgendwo sein Brot / Wurst / Getränke etc. einkaufen. In einem solchen Markt wird es meistens auch Papierwaren geben. Man fährt also nicht extra (!) wegen den Papierwaren herum.

Abgesehen davon wird es nicht allzuweit zu einem Ort mit Markt sein. Ich komme ursprünglich vom Land (500 Einwohner) - bis zum nächsten Supermarkt (Rewe) waren es 2 KM. Also nichts wofür man einen PKW oder geschweige denn ÖPNV (fährt dort erst gar nicht) zwingend gebraucht hätte.

Handy vergessen? Wer ist heute noch per
Normalanschluß zu erreichen?

Leute, die es sich nicht leisten können oder wollen. Naja, wohl eher nur die, die es sich nicht leisten wollen.

Weißt Du, ich habe auch lange genug ohne allzu hohes Einkommen gelebt. Aber wenn ich kein Geld auf der Naht habe, dann halte ich mir doch nicht zwei Telefone. Genausowenig würde _ich_ (wie gesagt: das mag jeder halten wie er will) mir im Hartz4-Fall auch kein Auto leisten sondern auf Fahrrad oder Moped umsteigen.

Aber das ist genau das, was ich ein paar Postings weiter oben gemeint habe. Jeder hat da seine unterschiedlichen Prioritäten. Was dem einen die Zigarette ist dem anderen das Handy. Und der dritte wird seine Ausgaben auf absolute Grundbedürfnisse (Wohnen+Essen) beschränken und erst dann sehen, was übrig ist.

Ist halt Ansichtssache: Entweder verteile ich mein Einkommen auf irgendwelche vermeintlich notwendige Fixkosten und lebe (esse) vom Rest. Oder ich mach’ es umgekehrt.

Und verschone mich mit einer „Affen im Zoo“-Polemik. Das hilft Dir keinen Meter weiter. Letztlich hat man im Sozialfall (Hartz4) ein Dach über dem Kopf, was zu Essen und geringe Geldmittel für Grundbedürfnisse an Kleidung, Kultur etc. Nichts anderes kann Sinn einer Sozialleistung sein - sonst gibt es keinen Anzeiz mehr, selbst für seinen (höheren) Lebensstandard aufzukommen.

Auch etwas Kultur gehört für mich zu den Grundbedürfnissen.

Welche konkreten Vorstellungen von Kultur hast Du? Auf dem Dorf sind die Angebot ja ohnehin etwas eingeschränkt :wink: Lesen und Musik fallen nicht geldmäßig nicht weiter ins Gewicht (öffentliche Bibliothek / GEZ schon genannt). Kino oder Theater - nun ja, in gewissen Zeitabständen wird das möglich sein. Außer natürlich man leistet sich statt dessen zwei Telefone (was OK ist, nur darf man sich dann halt nicht beschweren, wenn das Geld für’s Kino fehlt).

Hallo Frank,
jetzt kommen wir der Sache schon näher. es geht Dir nicht um den Verdienst der leute, sondern dass Du als Deutscher für Deutsche in Not etwas zahlen sollst?
Grüße
Raimund

Könnte ich bitte noch auf meinen Beitrag Siemens und Steuern weiter unten im Brett eine Antwort haben?

Danke.

Gruß,
Christian

Achtung, evtl. Zeilenumbruch

http://demokratieundrecht.frischerwind-online.de/doc…

http://www.frischerwind-online.de/

http://www.montagsdemo-muenchen.de/

Hallo,

jetzt kommen wir der Sache schon näher. es geht Dir nicht um
den Verdienst der leute, sondern dass Du als Deutscher für
Deutsche in Not etwas zahlen sollst?

Quatsch. Zahlen tu ich das eigentlich sowieso. Nartürlich gehts um den Verdienst der Leute, was sonst? Jeder, der mit nem Dumpinglohn beschäftigt wird, verringert letztlich auch das Einkommen besser verdienender, weil er nix zum Konsum beiträgt.
Dass selbst die Löhne viel zu niedrig sind, hatte Rainer schon erwähnt.
Wir könnten uns mal einem Spass machen: Du schreibst mir auf, was du dir im Monat für 1100 Euro auf der Hand nach den heutigen Preisen leisten würdest und ich schreibe DDR-Preise dahinter, detailliert. Ich hatte mal soviel in Ost-Mark im Monat. Ich vermute, ich hätte dann noch 600-800 Mark übrig. So weit sind wir abgesackt.

Gruß
Frank

Erzähle das einerm auf dem Dorf. Soll der fliegen statt
fahren? Hier gibts tatsächlich Orte ohne Markt.

Nun, aber man wird ja wohl irgendwo sein Brot / Wurst /
Getränke etc. einkaufen. In einem solchen Markt wird es
meistens auch Papierwaren geben. Man fährt also nicht extra
(!) wegen den Papierwaren herum.

Man braucht aber ein ganz kleinwenig mehr Aufwand dafür. Dieser subsummiert sich aber häufig dramatisch! Manchmal geht das Papier auch aus, ohne dass man was anderes kaufen will.

Abgesehen davon wird es nicht allzuweit zu einem Ort mit Markt
sein. Ich komme ursprünglich vom Land (500 Einwohner) - bis
zum nächsten Supermarkt (Rewe) waren es 2 KM. Also nichts
wofür man einen PKW oder geschweige denn ÖPNV (fährt dort erst
gar nicht) zwingend gebraucht hätte.

Vergiß es. Zwei Orte weiter von hier sind es in jede Richtung locker 5km. Ist hier nicht unüblich.

Handy vergessen? Wer ist heute noch per
Normalanschluß zu erreichen?

Leute, die es sich nicht leisten können oder wollen. Naja,
wohl eher nur die, die es sich nicht leisten wollen.

Weißt Du, ich habe auch lange genug ohne allzu hohes Einkommen
gelebt. Aber wenn ich kein Geld auf der Naht habe, dann halte
ich mir doch nicht zwei Telefone. Genausowenig würde _ich_
(wie gesagt: das mag jeder halten wie er will) mir im
Hartz4-Fall auch kein Auto leisten sondern auf Fahrrad oder
Moped umsteigen.

Wieso ZWEI Telefone? Ich kenne Leute, die kommen mit einem O2 statt Festnetz sehr gut zurecht.
Mit 38, jetzt, hätte ich auch keine Probleme, mit dem Fahrrad zu fahren. Aber wenn man älter ist, geht das nur bedingter. Es lässt sich nicht so viel wegschleppen, auf einiges muß verzichtet werden.

Aber das ist genau das, was ich ein paar Postings weiter oben
gemeint habe. Jeder hat da seine unterschiedlichen
Prioritäten. Was dem einen die Zigarette ist dem anderen das
Handy. Und der dritte wird seine Ausgaben auf absolute
Grundbedürfnisse (Wohnen+Essen) beschränken und erst dann
sehen, was übrig ist.

Ist halt Ansichtssache: Entweder verteile ich mein Einkommen
auf irgendwelche vermeintlich notwendige Fixkosten und lebe
(esse) vom Rest. Oder ich mach’ es umgekehrt.

Ich wette, dass du noch recht jung bist, stimmts? Als älterer kommst du mal in diese Situation, da stehen auf einmal die Kosten, die du dir gestern noch leisten konntest und heute nicht unbedingt drauf verzichten willst. Gestern gabs noch DSL, Zeitung jeden morgen, … Und was les ich heute zum Kaffee?? Auch das ist Kultur.

Und verschone mich mit einer „Affen im Zoo“-Polemik. Das hilft
Dir keinen Meter weiter. Letztlich hat man im Sozialfall
(Hartz4) ein Dach über dem Kopf, was zu Essen und geringe
Geldmittel für Grundbedürfnisse an Kleidung, Kultur etc.
Nichts anderes kann Sinn einer Sozialleistung sein - sonst
gibt es keinen Anzeiz mehr, selbst für seinen (höheren)
Lebensstandard aufzukommen.

Nun sind wir aber bei der Unverschämtheit, Arbeitslose, die länger als ein Jahr vergeblich nach einem Job rumrennen, mit Stützeempfängern gleichzusetzen, weil der Staat mit der Ökonomie nicht klarkommt. Arbeitslose sind aber KEINE Hilfebedürftigen sondern Ausgegrenzte!!!
Hier werden, auch von den Medien, Argumente für Stützeempfänger ins Spiel gebracht, die für arbeitswillige eigentlich nur noch eine Frechheit sind.
Zu den Affen: ich hätte auch Robben oder Tiger oder Hühner im Käfig nehmen können.

Auch etwas Kultur gehört für mich zu den Grundbedürfnissen.

Welche konkreten Vorstellungen von Kultur hast Du? Auf dem
Dorf sind die Angebot ja ohnehin etwas eingeschränkt :wink:

Allgemeine. Sich ne Zeitung leisten zu können. Sich ein, zweimal im Monat zum Kegelabend zu treffen, der sicher auch 5-10 Euro kostet, Mal abends in die Kneipe zum quatschen statt frentzusehen, seinem Sport nachgehen im Waldbad oder ins Kino. Halt alles, was den Mensch zum Menschen macht - seine Kultur.

Lesen
und Musik fallen nicht geldmäßig nicht weiter ins Gewicht
(öffentliche Bibliothek / GEZ schon genannt).

Wo gibts noch ne öffentliche Bibliothek? Die bücher heutzutage sind ne Katastrophe. Musik mache ich seber - kostet auch im Vorfeld einiges an Geld.

Kino oder
Theater - nun ja, in gewissen Zeitabständen wird das möglich
sein. Außer natürlich man leistet sich statt dessen zwei
Telefone (was OK ist, nur darf man sich dann halt nicht
beschweren, wenn das Geld für’s Kino fehlt).

Du scheinst nicht zu begreifen, worauf ich hinaus will: was soll diese Ausgrenzerei? Egal, wohin du gehst, es wird fröhlich abgezockt.
Mach dir auch mal den Spass, und schreibe mir detailliert auf, was du dir im Monat für 1100 Euro leistest. Soviel hatte ich in Ostmark und werde mal die Preise dahinterschreiben. Vielleicht wird dann ersichtlich, wieviel Lebensqualität viele hier eingebüßt haben. Diese Ausgegrenztheit hier betrachte ich als Freiheitsberaubung. Und mit 1200 Euro netto zu arbeiten ist fast schon Strafvollzug im offenem Arbeitslager. Davon kannst du heute gerademal deine Arbeitskraft reproduzieren.

Gruß
Frank

Hallo Frank!

Wir könnten uns mal einem Spass machen: Du schreibst mir auf,
was du dir im Monat für 1100 Euro auf der Hand nach den
heutigen Preisen leisten würdest und ich schreibe DDR-Preise
dahinter, detailliert.

Von 1100 Euro kaufe ich:

Einen 12 Jahre alten Opel-Kadett, Tüv 05, 78.000 km gelaufen (Rentnerauto), gut gepflegt (800 €) und einen nagelneuen Farbfernseher (300 €).

So, nun schreib die DDR-Preise von 1988 oder 89 dahinter. Statt eines Opel-Kadett darfst Du einen Trabant 601 nehmen. *Händereib*

Das Beispiel gefällt Dir nicht? Na gut, nehmen wir was anderes: Für 1100 € buche ich 14 Tage Spanien Costa del sonstwas (1095 €). Als Wegzehrung nehme ich 2 Pfund Bananen (2 €) sowie ein Netz Apfelsinen (2 €) mit. Mit dem verbliebenen Euro telefoniere ich per Handy mit den Daheimgebliebenen.

Haste den Beistift gespitzt? Dann schreib die DDR-Preise dazu.

Hach, ist es heute ein schöner Tag!

Gruß
Wolfgang

Diese Ausgegrenztheit hier betrachte ich
als Freiheitsberaubung. Und mit 1200 Euro netto zu arbeiten
ist fast schon Strafvollzug im offenem Arbeitslager. Davon
kannst du heute gerademal deine Arbeitskraft reproduzieren.

Hallo
Das lohnt ja nicht mal nen Kommentar…
Greetz
Bommel

Hallo Frank!

Wir könnten uns mal einem Spass machen: Du schreibst mir auf,
was du dir im Monat für 1100 Euro auf der Hand nach den
heutigen Preisen leisten würdest und ich schreibe DDR-Preise
dahinter, detailliert.

Von 1100 Euro kaufe ich:

Einen 12 Jahre alten Opel-Kadett, Tüv 05, 78.000 km gelaufen
(Rentnerauto), gut gepflegt (800 €) und einen nagelneuen
Farbfernseher (300 €).

Detailliert schrieb ich dazu!!!
Von dem Opel und dem Fernseher wirst du kaum satt. Mit 1100 Ostmark hätte es nämlich langfristig nicht gejuckt, für diesen Opel 8000 Mark hinzulegen oder für den Fernseher 6000 unterm Strich.

So, nun schreib die DDR-Preise von 1988 oder 89 dahinter.
Statt eines Opel-Kadett darfst Du einen Trabant 601 nehmen.
*Händereib*

Das Beispiel gefällt Dir nicht? Na gut, nehmen wir was
anderes: Für 1100 € buche ich 14 Tage Spanien Costa del
sonstwas (1095 €). Als Wegzehrung nehme ich 2 Pfund Bananen (2
€) sowie ein Netz Apfelsinen (2 €) mit. Mit dem verbliebenen
Euro telefoniere ich per Handy mit den Daheimgebliebenen.

Wenn man mal davon absieht, dass das nicht möglich war, konnte ich für den Preis auch locker nen Schwarzmeerurlaub in Sotchi buchen. Oder 140 Tage Ostsee.

Haste den Beistift gespitzt? Dann schreib die DDR-Preise dazu.

Hach, ist es heute ein schöner Tag!

Schreib erstmal detailliert hin, was du für den Monat benötigst. Klopapier und Zahncreme nicht vergessen. Das soll ein Beispiel werden wie wesentlich mehr persönliche Freiheit früher vorhanden war. Das mit Modellen oder Sorten vergleichen zu wollen, bringt nicht viel. Die Entwicklung ging ja auch weiter.

Also! Detaillierter.

Gruß
Frank

Guten Abend!

Das soll ein Beispiel werden :wie wesentlich mehr :stuck_out_tongue:ersönliche Freiheit früher :vorhanden war.

Falls Du Wert darauf legst, suche ich Dir die Zahlen raus, wieviele Leute bei der Wahrnehmung ihrer persönlichen Freiheit an der Westgrenze der DDR erschossen wurden. Erkundige Dich, wieviele Leute jahrelang einsaßen, weil sie persönliche Freiheiten zu haben glaubten. Aufschlußreich für Dich könnten Gespräche mit Leuten sein, die ihre persönliche Freiheit darin sahen, ohne LPG als Landwirt selbständig zu sein. Auch beliebige andere Selbständige werden Dir erzählen können, wie spaßig die Sache mit der persönlichen Freiheit war. Höre mal herum, welche Voraussetzungen zu erfüllen waren, um studieren zu dürfen. Schließlich frage beliebige DDR-Bürger, was man über Grundnahrungsmittel hinaus für die Alu-Chips kaufen konnte. Wer wie ich fast 10 Jahre lang regelmäßig durch die DDR fahren mußte, bekam Spießigkeit, Überwachung und Schikane zu spüren, aber nie den Geruch von Freiheit.

Es ist schon ein starkes Stück, von persönlichen Freiheiten in der DDR zu reden. Die gabs für linientreue Genossen und sonst gar nicht.

Gruß
Wolfgang

Hi

Vergiß es. Zwei Orte weiter von hier sind es in jede Richtung
locker 5km. Ist hier nicht unüblich.

Ich und 2 Kollegen sind in der 5. bis incl. 8 Klasse jeden Morgen
~9km zur Schule hin, und nachmittags wieder ~9km zurück gefahren.
Das haben wir sogar im Winter gemacht. Wir waren 12 jährige Knirpse
als wir damit anfingen. Wenn _wir_ das konnten (und wir haben das
freiwillig gegen den Willen unserer Eltern gemacht)und hatten einen
Riesenspaß dabei, dann können das auch Erwachsene.

grüße, rené

Guten Abend!

Moinmoin.

Es ist schon ein starkes Stück, von persönlichen Freiheiten in
der DDR zu reden. Die gabs für linientreue Genossen und sonst
gar nicht.

Har-har.
Ich bin Baujahr ´66. Früher sah das wohl anders aus, aber in meinem Alter war dsas bei weitem nicht so. Auch von mir gab es genügend Anschisse gegen dieses Land - aber begründet! Was ich auszusetzen hatte? Garnichts! Es ist und bleibt immer die Frage, wie man mit den Leuten umgeht oder bzw. für was man eigentlich einsteht.
Ich hatte meinen Studienplatz 1990 sofort nach dem Wehrdienst sicher an der TH Leipzig. Problemlos. Wenn du meine Lebensgeschichte kennen würdest, würdest du vermutlich den Kopf schütteln.

Aber um Geschehnisse zu Ostzeiten geht es überhaupt garnicht!
Ich wollte dir vor Augen führen, wie Privateigentum auch dich ausgrenzt. Es zockt nämlich genau da ab, weo du dir täglich eine kleine persönliche Freiheit gönnen möchtest. Leider gibt es kein anderes authentisches Beispiel als eine DDR - was aber keinesfals heisst, dass ich da alles i.O. fand.

Gruß
Frank
PS: wo bleibt die Haushaltsauflistung? :smile:

Hi

Vergiß es. Zwei Orte weiter von hier sind es in jede Richtung
locker 5km. Ist hier nicht unüblich.

Ich und 2 Kollegen sind in der 5. bis incl. 8 Klasse jeden
Morgen
~9km zur Schule hin, und nachmittags wieder ~9km zurück
gefahren.
Das haben wir sogar im Winter gemacht. Wir waren 12 jährige
Knirpse
als wir damit anfingen. Wenn _wir_ das konnten (und wir haben
das
freiwillig gegen den Willen unserer Eltern gemacht)und hatten
einen
Riesenspaß dabei, dann können das auch Erwachsene.

Nunu. Erklär das deiner 86-jährigen Oma. Vermutlich ist die dann schon auf dem Hinweg verhungert.

Gruß
Frank

Diese Ausgegrenztheit hier betrachte ich
als Freiheitsberaubung. Und mit 1200 Euro netto zu arbeiten
ist fast schon Strafvollzug im offenem Arbeitslager. Davon
kannst du heute gerademal deine Arbeitskraft reproduzieren.

Hallo
Das lohnt ja nicht mal nen Kommentar…

Klar, das müßtest du erstmal begreifen. aber da scheint es zu hapern…

Greetz
Bommel

Griesbrei
Frank

Diese Ausgegrenztheit hier betrachte ich als Freiheitsberaubung.
Und mit 1200 Euro netto zu arbeiten ist fast schon Strafvollzug
im offenem Arbeitslager.

Zumindestens wissen wir jetzt auch, was Du eigentlich willst. Staatliche Unterstützung von mehr als 1.200 EUR monatlich.

Das hättest Du auch gleich sagen können :wink: